Unerfüllte Wünsche

Heute denke ich – kein Wunder – etwas intensiver übers liebe Geld nach. Wieso kann es uns so faszinieren? Anfangs war das Geld noch sein Geld wert. Silber- und Goldmünzen hatten durchaus ihren Wert in sich bis sie immer mehr von billigem Kleingeld und irgendwann von bedruckten Papierfetzen abgelöst wurden. Der gute Dagobert Duck hatte noch seine Freude im Geld zu baden und sich die Münzen auf den Kopf prasseln zu lassen. Heutzutage sehen wir zumeist irgendwelche Zahlen auf den Bankauszügen deren Höhe uns berauschen kann – so man hat. Manch einer hat sein Geld schon vergraben zur Freude von späteren Schatzsuchern oder von Mäusen, die damit wunderbar ihre Kinderstuben auspolstern konnten. Warum fällt es so schwer die anvertraute Knete einfach zu genießen? Warum tun wir uns so schwer davon reichlich an Bedürftige abzugeben? Müssen wir wirklich zwischen den Extremen – alles für sich oder alles für andere – hin und her navigieren? Ist es wirklich so schwer Gottes gute Gaben zu genießen, für sich selbst, für seine Familie und für Dritte? Wir, vor allem wir Christen, müssen da immer eine Wissenschaft oder gar eine Glaubensprüfungsfrage draus machen. Dabei ist es so einfach: sich immer wieder Gott anbefehlen und aufmerksam für seine Hinweise oder offensichtliche Nöte sein. Im Laufe der Zeit werden wir lernen, dass ein hoffnungsreiches Leben erfüllter sein kann als ein Haufen befriedigter Wünsche. Im Leben sind wir nun einmal nicht am Ziel sondern immer unterwegs. Geduldig lernen, aus Dummheiten Lehren ziehen und geduldig (auch mit sich selbst) voranschreiten. Gott ist mit uns. Ihm sein Dank!

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Prioritäten setzen

Da bin ich so alt geworden und rege mich noch über korrupte Politiker auf! Wie blöd ist das denn? Habe ich nichts gelernt? Ob Geld, Macht, Dummheit, Beziehungen oder was auch immer sie korrumpiert und ihr klares Urteilsvermögen übertüncht – was geht es mich an? Okay, sie verfügen über einen Teil meines Vermögens um es anderen zukommen zu lassen – na und? Erstens ist es nur Geld und zweitens zählt Geld „besorgen“ schließlich zu ihrer Hauptbeschäftigungen. Und jetzt bin ich mal Ziel ihrer Raubzüge – andere trifft es schlimmer. Ich sollte lieber schmunzeln über den Sicherungsfond, der die Auszahlung ab Ende 2021 „garantiert“. So wie die gesetzliche Rückzahlungspflicht bei einer nicht zu tätigenden Reise? Ein Schelm, der Böses dabei denkt! Jetzt tief Luft holen. Für solche Abgründe ist Jesus schließlich in die Welt gekommen, wurde für unsere Sünden gekreuzigt und ist auferstanden. Das sollte mir genügen. Ich will mir das mit Gottes Hilfe zutiefst bewusst machen. Immerhin hat mir Gott im Laufe meines Lebens viel Gutes zukommen lassen und wenn ich jetzt auf ein paar zeitliche Güter verzichten muss – so what? Wie Gott das regelt, ist es gut – das sollte ich inzwischen gelernt haben. Im Vergleich zu Hiob ist das – am Rande bemerkt – kaum mehr als leichter Haarausfall. Calm down, Rolf. Konzentriere dich lieber auf die wesentlichen Dinge des Lebens! Getrost und getröstet voran! So ist gut. Der Aufreger schrumpft zu einer nachrangigen Frage, die gelassen und entspannt anzugehen ist oder auch nicht. Vertrauen auf Gott – das tut wohl! Dem sollte ich absolute Priorität geben.

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Eine Fußpflege und eine Verschwörungstheorie

Wir haben einen Termin und dürfen in die Stadt 😀😉! Doch Corona scheint sogar unsere Fußpflege (Podologe von Kassen anerkannt, deshalb geöffnet) zu beeinflussen. Die Dame arbeitet heute recht oberflächlich. Ich habe eine Maske auf und versuche leicht verzweifelt durch das Material Luft zu saugen. Schwer atmend und leicht durchgeschwitzt darf ich danach diesen Sauerstoffhemmer vom Gesicht reißen. O wie tut frische Luft gut. Besser drei Meter Abstand als dauernd diesen Zuluftbegrenzer rund um die Atmungsorgane. Zum Schutz anderer mag das okay sein doch da ist es wohl doch enorm bekömmlicher ganz in den eigenen vier Wänden, respektive Grundstücksgrenzen, zu bleiben. – Am Abend verkündet die Bundesregierung kaltlächelnd den Plan mich zu zwingen meinem äußerst ungeliebten Reiseveranstalter einen Zwangskredit zu Konditionen zu gewähren wie ich sie ansonsten nur meinen allerbesten Freunden einräumen würde. Ich schließe daraus, dass der Regierung die Reiselobby wichtig ist, das Wahlvolk ihr dagegen recht egal ist. Wenn die Reiseindustrie so bedeutend ist, weshalb hilft man ihr nicht mit KfW-Bankkrediten oder mit direkter Förderung aus Steuermitteln? Warum sollen die belastet werden, die zufällig zum Zeitpunkt der Krise eine Reise gebucht haben? Und wenn schon Gutscheine, warum gelten sie nur für einen Veranstalter? Ich könnte als Kompromiss recht gut damit leben mit einem Gutschein meines ungeliebten Kundenvergrellers eine TUI-Reise zu bezahlen. Wenn man sieht, wie willig Politiker und Reiselobby miteinander Kunden abzocken (auch bei der Konkursversicherung, siehe Thomas Cook wo die Folgen der Zugeständnisse an Veranstalter durch Steuermitteln ausgeglichen werden) drängt sich der Verdacht verdeckter oder offener Korruption förmlich auf. Leider zurzeit nicht beweisbar – ich bin jedoch davon inzwischen überzeugt. Anders lässt sich das willfährige Kuschen für mich kaum erklären. Zugegeben eine Verschwörungstheorie aber keine wirklichkeitsfremde.

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Private Zwangsdarlehen

Endlich meldet sich unser Reiseveranstalter und sagt definitiv ab. Was hätte er auch sonst tun sollen? Gleichzeitig kündigt er an, erst in „vier bis sechs“ Wochen den Preis erstatten zu können und murmelt etwas – eher im Nebensatz und im Hintergrund – von möglichen – teilweisen – Gutscheinlösungen (kurz bevor die freundliche Info-Dame auflegt). Das bleibt spannend – aber Zeit ist im Moment nicht unser Problem. Zusätzlich zu evtl. staatlichen Hilfen setzen die Reisevertreiber offensichtlich auf private Zwangsdarlehen von ihren Kunden. Das sollte ich mir merken. Sollten diese Urlaubsverticker die Krise überstehen, werden sie wohl kaltlächelnd die Kosten der Krise größtenteils über die Preise wieder wettmachen wollen. Mithin zahlen wir doppelt. Prima Aussichten! – Der Mittwoch huscht ansonsten schnell vorbei, nahezu spurlos bis auf die allerletzten Köterfolgen in der Nacht. So ist auch dieses Kapitel beendet. Ging ja schnell.

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Ein Voucher, ein Magenhaken und viel Einfalt

Meine erste Rückerstattung im Rahmen der Corona-Krise, wenn auch nur in Form eines Vouchers, geht ein. Immerhin. So kann ich innerhalb eines Jahres zu einem Ziel meiner Wahl fliegen – vorausgesetzt ich bin noch flugfähig und die Fluggesellschaft ebenso. Der Tag fängt gut an. Auch die Renten treffen pünktlich ein – in diesen Zeiten gewiss ein Grund zur Dankbarkeit. Irgendwie werden wir heute rundum umsorgt. Fehlt noch die offizielle Absage der Südafrikareise aber man kann ja nicht alles auf einmal haben. – Demnächst werden wir wohl alle mit Mund- und Nasenschutz herumspazieren, denn die Zeichen weisen darauf hin. Interessanterweise wird uns das als Schutz unseres Gegenübers empfohlen und nicht als Selbstschutz – nachdenkenswerter Ansatz. Den jahrhundertelangen arroganten Überlegenheitsgefühlen der europäischen Nationen haben unsere asiatischen Menschheitsgeschwister einen weiteren trefflichen Magenhaken versetzt. Sie werden gemeinhin mit der Viruskrise viel besser fertig als wir. So langsam sollten wir anfangen von ihnen zu lernen. – Ansonsten passiert mich kaum bemerkt sehr rasant dieser weitere Tag. Abends feiert Rex mit meiner geistigen Einfalt Verbrüderung. Immerhin verbreitet die Serie inzwischen mehr Spannung. Emotionen reiten die Intelligenz (zu?). So ist das in sozialen Distanzzeiten.

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Beamten-Mikado

Der erste Schnee – Wahnsinn! Doch: kaum ist er da, ist er schon wieder weg. In der kurzen Schmelzzeit gelingt’s, gerade noch, ein Foto unseres – teilweise – weißen Grundstücks zu schießen. Früher hatten wir diesen Blick jeden Winter, mehrmals. Ich kann mich noch an malerisch befrorene Nadelbäume erinnern und ans regelmäßige Schneeschieben. Letzteres fehlt mir erstaunlicherweise gar nicht! – Ach, ist das ein total fauler Montag! Dem langen (aber leider schlechten) Schlaf (erster Wochentag der Sommerzeit) folgt ein gemächlicher Tageslauf. Doch, kaum zu glauben, wir entdecken einen echten auswärtigen Termin am Donnerstag. Waren Termine früher eher lästig sind sie heute echt willkommen. Eine weitere Lehre aus der Corona-Krise. – Der Monat März (!!!) nähert sich seinem Ende und eigentlich wäre jetzt die Phase enormer Vorfreude auf Südafrika. Was bleibt ist die Vorfreude auf Ostern. Ernsthaft betrachtet sollte diese die verpasste unermesslich überwiegen. Andererseits feiern wir Ostern jedes Jahr … Wir Menschen sind halt auch psychisch recht komplizierte Gebilde und geistlich sowieso.  Unser Reiseveranstalter spielt beim unvermeidlichen Reisestorno mit uns Beamten-Mikado. Nach langen Berufsjahren beherrschen wir das ebenfalls nicht schlecht. Irgendwann muss er sich rühren. Bis dahin: Nur nicht bewegen!

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Gemeinschaftsmangel, blinde Ärzte und weltfremde Köter

So ein Online-Gottesdienst ist ein prima Ersatz für die Live-Version. Und doch ist es nur ein Ersatz, eine Übergangslösung. Auf Dauer fehlt halt ein wesentliches Element. Selbst ich, der passionierte Eigenbrötler, vermisse die Gemeinschaft, also das, wenn auch in meinem Fall eher distanzierte, Zusammentreffen mit anderen. Immerhin lerne ich schätzen, was mir zuvor als eher „lästig“ erschien. Ob daraus ein bleibender Wert wird? Wer weiß?!? – Heute schickt uns jemand einen Link zu einem älteren Arzt aus der Schweiz. Wieder einer, der Corona zur normalen Grippe erklärt. Er fordert allen Ernstes schwer Erkrankten im hohen Alter keine fiebersenkenden Mittel zu geben, dann würde das Fieber das Virus töten. Aha. Ich als Laie würde (wenn es nicht so ernst wäre) wetten, dass das Fieber eher den Kreislauf und das Herz der älteren Herrschaften tötet als das Virus. Dieser altkluge, sich als Fachmann aufspielende, Selbstdarsteller sollte seine Thesen besser mit einem Intensivarzt aus Italien, Spanien oder New York diskutieren. Viel Vergnügen damit! Ich jedenfalls kann mich nicht erinnern, dass bei einer normalen Grippe die Intensivstationen regelmäßig an ihre Grenzen stießen. Sorry, aber so ein menschenverachtendes Gerede regt mich auf. – Zur Beruhigung schaue ich dem von mir neulich so kritisierten amerikanischen Rex bei seinen Heldentaten zu. Herzerweichend, beruhigend, gewürzt mit ein wenig Spannung und liebevoll unrealistisch, man könnte fast sagen ’nicht von dieser Welt‘ – die klassische Mischung. Es wird spät. Sehr spät. Bescheuerte Zeitumstellung!

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Profilierungssüchtige Schwachmaten

Diese Selbstumkreisung ist ätzend. Zuhausebleiben ist als Pensionist ja sehr schön aber ans Haus gefesselt zu sein, ist doof. Was habe ich mich ab und an über Termine beschwert – ich glaube das müsste ich mal gründlich überdenken. Sie haben auch ihr Gutes, wie ich jetzt lerne. Okay, der Lerneffekt dieser Krise ist nicht gering. Nun gibt es „Experten“, die vehement abstreiten, das CoVid-19-Virus besonders gefährlich sei und 25.000 Tote bei der schlimmen letzten Grippe seien völlig normal. Die Sterberate in Italien und Spanien geht ihnen am A… vorbei und sie wissen alles besser. Interessant, wenn man durch Prof. Drosten Fakten kennt, die deren „Erkenntnissen“ zuwiderlaufen. Was soll das? Ist es pure Besserwisserei, Altersstarrsinn oder gar -schwachsinn? Wie kann man eine völlige Überlastung von Intensivstationen als hinnehmbar betrachten und kaltlächelnd Menschen ab 80 als ’sowieso reif zum Sterben‘ ansehen. Sie widern mich an.

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