Reichlich Ostern, eine Schiffskatastrophe und leichte Kost

Ein Magengrimmen verdonnert mich zum Daheimbleiben. Dafür erlebe ich unseren Gottesdienst online. Auch so ist er sehr schön und fein österlich, wenn auch der letzte ‚Kick‘ fehlt. Draußen regiert die Kälte und drinnen kann ich mir mithin viel Zeit für geistliche Veranstaltungen nehmen. Beeindruckend ist der gottesdienstliche Gruß der vier evangelischen Gemeinden in Griechenland: Kreta, Rhodos, Athen und Thessaloniki. Ach du mein geliebtes Kreta – alte Erinnerungen werden beim vertrauten Anblick des dortigen Pastors wach. – Wir lauschen auf die Übertragung der Predigt aus Bremen, dem Video der reformierten Kirche aus der Nachbarstadt, der Andacht aus der Frauenkirche – von wegen ein Gottesdienst sei wie der andere – erstaunlich wie viel unterschiedliche Zugänge es zur Osterbotschaft gibt. Nachdenkenswert ist die Anregung aus Dresden sich statt mit großen Worten mal barfuß dem Ereignis zu nähern, ohne Pomp als Empfangender, als Bittender, als Betroffener. Der Hinweis aus Thessaloniki auf das zusammengefaltete Schweißtuch Jesu im leeren Grab war mir völlig neu: damals deckten die Diener/Sklaven den Tisch und legten eine Stoffserviette bereit. Der Herr speiste, reinigte danach seine Hände mit dem Tuch und hinterließ es zerknüllt auf dem Tisch. Der Bedienstete konnte dann mit dem Abräumen beginnen. Legte der Herr jedoch seine Serviette zusammen und ging weg, hieß das „ich komme wieder“. So wird das sorgfältig zusammengelegte Schweißtuch als weitere Andeutung auf die Wiederkunft Jesu verstanden. Faszinierend. – Nach den vielen geistlichen Ausführungen ist mir abends mehr nach leichterer Kost. Nun ja, leichter ist die Katastrophe der ‚Herald of Free Enterprise‘ kurz hinter der Hafenausfahrt von Zeebrügge auch nicht unbedingt. Menschliche Nachlässigkeit, fehlende Sicherheitstechnik und die Höchstgeschwindigkeit wegen einer leichten Verspätung führten zum Tod von 193 Menschen. Schrecklich und im Nachhinein eigentlich unvorstellbar. Unvorstellbar: die Bugtore können während der kurzen Fahrt sperrangelweit offen stehen ohne dass es eine automatische Meldung an die Brücke gibt. Sparen an der völlig falschen Stelle! Wo habe ich schon einer abgespeckten Sicherheitstechnik vertraut? Shocking! Da brauche ich jetzt unbedingt die sanft plätschernden Folgen der Wapo Berlin. Und so wechsle ich wieder sehr spät in die Horizontale.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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