Flasche leer

Aber heute geht es los. Heute ist die Predigt dran, denn meine Mitbewohnerin ist unterwegs auf den Stufen des Lebens. Frühstück, Andacht und so weiter, natürlich Gymnastik, während der Kaffeevollautomat sich reinigt und schwups ist es Zeit fürs Mittagessen. Auf den Herd damit, erwärmen und schon mundet mir ein superköstlicher Kohleintopf. Danach harrt die Wäsche auf ihre Vorbereitung zur Schrankfertigkeit. So geht die Zeit dahin und wieder fallen meine Predigtgedanken unter den Tisch. Seufz. Ob ich sie je freilassen kann? Ich hatte noch nie solche Probleme – Rolf schwach wie Flasche leer. Wird das böse enden? Ich hoffe nicht. – Abends erfreut mich ein prächtiges Kaminfeuerchen, insbesondere seine wohlige Wärme. O, wie schön! – Ich nähre mich von den reichlichen Überbleibseln der „Stufen“. Dort hatten wohl drei oder vier Frauen die gleichen Ideen fürs Lunchangebot. Da bleibt dann schon was über. Gut für mich. Ebensowenig wie umtriebige Naturen mich nicht verstehen, verstehe ich nicht wie es einen bei dieser Kälte von zu Hause wegtreiben kann. Ich bin ein kamintreuer Leseonkel und werde es wohl bleiben – ein paar ereignisreiche Kreuzfahrten im Jahr vorausgesetzt. So streicht die Zeit an mir vorbei bis ich den Ruf meines Seniorenlagers erhöre. Der Schlaf ist trotz altersbedingter Pausen tief genug, wenn auch insgesamt zu kurz. Dann ist das so. Gähn.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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