Enteignungsabsichten

Mit zunehmendem Entsetzen lese ich, es gibt ernsthafte Überlegungen den Reisekonzernen zu erlauben Gutscheine bei Corona-Stornos auszugeben statt Rückerstattungen zu leisten. Da bleibe ich ja an meinem kundenfeindlichen Veranstalter hängen! Und, bitteschön, welche Reise sollte ich aus seinem arg begrenzten Angebot wählen? Eine völlig überteuerte Urlaubsreise oder eine einwöchige Rundreise in Gegenden, die mich nicht interessieren? Ich bin wieder mal entsetzt von den Diskussionen volksferner aber anscheinend unternehmensnaher Politiker. Warum soll ich meinem Reiseveranstalter einen Kredit auf eine ungewisse Zeit gewähren? Wenn das gewollt und sinnvoll sein sollte, dann bitte aus Steuermitteln und nicht zwangsweise nach dem Zufallsprinzip bei sowieso schon durch Reiseausfall Gebeutelten. Und wenn der Veranstalter dann doch pleite geht, gilt der Reisepreissicherungsschein nicht mehr und das Geld ist weg. Pech gehabt. Ein Klage gegen die Verursacher scheint mir dann durchaus erfolgversprechend, denn schließlich ist das eine Art klammheimlicher Enteignung. Aber ich will nicht klagen, besser wäre eine vernünftige Regelung von Anfang an. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Cloudfreuden

Ich habe eine Dropbox im Internet, bin also bei Dropbox für ein kostenloses Cloud-Konto angemeldet. Drei Geräte dürfen auf die Wolke zugreifen und das genügt mir völlig. Man versucht mich zwar immer wieder von einem Upgrade zu überzeugen aber für 10 € im Monat müsste man schon viel mehr bieten. Wie dem auch sei, mein iPad aktualisiert seine Inhalte nicht. Das ist gar nicht gut. Heute lasse ich mich endlich auf die Suche nach der Ursache ein. Es kostet mich einen Pensionärsvormittag, also knapp 2 Stunden, bis ich die Lösung ergründet und realisiert habe. Welch ein Aufwand nur um ein paar Daten auf einen Server zu transferieren. So ganz nebenbei aktiviere ich noch ein ähnliches Microsoft-Konto. Jetzt habe ich ein Vielfaches an Serverkapazität für meine paar Daten. Immerhin.

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Abwehrschlachten

Ein Virologe erklärt die Abwehrmechanismen unseres Körpers gegen angriffslustige Zellen. Ich habe mich damit noch nie befasst. Es ist „irre“ wie differenziert die Abwehrkräfte gestaffelt sind, wie nach und nach immer spezialisiertere Antikörper erzeugt werden und wie gestaffelt die Verteidigung aufgestellt ist. Zunächst gibt es die allgemeinen Antikörper, die zuerst mit breiter Wirkungsweise produziert werden, sich dann aber  immer mehr auf den Aggressor einstellen. Als zweite Staffel kommen die Antikörper ins Spiel, die sich an die Feindzelle ankoppeln und es ihr unmöglich machen an körpereigene Zellen anzudocken. So sind die Invasoren zur Harmlosigkeit verdammt. Faszinierend, was in uns so abläuft. Als der Experte dann noch – für meine Verhältnisse fast zu detailliert – schildert wie Spezialisten experimentieren, in handwerklicher Spezialistenarbeit Impfstoffe entwickeln und testen, wird mir schnell klar, dass meine Jahrzehnte zurückliegende Berufswahl wohl doch nicht so falsch war. Nicht jeder noch so hilfreiche Job ist für jeden geeignet (oder umgekehrt, egal). Respektvoll neige ich mein altes Haupt vor diesen Fachkräften. Danke! – Doch bitte versucht nie mehr mir zu erklären, das hochspezialisierte Körpersystem sei quasi durch Zufall oder natürliche Selektion entstanden. Das glaube ich nicht mehr! Für mich war es Gott, der Schöpfer aller Dinge. Wer nicht an ihn glauben will, mag eine unerklärliche Intelligenz in der Natur vermuten oder was auch immer. Ohne planvolle Koordination entstehen so komplizierte Systeme nicht. Never.

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Fluchtversuche

Es ist Zeit für Dinge, die ich immer schon tun wollte. Jetzt habe ich damit angefangen. Schön, eine Aufgabe zu haben, die einen kleinen Nutzen bringt und recht leicht von der Hand geht. Meine Kälte-Aversion hält mich zwar immer noch im Hause fest – jedoch es soll wärmer werden. Das eröffnet Perspektiven. Die Medien platzen vor Corona-Hin-und-Her und so langsam kann ich das Wort nicht mehr hören. Schlimm genug, dass es uns die Reise verhagelt hat, muss das Virus jetzt auch noch meine Augen und Ohren quälen? Die Klimakatastrophe steht hechelnd vor dem Dorf, bereit zum nächsten Durchtrieb, aber das Corona-Virus blockiert den Weg. Tragisch. – Mit Shakespeare & Hathaway entfliehe ich ins malerische Stratford-on-Avon um mir mein Dreamteam das dritte oder vierte Mal anzuschauen. Schade, dass die deutsche Version der zweiten Staffel so lange auf sich warten lässt. Anschließend entdecke ich die amerikanische Version des Polizeiköters Rex, die in ihrer Schlichtheit durchaus mit ihrem österreichischen Pendant messen kann. Die internationale Tiervermenschlichung bricht sich Bahn. Tiere sind eben auch nur Menschen.

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Mauselochsuche

Ich stelle mir vor was wäre, wenn auf einmal, ganz plötzlich, völlig unvermutet, die Infektionen massiv zurückgingen und das Virus verschwände. Die ganzen Abwehrmaßnahmen erschienen im Nachhinein überflüssig, die Experten verlören ihre Glaubwürdigkeit und die Regierung wäre als übereifrig gebrandmarkt. Wäre das der GAU für unser System? Die Gefahr bestünde – doch es öffnete sich die Tür für einen Super-GAU: Wenn nämlich im Jahr drauf ein tödliches Virus auftauchen würde. Kaum einer würde den Verantwortlichen glauben, die Sorglosigkeit wäre übergroß und das Virus hätte ein freies Feld. So bleibt die begründete Hoffnung, dass sich die Experten nicht täuschen aber die Ausgehverbote die erhoffte Wirkung zeigen. Das könnte die Entschlossenheit der Menschen stärken massiv künftigen mordlustigen Infektionsverursachern entschlossen entgegenzutreten. – Man merkt schon ich habe situationsbedingte Anpassungsprobleme, psychisch-soziale Gedankenwirbelei-Anfälle. Ja, ja, so alte Knacker tun sich nun einmal schwer mit Neuem. Aber: Mauseloch is‘ nich‘!

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Panzerknacker- und Flattermännerleid

In diesen verrückten Zeiten kommen seltsame Gedanken. Hat schon jemand an die Mitarbeiter des Einbrecher-„Handwerks“ gedacht? Auch für sie sind harte Zeiten angebrochen. Die Menschen sind weitgehend zu Hause, fahren nicht mehr in Urlaub, kurz: leerstehende Gebäude sind selten geworden und die Anzahl aufmerksamer unterbeschäftigter Nachbarn überproportional mehr. Selbst in den Gärten ist über die Woche verstärkt Aktivität zu konstatieren. Insofern ist ein unbeobachtetes „Arbeiten“ extrem erschwert worden. Gibt es auch hier für Selbständige Beihilfen und für Bandenmitglieder bezahlte Kurzarbeit? Immerhin handelt es sich um eine weitgehend übersehene Berufsgruppe. 😀😉😇! – Die Gottesdienstangebote im Internet haben sich gewaltig vervielfacht – wenigstens etwas Gutes. Dagegen ist es draußen zwar sonnig aber eisig, eisig kalt. Das ist nicht mein Ding. Zum Leidwesen der Flattermänner ist inzwischen unser Vorrat an Vogelnahrung aufgefressen und wird im Frühjahr nicht mehr erneuert. Da müssen sie jetzt durch. Die Armen!

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Das Leben und der ganze Rest

Wie lautet noch einmal der Hinweis in einer WhatsApp? Ach ja, es ist das erste Mal in der Geschichte (mindestens in unserer Geschichte), dass man auf dem Sofa liegend Menschen retten kann. Faszinierend. Die Rettungswucht der Sofa-Liga! Draußen ist es saukalt und so wundert es mich wenig, dass meine lieben Mitmenschen ebenfalls daheim bleiben – eine Corona-Party ist bei dieser Wetterlage wahrhaftig kein Vergnügen. Für den Fall höherer Gradzahlen auf unserem Thermometer drohe ich mir selbst Fensterputzen an. Das wird lustig, denn wir haben viele Fenster! – Das Corona-Virus zeigt sich wild entschlossen uns in der Praxis ein exponentielles Wachstum vorzuführen. Das ist übel. Die Todesrate in Italien erscheint von Tag zu Tag grausamer. Wie wird es bei uns, ist meine bange Frage. Ich habe große Sorge um meine Mitmenschen – um mich nicht so sehr, denn ich weiß mich geborgen bei Jesus. Mein Leben und mein Sterben sind in seiner Hand und es folgt eine Ewigkeit bei ihm. Schade, sehr schade, dass viele diese Perspektive ablehnen. Natürlich würde ich gern noch ein paar Jahre diese schöne Erde erkunden doch wer weiß schon, wie sich die Nach-Corona-Zeit gestaltet? Ja, ja, wenn man so zu Hause angebunden ist, steigen eben existentielle Gedanken empor. Wie könnte es anders sein?

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Zu Hause

Markus Söder verkündet eine Ausgangssperre in Bayern. Andere Bundesländer ziehen nach. Es war nicht anders zu erwarten angesichts der dreisten Dummheit etlicher Mitbürger. Ich sinniere über ein Gefühl nach, das mich beschleicht, das Gefühl eingesperrt zu sein. Seltsam daran ist nur, dass ich genauso lebe wie vorher und de facto kein bisschen mehr zu Hause bin. Menschen ticken doch recht seltsam und ich mittendrin. Im Kampf gegen meine Erkältungsentwicklung erringe ich einen Teilsieg – doch dessen Wert wird sich frühestens morgen erweisen. Besonders optimistisch bin ich nicht. Im TV beschleicht mich bei der kruden Story des „Alten“ eine Gänsehaut: Altenquälen als Vergnügungsspiel zweier Pfleger. Grausig. Eigentlich wäre es jetzt eine gute Zeit für einen Cosy-Krimi in der Oberschicht Englands vor dem letzten Krieg. Doch was lese ich – einen Krimi in Schleswig-Holstein über eine ermordete Thailänderin. Apropos Thailand, Erinnerungen werden lebendig und eine längst vergangene Reise lebt wieder auf. War das schön!!!

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