Das Wesentliche betonen

Nun lese ich einen Bibelkommentar von Adolf Pohl, der sich grundlegend von Roger Liebi u.a. unterscheidet. Nein, verwirrt bin ich nicht, nur eher wachgerüttelt. So kann man es also auch verstehen und vielleicht sogar noch ganz anders. Aha. Ich muss dem mal ein wenig Gehirnschmalz opfern. Vielleicht sollte ich die verschiedenen Sichtweisen kurz erläutern um danach aus dem Text zu ziehen, was unstrittig und klar herausragt. Da zeichnet unser Gott für sein Verhältnis zu uns klare Linien mit viel Liebe trotz und in der deutlichen Gerichtsbotschaft. Über die zwar eindeutigen aber auch stark abweichenden Bilddeutungen werde ich uns allen hinterher einen kurzen Überblick verschaffen. So könnte ein Schuh draus werden. Okay. – Ich staune, dass mir dennoch Zeit zum Lesen liebreizender Romane bleibt mit wenig Toten und einem angenehmen Krimi-Ambiente – ganz ohne Kommissare mit einem gestörten Eigenleben. So geht es auch. So mag ich das.

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Verführerische Vielfalt

So eine Bibelstundenvorbereitung über Offenbarung 9 ist keine leichte Kiste. Wenn man sich mit einem Ausleger auf eine Richtung festlegt und alle anderen Ausleger ignoriert, mag es ja noch gehen. Sobald man allerdings den Blick über den eigenen Beckenrand hinaus wagt, wird es kompliziert. Man kann es so sehen aber auch anders. Man kann es wörtlich nehmen, als Bild verstehen, als Code sehen oder gar als bereits geschehen betrachten. Welch eine Vielfalt von Möglichkeiten, welch eine Unzahl von Interpretationen, kurz welch ein Jammer! Aber Gott muss mich da irgendwie durchführen. Er wird es schaffen. Wäre ich auf mich gestellt, würde ich mit dem Handtuchwurf liebäugeln. Doch so gehe ich frohgemut ans Werk. Von fern leuchtet ein Lichtlein auf. Gut so.

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Verrückte Zeiten

Es gibt so Zeiten in meinem Leben, da liegen Gedanken so unverdaulich im Magen, dass ich sie auf unnatürlichem Wege ausscheiden muss („auskotzen“ wäre das unfeine Wort dafür). Leider war gestern und ist heute wieder so ein Tag. Sorry vielmals. Bilder, Gedanken, Ideen, Phantasien gehen mir kaleidoskopartig durch den Kopf. Lautstarke Forderungen etwas zu ändern jedoch ohne sich selbst zu bewegen; sogenannte Klimaschutzmaßnahmen, die durch das Corona-Virus auf einmal Alltag werden (zurückgehende Flugzahlen, eingestellte Transporte, verringerter Schadstoffausstoß durch Produktionsstopps und weniger Individualverkehr bei landesweiten Quarantänemaßnahmen, allerdings ebenso Arbeitslosigkeit, Einkommensrückgänge, Vermögensverluste, Arzneimittel- sowie mittelfristig Warenmangel) und grassierende Unsicherheit für Urlaubs- und Freizeitplanungen. Da kommt etwas auf uns zu. Ob wir daraus lernen? Ich habe meine Zweifel. Unsere bevorstehende Südafrikareise sehe ich noch nicht, wiewohl mir heute eine langersehnte Hotelbuchung gelungen ist. Kurios wirken die Bemühungen der Bundesregierung durch Zusatzsteuern das Heizen mit Öl zu verteuern angesichts dramatisch fallender Heizölpreise. Im Moment scheint die Welt einen Kopfstand zu proben. Verrückte Zeiten.

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Die Illusion einfacher Lösungen

Im Gottesdienst werden wir ermahnt zu mehr Mitleiden mit den Flüchtlingen, überhaupt allen leidenden Mitmenschen bis hin zur These, dass man ohne dieses heftige Unwohlsein über die Schrecknisse, die wir Menschen einander antun keinen Glauben hätte. Nun weiß ich nicht genau ob ich die Aussage richtig verstanden habe, vielleicht war ich auch abgelenkt und habe nicht richtig zugehört und doch wird mir unwohl, wenn man als Mensch Messstäbe für den Glauben definiert. Dass die Verhältnisse hier auf Erden, global betrachtet, echt zum Kotzen sind, sollte unbestritten sein. Es ist eine Schande und zum Weinen, was wir Menschen einander antun. Viel komplizierter sind dagegen die Lösungen dieser Probleme. Uns werden durch die Medien, oft genug durch die Kirche, simple Wahrheiten vermittelt, die zu einfachen Schlussfolgerungen führen. Der Rattenschwanz an Konsequenzen – egal welcher Entscheidung – wird tunlichst verschwiegen oder erst geleugnet und sobald sie offenbar werden mit großem Erstaunen zur Kenntnis genommen. Kurz und schlecht: es gibt in den allermeisten Fällen keine schlichten Lösungen. Die guten Absichten mit dem Rettungsschiff der EKD auf dem Mittelmeer würden mich sehr viel mehr überzeugen, wenn die EKD zugleich sämtliche soziale Folgekosten der Geretteten aus Kirchensteuermitteln per Bürgschaft übernehmen würde. Das wäre für mich ein echtes Zeichen der Solidarität: Wir schränken uns ein, weil Hilfe uns so wichtig ist, mündend in die Aufforderung: Nun Mitbürger tut desgleichen! Das wäre ein Zeichen, das ich gut fände.

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Vergebene Chancen?

Warum habe ich nur das quälende Gefühl, dass wir alle miteinander in der Gemeinde zwei große Wegweisungen Gottes verpasst haben? Hoffentlich irre ich mich. Schlimm ist dabei, dass ich selbst aktiv daran mitgewirkt habe und jetzt – hinterher natürlich zu spät – Dinge sehe, die mir vorher hätten klar sein können. Wir hatten die Chance ein Nachbargrundstück samt Gebäude zu erwerben. Ich war dagegen und das nicht zuletzt aus monetären Gründen, die bei mir im Unterbewusstsein herumwirbelten. Jetzt haben wir einen enormen Überschuss in der Kasse – so als wollte Gott sagen: Mehr Mut! Heute nun lehnen wir die Chance ab einem jungen Mann zwei Jahre Möglichkeiten zu geben seinen theoretischen Ausbildungsabschluss um die nötigen praktischen Erfahrungen zu ergänzen. Ganz nebenbei würden wir ebenso davon profitieren. Warum sind mir die Vorteile für unsere Gemeinde erst nach der negativen Entscheidung deutlich geworden? Dazu kommt, dass ich meinte bei zwei Abstimmungen im letzten Moment noch Einsichten gehabt zu haben – und bei beiden liege ich offensichtlich falsch. Ich zweifle an meiner Erkenntnisfähigkeit. Im Magen gären ungute Gedanken vor sich hin. Fatal.

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Hasspflanze

Nur mal schnell aktualisiere ich den Internetauftritt einer befreundeten Gemeinde. Letztlich bin ich froh, dass „nur mal schnell“ noch am Vormittag abgeschlossen werden kann. Doch dabei bin ich „Kummer“ gewohnt – das ist ja bei irgendwelchen technikgebundenen Aufgaben nicht wirklich neu. Zeitersparnis erfordert meist viel Zeit. 😀! Meine Mittagsschlaffähigkeiten entwickeln sich, wie ich mit arger Verwunderung feststellen muss, extrem in Richtung eines Folivoras. Das ist mehr als bedenklich. In einem Cosy-Roman, der zwischen dem ersten und zweiten Drittel des letzten Jahrhunderts spielt, erschließt sich mir die Stimmung in der englischen Gesellschaft gegenüber Hitler und Mussolini. Erstaunlicherweise ist diese sehr differenziert und feinfühlig dargestellt. So gelingt es schlaglichtartig auch kurze Blicke in die deutsche Gesellschaft zu erhaschen. Sehr eindrucksvoll. Erschreckend wie sich aus kleinen, teilweise schönen aber das Furchtbare bereits in sich tragenden, Anfängen eine unheilvolle Giftpflanze entwickeln konnte. Ihre teuflischen Samen sind auch heute noch tödlich und infizieren mit ihren Hass sowohl Freunde wie auch deren Feinde: egal aus welcher Ecke, links oder rechts, Hauptsache man hasst. Grauenvoll.

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Heuschrecken- und Rossplage

Schon wieder Staubsaugen – die Termine liegen gefühlt immer dichter zusammen. Kaum bin ich fertig, steht schon der neue Sauggang vor der Tür. Die Zeit wechselt vom GTI in einen Lamborghini. Immerhin gehen die Arbeiten inzwischen auch schneller von der Hand. Ich höre eine interessante, wenn auch recht krasse, Auslegung zu Offenbarung 9. Die Bibelstunde wird kein leichter Gang – das zeichnet sich am Horizont bereits ab. Der Auslegungen sind viele, von den schwachbrüstigen, die sich nur einen Randaspekt herausgreifen und darauf herumkauen bis zu den Dämonen- und Weltkriegsvorstellungen der Hardliner. Wie liebe ich sanfte Gleichnisse, die sich soft erschließen! ‚Schwarzbrot‘ nennen einige solche Worte aus der Offenbarung (im Vergleich zu dem Wort des Paulus, der die Anfangserkenntnisse des Glaubens ‚Milch‘ nennt). Mir kommt das eher vor wie ein harter Knust vor mit kaltem Gänsebraten belegt – schwer zu kauen und noch schwerer zu verdauen. Schlechte Aussichten. – Da fliehe ich doch lieber auf die Großleinwand, bereise Tinos, Mykonos und Naxos, anschließend Zypern und lasse menschenquälende Heuschrecken und mordende Reiter auf rauchenden Rossen weit hinter mir. Mit euch beschäftige ich mich später.

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Goldwäsche und wackelnde Emotionen

Meiner Mum ebnen wir den Weg zum Coiffeur. Sie ist gern dort. Plaudernd lässt sie ihre Haar-Stylistin wirbeln und genießt offensichtlich das Ambiente. Ich staune mal wieder über die Kalkulation der Haarkünstlerzunft. Haare waschen für die weiblichen Kundschaft schlägt mit fast zwanzig Euros zu Buche – welch eine offensichtliche Schröpfung! Okay, meiner Altvorderen gefällt es, sie kann es sich leisten, ich gönne es ihr von Herzen – und dennoch lässt sich bei mir ein leichtes Magengrimmen kaum verhindern. – Anschließend lunchen wir in der Cliverde, dem SB-Restaurant des Klinikums. Mir fällt die Auswahl leicht, denn die Schlange vor den Tagesgerichten ist riesig aber vor der Currywurstausgabe wartet kein Mensch. Wunderbar. – Abends höre ich, dass das öffentliche Leben stark abfallende Tendenz haben soll, Flüge fallen aus, Menschen bleiben lieber daheim. Und unser lang geplanter Urlaub? Das emotionale Schwanken entwickelt sich zum Wackeln. Das kann ja heiter werden. Daraufhin entfliehe ich in die Welt der englischen Cosy-Krimis. Auch keine heile Welt aber mit Happy End. Beruhigend.

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