Religionspfade

Heute ist wieder Studierstube, ein Hauskreis spezieller Art. Wir sprechen über den Epheserbrief und geraten sehr schnell zu seinen Bezügen in unsere Gegenwart hinein. So werden Bibeltexte praktisch und liefern Anschauungsbeispiele für das gegenwärtige Leben. Es ist eine ernsthafte, fröhliche, kommunikationsfreudige Gruppe, die sich bei uns trifft. Sehr fein. – Wir lassen den Sonntag vorübergehen, sind völlig demotiviert für den abendlichen Gottesdienst und lassen stattdessen eine virtuelle Predigt auf uns wirken. Es geht um das Gleichnis mit dem Kaufmann, der alles verkauft um die eine Perle zu erwerben, die extrem wertvoll ist. Wer ist der Kaufmann? Was bedeutet die Perle? Was hat das uns heute zu sagen? Der Bremer Pastor wartet, wie gewohnt, mit nachdenklich stimmenden Antworten auf. – Terra X am Abend erklärt aus der Sicht eines Wissenschaftlers wie Religionen entstanden sein könnten und dass sie sich aus menschlichen Vorstellungen entwickelt hätten. Wie man sich irren kann! Dennoch sind die Parallelen in verschiedenen Kulturen hochinteressant. Andererseits könnte man ebenso daraus schlussfolgern, dass Gott durch die Jahrtausende hindurch schon Menschen behutsam auf seine Spur gebracht hat, doch das ist ja ganz und gar „unwissenschaftlich“. Aber was wäre das für ein Gott, den wir kleine Menschen wissenschaftlich erforschen könnten? Unsere Überheblichkeit ist schon „beeindruckend“ – ich glaube ‚erschreckend‘ ist da das bessere Wort. – Wieder geht ein ruhiger Pensionistenabend seinen gewohnten Gang. So soll es in meinem Alter wohl sein 😉😇.

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Fakespezialisten

Nun habe ich mich bereits oft über die Medien aufgeregt, über einseitige tendenziöse Berichte, Verbreitung von Halbwahrheiten und faktenblinde Reportagen, doch die fatalsten, dümmsten, faktenresistenten und teilweise völlig realitätsfernen Filmchen, Meinungen und Ideologien finde ich in den sogenannten sozialen Medien. Wie eine Krake umschlingen sie mit ihren vielerlei Armen ihre Adressaten, wie bei der Hydra wachsen aus einem abgeschlagenen Kopf zwei neue und verbreiten ihren stinkigen Atem. Ja, es gibt zahllose gut recherchierte Beiträge in diesen Netzwerken, ohne jeden Zweifel, die ich liebe und gerne sehe, höre oder lese! Doch die Fallstricke getürkter, verfälschter und lügenhafter Angebote vermehren sich ständig. Die Gefahr wohlformulierenden Ideologen ins Netz zu gehen ist riesig, denn es klingt ja alles so schön und gefällig, so logisch und nachvollziehbar – und ist doch grundfalsch, verzerrt oder ein Fake. Ja, das hat mich (nicht nur) heute geärgert und musste mal „raus“. – Der Samstag stellt sich erfreulich ruhig dar, ich genieße und lasse ihn in aller Stille vorüberziehen. Schön so ein Pensionistenleben – nur der Bauch steht ständig unter Zunehmverdacht und meine Personenwaage zeigt sich nicht immer von ihrer freundlichsten Seite 😉. Seufz. Matthias Moor spaziert über die Norwegian Prima (in Amsterdam), der Held der Steine philosophiert über eine überteuerte Legopackung und einen riesigen Schaufelbagger eines anderen Klemmbausteinherstellers. Sehr entspannend, auch wenn es mich inhaltlich wenig berührt. Ich bin halt kein Basteltyp. Dafür ein Lesefan und das praktiziere ich dann auch bis spät in die Nacht.

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Energiezocker

Und wieder praktiziere ich so einen ruhigen Pensionistentag, wie ich ihn total mag. Leider erledigt sich dabei die Arbeit nicht von selbst, stur wie sie ist bleibt sie einfach liegen. Nirgends sind alle Vorteile beieinander. Mich bewegt dagegen die rein philosophische Frage individuellen Temperaturempfindens. Wie kommt es nur, dass zwanzig Grad draußen mir heute eiskalt vorkommen, während erfahrungsgemäß nach einem langen Winter zwanzig Grad T-Shirt-Wetter wären. So fehlt mir jeglicher Ansporn die äußeren Gefilde aufzusuchen obwohl es nachweislich dort immer noch angenehm warm ist. Ich würde gern mal wieder eBike fahren, frage mich aber wohin die Fahrt gehen soll, ziellos wie ich bin. Seufz. – Zu meiner großen Freude liefern die Platten auf dem Dach gut und zuverlässig Strom ins Netz – ich verstehe nur nicht warum man mich zwingt ihn fast zu verschenken während der Grundversorger denselben zu den saftigen Gas-Strom-Konditionen weiter verwuchern darf. Zusätzlichen Strom muss ich, da hat die Energiekonzernlobby perfekte Arbeit für ihre Finanziers geleistet, natürlich zu echten Marktpreisen erwerben. Aber darüber habe ich mich ja schon viel oft geärgert – eine weitere Hürde für meine Stimmabgabebereitschaft bei irgendwelchen Wahlen („Nur die allerdümmsten Kälber …“). Da muss ich im Oktober durch, schauen wir mal wie … – Abends zur freitäglichen Krimizeit gibt es eine neue Serie, der Plot ist eher durchschnittlich aber die Dialoge gegenwartsnäher als sonst im Zweiten üblich. Ob das so bleibt? Abwarten. Darauf folgt das übliche YouTuben und Lesen bis der neue Tag langsam in Fahrt kommt. Zeit zum Rendezvous mit dem Schlaf.

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Digitale Minenfelder

Alle Jahre wieder kommt der Heizungsmonteur zur Wartung unserer Ölzentralheizung. Angesichts der explodierenden Energiekosten lasse ich mir zeigen wie die Heizung gänzlich abzuschalten ist, was ich künftig in der Sommerpause zweifellos tun werde. Kältephasen kann ich ja mit unserem Kachelofen überbrücken. Außerdem senkt der Experte die Vorlauftemperatur spürbar. Ich bin gespannt ob und wie sich das auswirkt bzw. ob überhaupt. Fast anderthalb Stunden dauert die Reinigung und Wartung des Brenners. Die Rechnung wird saftig ausfallen. Ein Angebot zur Heizölübernahme aus einer Umstellung auf Wärmepumpe flattert mir ins Haus. Ich bin ziemlich entsetzt, dass schon wieder fast achthundert Liter in unsere Tanks passen könnten. Da haben wir an den heißen Tagen ziemlich fies Heizöl vergast. Das muss sich ändern! – Den Rest des Vormittags und einen Teil des Nachmittags halten mich Bankgeschäfte fest. Es gelingt uns endlich einen Banking-Zugang für meine Kontomiteigentümerin einzurichten nachdem ich in der Vergangenheit mindestens dreimal mit diesem Vorhaben gescheitert bin. Puh, wurde auch Zeit! Und er funktioniert sogar, wenigstens fast, denn ein Login per Fingerabdruck hakt. Aber es geht halt auch anders. Jetzt nehme ich mir vor, das Sicherheitsverfahren bei einer anderen Bank zu ändern. Solcherlei Anliegen online durchzuführen ist in unserem Land eine sehr lustige Sache. Ich lerne mancherlei über das Bewältigen digitaler Hürden sicherheitsbewusster deutscher Programmdesigner. Es ist schon eine Last. Da ich keine Überweisung zu tätigen habe, warten möglicherweise noch fiese Tücken, überraschende Fallstricke und/oder digitale Sackgassen (ohne Wendemöglichkeit) auf mich. Allzeit bereit oder so! Umso wichtiger ist da ein ruhiger, entspannter, lesereicher Abend, der die Minenfelder hypervorsichtiger Datenspezialisten in den Hintergrund schieben hilft. Es wird spät.

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Dickschichtstreichen

Heute ist wieder ein wundervolles Ausschlafen angesagt. Meine Früh-Spätaufsteherin hat einen Termin und verlässt mich zeitig. Ich darf mich umdrehen und in Morpheus seine Arme weiter einkuscheln. So geht die Zeit dahin und irgendwann wechsle ich meinen Standort. In aller Ruhe darf ich die Morgenrituale abwickeln, die Konten zwecks allmonatlichen Geldeingangs begutachten und ein paar Kleinigkeiten zum Abschluss bringen. Die Arbeit beginnt erst nach der Mittagsruhe. Zunächst wird die Biotonne von ihren mittelschwer duftenden Belägen befreit – ohne Kärcher klingt das einfacher als es ist. Nun versuche ich die Farbe für die verzinkten Balken zu rühren, ein vergebliches Unterfangen, denn es ist eine Dickschichtlasur (-farbe oder was auch immer). Mit einem kleinen Pinsel bringe ich die breiige Masse auf die Masten. Die Streichqualität zeichnet sich durch eine ausgeprägte Anfängerkunst aus, die statt einer glatten Oberfläche eine dreidimensionale künstlerisch anspruchsvoll gestaltete Deckschicht kreiert 😉😀. Immerhin wird eine Farbdeckung von gut 99% erreicht. Nach einer kaum erwähnenswerten leichten Aufräumaktion lasse ich mir auf der unteren Terrasse entspannt mein Weizenbier munden. War wohl dran. Es folgt ein langer Lese- und YouTube-Abend, gewürzt mit Neuigkeiten aus dem Seniorenkreis, den meine Mitbewohnerin aufgesucht hatte. Jedem das Seine.

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Noch ’ne Fete

Wir feiern unsere Geburtstage zum vierten Mal. Es wird Zeit damit aufzuhören aber heute ist die engste Verwandtschaft dran. Zuerst kommt der Covid-Test. Mit dem positiven Ergebnis holen wir meine Altvordere aus ihrem Seniorenheim ab und schieben sie zur ‚Hacienda‘. Dort treffen wir auf den Rest der Truppe und tafeln gemeinsam draußen, windgeschützt und wespenarm. Die Mahlzeit mundet prächtig in gutbürgerlicher Qualität und wird mit viel Freundlichkeit serviert. Okay, es ist kein Spitzenrestaurant aber dennoch sehr empfehlenswert. Mittelstark genudelt rollen wir meine Mum zurück zwecks Mittagsruhe, die wir uns leider versagen müssen. Wir wollen nämlich unsere Gäste zu Hause noch mit Kaffee und Kuchen bis zum oberen Rand gänsegleich 😉😇 stopfen. Es ist eine sehr freundliche, nette und plaudervolle Runde. – Abends im TV schaue ich mir einen alten, schon oft gesehenen Krimi aus Sylt an, der mir bei jedem Mal besser gefällt. Langes lesen verzögert die Nachtruhe nicht unerheblich. So ist es bei mir eben.

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Geländerendspurt

Ich verlasse mein Nachtlager vor dem Frühtau. Heute kommen die Handwerker mit den Scheiben für unser neues Geländer. Sie sind, wie gewohnt, sehr pünktlich. Unsere Lounge ist jetzt rundum nicht mehr einsehbar bis auf die zwei Scheiben, durch die wir unsere Blicke über Grundstück, Feld und Wald schweifen lassen wollen. Die Arbeit wird schnell, exakt und zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt. Damit hat das Unternehmen seinen Part komplett abgearbeitet. Warten wir halt mal auf die Rechnung. – Spätmittags suchen wir unseren Dentisten auf. Meine Kontrolle ist schnell erledigt, alles altersgerecht okay. Die Mittagsruhe verspätet sich dadurch ein wenig. – Der gute alte Barnaby löst am Abend souverän zwei Fälle. Zuerst ermordet ein psychopathischer mittelalter Mann alle, die seiner Erkenntnis nach den Tod seiner Jugendliebe verschuldet haben und dann will ein Zwillingsbruder das Haus seines an seiner Stelle einsitzenden „Duplikats“ verscheuern und ermordet dabei ein paar Leute. Krasse Plots, wie immer. Danach lese ich noch weiter meinen urbayerischen Cosyroman.

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Party-Folivora

Ein Gottesdienst mit Mitgliederaufnahme und Kindersegnung erwartet uns. Und wie immer bei derartigen Anlässen treibt mich die Frage um wieso die Eltern weniger Probleme haben sich im Namen ihres Kindes gegen eine Kindertaufe zu entscheiden als für eine Taufe. Entscheiden müssen sie nun mal. Ich vermute sie betonen bei einer Bekehrung, einer Entscheidung für Gott, überwiegend die menschliche Aktivität statt sie als unverdientes Geschenk Gottes anzunehmen. Möglicherweise liegt hier das hüpfende Komma wie Heinz Erhardt den springenden Punkt nannte. Ich werde wohl weiter darüber sinnieren. – Die Segnungsfeier im privaten Umfeld ist sehr schön gestaltet, nur ich komme mega-feiermüde rüber, meine sowieso wenig ausgeprägte Partyfreude ist ausgelaugt, verdampft, verweht. Unsere Großfete samt Auf- und Abbau, das Einschulungsfest und die in dieser Woche noch anstehende Verwandtenbeköstigung raubt mir meine letzten Nerven: zu viel des Guten! Zugegeben, es gibt anregende Unterhaltungen, die Sonne liebkost mich, ich schaue den Kleinkindern beim Spielen und den Hunden beim Faulenzen zu und hege dennoch eine tiefe Sehnsucht nach meinem Mittagsruhelager. So gleiche ich wenig einem Partylöwen, offensichtlich mehr einem Feten-Folivora 😀. Is wie is. – Back home zieht es mich stante pede zu einer ausgiebigen Vorabendruhe mit anschließender Lesezeit. Es wird nicht sehr spät.

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