Vorbereitungen

Ich finde Fotos zur Offenbarung, Kapitel 5 und erstelle damit nach und nach meine Präsentation für die Bibelstunde. Fast werde ich fertig. Das ist schön. Fehlt nur das, was zu sagen ist aber davon schwirrt schon eine ganze Menge in meinem Kopf herum. Das Bild von Gott im Himmel verstehen die meisten. Jesus als das Lamm Gottes verstehen die, die Jesus kennen und wissen was er für uns getan hat. Schwierig wird es erst ein Kapitel später, wenn es um das Gerichtshandeln Gottes mit dieser Welt geht. Der Mensch erhebt sich zum eigenen Gott und will Gottes Handeln beurteilen. Seit dem Paradies hat sich im Bewusstsein der Menschen nichts geändert – Gott klein reden und den Menschen aufblasen. ‚Die Völker, wohlgemerkt die Völker, sind vor ihm wie ein Tropfen am Eimer.‘ Die Überheblichkeit der Menschen stimmt mich immer wieder total traurig. – Zur Nacht mache ich mich müde mit einer virtuellen nächtlichen winterlichen Mitfahrt auf einer Lok über den Brenner. Danach schlafe ich nicht schlecht.

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Ablösung, Möbel und anregende Retrospektiven

Kurz nach dem Frühtau gibt es ein lang erwartetes Meeting bei der Bürgerstiftung. Eine junge Dame würde liebend gern den Internetauftritt und die sozialen Medien für die Stiftung betreuen. So wird die Aufgabe nun von alten, nicht mehr ganz so begeisterten in junge frisch motivierte Hände wandern. Prima – was für ein tolles Weihnachtspräsent. Danke!!! – Am frühen Abend kommen unsere neuen Möbel, die am Montag aufgebaut werden sollen. Optisch sind wir von unserer eigenen Wahl sehr angetan und warten gespannt auf das fertige Ensemble. Die neue Mikrowelle ist inzwischen ebenfalls eingetroffen aber noch nicht ausgepackt. Das kommt später. Wir stellen uns auf ein Möbellagerambiente bis zum Wochenanfang ein. – Ich schaue mir Walter Sedlmayr in Ägypten 1976 an und genieße seine launigen Kommentare, lasse mich 1967 nach Hydra virtuell entführen und lausche den (gewollt und doch nicht gekonnten) poetischen Erläuterungen bis ich schließlich im Jahr 1982 bei einem einerseits/andererseits liebevoll bewundernden und doch zwangsläufig kritischen Beitrag über die alternativen Urlauber (im Gegensatz zu den ‚Neckermännern‘) auf Kreta lande. Die „Alternativen“ werden als Rucksacktouristen bezeichnet – die Griechen nannten sie treffender Landstreicher-Touristen (wenig Geld in der Tasche, Drogen konsumierend und viel Müll hinterlassend). Drei sehr lehrreiche Filme anregend zum Vergleich mit der heutigen Zeit. Klasse!

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Flachgelegte Freunde

Zu einer sehr angenehmen Uhrzeit kommen die Baumfällexperten. Sie eruieren die Lage, besprechen sich kurz mit uns und legen los. Ein Baum nach dem anderen verliert seinen Wurzelkontakt und wechselt von der Vertikalen in die Horizontale, wird danach in kürzester Zeit am Stamm in 30 cm lange Stücke zerteilt und ansonsten geschreddert. Das geht alles ratzfatz. In fünf Stunden sind knapp 30 Bäume niedergemetzelt und ihre Stubben weggefräst. Einerseits zolle ich den Schaffenden Respekt für ihre Leistung, andererseits bin ich voll traurig über das Dahinscheiden meiner jahrzehntelangen Begleiter. Böser Borkenkäfer. Zurück bleibt ein riesiger Haufen Rindenmulch, eine aufgeräumte Wiese und ein freier Blick zum Feld. Andererseits gewähren wir nun jedermann Einblick. Da muss uns wohl noch etwas einfallen. Und dafür bezahlen wir viel Geld. Verrückte Welt.

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Arme Bäume

Ich versuche in meiner Gemeinde den Staub und die kleinen Steinchen, die per Profilsohle hereingebracht den Teppichboden bevölkern, zu beseitigen. Das Ergebnis ist befriedigend, mehr ist bei den hüpfenden Splittteilchen nicht möglich. Ich bin also zufrieden. Nebenbei höre ich Ausführungen zum Buch der Offenbarung. Nachdenken beim Saugen – nett! Nachmittags freue ich mich noch ein letztes Mal an den vielen Bäumen rund um unser Grundstück. Ich habe sie eigenhändig mit Freunden und Familie zusammen als Setzlinge gepflanzt. Jetzt sind sie zwar höher als unser Haus aber ausgetrocknet ein Opfer der fiesen Borkenkäfer geworden. Morgen werden sie fallen. Seufz. Noch ein paar letzte Fotos und ein oder zwei Filmchen von ihrer kahlen Fülle bevor die Motorsäge sie ihrer Standfestigkeit beraubt. Ihr Leben haben die meisten von ihnen ja bereits ausgehaucht. Ich bin traurig.

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Späte Erkenntnis – hartes Brot

Und ich kann es doch. Mehr oder weniger. Wenigstens ist jetzt Farbe auf den Wänden – nicht so ganz überzeugend, aber immerhin weiß ich jetzt warum ich für die Wohnungsrevonovierung lieber einen Maler beschäftige. Ist doch auch eine wichtige Erkenntnis. Andererseits reicht der Anstrich allemal um hinter den Schränken zu verschwinden. – Abends begebe ich mich zur Mitgliederversammlung meiner Gemeinde. Es ist diesmal recht interessant. Doch erst hinterher geht mir etwas Absurdes auf. Wir wollen das Miteinander fördern – auf der einen Seite. Wenig später überlegen wir einen weiteren Menschen einzustellen weil viele beruflich und familiär so stark gefordert sind, dass ihre Zeit für Ehrenamtliches nicht ausreicht. ??? Damit werden wir scheitern. Gemeinschaft, das Miteinander funktioniert in Gottes Gemeinde nur, ausschließlich, auf keine andere Weise als durch Mitarbeit. Gott hat Geld genug. Er braucht unser Geld nicht. Schon mit dem Ablass ging das daneben. Ich stelle für mich fest, dass ich mich vom ehrenamtlichen Engagement bei Gott nicht freikaufen kann. Eigentlich habe ich als Pensionist Zeit die Menge aber im Verhältnis dazu wie wenig bringe ich in die Gemeinde ein? Da hilft mir auch kein neuer Angestellter aus meiner Misere. Geld mit Gott teilen, geht nicht. Zeit opfern ist angesagt. Insofern ist meine für die Diskussion viel zu späte Erkenntnis: nur das Überwinden zeitlicher Hürden macht uns gemeinsam stark. Knete nicht. Wie in Laodizea: Du sprichst: Ich bin reich und habe mehr als genug und brauche nichts!, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß. Hartes Brot.

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Chorkonzert und Harfengeraschel

Wir schlafen arg lang. Dadurch platzt das Streichvorhaben in der Küche. Immerhin gelingt es noch den Boden und die Türen abzukleben und den festen Vorsatz zu fassen: morgen geht’s los. – Zu Hause schaltet sich der Lichtervorhang wie im Tool programmiert ein. Ich lächle schwer zufrieden. – Abends sind wir im Konzert des Reislinger Chores in der Markuskirche. Wir sind rechtzeitig da, stehen zwanzig Minuten in der Kälte vor den verschlossenen Kirchentüren, dafür aber recht weit vorn in der Schlange. Das ist so üblich bei den Reislingern. Glücklicherweise hält sich die Kühle in Grenzen. Wir kommen so in den Genuss eines Platzes in der Mitte und haben guten Ausblick auf die Sänger, die Sopranistin und die Harfenistin. Es ist wirklich weihnachtlich schön, manche Tonhöhen können vor allem die Männer nur schwer erklimmen aber die Lieder sind meist dem Volumen der Beteiligten gut angepasst. Der Nachfolger des scheidenden Chorleiters hat bereits ein paar fetzige Stücke mit einem Projektchor eingeübt. Das lässt hoffnungsfroh in die Zukunft blicken. Wie hierorts üblich werden die zarten Harfentöne durch Geraschel, Geblätter und leise Hustentöne begleitet – das ist nicht schön aber offensichtlich die persönliche Note des Publikums. Ich bin sehr erfreut über die christliche Botschaft in etlichen Liedern und erfahre so eine erste feine Einstimmung auf das Fest. Zu Hause schaltet sich der Lichtervorhang programmierungsgemäß aus. So soll es sein.

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Jubiläumsgottesdienst

Unsere chinesischen Geschwister feiern ihr 10jähriges Gemeindejubiläum in Wolfsburg. Der Gottesdienst in chinesischer Sprache ist beeindruckend und die Übersetzung per Ohrhörer sehr nützlich. Ich bin vom Gesang, von den Zeugnissen und der Predigt schwer beeindruckt. Wir können sehr viel von ihnen lernen. In überwältigender Gastfreundschaft „nötigen“ sie uns noch zum Mittagessen und auch das ist köstlich. Ich esse einen Teller zu viel und spüre anschließend die Auswirkungen sehr deutlich. Doch das chinesische Essen ist eine leicht verdauliche Kost und das ist gut. – Am Abend beginnt meine Vorbereitung für die nächste Bibelstunde – zwei so nah beieinander sollten wirklich die Ausnahme bleiben. Wir hören einen Vortrag von Hans Peter Royer zum 5. Kapitel der Offenbarung. Ich bin durchaus beeindruckt. Da hat uns der viel zu früh verstorbene Royer eine sehr wertvolle Botschaft hinterlassen. Ich blicke auf meinen Terminkalender und stöhne leicht auf – das wird wieder einmal eng. Als mir der Kopf schwirrt, ziehe ich mich in meine Betthöhle zurück. Kapazität erschöpft, genug für heute! Buenas noches.

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Der gute alte Klabautermann und das Narrenschiff

Am Montag soll gestrichen werden und heute holen wir die Farbe ins Haus, dazu Planen und eine Bürste. Ich bin gespannt auf meine Malerkünste, da diese aber bald darauf hinter Möbelstücken wieder vollständig verschwinden werden, bleibe ich völlig cool. – Die linke Hecke erhält nun ihre LED-Lämpchen, ich spendiere ihr sogar zwei Ketten, das steigert den Effekt. Und siehe da – es strahlt, leuchtet und funkelt wunderschön. Man braucht also keine flackernde, laufende, auf- und abblinkende Lichtershow für eine adventliche Atmosphäre. Komisch, dass uns noch nicht der CO2-Effekt dieser Beleuchtungsaktion von den Klimaschreihälsen um die Ohren geschlagen wurde. Kommt vielleicht noch. Ach ja, Hysterie, in den Nachrichten wurde berichtet, dass E-Mails ganz schwer CO2-schädlich seien, weil die Rechenzentren zu viel bösen Strom verbrauchen. Aha. Und deshalb sollen wir alle auf Elektrofahrzeuge umsteigen? Die erhalten einen anderen Strom? Tickt ihr noch ganz richtig? Immerhin könnte bei so schlichten Gemütern wie mir der Verdacht reifen, dass ihr Freaks es so dreht, wie es euch gerade passt. Bei diesen ganzen Diskussionen reizt es mich immer mehr eine 14-tätige Kreuzfahrt auf einem etwas älteren Kahn in die Karibik zu buchen und alle nötigen Flüge in der Business-Class zu absolvieren. Nur so aus Trotz. Allerdings ist da nicht nur die CO2-Rechnung äußerst fett. Und mein Portemonnaie wäre dann €-frei. Nicht so ganz erstrebenswert. – Das SPD-Volk hat ein nur Insiderkreisen bekanntes Duo zur Parteispitze gewählt. Ich bin fasziniert, sehe die Partei am Abgrund stehen und befürchte die zwei führen die SPD zwei Schritte voran. Aber vielleicht klappt es ja. Die Vergangenheit lehrt leider anderes. Gut für die SPD, dass die CDU bisher kaum mehr überzeugen kann. Nur die Grünen haben erstaunlicherweise zwei Führungspersönlichkeiten vorzuweisen. Die Personalpolitik bleibt spannend.

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