Schmausen und wachen

Es nervt wenn frühmorgendliche Besucher nicht kommen. Selbst wenn sie irgendwann anrufen und plausible Gründe nennen, nervt es trotzdem – so wie heute. Schade. – Abends feiern wir einen Geburtstag nach und lassen es uns schmecken. Das Dinner ist reichlich reichhaltig, mächtig gewaltig, sozusagen. Einem äußerst wohltuenden Abend folgt so eine gut durchwachte Nacht mit einem seltenen dafür oberflächlichen Schlaf. When will ich ever learn?

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Mechanisches Wunderwerk in feuchtkalter Klimazone

Die Technik eines muskelbetriebenen Zweirades habe ich noch nie so einprägsam vor Augen gehabt. Meine Räder haben immer funktioniert oder waren ohne großen Aufwand wieder fahrbereit. Ich lerne, dass ein Rücklicht nicht funktionieren kann, wenn das stromführende Kabel mit dem Masse-Anschluss verbunden ist. Ich lerne, dass das Symbol für „Masse“ nicht das für „Strom“ ist. Ich lerne, dass die Vorderleuchte ihren Einsatz verweigert, wenn das Stromkabel nur locker den Kontakt umschwebt und das Massekabel in der Luft hängt. Ja, ich erkenne sogar den Masse-Anschluss. Ein Lob dem Fachmann, denn die Lichter leuchten wieder. Ich staune über die schier unendlichen Einstellmöglichkeiten der Handbremse und schaue zu, wie die Kette tatsächlich gespannt wird – was mir früher nie so richtig gelungen ist. So eine handwerkliche Begabung ist zweifelsfrei eine arg hilfreiche Fertigkeit. – Nachmittags erklären wir die kalte Jahreszeit für eröffnet und verfrachten die Lounge von der Terrasse in den Keller. Ein deutliches Zeichen unserer Wettererwartungen. Es wird ungemütlich, kalt und nass. Ich werde wieder zwangsweise in die falsche Klimazone transferiert obwohl ich am Ort verbleibe. Nordländerschicksal.

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Netter Tag

Völlig problemlos füge ich eine neue Stiftung in das Stiftungsverzeichnis im Internet ein und bin arg verwundert, dass das keinerlei Schwierigkeiten mit sich bringt. Sollte heute ein Technik-Wunder-Tag sein? Mein neues Konto fügt sich geschmeidig in meine Software ein, die Abfrage geschieht reibungslos und ich kann mich eines kleinen Lächelns nicht erwehren. Fein. – Der Hauskreis am Abend verwandelt für mich ein Fragezeichen hinter einem Text aus dem Matthäusevangelium in ein Ausrufezeichen, das tut gut. Im Anschluss sehen wir Fotos einer Reise ins tiefste Russland, offenbar recht unkoordiniert vom einladenden Bischof aber mit der nötigen Gelassenheit und Ruhe, die mir in so einer Situation völlig abgehen würde, hat sie der Reisende cool gemeistert. Stark. Bei einem leckeren griechischen durchgegorenen roten Saft schließen wir den Abend ab. Nice day.

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Ladung fassen

Auf Nebenstraßen schleichen wir uns zu einer Lieferantin von diversen Hilfsgütern für die Armen in der rumänischen Bevölkerung (und das sind nicht wenige). Ihr Haus liegt in der Nähe des Braunschweig-Wolfsburger Großflughafens 😉🤗. Wir laden unseren armen Q2 in einer erschreckenden Weise voll und staunen, was in ihn so alles reinpasst. Vollgepfropft bis unters Dach geht es weiter zu Real und dort kaufen wir zusätzlich noch ein. Phantastisch. Mehr geht nicht! Dennoch kommen wir gut zu Hause an und räumen das Gefährt nach der Mittagspause aus. Meine unermüdliche Rumäniensammlerin stopft dann noch alles in leichter zu handhabende Säcke – künftiger böser, böser Kunststoffmüll, igittigitt, aber für Kartons sind unsere Fortbewegungsmittel weder eckig genug noch auf Kartonmaße normiert. – Mit einem Auge verfolge ich im TV den Bericht über eine Alten-WG in einem Bauernhof und bin recht angerührt von diesem liebenswerten Ausstieg aus dem Leben. Keine schlechte Sache, so scheint es.

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Das Narrenschiff

Wir haben eindeutig die kalte Jahreszeit erreicht. Die Temperaturen draußen sind einstellig aber drinnen ist es mollig warm – dank unseres Kachelofens. Wir werden ihn in vollen Zügen genießen solange man uns lässt, denn mit der herrschenden Klimahysterie und Weltuntergangsstimmung ziehen drohende Verbotswolken am Horizont auf. Wir verheizen zwar einen nachwachsenden Rohstoff, sogar aus eigener Züchtung, der in seinem Leben sehr viel für die Umwelt getan hat, wohl getrocknetes Holz, dennoch könnte unser Ofen ja den Anstoß für die große Katastrophe liefern. So ein Schwachsinn! Wir vernachlässigen gravierend den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Wir wollen auf Ökostrom umstellen sperren uns aber sowohl gegen seine Erzeugung, seien es Windmühlen auf Land oder zu Wasser, verhindern die nötigen Stromtrassen sowohl über als auch unter der Erde, wollen den Individualverkehr kurzfristig schmerzhaft reduzieren, schaffen aber nur wenige Zusatzkapazitäten im ÖPNV und die auch nur mittel- bis langfristig. Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass die Gottlosigkeit in unserem Lande uns anfällig macht für Verführer aller Art. Die Klimawende halte ich für ein durchaus zu bewältigendes Problem, wenn man sie wirklich planmäßig vorantriebe, auf Aktionismus verzichten würde und sie Schritt für Schritt realisiert. Dazu müssen halt Rechtswege sinnvoll verkürzt (wozu brauche ich bei wichtigen Vorhaben drei Instanzen plus Verfassungsgericht plus EuGH?) werden. Neben den Grundrechten sollten wir möglicherweise ebenso deutlich Grundpflichten definieren (und nicht nur verschämt im zweiten und dritten Absatz). Doch all das ist nur ein tiefer Seufzer aus meiner persönlichen Abhängigkeit heraus, wie ein Passagier im untersten Deck der Titanic, der ein Unheil erahnt und die erste Klasse oben tanzen hört. Da kommt was auf uns zu.

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Historie, Musik und Mittelgebirge

In der Studierstube fehlen uns ein paar fundierte historische Kenntnisse, um den Hesekieltext einordnen zu können. Ansonsten finden wir interessante Aussagen zum tausendjährigen Reich, zum Messias und über die Folgen wenn man sich mit Gottes auserwählten Volk anlegt – das sollte man lieber lassen. – Die Predigt im Gottesdienst aus Bremen legt uns Dankbarkeit gegenüber Gott ganz schwer ans Herz und zeigt wie reich unser Gott uns jeden Tag beschenkt. – Der Abendgottesdienst gewährt nachdenkenswerte Einblicke in das Barmer Bekenntnis, seinen äußeren Anlass und seine schwerwiegenden Aussagen. Beeindruckt bin ich von Musikstücken – Klarinette und Flügel – von Vivaldi und Bach sowie Trumpet Tune zum Abschluss. – Mit Bildern quer durch Mitteldeutschland, entlang der Mittelgebirgsketten auf unserer kleinen Großleinwand lasse ich entspannt den Sonntag ausklingen. Faszinierend.

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Mackenhäufung

Mit einem Mal hat sich der Bankzugang in meiner Software verändert. Oder habe ich ihn verändert? Sei es, wie es sei, ChipTan wird von der Software nicht bedient. Auch das noch! Immerhin gelingt es mir in recht kurzer Zeit den Fehler zu finden und zu korrigieren. Aber was soll ich in zehn bis zwanzig Jahren machen, wenn so etwas auftritt und ich noch unbeweglicher geworden bin? Nun ja, das ist ja im Grunde genommen sehr unwahrscheinlich, dass ich in zwanzig Jahren noch zu den Erdbewohnern zählen werde, eher zu den Tiefergebetteten. Was mache ich mir da für einen Kopf? Kommt Zeit, kommt Rat – so war es, so ist es und so wird es sein. Punkt. Eher deprimierend ist der Erfolg meiner „Fahrradreparatur“. Ja, das Kabel steckt in der Anschlussklemme aber die Beleuchtung funktioniert trotzdem nicht. Bin ich blind oder was? Ein Freund will sich das in der nächsten Woche mal anschauen. Ich bin gespannt.

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Herbstliche Stimmungslage

Freunde fliegen Richtung Südafrika und wir bleiben zurück. Seufz. Ich dagegen habe meine Freude mit der IT, die mir in letzter Zeit eher wie ein ET vorkommt, also nicht von dieser Welt. Leicht frustriert wende ich mich wieder der Urlaubswelt zu und verfolge virtuell die Reise in die südliche Hemisphäre. Aber auch das bleibt unbefriedigend. Mein Krimi lässt mich kalt. Immerhin erfreut mich mein Mittagsmahl eine Tomatensuppe mit Reiseinlage, die ich in ein Reisgericht mit Tomatensauce verwandle. Lecker. Es bleibt dennoch ein Tag ohne rechte Motivationsfreude, mag sein, dass es am herbstlichen Wetter liegt, dessen Kälte nicht mein Ding ist. Ja, die Brrrrrr-Jahreszeit hat mich wieder umfangen. Bald werden die kahlen Strünke, derzeit noch wohlbelaubt, meine Freude an diesen Zeiten widerspiegeln. Hoffentlich hält sich auf Kreta die Wärme noch ein paar Wochen. Hoffen und harren …

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