Pünktlickeitsdefizit

Der Gottesdienst macht Mut zur Seelsorge und das steigert vielleicht meine Gesprächsbereitschaft danach – jedenfalls kann ich munter drauflosplaudern, was bei mir nicht so oft vorkommt. – Am Nachmittag schleiche ich mich mit deutlicher Verspätung in eine Geburtstagsfeier hinein. Ich hätte es wissen müssen: je höher die Zahl der Jahre, desto pünktlicher geht es los – und mit 90 ist man – ob man will oder nicht – kein Jungspund mehr. Dafür löst sich die Gesellschaft nach dem Kaffeetrinken recht fix auf – wir gehen angesichts unseres späten Erscheinens halt als letzte, kurz vor dem Aufbruch der Familie. So gleicht sich alles aus. Zu Hause nehme ich dankbar das Angebot eines Moderationswechsels an und kann so unbeschwert in die Woche starten. Phantastisch!

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Liebgewordenes loswerden

Wir besuchen ein älteres Ehepaar, das sein Haus verkauft hat und in ein Seniorenwohnheim ziehen möchte. Das führt mir wieder vor Augen wie viel Kram sich im Laufe der Jahre so ansammelt und wie unterschiedlich die Vorstellungen über den Wert einzelner Teile sein kann. Mein persönlicher Wert kann da durchaus das Mehrfache des eigentlichen Wertes ausmachen – umgekehrt natürlich auch. Da kommt noch was auf uns zu. Hoffentlich nicht so bald, doch der Zeitpunkt war noch nie so nah. Ein liebreizender Krimi mit kauzigen Mitwirkenden versüßt mir den Abend.

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Himmlischer Gesang zur Wartezeit

Ein Gartenexperte begutachtet unsere kahle Rückfront und will uns vorschlagen wie wir möglichst schnell und vogelfreundlich für Ersatz sorgen können. Ich bringe meine Idee einer Wiesenlandschaft statt Moosebene zu Gehör und erwarte ebenfalls dafür einen Horror-Kosten-Plan. Kaum hat man eine Ausgabe hinter sich gelassen, tauchen drei neue auf – es ist zum Ausraufen sämtlicher Haarreste (und das sind Gott sei Dank noch recht viele). – Erst ist die Keynote-Präsentation für die Bibelstunde heute am Nachmittag nicht zu öffnen, dann die aus der Cloud auch nicht aber ein Gebet und ein Update später stehen mir wieder beide zur Verfügung. Danke. – Ich fahre recht früh zum Aufbau meiner Gerätschaften zur Bibelstunde und so ist der Raum noch von unseren chinesischen Freunden belegt. Sie singen himmlisch und das verschönt mir die Wartezeit enorm. Leider beteiligen sich die Besucher heute nur sehr zurückhaltend um so mehr muss ich reden. Es ist schon erstaunlich wie unterschiedlich zwei Stunden zum gleichen Thema laufen können. Ich stelle mit Überraschung fest, dass es mal in der einen, mal in der anderen lebhafter zugeht. Interessante Erfahrungen. – Abends spaziere ich virtuell über diverse Weihnachtsmärkte: auf einem Schiff, in einem Bergwerk, in einer Großstadt, mit einem Festumzug am Abend des 5. Januars und an mancherlei mehr oder weniger seltsamen Orten. Danach begleite ich die Feuerwehr bei etlichen Einsätzen und erfreue mich an jeder Minute unserer so leicht zerbrechlichen Beschaulichkeit. Man lernt zu schätzen was man hat. Danke!!!

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Steine am Morgen

Mein Handy reißt mich grausamst aus der tiefsten Schlaflust und das nur weil sich meine Frühstücksexpertin für diese frühe Mahlzeit bei einer Freundin rechtzeitig verdrücken möchte. Ohne jegliche Ahnung wo mir mein Kopf steht, sinke ich zurück in die Federn und suche den Anschluss an verlorene Träume. Das gelingt halbwegs. Zu menschenfreundlicher Morgenzeit, so zwischen neun und halb zehn, darf dann der Tag seinen Lauf nehmen. Und das tut er. Mein Versuch unsere funkelnagelneue Kombinationsmikrowelle zu überreden mir ein Brötchen aufzubacken, mündet in einem schwarzen Felsbrocken, dann in einer zwar lecker braunen aber dennoch steinharten Backware bis ich mich schließlich resignierend mit einer halbgaren Semmel zufriedengebe. Wir brauchen wohl noch ein wenig Zeit ehe wir Freunde werden – die Mikrowelle und ich. Dennoch nicht entmutigt lasse ich den neuen Backofen eine Stunde lang bei Höchsttemperatur ‚einbrennen‘, wie es heißt. Es stinkt nicht so, wie avisiert und das ist gut so. – Ohne den eigentlich unverzichtbaren Mittagsschlaf bringen wir meine Mum zur Friseurin, die ihr zu abenteuerlichen Tarifen die Haare kürzt und frisiert. Aber wenigstens sieht es gut aus. Back home wirft mich meine Kondition auf mein Lager und fordert sanft aber nachdrücklich die versäumte Erholungspause ein. Okay, der Klügere gibt nach. Danach steht ein ruhiger Abend ins Haus. Immerhin.

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Küchenetappen

Kaum ist man (fast) fertig mit der Küche, kommen neue gute Ideen, die ich noch rasch verwirklichen möchte. Also auf nach Gifhorn zum Experten und dort beraten lassen. Ich staune immer wieder wie viel Zeit ein paar Kleinigkeiten beanspruchen. Doch am Ende ist alles gut und es wird wohl Februar werden, bis wir die Neue in ihrer ganzen Pracht bestaunen können. Aber inzwischen steht ja schon ein beachtlicher Teil von ihr. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen, sagt man wohl. – Während meines Mittagsschlafs verlässt mich meine sozial hoch aktive Lebenslanggefährtin um eine ältere Dame in den Seniorenkreis einzuführen. Schön für beide. Ich räume und krame, um unseren Wohnbereich noch etwas wohnlicher zu gestalten ohne seine Lagereigenschaften gänzlich beseitigen zu können. Es wird zwar kein Weihnachten im Möbellager wohl aber ein Weihnachten mit Kücheningredienzen im Wartestand. – Unser Hauskreis am Abend entpuppt sich als lebhafte Runde mit munteren Erörterungen, mal beim Thema, mal um das Thema herum und mal ganz weit weg vom Thema, ist aber egal. Auch der Wein im Anschluss steht der Mitteilungsfreude nicht im Wege 😉😇. Schön war’s.

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Gott wirkt

Vor dem Frühtau erscheint unser filigraner Aufbaumeister. Er beherrscht sein Handwerk sehr gut und wir sind äußerst zufrieden. Leider werden wir wohl länger auf eine zweite passgenaue Arbeitsplatte warten müssen, aber das Provisorium scheint einen guten Zwischenjob zu versprechen. Warten wir es ab. Unser junger Mann hat gute Ideen, die wir möglicherweise noch realisieren wollen. Da ist noch Diskussionsbedarf mit seinem Chef. – Während der fleißigen Montage sitze ich ein Zimmer weiter an meiner Vorbereitung. So langsam beginnen die Gedanken gut zu rinnen. Gott sei Dank. So fügen sich Bilder und Texte zusammen und das mulmige Gefühl weicht meiner normalen Nervosität vor solchen Anlässen. Und es bleibt ein wenig Zeit zum Staunen über die Wunder der Offenbarung, über Gottes Größe, seine Liebe und Geduld kombiniert mit seiner Heiligkeit und Gerechtigkeit. Je kleiner ich Gott mache, desto weniger verstehe ich ihn. Isso. In der Bibelstunde jedenfalls erfahre ich spürbar seine Nähe und sein Wirken. Man mag es glauben oder nicht. Ich weiß es.

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Möbelaufbau lenkt ab

Recht früh am Morgen kommt der Monteur. Er baut die Küchen immer allein auf und ist offensichtlich gut darin. Völlig problemlos meistert er die Herausforderungen bis auf die, die auf falschen Lieferungen beruhen. Eine Arbeitsplatte ist zu schmal. Also blüht uns ein Provisorium, weiß der Geier wie lange. Puh. Ansonsten kommt er flott voran und ich staune über die Entsprechung von Vorstellungen und Realität. Bestens. Wir schauen ihm ermunternd bei der Arbeit zu, plaudern ein wenig und sehen wie die vielen Einzelteile langsam aus dem Esszimmer verschwinden und eine Tür weiter ihren besseren und endgültigen Platz finden. So fügt sich Schrank an Schrank, das Ceranfeld findet seinen Drehstromanschluss und der Backofen seine Steckdose. Der Geschirrspüler und der Kühlschrank müssen noch eine Nacht auf ihren Einsatz warten. Vordrängeln gilt offensichtlich nicht. Der Abend klingt aus mit einem Vortrag zum Thema der von mir morgen zu haltenden Bibelstunde. Ich bin arg spät dran – das kann ja heiter werden. Doch die Ablenkung ist einfach zu groß. Ich bin mit meiner Planung nicht so ganz zufrieden. Vorsichtig ausgedrückt.

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Innenleben

Ein ansprechendes Wort in der Predigt im Gottesdienst, tolle Lieder und eine gute Gemeinschaft lassen mich frohgestimmt nach Hause fahren. Angesichts des häuslichen Möbellagers kommt heute das Angebot des örtlichen Dönerproduzenten auf den Tisch. Lecker aber viel zu viel! Das erfordert einen ausgiebigen Mittagsschlaf. – Ein Blick nach draußen verleidet jeden Gedanken die häusliche Wärme zu verlassen und ermuntert zu inneren Aktivitäten, wie Kaffeetrinken, Musik hören und Gottes Botschaft lauschen, was wir auch alles tun. – Die abendliche Reise durch das wunderschöne Schottland rundet den ruhigen Tag ab. Leider ist unsere Großleinwand blockiert, so dass sich phantastische Landschaften auf unseren kleinen Bildschirm zwängen müssen. Is wie is.

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