Verwandtentreffen

Unser Neffe hat viel zu erzählen und bringt fette Neuigkeiten mit. Wir tauschen uns rege aus und bereiten nebenbei unsere Fete vor. Die Tische wandern ins Zelt, die Bänke dazu, ein in die Jahre gekommener Küchentisch ebenso – er darf als Weinstandort glänzen. Alle Stühle wechseln vorübergehend ins Zelt, sie störten sonst nur die Nassreinigung des Kellers und zwei Weinschläuche holen wir vom Händler. Am Nachmittag treffen Schwager und Schwägerin ein zur Superplauderstunde. Ein wenig Rosé wird vorgekostet und für gut befunden. Abends kommen auch noch die Nichte samt Angetrautem hinzu, so dass wir ein fast einmaliges Verwandtentreffen zelebrieren können. Feine Sache. Die große 140-Jahrfeier kann kommen. Wir sind bereit. Es wird erstaunlicherweise gar nicht mal so spät.

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Strom frei

Eine Inspektion im Partyzelt zeigt, dass das Dach unzureichend befestigt ist, also hole ich Kabelbinder und sichere die Dachhaut am Metallrahmen. Dann wird zwecks Illumination die adventliche Lichterkette montiert und das Zelt mit Strom versorgt. Als Bedienungs-Schmankerl hole mir eine steuerbare Steckdose, die ich von nah und fern bedienen kann. Voilà es funktioniert. Abends fahren wir zu unserem Hauskreistreffen, disputieren, erklären und streiten (ein klein wenig) – das baut mich total auf. Im Anschluss teste ich die Zeltbeleuchtung und stelle mit kleiner Begeisterung fest wie gut und schnell sie von ferne meinen Anweisungen nachkommt. Fein. Rechtzeitig sind wir am Bahnhof und holen unseren Neffen ab dessen ICE pünktlich (!!!) eintrifft. Das ich so etwas noch erleben darf! Toll! Völlig unverständlicherweise werde ich – für meine Verhältnisse – früh müde und suche schon gegen Mitternacht mein Lager auf, nicht weil ich es für nötig erachte (mein Normalfall) sondern weil mich die Müdigkeit übermannt. Seltsam. Ich staune.

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Hautnässung

Heute schließt meine Anvertraute sich meinem Alter an. Die Anrufe, WhatsApp-Glückwünsche und SMS-Kurzmeldungen (gibt es tatsächlich noch) nehmen kein Ende und das freut uns beide sehr. Sie ist nahe dran den Europarekord im Dauertelefonieren einzustellen. Sie ist halt eine bekannte und beliebte Persönlichkeit. Sehr wohltuend. – In mir stärkt sich so langsam der Verdacht, dass mich Long-Covid irgendwie berührt hat. Oder hat sich, bedingt durch die langsam-stetige Gewichtsabnahme, mein Blutdruck vermindert und die Dosis der Senker ist zu hoch? Oder sind es nur Alter und Hitze? Wie ich darauf komme? Kaum versenke ich fünf Zelthalter in den Boden um den Seitenwänden die nötige Stabilität bei stürmischen Angriffen zu verschaffen, schon bricht mir der Schweiß in Strömen aus, ich bin ziemlich geschafft und brauche dringend eine Pause. So dauert die Aktion, einmal rund ums Partyzelt, mehr als eine Stunde für diese an sich leichte, schnell zu erledigende Aufgabe. Ich dagegen bin schweißnass, transpiriere selbst nach Abkühlung mit Wasser und gefühlt niedrigerer Innentemperatur dennoch stark. Seltsam. – Nachmittags stellt sich lieber Besuch ein, wir plaudern kuchenkauend sehr nett miteinander. Wir bewundern das Werk der Geländerbauer, ihre präzise und handwerklich beste Arbeit. Wenn sie die fehlenden Glasscheiben ebenfalls rechtzeitig bestellt hätten, wär alles perfekt gewesen. Aber: nobody is perfect. So ist es halt im Leben. – Mit Sekt, musikalischer Begleitung durch gefällige Songs und sanfter Plauderei gehen wir in die Nacht – anregend, gemütlich, altersgerecht 😉😀😇. Zum Ausklang des Abends schmökere ich im Cosy-Krimi von Richard Osman ‚Der Donnerstags Mord Club‘ und bin hellauf begeistert: ein Roman wie ich ihn total mag. Die Mordfälle vermitteln zwar in gewisser Weise einen roten Faden, viel spannender sind jedoch die Charaktere, Dialoge und spitzen Bemerkungen der agierenden Personen. Faszinierend. Die Nacht wird total feucht – wie viel Flüssigkeit kann ein Mensch eigentlich transpirierend ausscheiden? Wenig ist es nicht.

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Tiger-Update, Zeltbau und phantasiereiche Träume

Ich sitze wohlgekühlt in unserem Tiger und bemerke plötzlich, dass zwei Meldungen auf mich warten. Interessiert schaue ich nach und – siehe da – es gibt tatsächlich ein Online-Update. Natürlich nicht das, welches ich seit Monaten erwarte, denn dazu müsste ich in die Werkstatt – o VW, es wartet noch ein langer steiniger IT-Weg auf uns Kunden, nein es ist ein kleines Update, das schnell heruntergeladen ist. Als ID-Schmankerl muss ich zur Installation den Wagen verlassen, was ich auch tue. Und tatsächlich, fünf Minuten später, ist alles gegessen. Ich vermute die Experten von Tesla lachen sich darüber kaputt. – Am Nachmittag platzieren wir die Zeltstangen um den Aufbau zu beschleunigen. Dann treffen die Helfer ein und erstaunlich schnell richten sie unser Festzelt auf. So eine 50-qm-Konstruktion belegt reichlich Platz auf dem Rasen, der diese Bedeckung nun zu ertragen hat. Die Bewässerung und Mr. Shorty haben natürlich Pause bis die Bahn wieder frei sein wird. Die Gartensicht von unserer Lounge ist durchaus beeindruckend mit diesem weißen Bauwerk mitten im Garten. – Der Sylt-Krimi im TV ist recht nett, wenn man von ein paar überalbernen Szenen absieht. Es folgt eine längere Lesesession, die sich leider bis in den nächsten Tag hineinzieht. Dafür schlafe ich relativ gut mit zwei oder drei irren Träumereien – phantasievolle Plots wickeln sich im Hirn ab.

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Terrassengeländer ohne Glaseinsatz

Frühmorgendliche Action auf der Terrasse noch vor dem Aufstehen. Und dann läuten diese netten Handwerker auch noch – sie wollen Strom, dabei ist der längst freigeschaltet. Meine schnellaktive Bettnachbarin ist fix einsatzbereit. Ich dagegen quäle mich aus dem Lager nach einer langen schlafarmen Nacht und trapse unkoordiniert vor mich hin. Wie kann man nur so müde sein? Und wie können die Metallwerker so früh schon so munter sein? Mysterium über Mysterium! Fünf Mann hoch werkeln was das Zeug hält. Die Vorarbeiten einer anderen Truppe werden verworfen und Nacharbeit ist angesagt. Ganz nebenbei erfahren wir, dass zwar der Metallrahmen heute montiert wird, die Glaseinsätze aber erst viele, viele Wochen später kommen sollen. Man, ist der Einkauf dieses Unternehmens mies organisiert – im Gegensatz zu den Handwerkern, die wirklich sehr gute Arbeit abliefern, umgänglich und fleißig sind. Eine feine Mannschaft. So langsam nimmt das Geländer Gestalt an und gefällt uns ausnehmend gut. Richtige Wahl, wie es scheint, vorausgesetzt die Glaseinsätze entsprechen ebenso unseren Vorstellungen. Erst zum Feierabend sind sie fertig, räumen alles auf und lassen einen exzellent montierten Rahmen und ansonsten nur Ordnung zurück. So soll es sein, ein empfehlenswertes Team. Abends regnet es endlich mal wieder und feuchtet die Erde mit 7 Litern/qm. Das ist mehr als erfreulich. Schließlich löst der gute alte Barnaby zwei kuriose Fälle zuerst mit einem verrückten Priester und dann mit drei gescheiterten Betrügern, die von den Opfern eliminiert werden, wobei letztlich diese von Barnaby am Verduften gehindert werden. Ein wenig lesen und ab geht es zur nächtlichen Ruhestatt.

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Prächtiger Sonntag, gruselige Nacht

Welch ein starker Gottesdienst aus Bremen! Ich bin sehr angesprochen und entdecke manches, das zum Nachdenken anregt. Der Kater ist vertrieben, mir ist rundum wohl. In der Nacht hat es geregnet, ganze fünf Liter je Quadratmeter – echt gut! Mittags genießen wir noch den Rest der Hochzeitssuppe vom Freitag. Ein schöner Sonntag nimmt seinen Lauf. Wir rüsten die Terrasse für die Arbeiten am Montag um und befreien Mr. Shorty, der sich in einer Plastikfolie festgefahren hat. Er ist echt gut im Finden von Hindernissen 😀😉. Abends bin ich voll fasziniert von einem Cosy-Krimi, der in der Sonntagszeitung empfohlen wurde. Das Teil ist echt gut und sehr lesenswert. Dennoch wird es gar nicht spät und es folgt eine gruselige Nacht mit hohen Wachanteilen. Da muss ich halt durch.

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Folgeschäden

Ein Tag, an den ich nicht mehr groß denken mag. Früher, in jüngeren Jahren, hätten mir die paar Glas Wein nicht geschadet aber das Alter fordert seinen Tribut. So ist es halt. Besagte Verfehlungen des Vortages konzentrieren sich auf den Vor- und frühen Nachmittag. Schande über mein Haupt. Doch ändern hätte ich das nur gestern können, heute ist es zu spät. So lasse ich die Zeit relativ aktivitätenarm an mir vorbeiziehen. Solche Fehlschläge passieren doch ich bin – Gott sei Dank – schon viel vorsichtiger geworden. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Hochzeit

Mein Neffe heiratet heute und wir begeben uns frühmorgens zum Schloss. Ein Teil der Gesellschaft ist schon da und so warten wir gemeinsam auf Braut und Bräutigam, die sich viel Zeit lassen. Gerade doch rechtzeitig treffen sie doch noch ein. Fein. Der Standesbeamte steht geduldig bereit und wenig später betreten wir die Gerichtslaube – irgendwie ein uriger Name für ein Trauzimmer. Die Zeremonie wird im Flüsterton abgewickelt – ein Amtsträger mit einer kräftigeren Stimme wäre auch nicht schlecht gewesen. Da beide Brautleute mit „Ja“ antworten ist der Weg für die die Feierlichkeiten frei. Hinterher gibt es Sekt und arabische süße Küchelchen im Barockgarten, für die Aufnahmen wirkt ein Profifotograf auf dem Boden und eine Drohne in der Luft. Irgendwann löst sich die Gesellschaft auf und vertagt sich auf den späten Nachmittag. So eine Pause inmitten des Festtages kann kleine Wunder bewirken und das tut sie auch. In neuer Frische starten wir in den zweiten Teil. Ein festlich bestücktes Zelt mit einer Rosenwand, eine Hüpfburg und viel Sonne stehen für die kleinen und großen Gäste parat. Wir ergattern einen Schattenplatz mit einem stinknormalen ungeschmückten Gartentisch, den wir auch fürs Festmahl einem prallen Sonnenplatz im Zelt vorziehen. Leider, leider, leider entspricht mein Alkoholkonsum nicht den Erwartungen, die man an einen Mann meines Alters gewöhnlich stellen sollte. When will I ever learn? Aber der Wein war doch so lecker. Wer kann schon einen zehn Jahre alten KWV aus Südafrika widerstehen? Schande über mein benebeltes Haupt! Es wird für uns gar nicht mal so spät.

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