Veigl macht’s

Ein weiteres Mal gehen wir zusammen essen. Heute mit der Family. Wir holen meine Mum von ihrem Heim ab, schieben sie die Straße entlang und gelangen zur Hacienda. Eine Stufe ist für den Rollstuhl kein Problem und schon haben wir die umfangreiche Speisekarte vor der Nase. Und diese enthält eine bemerkenswerte Sammlung preisgünstiger Gerichte. Auffällig ist der deutliche Unterschied zwischen Tages- und Abend-/Wochenendkarte. Die Gerichte sind großzügig bemessen und schmecken lecker. Meine Bratkartoffeln sind spitze, das Holzfäller-Schweinesteak erfordert zwar ein etwas intensiveres Kauvermögen aber das macht nichts. Für diesen Preis ist alles perfekt. Wir sind allesamt sehr zufrieden. – Die Mittagspause tut nun not und eine allgemeine Trägheit stellt sich ein. – Abends beeindrucken mich zwei uralte Tatorte mit Gustl Bayrhammer als Kommissar Veigl mit seinem Dackel Oswald, dazu seine „Gehilfen“ Lenz und Brettschneider. Sie tun mir gut – nettes Abendvergnügen. Es wird spät, doch durch die Zeitumstellung wiederum nicht so sehr 😀😉.

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Holzhackerbuam

Nicht zu fassen, heute spalte ich tatsächlich jede Menge Holz. Wer mich kennt weiß natürlich so etwas würde ich nie mit einem in seiner Wirkung muskelabhängigem Instrument durchführen. No, never! Nach einem durchlittenen qualvollen Erschöpfungszustand in jungen Jahren – damals war ich noch kräftig und gut drauf – reizt mich die händische Variante des Holzspaltens nicht mehr. Ich sitze hinter unserem hydraulischen vor Spaltkraft strotzenden Gerät und führe demselben Baumstammrest um Baumstammrest zu, die ruckzuck zu Brennscheiten für unseren Kamin verwandelt werden. Dabei bewältigt der Kraftprotz sogar richtig fette Baumscheiben völlig problemlos. So macht das Spalten echt Spaß. Die Sonne spielt mit, der Himmel strahlt in fantastischem Blau vor sich hin und ich strahle ebenfalls ob der erledigten Arbeit. Ja, man muss sich nur aufraffen (oder aufgerafft werden 😀). Am Nachmittag geht es weiter und wir schaffen eine ganze Menge weg – doch der verbleibende Rest ist leider auch nicht so ohne. – Abends im Krimi mit den üblichen verquasten Dialogen – so spricht im Alltag kein Mensch – geht es um einen Kommissar, der sich bei der Berufswahl nicht über die Konsequenzen seines Jobs im Klaren war und Selbstjustiz präferiert statt der staatlichen Justiz zuzuarbeiten. Nun ja, die realitätsfernen Typen passen gut zum realitätsfernen Plot. War trotzdem spannend. – Im Anschluss vervollständige ich meine Kenntnisse über die Holzwirtschaft, schaue mir aktuelle E-Mobilitätsnews an, lasse mich über die Strategien einen Lego-Laden aufzubauen informieren – interessant wiewohl mir nichts ferner liegt als das. Vollgepfropft mit für meine Wenigkeit absolut nutzlosen Kenntnissen wird es wieder spät.

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Absolut nutzloser Aufreger

Eigentlich, wie oft gebrauche ich dieses Wort eigentlich 😉, wollten wir heute Holz spalten. Doch spätes Aufstehen, viel dies und das am Vormittag sowie ein eiskaltes Morgenwetter (das sich am Tag aber enorm verbessert) verhindern dieses Vorhaben. Schade, objektiv betrachtet – sehr toll, subjektiv aus Sicht meiner Faulheit. Letztere ist nicht im Recht! Wenn ich meine Photovoltaikanlage bereits betreiben dürfte, könnte ich über einen ertragreichen Tag schwärmen. Doch so freue ich mich einfach. In einer Woche sollen endlich meine neuen Stromzähler kommen, einer für den gezapften Strom, den ich mit rund 30 Cent/kWh bezahlen muss und der andere für den eingespeisten Strom für den ich voraussichtlich um die 7 Cent/kWh erhalten soll. Ja, ja, die Energiekonzerne haben viel Einfluss auf die Regierenden und ich befürchte, dass sich daran wenig ändern wird, denn auch ausgediente rot-grüne Politiker werden wohl künftig ebenfalls lukrativen Aufsichtsratsposten nicht widerstehen können. Sorry, aber eine andere Erklärung habe ich nicht für die kratzbuckelig-energiekonzernfreundliche Gesetzgebung der letzten Jahrzehnte. Doch daran kann ich sowieso nichts ändern, deshalb sei es wie es sei. – Abends tagt unser Hauskreis in einer sehr netten Runde und wir sprechen über einen herausfordernden Text, von dem ich am Ende mehr verstehe als am Anfang. So soll Hauskreis sein! Ein „kleiner“ Imbiss im Gedenken an einen Geburtstag rundet den Abend ab. Fein. Es wird üblich spät.

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Obskure Theorien für stabile Fesseln

Mit Interesse lese ich, dass etliche Wirtschaftswissenschaftler, vor allem aus den USA, die These vertreten, dass sparsame Haushaltsführung des Staates nicht geboten sei, sondern es viel besser wäre wenn dieser Schulden mache und dieses Geld investiere. Das sei die herrschende aktuelle Ansicht der Fachleute. Aha. Natürlich profitiert die Wirtschaft von Investitionen, ist ja klar. Aber wo bleibt der Staat? Wenn Milliardeninvestitionen irgendwie ursächlich für mehrere hunderttausend Euros Steuermehreinnahmen sein sollten, könnten damit vielleicht die Zinsen der Kredite erwirtschaftet werden. Doch komisch, ich dachte bislang, dass man irgendwann auch mal tilgen müsste. Es kommt mir sehr seltsam vor immer neue Schulden anzuhäufen bis man dann immer schneller alte durch neue, höhere ersetzt – bis die Blase einmal platzt. Und diese „Erkenntnis“ ist so neu nicht. Ich lese gerade eine Lutherbiographie und damals schon, liehen die Landesherren mehr Geld als sie einnehmen konnten. Manche wurden dadurch zu unangenehmen Zugeständnissen an neue Geldgeber gezwungen, andere brachten ihre Gläubiger um (heute praktiziert man das etwas humaner als „allgemeinen Schuldenerlass“, denn natürlich sind die Banken schuld, wenn Staaten zu gierig sind). Oder liegt der Sinn der „neuen“ Philosophie darin noch leichter die Politik „nach seiner Pfeife tanzen zu lassen“? Wundern würde es mich nicht. Egal wie niedrig der Zinssatz, irgendwann wird unausweichlich abgerechnet. Dann sind die Verursacher voraussichtlich nicht mehr im Amt. „Nach mir die Sintflut“ beschreibt dieses Verhalten sehr treffend. – Für mich ist es ein ruhiger Tag, ich darf ein wenig mit Tiger spaziererfahren und informiere mich abends ausführlich über die Waldwirtschaft wie sie ein Peter Wohlleben fordert und den fachkundigen Kommentaren eines Forstwissenschaftlers dazu. Ich merke wieder einmal wie leichtgläubig ich ohne spezifisches Fachwissen sein kann. Erschreckend. Bei einem so interessanten Stoff wird es natürlich spät.

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Zeus tut gut

Ich komme morgens nur schwer aus dem Nachtlager. Ob das am späten Zubettgehen liegen sollte😇? Kaum zu glauben😉. Da naht die Mittagszeit im Sauseschritt. Heute gehen wir zum Zeus. Dort treffen wir gute Bekannte und ich stopfe genussvoll Gyros umhüllt von Metaxa-Sauce sowie mit Käse überbacken plus Pommes plus Reis in mich hinein. Alles perfekt. Damit ich diese überwältigende Restauration nicht völlig über den grünen Klee lobe war wenigstens der Retsina für meinen persönlichen Geschmack nicht das Gelbe vom Ei. Mir war er zu wenig geharzt. Ansonsten mundet tatsächlich alles andere bestens. Und wieder ist nur mein Magen am Motzen. Ihm ist das alles zu viel, doch seine Reaktion bleibt moderat. Es lohnt sich im Alter schon lieber mittags als abends essen zu gehen. – Sehr satt und zufrieden vor sich hinschnurrend vergeht der Nachmittag. Wie könnte der Abend anders als ruhig sein? Wie könnte er anders als spät enden?

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Hoffnung, Angst und Ruhe

Ich habe es getan. Am Sonntag schon. Es hat mich gepackt und ich habe zugeschlagen. Nächstes Jahr geht es, so Gott will und wir leben, per Schiff auf den Rhein. Das Flusskreuzfahrtvirus hat mich infiziert und mich mittels der „Panik“ ob der vielen jetzt bereits ausgebuchten Fahrten überwunden. Ein funkelnagelneues Boot, frisch auf den Reisemarkt geworfen hat noch jede Menge Plätze frei und schon war meine Buchung perfekt. Dazu den Parkplatz bestellt und die Anreise geplant. Wow. Ich werde meinen Geburtstag, den nächsten runden, auf dem Kahn feiern. Natürlich auch später noch zu Hause mit Freunden aber original auf dem Rhein beim Passieren der Loreley. – Dass ich heute den Aufreger von gestern erwähne, zeigt nur welch einen ruhigen Tag ich zurzeit durchlebe. Einzig die Pflege meiner Treterchen bringt mich aus dem Haus aber drinnen waltet die Ruhe selbst. Der Abend beschert mir Horrorgeschichten über Internetbetrüger mit ihren furchterregenden Methoden unsereins auszurauben. In Kombination mit dem großlückigen Justiznetz samt dichtmaschigem AGB-Schutz der Bankenwelt kann einem nur Angst und Bange werden. Zur Beruhigung beschaue ich mir dann die vielen Vogel-, Reptilien und Insektenarten an, die in Wiener Parks ihre Heimat gefunden haben, sehe echte und ausgesetzte Zuwanderer und lasse mancherlei ebenso interessante wie auch überflüssige Informationen von einem Ohr zum anderen gelangen. Ein wenig lesen, ein wenig spielen und schon wird es spät.

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Zwei Säulen

Es gelingt mir tatsächlich den Gottesdienst in meiner Gemeinde zu erreichen. In der Predigt geht es um Zwiespalt und Einheit, um Jesu Prophezeiung, dass sein Wort Menschen herausfordert, ja gegeneinander aufbringt. Eine gute Auslegung, die nachdenklich stimmt. Einheit der Gemeinden und Widerspruch von außen. – Mit einem guten Bekannten plaudere ich angeregt über elektrisch angetriebene PKWs bevor mich Tiger sicher nach Hause bringt. Meine assistentenskeptische Mitbewohnerin lässt sich sogar dazu herab selbst zu fahren. Geht doch! – Nachmittags lauschen wir noch dem Gottesdienst aus Bremen über zwei fette Säulen vor dem Tempeleingang im historischen Jerusalem. Starke Botschaft – eine Säule namens Jachin symbolisiert Gott als Ursprung allen Seins – die andere, genannt Boas, Gott als den allein Kraft Gebenden. Beim Hineingehen sollen sie Demut vermitteln, wenn man vor den HERRN tritt und beim Herausgehen Mut in der Konfrontation mit der glaubensskeptischen/-feindlichen Welt. – Abends schauen wir uns gemeinsam die Urlaubspräsentation an – möglicherweise die einzige Vorführung derselben – und schwelgen in Erinnerungen. Ich bin für mich sehr froh über die nachträgliche Aufarbeitung der Reise. Erschreckend was mir vor Ort alles entgangen ist. – Noch ein wenig lesen und spielen und schon wird es wieder spät. Leben live, halt.

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Internetrecherchenöte

Absoluter Endspurt für meine Fotopräsentation und ich schaffe es! Spät abends, ganz spät abends, ist die letzte Erklärung verfasst, die letzte Unstimmigkeit geklärt. Einerseits staune ich nicht wie viel im Internet zu finden ist, andererseits erstaunt es mich doch wie lange und mit wie viel Anläufen ich suchen muss um ganz bestimmte Fakten zu finden. Zwei Vögel konnte ich nicht identifizieren und bei einem Kloster wäre ich fast verzweifelt – außer dem Namen und ein paar äußerst dürftigen Bemerkungen schien es nichts zu geben. Bis ich auf die eine Seite stieß, die ausführlichere Informationen hatte. Ja, das Internet hortet unheimlich viel Wissen, doch wenig Gefragtes versinkt in seine unendlichen Tiefen. Immerhin habe ich eine Menge gelernt, was mir während der Reise verborgen blieb oder an mir vorbei rauschte. Gut so. Dem Leer-Krimi am Abend kann ich nur eingeschränkte Aufmerksamkeit schenken, doch selbst das ist zu viel. Ein Chart gerät völlig durcheinander, ich muss ihn neu strukturieren und gerade er enthält etliche Fotos. Seufz. Nebenbei stelle ich fest, dass ich „Chart“ meistens falsch schreibe, mit „d“ statt mit „t“ am Ende. Dann ist das eben so. Bin ich Engländer oder was? Folie habe ich immer korrekt geschrieben, kein Wunder, ist dieses Wort schon seit dem 16. Jahrhundert im deutschen Sprachraum zuhause. Faszinierend, wie ich finde. Natürlich wird es spät.

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