Packtag

Der letzte Tag an Bord bricht an. Wir frühstücken auf der Kabine, denn im SB-Restaurant ist es rappelvoll. Das hatten wir in den letzten fünf Wochen nur ein- oder zweimal. Im Bedienrestaurant waren wir nicht, vielleicht hätte es dort noch eine Möglichkeit gegeben, denn eigentlich gibt es mehr als genug Restaurantplätze. Egal. Ich jedenfalls genieße das reduzierte Mahl – endlich mal wieder! – Ein wenig später, in der Schau-Bar, ergänze ich mein Online-Tagebuch und wir schlendern danach zu einem Vortrag über die Künstliche Intelligenz ins Theater. Selbiges ist gut besucht obwohl es „nur“ eine ergänzte Wiederholung des allerersten Vortrags zu diesem Thema ist. Erstaunlich was so alles in ein paar Tagen in den Tiefen der grauen Zellen verschwindet (oder sie gar verlässt?). Nun ja, so isses halt. – Packtag hin oder her, die Mittagsruhe muss sein! Danach erfreut sich meine Allerliebste an den wunderbaren Klängen des Adagio-Quartetts während ich in aller Ruhe mit musikalischen Grüßen aus den 70er-Jahren mich der Koffer widme. Ich kommen gut voran. Nach dem Konzert stemmen wir Demnächst-Abreisende noch den Rest, bringen die Versandkleber für den Zustelldienst an und stellen gegen Abend die Gepäckstücke in den Gang: gute Reise! – Wir lassen uns den Abend durch die Seekartenverlosung samt Showprogramm und Mannschafts-Ade im Theater versüßen. Der fünfjährige Theo zieht die Lose, darf dann das Klatschen der Gäste auf sein Kommando starten und stoppen. Er ist voll begeistert. Am Ende der Show marschiert die Crew fahnenschwenkend auf die Bühne und nach herzlichen, warmen Dankesworten unter stehenden Ovationen der Gäste wieder aus dem Saal. Ein echt gelungener Abschluss. Mit zwei Glas Wein aus der Bar verziehen wir uns in unsere Kabine zu einem privaten Abschiednehmen nach 35 Tagen samt 23 Seetagen. Schön war’s. Endlich lassen wir den Schlaf seines Amtes walten, was er relativ gut erledigt. Die Koffer sind währenddessen bereits auf dem Weg in die Laderäume.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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