Sonne pur

Bei meiner Mum ist heute warten angesagt. Ich bin früher an der Pforte, damit die Prozedur mit dem Test zu Beginn der Besuchszeit abgeschlossen sein kann. Doch das Testpersonal ist wohl im Teamgespräch und so darf ich vor der Tür ausharren. Das Wattestäbchen wirbelt dann endlich in meinem Rachenraum rum, eine Viertelstunde später ist das Ergebnis negativ und mir wird Einlass gewährt. Meine Altvordere wartet schon und wirkt sehr deprimiert nicht zuletzt durch die Besuchsbegrenzungen. Immerhin ist sie schon einmal geimpft. Das lässt hoffen. – Abends sehe ich neue Folgen von ‚Death in Paradise‘, die ich zwar auch schon kenne aber immerhin nur einmal gesehen habe. Okay, die Handlung ist zwar schwach, der Kommissar und seine Assistenten nur ein Abklatsch der ersten Staffeln aber die Landschaft ist wunderschön. Da möchte ich jetzt sein, welch ein Ambiente und wie schön mollig warm. Ich schmelze dahin! Zum Abschluss lese ich noch ein wenig von der Richterin aus Nîmes und lasse mich von Südfrankreich in Beschlag nehmen. So wird es sehr spät. Leider.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Ein leicht flüchtiger Stoff

Erstaunlicherweise geht der Abbau der Advents- und Weihnachtsbeleuchtung vielfach schneller als der Aufbau. Ruckzuck und alles sieht wieder kahl und lichterleer aus. Diesmal zerschneide ich kein Kabel und verfrachte die Illumination unversehrt in den Keller. Die Kette in der Lounge kommt irgendwann später dran. Dennoch bin ich fix und fertig und muss erst einmal durchschnaufen. Wieder einmal erweist sich meine Kondition als leicht flüchtiger Stoff. – Nachmittags richten wir unser Obergeschoss für unseren Besuch her und sind gespannt was ein Praktikant in dieser Coronasperrzeit mit der Gemeinde anstellen will. Man darf sich überraschen lassen. – Wir sinnieren den Vor- und Nachteilen einer Ferienwohnung hinterher und kommen zu dem Schluss, dass so eine für uns höchst entbehrlich sei. Gut zu wissen. So bleibt unser weniges Geld zusammen auf dem Konto, bereit von der nächsten Inflation verspeist zu werden. Allein es bleibt die Hoffnung, dass diese sich ein wenig Zeit lässt, die Pandemie eine Biege macht und wir die Knete vorher verprassen, äh, ich meine natürlich einer sinnvollen Verwendung zuführen dürfen. Gott wird uns da schon recht führen. Das ist sicher.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Perspektivlos?

Meine Mum ist geimpft. Am 2. Februar erwartet sie der zweite Pieks. Beruhigend ist für mich, dass sie bewusst einverstanden ist und keine Einwände hat, wobei niemals sicher ist, ob sie das einen Tag später auch noch weiß. So geht’s im Alter eben. Bei uns lässt das Impfen noch auf sich warten. Ich kalkuliere mit Ende April bzw. Mai bis die Bürokratie das schaffen kann – die einen nennen es Sorgsamkeit, die anderen Behäbigkeit. – Ein weiterer Krisen-, Shutdown- oder Pandemietag plätschert so vor sich hin. Es ist kalt, rund um Athen soll das Thermometer neulich erst 31 Grad angezeigt haben aber ich bin ja hier und nicht dort. Seufz. So bleibt mir nur ein geistiger Ausflug zur Camargue in die Provence. Ich sehe Pferden beim Galoppieren und Stieren beim Schnauben zu, um schließlich, zurück von meiner literarischen Reise, im eiskalten Norden reiseperspektivlos ins Bett zu sinken. Bonne nuit!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Scheitern und ordern

Mitten in der Nacht, gegen halb acht, reißt uns das Telefon aus dem Tiefschlaf. Ein Handwerker kündigt sein Kommen an. Ich bin hin und weg, mein Tiefschlaf auch. Der Tag fängt ja gut an! Doch er ist steigerungsfähig. Selbiger Handwerker erscheint nämlich nicht. Eine Absage gibt es selbstverständlich nicht wiewohl ich fest in der Mittagspause damit gerechnet hätte. – Ich setze mein Bemühen fort eine fette und drei normale PDFs zu versenden nach erfolgreicher Abmagerungskur der Dicken. Das Scheitern begleitet mich dennoch. So schaufele ich alles in eine Wolke, gebe es zum Zugriff frei und informiere die Empfängerin. Mal schauen was draus wird. – Dabei nervt mich mein Ai-Book wieder einmal derart, dass ich mich endlich durchringe seinen Nachfolger zu ordern. Genug ist genug. Die Lieferzeit verheißt noch längere Freude mit seinem Vorgänger, dem Faultier. – Nach der eher missglückten Postfachlöschaktion beim Alt-iPad greife ich zur Radikallösung, setze es neu auf, verpasse ihm eine neue Identität und nehme selbige in unseren Familienverbund auf. Ab sofort gibt es mich zweimal, was angesichts meines Gesamtgewichts nicht unangemessen erscheint. – Abends lese ich den Bordeaux-Krimi weiter und staune wie dieselbe Autorin bei verschiedenen Romanen einen so unterschiedlichen Stil entwickeln kann. Seltsam.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Frustwein muss nicht sein

Ich besitze ein älteres iPad. Das grapscht sich unverschämterweise immer noch alle meine Mails. Inzwischen in nahezu fünfstelliger Zahl. Mächtig, gewaltig. Also entschließe ich mich etliche der Accounts dort zu löschen. Diesem Entschluss ermangelt es an der erforderlichen Weisheit. Hier rächt sich die exzellente Verbindung aller Macs eines Kontos. Beim iBook sind etliche Zugangspasswörter verschwunden. Irgendwie tauchen Mailaccounts doppelt auf aber keiner davon funktioniert. O Graus! Da kommt etwas auf mich zu! Das neuere iPad erspart mir Fehlermeldungen, jedoch bin ich stark verunsichert ob auch alle Postfächer abgerufen werden. Wie zufrieden müssen User mit nur einem Account sein! – Dann soll ein etwas fetteres PDF-Dokument an eine Bekannte geschickt werden. Erst suche ich ein funktionsfähiges Postfach, leide unter meinem iBook, das zu einem Ai-Book mutierte, sende endlich alles ab und es geht im Postkutschentempo raus. Puh. Kurz darauf teilt mir der Mailserver, natürlich voll auf englisch, mit: das Empfängerpostfach sei zu klein! Merde. Alles umsonst. Morgen startet Versuch 2 und 3. – Abends flüchte ich mich in einen Krimi in die Weinberge rund um Bordeaux. Mich verlangt nach diesem edlen Saft. Doch ich versage ihn mir. Frustwein tut selten gut!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Die zwei Seiten der Barmherzigkeit

Schon wieder tritt ein Sonntag in unser Leben. Wir hören zwei Predigten, eine aus Bremen, die andere aus unserer Gemeinde. Die Bremer Predigt macht Mut auch in unschönen Lebenssituationen auf Gott zu vertrauen. Sie fügt sich gut ein in die Lage der Gemeinde in ihre Auseinandersetzung mit einer hartherzigen Kirchenleitung. Die Botschaft aus unserer Gemeinde dreht sich um die Jahreslosung: „Seid barmherzig wie auch euer Vater barmherzig ist.“ Eine Predigt, die mich sehr bewegt besonders die Aufforderung ganz spontan für Unbekannte zu beten, wenn man einen Krankenwagen hört, wenn schlimme Nachrichten aus dem TV schallen, wenn man Mitmenschen in Nöten sieht. Natürlich, wenn möglich, auch direkt zu helfen, zu vergeben und zu vergessen. Das stimmt nachdenklich. Doch, wie meist bei diesem Thema geht es nur um die „helle Seite“ der Barmherzigkeit. Was ich meine ist, dass Gott barmherzig war und sein Volk aus Ägypten heraus führte, dabei ertranken aber die sie verfolgenden Ägypter. Als Israel sein verheißenes Land einnahm, mussten die Völker weichen. Die Barmherzigkeit Gottes zeigt sich auch darin, dass er sein Volk trotz permanenten Götzendienstes nicht vernichtete. Doch sie wurden überrollt und mussten nach Babylon ziehen. So hat auch das Erbarmen zwei Seiten. Wenn ich mich für die eine entscheide, muss ich die andere akzeptieren. Gebe ich der Bettlerin vor unserer Kirche etwas Geld, finanziere ich ihrem Clanchef ein noch besseres Leben – gebe ich ihr nichts, handelt sie sich Strafen ein weil sie zu wenig Knete mitbringt. Welche Entscheidung ist richtig? Gott selbst zieht auch Grenzen – auch im NT, siehe Hananias und Saphira, die Geldwechsler im Tempel … Es kann erschütternd sein bei solchen Fragen mutig von der Oberfläche in die Tiefe zu tauchen. Eindeutiges wird plötzlich vielschichtig, spontane Reaktionen erweisen sich als Problemlösungen und es bleibt Ratlosigkeit. Gut, wenn man Gott an der Seite hat und ihm seine Nöte abgeben kann. Man lernt, dass er unterschiedlichen Menschen ganz unterschiedliche Antworten geben kann. Er lehrt uns auf seine Möglichkeiten zu schauen und alles ihm anzuvertrauen. Das Thema verfolgt mich bis in den Schlaf. War wohl nötig.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Handwerkliches, Kurioses und Fehlendes

Heute holen wir eine Freundin meiner diakonisch wohlbegabten Ehegefährtin vom Seniorenheim ab. Die Kurzzeitpflege hat ihren Zweck erfüllt und sie ist wieder relativ gut auf den Beinen. Es geht für sie heimwärts. Auf mich warten zwei Aufgaben. Erstens das Ausmessen eines Schließzylinders zwecks Ersatz durch einen mit Notfallfunktion, sprich Aufschließmöglichkeit wenn von innen ein Schlüssel steckt. Das läuft problemlos, der neue Zylinder ist sicherer, nicht teuer und schnell bestellt. Zweitens steht die Erweiterung des Festnetz-Telefons um eine Mobilstation an. Probieren scheitert. Studieren bringt zuerst nur Frust, denn der Anleitung ihres Enkels, per WhatsApp übermittelt, verweigert sich die Anlage. Ebenso versagen die Anweisungen der Betriebsanleitung. Dann die große Erkenntnis: 😉😀 Ich muss lernen, welch entscheidenden Vorteil die richtige Betriebsanleitung bringt. Besser hinschauen erspart nutzlose Versuche. Mit der passenden Beschreibung geht es ruckzuck. Was passt, das passt! – Der fehlende Mittagsschlaf bricht sich irgendwann am frühen Abend Bahn und ich sinke auf mein Lager. Unser Haus sollen lautstarke Schnarchgeräusche durchzogen haben, sagt meine Mitbewohnerin. Interessant, ich habe nichts gehört.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Nachteulen, Grundrechte und ein armer Rolf

Heute ist radikales Ausschlafen angesagt. Toll – ich könnte mich dran gewöhnen. Doch die Gefahr „die Nacht zum Tage zu machen“ droht mich zu schnappen. – Ich lese in der NZZ einen interessanten Kommentar zu den Freiheitsrechten, wie sie das Grundgesetz garantiert. Sie sind eben, so der Kommentar, keine Rechte, die eine Regierung, ein Parlament dem Einzelnen freundlicherweise gewährt, sondern sie stehen jedem zu, sie dürfen nur in gut begründeten Ausnahmefällen und dann auch nur so gering wie möglich eingeschränkt werden. Nun ist Corona zweifellos ein gut begründeter Ausnahmefall doch dehnbare Floskeln sind keine akzeptablen Gründe. Karten auf den Tisch und es fällt mir viel leichter alles zu befolgen. – Meine „Heizungsreparatur“ gelingt leicht nachdem ich dem telefonischen Ratschlag eines Monteurs folgend meine Ängste vor herausschießenden Heißwasserfluten überwinde, eine riesige Mutter löse und zum Dorn vorstoße, der mangels sommerlicher Bewegung unbeweglich in sich ruht. Theoretisch war mir das klar, der Mut hatte gefehlt. Jetzt ist alles gut, der Raum wird warm. Klasse, so soll es sein! – Abends lese ich einen Krimi, in dem es dem Autor gelingt bis zum vierten Buch zu verschweigen weshalb die Freundin eines Personenschützers zum plötzlichen Verschwinden und zu geheimer Mission gezwungen wurde. Vier Jahre ist der Typ von ihr getrennt, hängt emotional festgekettet nach wie vor an ihr und wird, als er sie nun endlich wieder zu haben scheint, durch ihre Verhaftung samt Anklage erneut von ihr separiert. Ein hanebüchener Schwachsinn aber gut geschrieben und hält so simpel wie mich gestrickte Leser bei der Stange. Armer Rolf!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar