In der Ruhe liegt die Kraft

Ein kleine Untätigkeitswelle umspült mich, dennoch schreibe ich wenigstens eine Hochzeitskarte und nehme ein Paket in Empfang. Letzteres hat meine hervorspringen wollende Arbeitslust im Ansatz gedämpft, denn im Garten höre ich den Paketzusteller nicht klingeln. Eine nicht ganz inakzeptable Ausrede/Entschuldigung/Arbeitsbefreiung 😉😇. Aller Unlust zum Trotz schneide ich dann doch die Rasenkante bis der Akku streikt und beglücke unsere Heckenpflanzen mit einer Wassergabe. Ein paar traurig hängende Blätter haben sich inzwischen wieder aufgerichtet. Das sehe ich gerne. Im Anschluss schauen wir den kleinen Düsen beim Benässen des Rasens zu und genießen das frisch-feuchte Kleinstklima. Den Abend gestalte ich mit YouTube-Videos über Behördenblockaden der Energiewende per Gestaltungssatzung, angeblichem Ensembleschutz und anderen weit hergeholten Argumenten. Es folgt eine Dokumentation über die Folgen des Brexits von der Deutschen Welle, dann Extra 3, gefolgt von Bayerns Energiewendeversagen sowie einer Gästeaussperrung bei Aida mit weiteren Aufregern. Das Guglhupfgeschwader leitet mich zur Nachtruhe, entlockt mir aber allenfalls ein äußerst müdes Grinsen. Es wird mittelspät.

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Rettungsaktionen

In einem unserer Chaotenkeller wollen wir unser Geburtstagsbuffet aufbauen. Heute heißt es sortieren, Ordnung schaffen und fegen. Uns gelingt ein guter Einstieg 😉. Ich schneide dann noch kurz an der Rasenkante herum aber im Wissen, dass auf uns noch ein weites offenes zu beackerndes Feld wartet. Kommt Zeit, kommt Glanz. – Tiger holt sich diesmal seinen Saft fast ausschließlich aus der Photovoltaikanlage und das freut mich sehr. Mit 80% im Akku steht er jetzt wieder voller Tatendrang bereit. Die Tagesleistung der Solaranlage setzt heute neue Maßstäbe für den August. Auch das ist sehr gut. Abends retten wir unsere Hecke vor dem Verdursten und werden sie wohl morgen noch einmal mit dem überlebensnotwendigen Nass versorgen. Es ist wirklich arg, arg trocken. Ich hätte ja nie gedacht so etwas einmal empfinden zu können aber inzwischen wünsche ich mir doch einen kühleren und vor allem feuchteren Sommer. Die Aussicht unsere bunt gemischte Hecke mal durch eine Christusdornhecke ersetzen zu müssen ist bei mir eher nicht willkommen. – Meinen bajuwarischen Krimi blättere ich eher durch als ihn zu lesen – diese Art von Humor trifft die meine wohl nicht so ganz. Is‘ wie is‘. Irgendwie wird wird es doch spät, weshalb auch immer.

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Kopf in den Sand

Der gute Mr. Shorty erhält endlich seine hochverdiente Reinigung und neue Klingen. Corona samt Folgewirkungen hatten das viel zu lange verzögert. Ich räume und krame im Keller ein wenig herum, stutze eine Rasenkante, die Mr. Shorty nicht mähen darf – sein in der Tiefe verlegtes Begrenzungskabel verhindert das. Die Sonne lacht vom Himmel also schließe ich Tiger ans Ladegerät an und – ich weiß nicht wie das die Elektrizitätslieferanten hinbekommen – unerwartet ziehen ein paar Wolken auf, die ein vollständiges Laden per Photovoltaik verhindern, ein paar Kilowatt kommen auch noch aus dem Netz. Unbefriedigend. – Zu meiner Fußpflege müssen wir einen unanständig langen Umweg fahren, weil eine Straße in aller Ruhe saniert wird. Beim Parken bewährt sich die PayByPhone-App, tolles Teil. Danach besuchen wir eine gute Bekannte, die in einem Neubau wohnt und sind äußerst angetan von ihrer Wohnung. Sie bewirtet uns perfekt und ein wenig genudelt gondeln wir heimwärts. Bei den Nachrichten schalte ich mein Hirn auf unpolitisch und so ärgert mich nichts. Kopf im Sand ist gar nicht so unübel 😉😇. Es wird mittelspät.

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Sanfte und mörderische Touren

Wir schwingen uns auf die eBikes und strampeln motorunterstützt munter los. Erster Stopp ist unsere örtliche Teststation. Geduldig warte ich bis eine offensichtlich neue Testkandidatin sich durchfragt, das neuerdings nötige Formular ausfüllt und endlich, endlich sich das Stäbchen einschieben lässt. Fein. Ich habe natürlich die Unterlage dabei, die App ist startbereit, einmal scannen lassen, selbst scannen, Stab ins Maul und fertig. In den Sattel geschwunden und wir strampeln weiter. Es macht Spaß so durch die Gegend zu juckeln bis wir schließlich bei meiner Mum ankommen. Die Räder werden mit zwei Ketten gesichert und mit dem Helm unterm Arm entern wir das Heim. Natürlich fragt keiner nach dem Test – wie üblich. Mutti ist halbwegs gut drauf doch es ist traurig wie sie so in sich selbst verkrümmt ist und sich für fast alles Äußere verschließt. Extrem schade, vor allem für sie selbst. Als sie zum Lunch geholt wird radeln wir wieder heimwärts. Die knapp 15 Kilometer haben mich ganz schön geschafft. Zu Hause stellt sich die WhatsApp eines Freundes ein, der mit einem ähnlichen Fahrgerät 63 km an einem Tag absolviert hat. Respekt, sehr großen Respekt, doch ohne jeden Zweifel nichts für mich. Die Mittagspause genieße ich sehr. Den Nachmittag gehe ich in aller Ruhe an, gönne mir sogar Kaffee und Küchelchen. Abends verfolge ich einen Sylt-Krimi auf der Leinwand und einen Barnaby auf dem Fernsehgerät – erst ein Brudermord und dann ein überintelligenter Knabe, der einen debilen alten Herrn zum Killer macht. Schließlich beende ich den Abend mit einem Frankreich-Krimi über ein mordendes Zwillingspaar. Dennoch schlafe ich gut, jedoch verständlicherweise nicht traumlos. Sanfte Lektüre brächte wohl ruhigeren Schlaf. Gut zu wissen.

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Sonntag as usual

Der Godi aus Bremen stimmt nachdenklich, wie auch der Abendgottesdienst in unserer Gemeinde. Gott hat mich durch die Moderation toll getragen, sogar meine Stimme ist bei mir geblieben und ich bin sehr dankbar. – Die Tatortwiederholung aus Münster ist gewohnt liebenswert chaotisch. Der Ostfrieslandkrimi, den ich danach lese hat einen Plot mit einem tragischen, sehr tragischen Ende. Ich, Sensibelchen, bin ganz mitgenommen und traurig. Schaurig wie mich so eine erdachte Story packen kann. Es wird für mich spät doch auch das ist nicht so toll wie früher. Interessante Entdeckung.

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Hochzeitsgartenparty

Meine Moderation am Sonntag bedarf wie immer einer intensiven Vorbereitung. Das kann mich schon beschäftigen und tut es heute auch. Selbst den Beginn der Mittagsruhe darf ich investieren und dann bin ich endlich fertig. Gut Ding will Weile haben, selbst wenn der HERR durch seinen Geist wirkt. – Am späten Nachmittag geht es zu einer Hochzeitsfeier in Form einer Gartenparty. Ich bin sehr unsicher bezüglich des Dresscodes und binde mir vorsorglich, wenn auch unnötig, eines dieser Würgebänder um den Hals. Zu meinem persönlichen Glück kann ich es gleich nach der Ankunft verschwinden lassen. Klasse! Meinen Blazer – oder wie diese Jacke auch immer heißen mag – behalte ich an, denn es dauert nicht lange bis es richtig kühl wird. Es ist eine kleine Gesellschaft dennoch recht groß für den Anlass einer standesamtlichen Trauung, denn so richtig prächtig soll zu einem späteren Zeitpunkt gefeiert werden. Nette freundliche Menschen kommen zusammen, plaudern, speisen und lassen es sich gut gehen, kurz eine lockere Fete. Dem allgemeinen Aufbruch schließen wir uns an und sind weder zu früh noch zu spät wieder daheim. Feine Party mit einer faszinierenden Menschenmixtur. Ätzend ist nur der Umweg, der sich angesichts diverser Straßensperrungen aufdrängt – aber auch damit muss man eben leben.

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Brandy-Tasting

Die Handwerker rollen wieder recht früh an – so sind sie eben. Heute werden die restlichen Träger am Querbalken befestigt, jetzt trägt der Balken die Träger, später ist es umgekehrt – ein kleines Sinnbild für das Leben in dieser Welt. Die gestern mühsam ausgehobenen bzw. per Bohrhammer freigelegten Löcher werden nun mit Beton verfüllt, der die hineinragenden Stahlstützen umspült und ihnen nach der Trockenphase festen Halt geben soll. Es passt viel Beton, sehr viel Beton in diese Höhlen. Gegen Mittag, gerade richtig zum Feierabend, sind die Jungs fertig und können ins Wochenende entfleuchen. Es sei ihnen von Herzen gegönnt. – Am späten Nachmittag lassen wir uns testen – negativ, Gott sei Dank! Im Anschluss steht eine Brandy-Verkostung bei meinem Schwager auf dem Programm. Dazu reicht meine Schwester superleckeren Schinken, wohlmundende Artischocken, perfekt gewürzte Mini-Oliven und herzhaften Käse samt Weißbrot und Pumpernickel. Einfach nur stark. Die Gläser füllt der spendable Probiermanager mit nur wenig Brennstoff, so dass der Trunkenheit gut gewehrt wird. So soll es sein, einfach perfekt. Die Unterschiede zwischen spanischem, italienischem und südafrikanischem Brandy, in unterschiedlichen Altersklassen, sind signifikant. Eindeutiger Gewinner ist, wie zu erwarten war, der zehnjährige KWV aus Südafrika. Mit größten Befürchtungen bezüglich einer alkoholischen Überforderung war ich angereist und leicht beschwingt, heiter und gelassen konnte ich mich – natürlich nur als Beifahrer heimwärts kutschieren lassen. Klasse! Aus der Mediathek streamen wir zu Hause angekommen noch den Freitagskrimi und begeben uns danach, normal spät, zur Ruhe. Interessanter, vielseitiger Tag.

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Arbeit, Sonne und Rosé

Im Tiefschlaf dringen Stimmen an mein Ohr, es wird geklopft, gehämmert und Baulärm veranstaltet. Ganz langsam kommt ins Bewusstsein, dass das ja bei uns auf dem Grundstück stattfindet. Die fleißigen Handwerker sind angerückt um ein paar alte, verrottete Stützen zu entfernen und neue stabile zu montieren. Es dauert auch nicht lange bis es klingelt und die Jungs nach Strom verlangen. Zu meinem persönlichen Glück ist meine Mitbewohnerin schon auf den Beinen und stellt die arbeitende Bevölkerung zufrieden. Danke, das rettet mich und ich kann in der gewohnten Langsamkeit meinen Körper vom Ruhe- in den Wachzustand hochfahren. Gut Ding will halt Weile haben. Inzwischen sind die alten Träger demontiert und ihre Fundamente mit dem Bohrhammer niedergemacht oder freigelegt und entfernt. Die Sonne prallt von oben auf die armen Arbeiter und die wirken wortwörtlich im Schweiße ihres Angesichts. Dass sie im Schatten wirbeln macht bei den Temperaturen keinen wirklichen Unterschied. – Abends kommt lieber Besuch, wir plauschen, testen Rosé-Weine und fachsimpeln über Photovoltaik und Wärmepumpen, über Urlaub und Freizeit, kurz über alles was uns in den Sinn kommt. Feiner Abend an dem es noch nicht einmal sehr spät wird.

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