Resümee der Reise

Die MS Deutschland ist ein prächtiges Schiff mit sehenswertem einmaligen Interieur, das nicht jedem gefallen muss aber starke Akzente setzt. Sie wird liebevoll gepflegt, ist aber deutlich in die Jahre gekommen. Die Kabine ist relativ klein aber ausreichend und die Investition in den französischen Balkon hat sich für uns gelohnt. Mit Phoenix werden Kreuzfahrten zu mobilen Senioren-Domizilen mit überwiegend finanzstarker Kundschaft aus den sogenannten „besseren“ Kreisen. Während man früher viel Kohle verheizen musste, flaniert sie heute auf Deck😉😀. Junge Leute (unter 60) gehören entweder zur Crew oder zum Show-Ensemble, in seltenen Fällen haben sie sich „verbucht“ (allein unter Rentnern🤔)😠. Andererseits sind nahezu alle Mitreisenden dem Berufsleben entfleucht, keiner muss sich mehr beweisen und das schafft meist eine entspannte, freundliche und achtsame Atmosphäre. Man kommt leicht ins Gespräch. Ab und an begleitet einen fitten Alten eine jungen Dame im „Tochteralter“, die keineswegs sein Töchterlein ist – doch auch das mag beiden von Herzen gegönnt sein. Lächeln sei erlaubt. – Das Wetter war leicht enttäuschend aber das hat keiner im Griff. Die Reiseziele fand ich spannend. Der kurze Blick ins quirlige London hat mir sehr gut gefallen, ebenso die beiden Irland-Trips, wenn auch mein Rücken-Nerv bei der zweiten Tour ausflippte. La Compostela musste ich daher canceln und ein paar andere Ausflüge auch. Das war nicht so schön. Bordeaux konnte ich dagegen noch per pedes erkunden. Die Stadt hat mich fasziniert, wie auch die Fahrt dorthin auf der Garonne und der Gironde. Der Liegeplatz mitten in der City war einfach nur stark. – Kurzum, der Wegfall einiger Ausflüge reduziert zwar meine persönliche Freude an diesem Urlaub, doch andererseits hat das Bordleben ebenso ein paar angenehme Seiten gehabt. Mir tat die Reise wohl, die Route kann ich nur empfehlen – nur bezüglich der Kreuzfahrerei bin ich zwiegespalten. Der Rhythmus nachts fahren, morgens früh raus und per Bus losdüsen, fein speisen, ein mittelmäßiges Showprogramm am Abend und dann alles wieder von vorn, ist nicht zu hundert Prozent mein Ding. Man muss es eben mögen. Ich habe die Seetage genossen, doch da fehlte mir der eigene Balkon und ein paar mehr Angebote auf dem Kahn. Ach ja, das Essen war gut, doch ich habe auf anderen Schiffen schon besser gespeist. Damit kann ich zweifelsohne gut leben, es sollte dennoch erwähnt werden. Der Hauswein ist gratis und grausig, immerhin muss wohl eine Winzer-Genossenschaft ein missratenes Produkt vor dem Wegschütten gerettet haben, indem sie es an Phoenix verhökerte (falls das Ausgangsprodukt der kredenzten Flüssigkeit tatsächlich Weintrauben waren). Gratulation 😢😠😫. Nein, ich will das Resümee nicht negativ ausklingen lassen: Es war eine gelungene, schöne Reise in anregendem Ambiente, vielerlei Angeboten und einer guten Crew. Ich bin sehr zufrieden und habe diese Urlaubsinvestition trotz Motze-Nerv nicht bereut, sondern sehr genossen. Gerne wieder.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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