Einschulung

Die Regennacht zieht einen trüben Morgen nach sich. Nur langsam klart es mehr oder weniger, eher weniger, auf. Der Sonnenertrag ist extrem gering für einen Augusttag. Ein Vormittag mit Freude über die Menge und die Verteilung der Nässe von oben jedoch mit klarem Appell zum Drinnenbleiben. Nach der Mittagsruhe sind wir mit Tiger in Richtung Braunschweig unterwegs. Meine Großnichte wird heute eingeschult und das wird, wie heutzutage üblich, mit gar nicht so kleiner Mannschaft gefeiert. Zuerst bin ich gezwungen festzustellen, dass es im dortigen Wohngebiet nicht so einfach ist eine Parklücke zu ergattern. In einer Parallelstraße können wir schließlich Tiger zurücklassen. Von den Gästen kenne ich nur Nora und ihre Mutter. Wir lernen die Truppe ein klein wenig kennen, sind aber natürlich eher Randfiguren, denen man aber äußerst nett begegnet. Die persönlichen Beziehungen untereinander sind recht interessant und ein klein wenig spannend. Wir bleiben nach dem allgemeinen Aufbruch noch einige Zeit und plaudern interessiert mit unseren Gastgebern. Das Hineinschnuppern in ein einerseits ziemlich anderes andererseits auch wieder recht ähnliches Lebensumfeld erweist sich als erfrischend. – Der Abend zu Hause dient dem Erfahrungsaustausch, dem Lesen und dem gezielten Anschauen bestimmter YouTube-Beiträge. Es wird für mich sehr spät, warum auch immer.

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Lieber Besuch und willkommene Gewitter

Eigentlich will ich heute beginnen die neuen Säulen zu streichen. Ein schöner Plan, der an mehreren Besuchern, ausgesprochen netten Gästen am Rande bemerkt, scheitert. Zuerst verlassen uns unsere Bierzeltgarnituren für eine Segnungsfeier. Sie werden äußerst geschickt auf einen Anhänger verladen – gut geplant. Dann kommt ein befreundetes älteres Ehepaar und wir tauschen uns bis zur Mittagszeit rege aus. Wohltuend. Nachmittags beehrt uns eine Familie mit drei kleinen Kindern mit ihrer Gegenwart, die ihre Oma (bzw. Uroma) im Seniorenheim besucht haben. Da meine diakonisch hochbegabte Lebenslangpartnerin diese Dame ein wenig betreut und die Familie im tiefen Süden Deutschlands wohnt, gibt es einiges zu erörtern. Draußen regnet es die ganze Zeit, intensiv aber nicht zu intensiv – so kommen 17 Liter pro Quadratmeter, verteilt über mehrere Stunden zusammen. Ideal, danke HERR! Dennoch hat es bislang in diesem August nur halb so viel geregnet wie im Durchschnittsaugust. Gibt es eigentlich winterfeste Kakteen 😉? Bis tief in die Nacht fallen die Tropfen, so dass ich der Satellitenübertragung nicht ganz traue und Fernsehen lieber übers Internet schaue. Der Staatsanwalt ermittelt in einem mir bereits bekannten und dennoch schockierenden Fall mit ein paar überraschenden Wendungen. Nicht übel in Szene gesetzt. Leider, leider wende ich mich ein klein wenig der politischen Entwicklung zu und bin wieder einmal verblüfft wie grotesk „Rot“, „Grün“ und „Gelb“ mit den Industriewünschen verbandelt sind, nicht viel anders wie ehemals „Schwarz“ und „Rot“. Alles eine Sauce mit nur ein paar Gewürznuancen. – Mit Grausen hole ich meinen neuesten Krimi hervor und lasse mich von seiner fiktiven Welt beduseln. Es wird wieder mittelspät.

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Heimchaos und eBike-Freuden

So ein desolat organisiertes Seniorenheim ist immer für eine Überraschung gut. Gestern fragen wir extra nach wann meine Mum zum Friseur einbestellt ist. Die Antwort war klar: 14:30 Uhr. Okay, sagten wir, dann kommen wir vormittags. Mithin laufen wir heute gegen 11 Uhr auf. Auf dem Gang treffen wir überraschend meine Altvordere im Rollstuhl an, sie ist auf dem Weg zur Haarkünstlerin. Wir übernehmen, suchen im Gebäudekomplex ein wenig und überstellen sie der Friseuse. Dort ist zu hören, dass der Termin nach unserem Anruf extra vom Nachmittag auf den Vormittag verlegt wurde. Mir fehlen die Worte, welch ein Chaos! Dann ist das eben so, meine Zeit noch einmal. Schnauf! – Dieser Umstand eröffnet andererseits die Möglichkeit nachmittags mit dem eBike eine kleine Tour zu absolvieren. Und so geschieht es. Kurze Strampelei, elektrisch unterstützt, lange Fahrradsicherung am Ziel und der übliche Dialog mit Mutti. Entweder lernt man dabei Geduld oder Drückebergerei. Zurück geht es unsere alte Strecke durch den Drömling, vorbei an Rindvieh, Wiesen und einem ausgetrockneten Bachlauf. Die früher so nervige, kraftraubende Brücke über die Eisenbahn lässt sich nun elegant und schwungvoll überwinden. Klasse. Dennoch bricht sich am Ziel der Schweiß seine Bahn. Weshalb bewältige ich bloß die Tour ohne Hautfeuchtung und kaum abgestiegen drängt sich eine Nassschicht zwischen Körperhülle und Bekleidung. Irgendwie frustrierend. Mein Muskelkater entschließt sich offensichtlich zum Rückzug trotz Pedaltreterei. Nicht schlecht. Bei ein klein wenig vergorenem Traubensaft vergeht der Abend schnell und es wir normal spät.

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Null Sucherblick

Heute herrscht, nur nicht für Mr. Shorty, ein allgemeiner Ruhetag. Nach der gestrigen Wirbelei erscheint er mir recht angebracht zu sein. Ein wenig erledigen wir schon, die Hochaktivlady etwas viel mehr und der Entspannungsfuzzi spürbar weniger. So ist das Leben, so sind wir Menschen, eben. Dazu malträtiert mich ein Muskelkater, jeder Schritt ist ein Erlebnis. Sogar der Zeltaufbauplan, den ich schon als vermisst melden wollte, taucht an gut sichtbarer Stelle wieder auf. Ich muss wohl das Ausblenden gesuchter Gegenstände nahezu perfekt beherrschen, eine Fähigkeit deren Praxistauglichkeit gegen Null tendiert. Seufz. Immerhin kann ich die Anleitung jetzt an ihren Platz in der Kiste legen. Das war der allerallerallerletzte Step des Zeltabbaus. – Das Fernsehprogramm am Abend lässt mich kalt, die Hoffnung mich interessierende Filme bei den Streaminganbietern zu finden habe ich aufgegeben, YouTube wird von Labertaschen, Rechthabern und Wirrköpfen beherrscht, da bleibt mir nur noch das Lesen und das macht müde. Es wird so gar nicht spät.

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Fetenabschlussarbeiten

Kein Besucherfrühstück, ausschlafen bis die Lider von selbst hochklappen und behäbig ins Bad tappen, das hat auch was. So schön Besuch auch ist, Routine glänzt ebenso mit Vorteilen. Egal, irgendwann bin ich einsatzbereit und es geht dem Partyzelt an den Kragen. Aktion 1: rundherum die Heringe aus ihren Erdlöchern herausfischen. Aktion 2: die Zeltleinen, jede für sich, in einem Beutel lagern, sozusagen eine Einzelzelle zuweisen. Aktion 3: die Sicherungsschrauben am Bodengestell entfernen. Aktion 4: Kabelbinder lösen, Seitenwände herausnehmen, Dachsicherung entfernen und Frontwände ihres Jobs berauben. Aktion 5: Zelt räumen, Tische, Bänke und Stühle umlagern. Jetzt kommen unsere Freunde zum Einsatz mit Aktion 6: Dach absenken und Stützstangen von der Vertikalen in die Horizontale befördern. Aktion 7: Dach abnehmen, kunstvoll zusammenfalten und einlagern sowie die beiden letzten Schritte ebenfalls bei den Frontwänden vollziehen. Aktion 8: Untergestell und Dach auseinanderbauen. Aktion 9: alle Stangen und Winkel im Keller verstauen. Jetzt ist der Rasen frei und Mr. Shorty kann loslegen, was er mit großer Energie tut. Uns bleibt noch die Aktion 10: Tischen, Bänken, Stühlen und den anderen Gerätschaften ihren Platz im Partyraum zuweisen. Fertig. Puh!!! Ich erkläre die 140-Jahrfeier nunmehr offiziell für beendet. Punkt. Basta. Schluss. Gott sei Dank!!! – Zur Beruhigung schaue ich einen alten bekannten Krimi und lese ein wenig. Es wird mittelspät. Netter Tag.

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Auf- und abräumen

Heute heißt es Abschied nehmen von unserem Besuch. Es waren gute Tage im Miteinander. – Wir stürzen uns in aller Ruhe auf die Aufräumarbeiten. Die Elektrik im und ums Zelt wird deinstalliert, Lichterketten zusammengerollt, Kabelbinder zerschnitten oder zur Weiterverwendung gelöst. Benutzte Verköstigungs- und Genussträger wandern in die Küche um nach einem Reinigungsbad im Geschirrspüler wieder an ihren dunklen Ort im Untergeschoss 😉 zurückzukehren. Das geht in aller Ruhe vor sich, schließlich bin ich Pensionist und kein ICE. Mit viel Zeit und Geduld schafft man halt ebenso viel wie die Hektikerfraktion, wenn auch, zugegeben, ein wenig bedachtsamer 😀. Dann lässt sich der Caterer blicken und nimmt seine, inzwischen geleerten, Utensilien wieder mit. Eine schmerzhafte Rechnung überlässt er uns. So ist das Leben – darauf am Abend zwei Barnabys und die Welt ist wieder in Ordnung, jedenfalls soweit diese Welt überhaupt irgendwie in Ordnung sein kann. Ein wenig Lesestoff leitet meine Gedankenwelt ins ruhige Fahrwasser zurück. Es wird mittelspät und der Schlaf wartet schon ungeduldig auf mich. Das passt bestens.

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Fetenresümee

Einer außergewöhnlichen Feier folgt ein außergewöhnlicher Tag. Alles ist anders. Die Mahlzeiten verschieben sich gravierend. Es ist Sonntag, ein Tag der Arbeitsruhe und doch lassen sich die Hände kaum bändigen, wollen aufräumen, den Geschirrspüler bestücken oder einfach nur Reste vorm Verderben retten. Das angebotsspezifische Resümee fällt eher gemischt aus. Die Speisen waren superlecker aber ein wenig mehr Hauptbestandteile und deutlich weniger Beilagen hätten ihnen gut zu Gesicht gestanden. Die mitgebrachten Desserts waren durch die Bank klasse. Bier und Weißwein erhielten großen Zuspruch, der Rotwein war etwas weniger begehrt und der Konsum hochprozentiger Spirituosen ist auch nicht mehr das, was er mal war. Nur der Limoncello hatte einen hervorragenden „Lauf“. Wir wurden reich beschenkt und auch unsere Spendenaktion weist ein großartiges Ergebnis auf: weit über 500 Euros können wir ‚Open Doors‘ für verfolgte Christen überweisen. DANKE!!! – Mittags winken uns die ersten Verwandten zum Abschied zu. Erfreulicherweise können wir den Abend noch mit den übrigen Gästen bestens verbringen. Aber Vor- und Folgetag zeigen Wirkungen – es wird wahrlich nicht spät. Verständlich.

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140-Jahr-Fete

Die abendliche Fete wirft ihre Arbeitsschatten voraus. Es gilt wie immer „viele Hände, schnelles Ende“. Bei über 30 erwarteten Gästen ist ein durchaus beeindruckendes Equipment erforderlich. Was sich im Laufe der Jahre in einem Haushalt ansammelt – bei genügend „Lagerkapazität“ – lässt selbst diese Herausforderung auf ein handhabbares Maß schrumpfen. Einerseits ist das gut, andererseits stimmt es nachdenklich. – Der Caterer ist pünktlich und bis zum Eintreffen der ersten Gäste steht alles zum Verzehr bereit. Sehr gut. Dann geht die Post ab. Und es wird gut. Leckere Gerichte, vielfältige alkoholische und nichtalkoholische Drinks, dazu ein munter flackernder Feuerkorb in Kombination mit supergut aufgelegten Gästen und, keinesfalls zu vergessen, ein von unserem HERRN geschenktes perfektes Wetter – was will man mehr? Es wird früh, sehr, sehr früh – erst gegen halb vier begeben wir uns in Morpheus seine Arme. Welch ein Tag

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