Erbauliche Erfolge

Völlig eigensinnig schiebe ich bereits etliche Tage ein paar kleinere Arbeiten an einem Fahrrad vor mir her. Endlich lasse ich mich in die Garage scheuchen und schaue mir den Job näher an. Aha. Ein sich gelöstes Kabel in eine Anschlussklemme einführen und ruckzuck die Reifen mit Luft füllen. Das war’s. Keine zehn Minuten. Manchmal bin ich mir selbst ein Rätsel. Dann tauche ich in die unendlichen Tiefen des bockenden iPads ein und stelle fest, dass da wohl eher mein Router Verantwortung übernehmen muss. Einige Updates wurden nicht – wie versprochen – automatisch ausgeführt. Ein Repeater mit diesem Manko hat mein süßes unschuldiges iPad von der Kommunikation ausgeschlossen. Das ist gemein! Also upgraden und hoffen. Die ersten Ergebnisse stimmen ein wenig optimistisch. Ich bleibe dran. – Beim Besuch meiner Mum lädt uns eine offene Schranke zum Parken ein. Also passieren wir das Teil. Danach fährt die blöde Latte runter. Ohne Chip gefangen. Sehr professionell löst das Klinikum das Problem. Respekt. Klasse.

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IT-Desastervermehrung

Die Gemeinde durchsaugen und dabei einen Vortrag über die Hölle hören – irgendwie rührt mich das ein wenig seltsam an. Aber es ist schon interessant etwas über die Bezeichnung des Totenreichs, des Paradieses („Abrahams Schoß“) und das Feuermeer im Urtext zu hören sowie als Einleitung einiges über biblische Aussagen zum Himmel zu erfahren. Leider schwemmt mein Erinnerungsvermögen stante pede einen Großteil der Informationen gleich wieder weg. Da muss ich wohl ein zweites Mal mit Papier und Kuli, resp. iPad und Stift lauschen. – Übrigens toppt die konventionelle Poststelle WebIdent bei weitem – dort ist wohl noch eine Menge Pionierarbeit zu leisten. In der letzten Zeit merke ich sehr konzentriert, dass das virtuelle Leben in Deutschland seit Jahrzehnten im Beginnermodus vegetiert. Schade eigentlich. Im Fernsehen toben sich Leichtathleten bei mörderischen Temperaturen aus – wenn sie Spaß dran haben sollen sie halt. Beschäftige ich mich eben mit meinem bockenden iPad. Unser WLan will nicht wie es soll. Bei unserem Zweitrouter trabt es dagegen munter voran. Noch so’n elektronischer Konfliktherd. Armer Rolf.

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Virtuelles Verwirrspiel

Eine ganz besondere Aktion im Netz erfordert eine ganz besondere Identifizierung. Frohgemut lasse ich meinen Browser einen Identifikator aufrufen, warte, warte, warte und dann lässt sich ein etwas gelangweilter junger Mann blicken. Leider muss er die hintere Kamera meines iPads benutzen und wenn ich umschalte ist er weg. Ansonsten hat er von möglichen Problemen eines hilflosen Users wie mir keine Ahnung. Ist wohl nur ein Android-Kenner. Wie dem auch sei, ich verlasse diese trockene Service-Wüste und werde morgen alles bei der guten alten Post erledigen. Die kann das besser. Wenn sich mein künftiger „Partner“ immer solcher kompetenten Dienste bedient, wird es sicher eine lustige Zusammenarbeit. Oder lausige? Eins von beiden! Apropos lausig, mit der Volkswagenbank klappt es jetzt wunderbar. Warum habe ich dort eigentlich gekündigt? Ach ja, da war ein grottenschlechter Kundendienst und die Intention mich zu verkaufen. Und das will ich nicht. Da gehe ich lieber selber.

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Erkenntnisse

Ich kann es kaum glauben. Die Volkswagen Bank ist im Service zwar immer noch für Kunden nicht erreichbar, hat aber gemerkt, dass sie einen Zugang für diejenigen schaffen muss, die sie automatisch ausgesperrt hat. Welch eine Selbsterkenntnis 😉! Ich kann wieder auf unsere Konten online zugreifen. Schnell die Knete sichern, ehe sich die Banker eine neue Hürde ausdenken oder uns, wie in der HAZ angekündigt, an eine andere Privatbank verhökern. – Abends drängst sich mir die Erkenntnis auf, dass auf Dauer zwei Folgen Barnaby jeden Montag auch nicht das Wahre sind. Fernsehen wird sowieso weithin überbewertet.

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Staunen

Ein staunenswerter Gottesdienst erwartet mich. Ich staune über den reichhaltigen Erntedanktisch – ein Anblick zum Jubeln. Ich staune über die Flexibilität unserer Landeskirche in ihren festgefahrenen starren Gleisen. Ich staune über eine inhaltsreiche, stilistisch die Atemwege freimachende (ich muss oft ganz tief durchatmen) jugendlich-unbekümmerte Predigt – megacool sozusagen. Ich komme kaum aus dem coolen Staunen heraus. Einem ruhigen Nachmittag folgt eine lehrreiche Sendung über die Hinter- und Abgründe der Astrologie, die wieder einmal beweist, dass auch aus nachweislich falschen Grundlagendaten mit etwas psychologischem Geschick beeindruckende Schlussfolgerungen für Leichtgläubige aller Art gezogen werden können. Ein Beitrag über Geologie, Fauna und Flora der Kanaren auf der Großleinwand vermittelt Wissenswertes. Ein Tag zum Entspannen. Doch wovon?

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Biblische Wahrheiten und klischeehafte Verklärungen

Der Rest der Ablage verschwindet. Die allerletzte Ergänzungslieferung meines Steuerratgebers auch. Ich schätze mal, dass künftig alles in gewohnten Bahnen laufen wird, wenn nicht die Klimahysterie unsere gewählten Vertreter zu Panikgesetzen treibt. Abwarten und unfair gehandelten Kaffee trinken. Der inzwischen alt gewordene aber wie gewohnt agile Parzany hält einen engagierten Vortrag. Ich muss immer wieder leise lächeln wenn Dozenten auf eine aufeinander aufbauende Vortragsreihe mahnend hinweisen und dann doch eine in sich runde abgeschlossene Abhandlung präsentieren. Na schön, dann fehlt mir halt der große goldene Rahmen, das kleine Passepartout reicht mir völlig. Ich gebe mich da bescheiden. Parzany bringt es auf den Punkt, spricht klar und deutlich Unangenehmes an, scheut kein Tabu, setzt klare Akzente. So kennt man ihn. – Vor dem Schlafengehen lasse ich mich von einem locker leichten, kodderigen, zum Finale total spannenden Krimi in den Bann ziehen. Zum guten Ende lächeln und nicht aufgewühlt Schnappatmen. Das mag ich.

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Bergschrumpfung und Weinverdunstung

Die Ablage will mich ersäufen. Aber das schafft sie nicht. Stück für Stück, Bogen für Bogen, Rechnung für Rechnung wandern in die Akten, in den Papierkorb oder in den Schredder. Jedem was es verdient. In relativ kurzer Zeit – so kommt es mir vor – tun sich Abgründe auf, sprengen die Vorsortierung und drängen mich zu Aktionen. Also los, saurer Apfel, reinbeißen. Ein Nachmittag und der größte Teil ist abgearbeitet. – Abends sind wir bei Freunden und staunen über die Verdunstungsfähigkeit von Wein in geöffneten Flaschen. Nicht zu fassen. Außerdem tut sich ein Kurzurlaub im nächsten Jahr auf. Auch nicht schlecht. Schwer beschwingt geht es heimwärts. Fein.

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Terminliche Unpässlichkeit

Es gilt heute Luft zu holen, durchzuatmen, zu relaxen und wieder Kraft zu schöpfen. Das gelingt nur mäßig, denn wir erfahren, dass mein Onkel mitten in unserem Kreta-Urlaub beigesetzt werden soll. Mittendrin! Wir können die Reise weder später antreten noch verkürzen, wir könnten nur mittendrin hinfliegen. Aber das ist nicht billig. Ich bin deprimiert und leicht gereizt. Wir teilen das den Verwandten mit, sie sind sehr verständnisvoll, ich bin es nicht. Ich mochte diesen Onkel sehr. Doch will ich weit über 600 Euro ausgeben nur um zwei Stunden bei der Beerdigung dabei zu sein? Ich glaube eher nicht. – Am Abend kommt noch eine informative Plaudertasche zum Ausmessen und füttert uns mit allerlei Wissenswertem. – Meine vereinstreue Lebenslanggefährtin verlässt mich für eine Versammlung. Ich schwänze und höre in voller Lautstärke schöne alte Songs. Das Haus bebt. Ich auch. Very impressive.

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