Schlitzohr trifft Verschwörungschaoten

Unser schlitzohriger Reiseveranstalter ruft tatsächlich wie angekündigt an. Doch er storniert die Reise nach Südafrika nicht, nein er bietet, „großzügig“ wie er ist, die Verschiebung ins nächste Jahr zu denselben Konditionen an. Gleichzeitig droht er, dass ein sofortiger Rücktritt (noch) nicht möglich sei. Jetzt werden erst die Reisen bis zum 31.03. abgewickelt. Wie er unsere Reise am 6.04. durchführen will, wenn er die meisten der Teilnehmer aufs nächste Jahr umgebucht hat, sagt er nicht. Die Hoffnung das Virus in nur noch 18 Tagen zu besiegen und die südafrikanischen Grenzen wieder zu öffnen ist an Absurdität kaum zu überbieten. So warten wir halt ab bis er keine andere Wahl hat als uns von der Bindung an seine vor Starrheit strotzende Firma zu befreien. Wer seine Reisen mit kostenlosen Essenseinladungen vertreibt, kann kaum vertrauenswürdig sein. Ich hätte es ahnen müssen! Zu allem Überfluss höre ich noch von einen obskuren Mediziner, der die Gefahr durch das Virus verharmlost. „Hey, Junge, schau nach Italien,“ möchte man ihm zurufen. Es ist erschütternd dort die Militärlaster zu sehen, die in einer langen Kolonne die Särge abtransportieren. Furchterregend.

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Hässliche Fratze oder hilfreiche Hände?

Es ist nicht zu fassen, da feiern Menschen Corona-Partys ohne Rücksicht auf Verluste und nehmen nicht nur ihre Ansteckung in Kauf, sondern es ist ihnen völlig wurscht wie viele andere Menschen sie dann infizieren werden. Der zunehmende Egoismus in unserer Gesellschaft zeigt uns mehr und mehr seine hässliche Fratze. Corona sei nur ein Fake ist ein schwachsinnige bewusste Lüge, die das Leid der Erkrankten mit Füßen tritt und die Toten in einem Maße verunglimpft, das mich sprachlos macht. Die Bundeskanzlerin mahnt in einer beachtenswerten Rede zur Solidarität – doch es ist sehr zweifelhaft ob die Vernunft stärker sein wird als die menschenverachtende Selbstsucht in unserem Land. Hoffentlich siegt die Solidarität. Das wäre mal ein gutes Zeichen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Canceln und abnehmen

Mein großer Cancel-Tag ist da und ich kündige was nur in Zusammenhang mit unserem geplatzten Urlaub zu kündigen ist. Offen bleibt nur ein Flug, den ich erst nach offiziellem Ende der Reise absagen will. Vielleicht cancelt ihn auch die Fluggesellschaft, was besser wäre. – Meine Hausärztin erläutert mir heute zu allem Überfluss auch noch die Folgen, die mein Übergewicht auf meinen Allgemeinzustand ausübt. Die sind jetzt schon grenzwertig mit üblen Perspektiven. Ich beurteile – o Graus – meine Möglichkeiten weitaus negativer als Frau Doktor. Ob das an meinen intimen Kenntnissen meiner Eigenarten liegt? Eindeutig „Ja“. Eine Broschüre informiert mich über eine adäquate Ernährung. Nein, ich knabbere keinesfalls an rohem Gemüse rum. Nein, dessen angeblich gekochte aber dennoch bissfeste Variante stört mein Geschmacksempfinden deutlich. Über eine zunehmende Menge an Grünzeug, lecker zubereitet, werde ich dagegen keinesfalls meckern und ein geringerer Weinkonsum ist kein Problem. Doch eigentlich unterscheidet sich die vorgeschlagene Ernährung wenig von meiner täglichen Nahrungsaufnahme. Ich befürchte sehr mein übermächtiges Hauptproblem ist die „Sesshaftigkeit“, der Drang weg von jeglicher sportlichen Herausforderung hin zur inneren und äußeren Beschaulichkeit im Entspannungssessel. Das lähmt alle Glieder und hebt jegliche Nahrungsaufnahme ins Überflussniveau. Harte Zeiten kommen auf mich zu. So oder so. Alternativlos, sozusagen. Aber zunächst müssen wir Corona überstehen. Was danach kommt stellt sich immer offener dar. Danke, Gott, für alles Gute in den letzen Jahrzehnten!

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Alea iacta est

Südafrika schließt die Grenzen für Reisende aus Deutschland. Es war zu erwarten. Unser Reiseveranstalter will sich in den nächsten Tagen melden, versichert er. Warten wir es ab. Gewissheit ist besser als Unsicherheit. Besser zu Hause bleiben als irgendwo im fremden Land unter Quarantäne gesetzt zu werden. So kommt der Konflikt mit unserem uneinsichtigen und verbissenen Reiseveranstalter zu einem guten Ende: Gehe zurück auf Los und ziehe den Reisepreis wieder ein. Selbst wenn der Urlaubsvermarkter sich noch bockig stellen sollte, haben jetzt wir wieder die guten Karten. So hat das Corona-Virus doch noch etwas Gutes. Die Unsicherheit mit der Reise konnte ich gut wegstecken, die Widerspenstigkeit des Veranstalters machte mir mehr zu schaffen. Und jetzt kommen wir hoffentlich gut auseinander. Gott sei Dank!!!

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Unheil und Heilung

Es ist Sonntag und die Kirchen sind zu. Der einzige, der wirklich helfen kann, wird ausgesperrt. Nun ja, nicht ganz, es gibt ja noch das Internet und dort hören wir einen guten Gottesdienst, der auch vor weitgehend leeren Rängen stattfindet. Ich halte diese kirchlichen Maßnahmen für 100% richtig und gleichzeitig für 100% falsch. Wir alle kennen offensichtlich Gott zu wenig um „richtig“ zu entscheiden. Wir tasten uns heran im Wissen um diese Welt und mit nur wenigen Informationen aus der jenseitigen. Ich kritisiere keinen Entscheidungsträger, denn ich hätte genauso entschieden. Und doch bleibt ein Grummeln im Bauch zurück, ein Wissen um die eine höhere Macht, die ich von Herzen liebe aber offensichtlich leider, leider, leider zu wenig kenne. Immerhin vertraue ich Jesus und bin gewiss, dass er uns beisteht, an die Hand nimmt, uns sicher auch auf den krümmsten Pfaden aufs Ziel ausrichtet. Insofern: Mutig voran. – Am Abend staune ich über den Yellowstone Nationalpark, der sich inzwischen vom Kahlfrass der Wapitis erholt, nachdem Wölfe, ihre natürlichen Feinde, wieder angesiedelt wurden. Weiden und Espen konnten wieder wachsen. Dadurch kam der Biber zurück, Feuchtgebiete bildeten sich durch die Biberdämme wieder, der Insektenbestand erholt sich, „ausgewanderte“ Vogelarten siedeln sich wieder an. Der Yellowstone Nationalpark wird – Fauna und Flora – wieder zu dem, was er mal war. Stark.

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Coronafolgen und Geldverbrennung

Tja, eigentlich wollte ich heute weiter die Bibelstunden vorbereiten und jetzt sitze ich mit einer halbfertigen Vorbereitung arbeitslos hier rum. Spontane Planänderungen scheinen nicht mehr so mein Ding zu sein, da muss ich wieder an mir arbeiten. In Südafrika sind inzwischen 38 Corona-Fälle dokumentiert. Das sieht nicht toll aus mit meinem Urlaub. Meine Fluggesellschaft gehört immerhin zu dem edlen Kreis, der gegen Gutschein einen Rücktritt kostenlos zulässt. Der Gutschein ist ein Jahr gültig und das müsste genügen. Inzwischen schließt die Ostfraktion der EU ihre Grenzen, ein Land nach dem anderen und es erweist sich wieder einmal, dass die EU viel zu schnell nach außen gewachsen ist und das innere Wachstum vernachlässigt hat – Koordination ist kein Thema. Immerhin kann ich für eine andere Gemeinde noch schnell die Gottesdienstaussetzung im Internet veröffentlichen. Verrückte Zeiten! Abends führe ich mir kleine Filmchen über YouTube zu Gemüte und vermeide diesmal bewusst irgendwelche Verschwörungstheoretiker. Für so einen Schwachsinn fehlt mir einfach die gute Laune. Da schaue ich doch lieber Bahn, Bund und Kommunen beim Geldverschwenden zu. Die Schoten des öffentlichen Dienstes sind total köstlich. Aber teuer! Extrem teuer!

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Corona: Lähmung oder Chance für Kreativität?

So ein winzig kleines Kerlchen, genannt SARS-CoV-2, kann die gesamte Weltwirtschaft lähmen, das Leben und Treiben quasi zum Erliegen bringen und den Umsatz von Klopapier, Dosenfutter, Mehl und Öl in ungeahnte Höhen schießen lassen. Die Angst geht um, erfasst Unternehmer, Politiker, kulturell Schaffende, sogar Bischöfe und Pastoren. Die Supermärkte vermitteln nostalgische Stimmung und erinnern an die Zeiten der Grenzöffnung zur DDR – die Regale sind leergefegt. Alle Panikschieber haben für eine zweijährige Quarantäne vorgesorgt. Es brechen goldene Zeiten für Mehlmotten und andere Schädlinge an, denn die privaten Vorratsschränke bersten bei sich bis zur Grenzbelastung biegenden Schrankbrettern. Früher hat man Gott in solchen Krisen um Hilfe angefleht und die Kirchen waren voll, heute schließt man dieselben um Ansteckung zu vermeiden. Was würde Jesus tun? Unsere Antwort scheint eindeutig: er würde zu Hause bleiben und Kontakte mit seinen Geschwistern meiden. Irgendwie passt das nicht zu Jesus. Die Gefahr ist groß dass wir, gewollt oder ungewollt, große Erwartungen und Hoffnungen in menschliches Tun setzen und weniger in Gottes Wirken. Das ist die eine Seite der Medaille. Andererseits: Wenn wir die Kirchen öffnen und es stecken sich Menschen an? Wenn Gemeindeglieder zu Covid-19-Multiplikatoren werden weit über die Gemeinden hinaus – wer will das verantworten? Ein persönliches Risiko eingehen ist okay – mit meiner Risikofreude andere gefährden eher nicht.  Außerdem bietet das Internet inzwischen viele Möglichkeiten für vorübergehenden Ersatz. Vielleicht würde Jesus in solchen Zeiten auch intensiv per Internet verkündigen. Wer weiß das schon? Und so ist meine Antwort auf die besagte Frage immer: Beten, denken und im Gottvertrauen handeln. Was sonst?

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Roter Erkältungssaft

Wow, die Präsentation wächst kräftig – umfang- und inhaltsmäßig. Das tut gut, so ein Einstieg ist immer Gold wert. Danke!!! Natürlich fesselt mich die Vorbereitung an das Notebook und den Sessel. Morgen muss ich mich mit den Bezügen aus dem Alten Testament „herumschlagen“. Das kann echt in Arbeit ausarten. Sei es wie es sei – Zeit für einen Mittagsschlaf ist Pflicht und auch der Nachmittagskaffee gehört dazu. Abends sieht das Zwischenergebnis schon recht nett aus. Ein guter Anfang! – Im Hauskreis sprechen wir locker über den Einzug Jesu in Jerusalem und im Anschluss über das Corona-Virus und die Folgen für den Alltag. Die Aussichten sind eher düster, in jedem Fall arg in Nebel gehüllt. Ich stelle fest, dass ein Glas Rotwein mir gut gegen eine beginnende Erkältung hilft und bin darüber leicht verwundert. Trotzdem glaube ich eher nicht, dass meine Krankenkasse eine Kiste diesen roten Saftes als Medikament anerkennen würde. Schade eigentlich.

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