Wahlverwirrung

Ich frage mich auf welcher Basis erste Hochrechnungen oder Vorhersagen von Wahlergebnissen erstellt werden. In Hamburg hieß es eine ganze Zeit die FDP sei drinnen und die AfD draußen. Letztlich war es genau umgekehrt und zwar sowohl in der ARD als auch im ZDF. Das vermittelt kein gutes Bild über die Wahlforscher. War da der Wunsch der Vater des Gedankens? Okay, im 5-Prozent-Bereich sind auf der üblichen Erhebungsbasis keine eindeutigen Vorhersagen möglich, das leuchtet mir ein. Dass aber zwei Instituten die gleichen „Missgeschicke“ mit fast identischen Prozentanteilen unterlaufen bedarf eigentlich einer Klärung. Ehrlich gesagt, wäre mir die umgekehrte Variante lieber gewesen – aber der Wähler hat halt so entschieden. Er darf das.

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Sonntagsruhe

Meine Moderation im Gottesdienst geht mir – Gott sei Dank – locker von der Hand. Die Predigt über Nachfolge stimmt mich nachdenklich und das Abendmahl ist immer etwas Besonderes. Draußen heult der Wind und platscht der Regen gegen und auf alles außerhalb des ummauerten Raumes. Unangenehmes Wetter! Altersgemäß hören wir am Nachmittag noch eine Predigt – früher habe ich mich immer gefragt wieso alte Leute so viel in ihren Predigtbüchern lesen, heute weiß ich es. Es hat lange gedauert. – Abends entführt uns Terra X in die Antarktis auf der Leinwand – eindrucksvolle Bilder. Früher gab es auch bei uns viel öfter und viel mehr Schnee was ich allerdings nur rein optisch bedauere. Später entdecke ich die Serie ‚Six Feet Under‘ doch gegen ‚Doc Martin‘ ist das fade Kost. Ganz spät in der Nacht wende ich mich endlich wieder dem geschriebenen Wort zu. Wird ja auch Zeit!

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Worst End

Ich buche eine Bahnfahrt nach Passau als Vorbereitung für unsere irgendwann anstehende Flusskreuzfahrt. Von der halbierten Mehrwertsteuer merke ich beim Preis wenig, besser gesagt fast nichts. Viel wichtiger ist aber, dass wir nur einmal umsteigen müssen, auf der Hinfahrt in Hannover, auf der Rückfahrt in Berlin. Wir fahren also auf verschiedenen Routen. Ich bin gespannt. Da plane ich ein halbes Jahr im voraus und weiß noch nicht einmal ob ich nicht morgen schwerkrank im Bett liege oder gar sterbe. Wir leben unser Leben als wenn es ewig so weitergehe, ich mit Ende 60, andere sogar mit 80plus. Dabei wissen wir um unsere Endlichkeit. Aber was bleibt mir schon anderes übrig? Soll ich verzagen und ängstlich nur tage- oder gar stundenweise planen? Das wäre ganz schön dumm. Ich vertraue auf meinen HERRN – sowohl beim Buchen als auch beim immer möglichen Scheitern der Buchung. Mir wird wieder einmal bewusst wie inspirierend es ist, sich in seiner Hand geborgen zu fühlen. Danke! Frustriert bin ich dagegen von der letzen Folge meines Doc Martin – kaum zu glauben ich habe alle 70 Teile durch. Da amüsiert man sich über die tollpatschige Art mancher Darsteller, geht durch Höhen und Tiefen mit dem Doc und Louise und dann hört die ganze Serie so bescheuert auf. Ich liebe Happy Ends und stehe jetzt erschüttert vor einem Worst End. Das ist nicht gut für ein Sensibelchen wie mich. Gar nicht gut! 😉

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Kleinformatig Philosophisches

Und wieder erscheint das schier unendliche Thema Küche auf der Bildfläche. Heute sollen die Restarbeiten endlich erledigt werden. Fast hätte es tatsächlich geklappt. Es fehlt nur eine Eckenverblendung. Wieso schafft es eine angeblich so kompetente Küchenfirma nicht zwei Leisten in einem 90-Grad-Winkel zu verbinden? Ich fasse es nicht. Ansonsten sind wir extrem zufrieden mit der Möblierung, mit dem Servicehandwerker und der Qualität. Wir haben da, Gott sei Dank, eine ganze Reihe guter Entscheidungen getroffen, nicht zuletzt dank vieler guter Ratschläge. Alles bestens. – Und wieder bin ich überrascht wie schnell der Tag vorbei ist oder sollte ich eher verwundert sein wie wenig ich schaffe? Eins wird zutreffen. Ebensowenig kann ich ergründen aus welchem uncoolen Grunde ich zwei mir gut bekannte Folgen von Death in Paradise anschaue. Fernsehsüchtig oder was? Und zu allem Überfluss schütte ich noch Doc Martin obendrauf. Zum Glück streame ich bereits in der letzten Staffel. Gut zu wissen.

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Rehabedürftig

Meine diakonisch hochmotivierte Zimmergenossin ist heute früher als früh aufzustehen genötigt. Der Handy-Wecker liegt bei mir. Im Tiefschlaf katapultiert mich eine lautstarke Tonfolge (eine Melodie wie sich gleich darauf herausstellt) in eine Art Halbwachphase und ich taste, taste und taste auf der Ablagefläche für Kleinutensilien, kurz Nachttisch, nach dem Krachmacher. Die Fläche ist klein aber die Impulse der Finger trödeln enorm auf ihrem Weg ins Hirn – so bleibt das Teil unaufspürbar, welches permanent mit einem christlichen Kirchenlied mein Trommelfell traktiert. Endlich sind die Nervenbahnen bereit, ich ertaste das Handy und schalte es aus. Tiefschlaf ist nun nicht mehr, bestenfalls noch eine Art Dämmerzustand scheint möglich. Und so drusel ich in den Tag hinein. Kein guter Anfang, aber immerhin hat sich so mein Mitgefühl für alle abhängig Schaffenden wieder eingestellt. – Spät am Abend holen wir die Bibelstunde über Abrahams Versuchung nach, wobei Olaf Latzel den Sprachgeschwindigkeitsrekord vom guten alten Parzany einstellt und offensichtlich neue Bestzeiten anstrebt. Herausfordernd. Und schließlich muss ich lernen, dass meine Geduld nur endlich ist und in minimalen Stresssituationen sich sofort vom Acker macht – schneller als Latzel reden kann. Und das will etwas heißen! Leider nichts Gutes! Mein Schwager ist zur Klausur im Kloster. Ich brauche dringend eine Reha auf den Seychellen. Adieu mes amis!

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Phantastereien

Mein alljährlicher Arztbesuch steht an. Die Alterswehwehchen nehmen zu. Mein Oberarm mosert ständig, mein Magen löst ab und an etwas Ziehendes aus, was meine Zähne zusammenpresst damit ich nicht jaule – und ich jaule schnell, außerdem brennt er mitunter Sod. Ach ja, der Blutdruck steigt überproportional im Verhältnis zu meiner prosperierenden Waagenanzeige. Wie erwartet vereinbaren wir eine Blutabnahme und einen Komplettcheck demnächst. Na toll. Es wird Zeit für wärmeres Wetter, so dass ich mein eBike wieder aus seinem Winterschlaf aufwecken kann. Das könnte meinen Allgemeinzustand positiv beeinflussen. Ein Freund schwärmt mir von seinem Ägyptenurlaub vor und ich beginne zu träumen. Ja, Sonnenwärme wäre jetzt richtig toll. Und so wandle ich von meinem luxuriösen Zimmer in die nicht weniger komfortable Bar für einen Drink, schlendere zu dem bekannten ägyptischen Lokal um ein Dinner zu zelebrieren, genieße die leicht fremdartige Kost, flaniere zurück durch die Gassen und sinke in das bequeme Hotelbett. Wie bezaubernd …

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Verschlungene Pfade, liebe Augen und ein geplagter Landarzt

Mal wieder, nach längerer Zeit, führt uns unser Weg nach Braunschweig. Das Navi ist gut drauf und wir kommen auf kurzen Wegen ins Parkhaus. Wieder muss ich bemerken, dass wir arg verwöhnt sind mit den Rangier- und Parkplatzgrößen in unserer Stadt. Wie eng sind die Wege und wie verschlungen die Pfade in dieser Dachgarage! Hier muss sich ein wahrer Künstler ausgetobt haben, der jedes mögliche Parkplätzchen aus der vorgegebenen Fläche herausgequetscht hat. Glücklicherweise ist unser Wägelchen wendig genug und hat gerade noch die richtige Größe. Der bestellte Rebensaft wartet auf uns und lässt sich problemlos ins zweite Parkdeck verfrachten. Übrigens ist selbst das Verlassen des Auto-Domizils ein Erlebnis für sich: unerwartete Einmündungen, scharfe Kurven und eine trickreiche Verkehrsführung navigieren uns wieder ins Freie. Fein. Den vorgeschlagenen Rückweg über Scheppau und Ochsendorf akzeptieren wir gerne – endlich mal wieder eine nicht so bekannte Strecke. – Abends lassen wir uns erläutern weshalb wir mit einem weiteren zeitlich befristeten Pastor liebäugeln sollten. Es klingt verführerisch. Andererseits könnte man mit dem – leider nicht in seiner prachtvollen Größe verfügbarem – Überschuss schon einen großen Teil eines uns vormals angebotenen Hauses finanzieren (träum, träum, träum …), oder einen halben Missionar in Japan … oder, oder, oder … Eine schwere Entscheidung wird von uns erwartet. Lassen wir uns von Gott führen. – Auch der Doc Martin hat es in der 9. Staffel nicht leicht mit seinen Drehbuchautoren. Ich leide mit. Ein wenig.

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Baufreuden

Ich schaue mir ein neues Haus an, nein keins, das ich bauen möchte, sondern eins, das Kinder von guten Freunden gebaut haben. Die neuen Fliesenmoden sind beeindruckend, die ebenerdigen Duschen beneidenswert und die mögliche Abtrennung einer offenen Küche überzeugend. Es ist echt gut, was die Bauausstatter heute so alles drauf haben. Das Engagement der Häuslebauer erinnert mich an meine aktivsten Jahre wo ich sogar eine durchschnittliche Heimwerkerleistung zeitigte. Das ist lange her. Seufz. Doch ich freue mich an der modernen Entwicklung allerdings bin ich überhaupt nicht erstaunt dass die Probleme während des Baus mit Firmen, Handwerkern und Lieferanten, mit Grundstück und Terminen, keinerlei Änderung erfahren haben. Es sind allerhöchstens neue Varianten entstanden. Die Technik ist neu aber das Handwerk hat einen langen Bart (oder so ähnlich). So schön und überzeugend das alles wirkt, noch einmal bauen – nein danke! Mir haben neue Fußböden, die Salonmöblierung, das Schlafzimmer, die Küche und der Wirtschaftsraum mehr als gereicht. Alles endet mit dem neuen Gelände und dann ist endgültig Schluss mit den Renovierungen – wenn es nach mir ginge. Geht es das? Wer weiß das schon!?!

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