Virus räumt aus

Relativ früh muss mein Nachtlager auf mich verzichten. Ihm fällt es leicht, mir nicht. Wieder werde ich angezapft, die Arbeitsweise meines Herzens per Echo durch etliche Fettschichten gedämpft, abgehört und schließlich jagt Frau Doktor auch noch Ultraschall durch meinen armen Körper. Bis auf die Analyse der Zapfergebnisse sieht es angesichts gewisser leiblicher Gewichtszustände relativ gut aus. Eine deutlich verringerte Gewichtsanzeige der Waage könnten sich sehr positiv auf den Allgemeinzustand auswirken. Das weiß ich bereits. – Das Corona-Virus räumt die Regale im Einzelhandel leer. Konserven, Mehl, Öl und selbst Toilettenpapier wird knapp. Nun gut, das Virus räumt nicht selbst, treibt aber furchtsame Menschen (und davon gibt es offensichtlich nicht wenige) zu Hamsterkäufen. Man rechnet wohl mit halbjähriger Quarantäne (oder länger). Seltsam. Ich verstehe das schon, denn meine Urlaubsplanungen geraten emotional ins Wanken. Hoffentlich nur emotional.

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Smartphone und Nasenfahrrad

Endlich wird die Küche vollendet. Das Eckstück kommt, passt und wird montiert. Die Kanten der Glasplatten werden versiegelt und die Geschirrspülertür gerichtet. Perfekt. – Mein neues iPhone als Ersatz des Mietgerätes trifft ein, natürlich in der Mittagspause, wann sonst? Die Einrichtung geht schnell von der Hand, wenn auch der Datentransfer seine Zeit braucht. Gut gemacht, Apple! Selbst die Freischaltung für tan2go funktioniert einwandfrei. Ich staune sehr. Selbstverständlich braucht das Smartphone eine neue Hülle obwohl es genauso groß ist wie sein Vorgänger – die Kameras sind halt anders. Na toll! Dieses Gerät will ich länger nutzen, denn die Technik scheint jetzt ein Niveau erreicht zu haben, das gut mit meinen Erwartungen harmoniert. Ich bin gespannt auf die Praxis. – Dagegen lassen sich meine Äuglein beim Lesen gehen. Sie verlangen partout eine Sehhilfe. Dann geht das wieder los mit den Nasenfahrrädern – und ich hoffte darüber hinweg zu sein. Denkste!

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Sonntag

In der Studierstube geht es wieder um Hesekiel. Er beschreibt sehr ausführlich einen Tempel in der Endzeit. Mir ist derzeit überhaupt nicht klar washalb es in der Endzeit einen Tempel mit Opferdienst geben soll wo doch Jesus unsere Schuld auf sich genommen hat und deshalb kein anderes Opfer mehr nötig ist. Was soll da ein weiterer Tempelbau? Ich muss wohl noch ein wenig stärker nachforschen. Abends lasse ich sowohl ein Blechbläserkonzert als auch den Gottesdienst in meiner Gemeinde „fahren“ und nutze die Zeit für eine intensive Rücksprache mit Gott. Das tut gut. Terra X über den Untergang von Pompeji leitet den Abend ein und das war’s dann auch mit Fernsehen. Gut so. Kurz vor dem Schlafengehen hören wir noch die Predigt aus Bremen. Ein guter Abschluss.

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Papier, Friesen und Bäume

Blöde, blöde Ablage welch eine Last bist du! Immerhin erspart sie mir einen Außeneinsatz in Kälte und Verwirrung über die Reihenfolge vielfacher Aufgaben. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Leider! Dennoch sind die Plagen des Sortierens, Wühlens, Heftens und Ablegens groß genug. Fast werde ich fertig. Und das an unserem 10. Verlobungjubiläum. Kurz vor der Rubinhochzeit und doch erst zehnmal der Verlobung hochoffiziell gedacht. Damals war ich noch jung, frisch und tatendurstig. Heute bin ich nur noch durstig, äh, nein, so ganz stimmt das nicht aber etwas Wahres ist dran. Unsere Vergänglichkeit führt uns am Abend der Film „Das Geheimnis der Bäume“ vor Augen – gegen die 1.000 Lebensjahre eines Urwaldriesen sind wir nun tatsächlich ein Fliegenschiss der Baumgeschichte (um einem Zitat mal den passenden Rahmen zu geben). Ich staune über das hilfreiche Zusammenleben von Ameisen und Ameisenbaum, über die Kommunikation der Bäume und die mörderische Intention der Würgefeige. Faszinierende fremde Welt mit völlig anderen Zeitvorstellungen. Der „Vorfilm“ bringt mich übrigens nach Leer zu einem Friesenkrimi der beschaulichen Sorte, der dennoch im Vergleich zu dem die träge dahinfließende Zeit widerspiegelnden Baumfilm, extrem actionreich ist. Man muss nur den rechten Vergleich wählen, dann passt es schon. Übrigens kann alkoholfreier Sekt auch bestens munden. Isso!

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Aufeinander hören

Am Montag soll unsere Küche endlich den letzten Schliff bekommen. Das allerletzte noch fehlende Teil soll eingebaut und zwei oder drei Glaskanten mit transparentem Silikon abgedichtet werden. Wird auch langsam Zeit. Heute ist meine sozialbewegte Mitgenossin diakonisch mit ihrer alten Freundin unterwegs. Ich schleppe Holz und freue mich über jeden Tag, den wir unseren Kachelofen noch nutzen dürfen. Ein Beitrag eines meiner Lieblings-You-Tuber berichtet, dass das Eis in der Antarktis wächst. Er war selber dort auf einer exklusiven Reise. Ja, im Westteil schmilzt es – darüber berichten die Medien ausführlich, aber im erheblich größeren Ostteil wachsen die Gletscher gewaltig – davon erfährt man nichts, denn es passt nicht in die Meinung des Mainstreams. Ja, die Küstenkante des Ostteils bricht ab – das kann aber ebenso an der Kraft der nachschiebenden Gletscher aus dem Inneren liegen. Wir Menschen lernen nichts dazu. Zu Galileos Zeiten war die Erde rund und basta! Kein Widerspruch war möglich. Heute ist das böse CO2 am Klimawandel schuld und basta! Gegenstimmen werden nicht gehört. Nur im Austausch liegt unsere menschliche Kraft im Abblocken verpulvern wir sinnlos unsere Energien.

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Smartphone, Jura und Papier

Die Würfel sind gefallen – ich kaufe das Nachfolgersmartphone. Die Konditionen sind echt verlockend, bei einer 0%-tigen 24-Monatsfinanzierung. Da kommt keine Miete mit. Weniger erbaulich ist die Telefonkonferenz zur Finanzierungssicherung. Meine Zeit, was für ein Spektakel! Wenn es nicht um 0% ginge, würde ich das Handtuch werfen und den Gesamtbetrag überweisen. Aber die Aussicht einfach so nebenbei, quasi im Vorbeigehen, ein Smartphone zu erwerben, ist schon reizvoll. Wie so oft im Leben, klappt dann irgendwann die Identifizierung doch noch und alles geht seinen geregelten Gang. Die Papierfülle, die mir dann online zugemutet wird, verdeutlicht drei Dinge: 1. Wir sind in Deutschland. 2. Die Bürokratie hat dieses Land fest im Würgegriff. 3. Papierdokumente online wirken noch grausamer als ihre analogen Kumpels. Ich muss die qualvoll große Seitenmenge mit allerkleinster Buchstabengröße auf meinem Smartphone (!) allesamt durchscrollen, ehe ich zustimme (sonst läuft nichts), dass ich sie alles verstehe und billige. Das ist voll gelogen. Hätte ich Adleraugen gepaart mit einer Mordsgeduld und einer meisterhaften Fingerfertigkeit, wäre ich wohl nach ein bis drei Stunden mit dem Lesen fertig gewesen. Das Verstehen dagegen erfordert zusätzlich ein mehrsemestriges Jurastudium. Wenn irgendwo mittendrin im x-ten Unterabsatz stehen würde, dass sich die Zinsen nach drei Monaten auf 10% erhöhen, wäre ich „a.A.“ und könnte nur auf den BGH nach 10-jährigem Klagemarathon hoffen. Keine gute Aussicht.

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Paargedanken

Ich kündige mein Miet-Handy sehr frühzeitig zum Anfang des Monats Mai. Beim Mietvertrag liegt die Kündigungsfrist zwar nur bei zwei Wochen doch ein längerer Urlaub lässt mich recht zeitig handeln. Prompt folgt die Bestätigung und ich bin darüber echt erstaunt. Mieten ist eine interessante Erfahrung, es war sogar ganz okay denn ob ich ein Jahr Miete zahle oder zwei Jahre abbezahle und dann beim Verkauf die Kosten des zweiten Jahres wieder herausbekomme, macht eigentlich kaum einen Unterschied. Und da suhlt sich noch ein Hase im Pfeffer: Ich und verkaufen sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Wir passen einfach nicht so recht zusammen. Schade eigentlich, denn wir wären ein nettes Paar. So tragisch kann das Leben sein. Seufz. Kaufen oder mieten? Das muss ich mal ganz genau durchrechnen. Bei den allerneuesten Modellen könnte es sich nicht lohnen trotz Verkäuferschwäche. Ich bin gespannt auf meine Entscheidung.

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Typisch menschlich

Mein Blut fließt in etliche Kanülen und macht sich auf den Weg ins Labor. Viel Glück! Jedes Mal wieder kommt danach völlig überraschend die Aufforderung zwecks Untersuchung etwas Wasser zu lassen. Irgendwie loriotverdächtig wird dann diese Herausforderung, wenn man verzweifelt pumpend vor dem Becken steht während draußen ältere Damen lautstark darüber diskutieren ob sie durch festes Klopfen an der Tür Beeilung einfordern sollten. Interessenkollision im Medizinbereich. Köstlich. – Mein Friseur hat wohl ein Schweigegebot verhängt und so wird meine natürliche Kopfbedeckung weitgehend wortlos gekürzt. Irgendwie sind mir plappernde Scherenkünstlerinnen sympathischer. Nach diesem terminreichen Vormittag sinke ich völlig erschöpft in meinen Sessel und bin völlig gestresst. 😉😀 Pensionistenschicksal. Die abendliche Bibelstunde schwänze ich wieder einmal aber nicht der Erschöpfung wegen sondern angesichts des irren Textes. Sorry, anders lässt sich das Lebensschicksal des offensichtlich schwer debilen Simsons kaum beschreiben. Das Richterbuch ist eine Sammlung kurioser Typen mit seltsamsten Handlungsweisen. Mithin wohl typisch menschlich. Blöder Spiegel.

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