Man bietet uns in der Dependance – das Frühstücksbüffet lässt schon beim Vorbeilaufen Schlimmes erahnen – einen angeblich besseren Raum an. Ich dagegen habe die Schnauze voll von derlei Hotelierzaubertricks, miete uns gegen einen saftigen Aufpreis im Original ein und genieße das dortige Frühstücksangebot. Das Zimmer ist erst in ein paar Stunden bezugsfertig und so erkunden wir die Umgebung bis wir endlich ein wenig Nachtschlaf nachholen dürfen. Das tut wohl. Am späten Nachmittag holt uns unsere Stadtführerin ab und wir tapern durch Firenze. Die Medici, Michelangelo und eine ganz große faszinierende Geschichte umgeben uns auf der dreistündigen Tour. Ich wünsche mir sehnlichst ein besseres Gedächtnis. Das wäre schön. Völlig kaputt erreiche ich das Hotel. Ein großes Lob der zentralen Lage. Fußlahm, unbeugsam (im wahrsten Sinne des Wortes) und mit Wehwehchen allerorten gelingt mir mühevoll der Wechsel von der Vertikalen in die Horizontale. Ächz, stöhn, keuch! Jede Bewegung schwächt.
Repetitorium: Der Familie Medici verdankt die Stadt Florenz ihren Reichtum. Handel und Bankwesen waren die Standbeine ihres Vermögens. Zunächst gab sich die Familie recht zurückhaltend mit einem mittelgroßen Palazzo und direkter politischer Abstinenz. Indirekt dagegen hielt sie alle Fäden in der Hand. Später wurde angebaut, direkt politisch mitgemischt, Päpste gestellt und bis ins französische Königshaus Verbindungen geknüpft. Die Linie der Médici ist heute ausgestorben.