Abschied

Heute trennen wir uns endgültig von Ella. Wir sind frühzeitig in der Kapelle und können so still Abschied nehmen. Es war eine schöne, eine aufregende, interessante, belebende, selten altersgerecht nervige Zeit mit ihr. Mit fast 96 ist es eben Zeit zu gehen. Bleibt zu hoffen, dass sie Gott kennt und bei ihm ist. Unsere Hoffnung ist stark. Auf Wiedersehen, liebe lebens- und schaffensfrohe Freundin! Die Pastorin findet die richtigen Worte, das für uns unerwartete Kaffeetrinken danach erweist sich als hilfreich beim Trennungsprozess. Wir treffen uns im unansehnlichen Schäferbusch bei einer überraschend gelungenen Verköstigung und einem überaus netten Wirt. Wie so oft: der äußere Schein trügt. – Ein munteres Feuer im Kachelofen am Abend bringt die Raumtemperatur auf ein angenehmes Niveau und ich lese und schaue im Wechsel. Es wird spät aber alles ist gut.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Adleraugenjob

Strom tanken in Bremen – eine Katastrophe. Die erste in der App ausgewiesene Ladestation ist mangels Säulen eine Niete. Die nächste wird durch eine Baustelle blockiert. Die Restkilometer sinken. Die Zeit läuft uns davon und wir stromern nach Vegesack weiter. Dort, endlich, entdecken wir einen Stromspender der Telekom. Der wird jedoch gerade von Nixdorf repariert. Noch ein kurzer Anruf bei Hersteller in Italien und die Jungs sind fertig. Tiger und eine Zoe werden angekoppelt und fröhlich fließt der unsichtbare „Saft“. Wie schön! Zu neuen Fahrten bereit geht es endlich zu den Verwandten über die Weser nach Lemwerder. Wir haben eine gute Zeit miteinander, plaudern, speisen und tauschen uns aus. Zurück über den Fluss zu einer weiteren Station, die meinem bereits vollen Magen leckeren Kuchen, gefühlt bis über die vorgeschriebene Füllgrenze hinaus, zuführt. Okay, ich bin es selbst, der füllt doch es schmeckt halt so gut! Eine Verwandte beschäftigt sich zurzeit damit winzigkleine Perlen in mit noch winzigkleineren Ziffern versehene Felder zu kleben. Ich kann gar nicht hinschauen, meine Augen verweigern den Blickkontakt dorthin. Die schon fertigen Bildteile dagegen kommen prächtig ‚rüber aber der Weg dorthin, meine Zeit… – Der Rückweg geht flott vonstatten. Der Stromverbrauch weist eine Differenz von rund 20% zu der bei der Abfahrt avisierten Reichweite auf. Ganz schön happig trotz der für mich betulichen Geschwindigkeit, zur Hälfte sogar über Landstraßen, aber gut zu wissen. Unser Haus ist kalt, es ist wohl Zeit die Heizung wieder anzuwerfen, ein Programmpunkt für morgen. Nach Barnaby gönne ich mir noch relativ viel Zeit trotz ungewohnter Kühle. Ein Freund weilt derzeit in Griechenland. Nein, ich bin nicht neidisch, kein bisschen, überhaupt nicht, noch nicht mal ansatzweise …😇

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Regen, Gottesdienste und Mastfutter

Nein, heute klage ich nicht über den frühen Tagesbeginn. Zum Hotelfrühstück zum Lunchpreis schweige ich ebenso. Das Rührei samt Würstchen und Schinken ist lecker. Croissants gibt es nicht, nun ja. Gefühlt genudelt begeben wir uns zum Gottesdienst in unsere Bremer Kirche. Das Ganze mal nicht nur live, sondern auch live vor Ort zu erleben ist fein. Die Predigt ermahnt, Gott und sein Wort ernst zu nehmen und verweist auf Gottes endliche Geduld mit unserem Ungehorsam. – Wir verlassen die Kirche, schlendern bibbernd die Schlachte entlang und können kurz vor einer heftigen Wolkenentladung einen Tisch im vollbesetzten Café ergattern. Ich lerne zwecks Erlangung eines längeren Aufenthaltsrechts ein Chili-con-Carne in Suppenform kennen und bin vom Geschmack mehr als angetan. – Positiv erweist sich das 2-Personen-Tagesticket der Bremer Verkehrs-AG, man kann munter hin und her düsen. In einer Großstadt ist der ÖPNV im Stadtkern meist okay, wiewohl seine Eignung für Passagiere mit schweren Einkaufstaschen oder Getränkekisten schwer hinterfragbar ist. Ganz zu schweigen wäre vom Weg zur und von der Haltestelle oder gar beim Umsteigen. – Nachmittags treffen wir etliche Verwandte beim Erntedankfest des Gebetsvereins. Die zwei Predigten überraschen mich beide positiv. Liegt es an mir oder an den Predigern? Oder gar am Heiligen Geist auf den ich besser hören darf? Wer weiß das schon? Danach gibt es Kuchen. O weh, noch mehr essen. Kurz vorm Bersten höre ich damit auf. Der Abschied zieht sich lange hin, doch irgendwann stehen wir an der Haltestelle. Bus und Bahn bringen uns sicher zum Hotel. Die Tageskarte hat sich echt gelohnt. Prima Angebot. – Ein wenig vergorener Traubensaft, ein paar Nüsse und prasselnder Regen auf die Fenster läuten die Nacht ein. Voller Pensionistenbauch schläft nicht leicht. Isso.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Stadt im Regen

Einfach mal etwas früher aufstehen fällt mir wie immer schwer. Mit großer Konzentration verlassen die Füße samt Beinen die mollig warme Zudecke und begeben sich in Bodennähe. Ehe der Kopf seinen ersten klaren Gedanken fassen kann ist der Körper schon im Bad. So klappt es. Wir werfen fix ein paar Klamotten in den Koffer, meine unverzichtbaren 😇 elektronischen Helferlein werden in den Rucksack verfrachtet und Tiger mit allem gefüllt. Pünktlich (!!!) schnurren wir los Richtung Bremen. Das Wetter verschlechtert sich zusehends bis wir am Ziel angekommen von platschenden Güssen umhüllt werden. Das Hotel ist sehr okay und wir warten erst einmal die Feuchtigkeitsentwicklung ab. So toll Regen für unser Grundstück ist, so unpassend ist er bei einem Städte-Trip. Man kann halt nicht alles haben. Wir laufen die gesichtslose Fußgängerzone rauf und runter, finden im überfüllten – personen- und akustikmäßig – Beck’s-Bistro noch einen freien Tisch und laben uns an zweitklassiger Currywurst mit perfekten Pommes. Im Anschluss entern wir noch die falsche Straßenbahn, die uns, was sich hinterher als aufbauend erweist, einen länger als geplanten Spaziergang beschert. So ein Kartenbild im Handy kann ahnungslose Alte perfekt täuschen 😉! Der Regen muntert uns mit stetig zunehmender Intensität mehr oder weniger auf. Nett gemeint von ihm. Andererseits lässt sein Prasseln auf die Dachflächenfenster keinerlei Intentionen für einen nächtlichen Stadtbummel aufkommen. Es wird normal spät.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Altes Kleid in neuem Gewand

Erneut ein Tag, der sehr gemütlich beginnt und von daher schon meine Grundzuneigung besitzt. Ein Computer lief die Nacht durch mit einem Update, weil ich nicht dran dachte ihn danach herunterzufahren. Dann ist das so, solange es keine Herdplatte ist … Der Lüfter klingt allerdings schon recht unwillig. Die großen, bei YouTube so vielgelobten Neuerungen von IOS 16 beim Handy halten sich wie üblich de facto in Grenzen. Der echte Nutzwert für mich ist leicht überschaubar. – Irgendwann raffe ich mich auf und putze Mr. Shorty heraus, verpasse ihm neue Messer und entferne schier unendlich viele Grasreste aus schier unendlich vielen „Verstecken“. Feuchtigkeit und Mähroboter scheinen sich kreativ zu ergänzen im Ersinnen immer neuer Graslagerstätten. – Der Krimi am Abend ist nett anzusehen – die Serie ist bislang nicht der Versuchung erlegen mit einem bluttriefenden Plot, charakterlich verqueren Ermittlern und/oder oberlehrerhaften gesellschaftspolitischen Belehrungen zu „punkten“. Noch ein wenig lesen und ab in die Nachtruhe.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Kalinichta

Wer nicht an Gott glauben will mag es so halten. Ich dagegen habe so viel mit ihm erlebt, dass ich nicht zweifle. Wie dem auch sei, ER hat unser Gebet erhört und der Bestattungstermin findet erst am Dienstag statt. Danke! – Meine Suche nach bestimmten Fotos, die ich gestern erfolglos abbrechen musste, gelingt heute. Die Dateien sind auf einer Festplatte, die mich die ganze Zeit direkt neben meinem Sofaplatz ansah und sich über meine Blind- und Dummheit amüsierte. Ein Blick nach links und alles wäre gut und schnell erledigt gewesen. Stattdessen suche ich im Büro, durchwühle einen Desktop sowie zwei weitere Festplatten und hätte fast noch meine Uralt-Datenspeicher umständlich reaktiviert. Immerhin habe ich gelernt, dass es auch unsichtbare Scheuklappen gibt, exakt angepasst an Menschen wie mich. Seufz. Die 30 Gigabyte an Daten sind relativ schnell auf einen Stick überspielt, es kostet nur meine Mittagspause. Nochmals: Seufz! Den Stick bringen wir einem Freund, der sie für ein Jubiläum unserer Gemeinde benötigt. Diesmal kann ich den Ehrentag ganz entspannt als Besucher erleben, ein Genuss für ehemals hochaktive jetzt emeritierte, alt gewordene Vorsitzende. Ich freue mich darauf. Es folgt ein standardnormaler Abend, der meine Sehnsucht nach Ferne nur befeuert. Ein geplanter Wochenendtrip ist da nur ein bescheidenes Trostpflaster. Fernweh pur. Kalinichta!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Todesfall

Unsere 96jährige Freundin ist am Vormittag verstorben. Wir sind traurig aber das hatte sich ja schon einige Zeit abgezeichnet. Wir empfehlen sie in die liebevolle Hand unseres Herrn und Heilands Jesus Christus. Möge Gott ihr gnädig begegnen. – Irgendwie ist der Tag nun durcheinander geraten. Ich fange eine Suche an und beende sie einige Stunden später erfolglos. – Wir erfahren, dass der Montag als Bestattungstermin geplant ist. Das bringt unsere Reisepläne für das Wochenende völlig durcheinander. Wir denken bereits darüber nach was wir ändern können oder sollen, legen das Ganze aber erst einmal in die Hand Gottes. Er wird das schon in die richtigen Wege leiten da sind wir sehr zuversichtlich. – Der Abend entspricht dem Tag, ich stöbere ein wenig in YouTube herum, schaue dies und das an und beginne erst sehr spät mit dem Lesen. Ein Roman fasziniert mich so, dass ich das Aufladebedürfnis zweier elektronischer Helferlein völlig ignoriere (wohl von der Rolle der Alte!). Der Schlaf kommt etwas holprig aber er kommt. Wie gut!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Alt, pfiffig, ausgebufft

So ist das Leben in dieser Welt, ein neuer Erdenbürger kommt und ein alter liegt im Sterben. Der Lauf des Lebens wird für uns an diesem Tag ganz besonders deutlich. Welch ein Segen, wenn man den Gott aller Schöpfung kennt, der sich sogar für uns geopfert und den Weg zur Ewigkeit geöffnet hat. Es lebt sich getroster, finde ich. – Ich beschäftige mich mit unserer Lichtsteuerung, führe eine Steckdose einer neuen Schaltfunktion zu und freue mich an dieser Kleinigkeit. Eine von uns bezahlte Zusatzfunktion, die ich nie genutzt habe, die aber munter abgebucht wird, kündige ich endlich. Wurde ja auch Zeit, höchste Zeit! – Mittags gibt es eine Köstlichkeit der 50er und 60er Jahre: Hawaii Toast. Fernsehkoch Clemens Wilmenrod hatte ihn 1955 populär gemacht. Nostalgie gewinnt in mir Raum. Stark. – Draußen geht es eher feucht zu, die Regenmenge sind eher Regenkleinigkeiten aber besser als nichts. In diesen Trockenzeiten zählt jeder Tropfen. – Der abendliche Fernsehkrimi lässt mich stark schmunzeln. Dieter Hallervorden, Dietrich Hollinderbäumer und Rolf Becker als drei ausgebuffte Alte sind einfach köstlich. Nette Unterhaltung. Noch ein wenig lesen und es wird normalspät, also halb eins.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar