Sternenauto, Augenlust und tanzende Griechen

Die eine Stunde, die uns die Griechen voraus sind, macht sich mental bemerkbar. Gerade noch rechtzeitig für die amerikanische Frühstücksversion erreichen wir das Hotelrestaurant. Erfreut registriere ich die vielfältigen Rühreibeilagen. Verlockend. Am frühen Nachmittag holen wir unseren Mercedes (!!) beim Verleiher ab. Alt, übergewichtig und mit einer hübschen Frau an meiner Seite – der typische Mercedesfahrer in sämtlichen Vorurteilen. Nun ja, genau genommen fährt sich der Sternenwagen wie jedes andere Auto auch, wenn man das Rätsel der Handbremse gelöst hat. Plötzlich klappert eins der Hinterräder und transferiert mich in eine kleine Krise. Was‘n nu‘ los? Ein breiter schwarzer Klebestreifen hatte sich am Rad festgeklammert und schlug munter bei jeder Umdrehung an den inneren Kotflügel. Man lernt nie aus. – Beim Dinner übe ich mich in Zurückhaltung, sehe aber schwarz für die Zukunft: zu vielfältig, zu lecker und eine enorme Menge Augenlust. – Abends erleben wir tanzende griechische Kultur im touristischen Gewand. Urlaubsfeeling pur.

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Stuttgart – Analipsis

Ein apartes Hotel mit einem Frühstück ohne Rührei – der Tag fängt ja gut an.  Bei Sonnenschein gewinnt Stuttgart ein wenig. Doch für eine verbesserte Beziehung ist die Zeit zu kurz. Im Flughafen – quadratisch, praktisch, gut 😉😏 – werde ich vollkörperlich abgetastet, es wird immer kurioser. Die Mahlzeit im Flieger ist echt lecker. Die gebuchten Sitze sind noch bequem, verbunden mit der ernsten Warnung zur Leibumfangsschmälerung. Per Bus durch kretische Örtchen ist immer wieder ein Erlebnis besonderer Art. Das Hotel verblüfft durch exklusiven Empfangsservice, allerbeste Zimmer, Begrüßungsraki und leckere griechische Naschereien. Doch bevor wir gänzlich abheben zieht uns eine Bar mit englisch-grottigem Service (an der Theke bestellen), hohem Preisniveau bei minderer Getränkequalität auf den Boden zurück. Immerhin konnte ich hier den schlechtesten Weißwein, den ich mir je zugeführt habe kennenlernen – für acht Euro das Gläschen. Nobody is perfect. Leider!

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Stuttgart

Aufstehen um 7 Uhr – Erinnerungen werden wach, doch es geht nicht zur Arbeit. Wir schnüren das Gepäck, satteln die Bahn (zu der ein Freund uns netterweise befördert) und sausen Richtung Stuttgart. In Mannheim müssen wir umsteigen, doch der Anschlusszug fällt aus. Damit entfällt unsere Zugbindung und wir entern einen IC, der uns gemütlich rumpelnd ans Ziel bringt. Der Bahnhof ist eine riesige Baustelle und der neue Tiefbahnhof scheint noch lange von seiner Eröffnung zu träumen. Überhaupt Stuttgart. Es ist keine Liebe auf den ersten Blick. Der zweite mag dann ein wenig Sympathie wecken, eventuell. Es ist immerhin nett hier, nicht schlecht aber ein Stück weit von super entfernt. Der Abflug von hier wird wohl eher eine Ausnahme bleiben. Aber wer weiß, wie das Leben so spielt …

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Fuß- und Hauspflege

Fußpflege ist eine angenehme und erfrischende Dienstleistung, die ich nicht mehr missen möchte. Wie viel blutige große Zehen hätte ich mir schon ersparen können, wenn ich mich früher getraut hätte sie zu nutzen. Vorurteile können auch schmerzhaft sein – leider nicht alle. Heute werden die Urlaubsvorbereitungen intensiviert, vor allem müssen wir unser Haus in die bewährten Hände unseres Sicherheitsdienstes geben. Nach zwei, wenn auch im Ergebnis nahezu erfolglosen, Einbrüchen wird man halt vorsichtiger. Klauen kann man bei uns zwar nichts, denn Schmuck haben wir nicht, dafür ein Schließfach bei der Bank und so dumm, dass wir Bargeld im Urlaub herumliegen lassen, sind wir doch nicht. Was bei uns ein wenig Wert hat ist groß und schwer zu transportieren. Dagegen sind die Schäden am Haus bei Einbruchsversuchen aufwändig und sinnlos: der Dieb findet nichts, wir haben den Ärger und der Tischler macht den Gewinn. Grottig.

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Stress und Entspannung

Der Tag hat es in sich. Commerzbank, shoppen, Mutti, Zahnarzt und eine Fahrradtour meiner sozial hochaktiven Mitbewohnerin. Sie erfährt nachhaltig den Unterschied zwischen eigener Muskelkraft und ihrer Verstärkung durch elektrische Energie. Heute war Ersteres dran. Ich hole sie entspannt mit dem Cabrio ab und wir haben den Himmel offen über uns. Abends geht es am Rhein entlang von der Mündung bis zu seiner offiziellen Quelle einschließlich der Fauna und Flora zu seinen Seiten. Schön, dass man im Alter die Auffassung gewonnen hat alle Krimiverläufe und Actionserien sowie Filmplots zu kennen bzw. auszuspucken, wenn sie zu grausam oder zu honigtriefend sind und so Zeit findet für ausgiebige, ausführliche, zeitweise auch mit Längen versehene Landschaftsbetrachtungen. Informativ sind sie allemal. Trotzdem lasse ich den Tag mit einem Cosy-Krimi ausklingen. Ich kann es nicht lassen.

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Anti-theoretische Realität

Schon wieder speisen wir im Restaurant. Zum Glück treffen wir uns mit äußerst netten Menschen und freuen uns über sättigende Portionen in angenehm handhabbarer Größe. Ich lächle über Apotheker-Anekdoten und sehe doch überall die große berufliche Belastung durchscheinen. Was manche Zeitgenossen vom Notdienst erwarten, spottet jeder Beschreibung. Die gesetzlichen Anforderungen mal von der anderen Seite des Tresens zu betrachten, eröffnet ganz neue Sichtweisen. Wenn die theoretischen Annahmen des Gesetzgebers auf die Praxis treffen, knallt es schon mal kräftig im Karton. Was in der Theorie mit perfekten Verhältnissen und Menschen perfekt funktioniert, kann in echten Verhältnissen mit wirklichen Menschen schon mal sehr haken. Keine neue Erkenntnis.

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Planeten insgesamt und tief unten

Die Sonne lacht vom Himmel? Sollen wir das eBike nehmen? Nö, es ist spät, wir sind noch müde, lassen wir es. Eine gute Wahl, denn im Laufe des Gottesdienstes zieht kräftiger Regen auf. Den brauche ich beim Radeln nicht – ein Lob auf unser Auto! Zum Gottesdienst fällt mir nur noch die perfekte Moderation einer Einsteigerin ein, ebenso das Predigtbeispiel, nicht jedoch der Predigttext obwohl ich ihn mitgelesen habe. Schande über mein Haupt! Das ist nicht gut. – Nachmittags besuchen wir meine Mum, sie ist gut drauf. Wir gehen mit ihr ins Café und es ist echt nett. – Am Abend sitzen wir gemütlich am Feuer, schauen ihm beim Brennen zu, erfahren nebenbei etwas über die Planetenkonstellation unseres Sonnensystems und die mögliche gegenseitige Beeinflussung untereinander, sogar die Sonne lässt sich mitunter zu größerer Aktivität verleiten. Ausklingen lassen wir den Abend auf Baltrum mit einer beschaulichen Inselreportage, fast eine Seifenoper. Harmonie pur.

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Vollgestopfte Autos, triefende Filmszenen und bröckelnde Gewaltenteilung

Erst treffen neue Utensilien für Rumänien ein, dann entscheiden wir spontan heute alles nach Kunrau zu bringen und laden zwei Autos gerammelt voll. In Kunrau platzt die Scheune fast aus allen Nähten, so rappelvoll ist sie. Da sind im November mal wieder Packkünstler gefordert, die einen LKW gekonnt füllen. Wir legen unsere Sachen dazu, plaudern ein wenig, ich öffne mein Autodach und es geht wieder zurück. Cabrio-Wetter im Oktober – ich liebe es! Alles was nicht in die Autos passte, findet ein Plätzchen in der Garage bis zur nächsten Tour. – Abends verschwindet meine Ex-Mitrealschülerin, um ihre Klasse wieder zu treffen. Ich dagegen werfe den Beamer an und lasse „Die Schlacht der fünf Heere“ also den dritten Teil vom kleinen Hobbit über mich ergehen. Ja, die Wiedergabe über die Leinwand ist beeindruckend, doch inhaltlich reiht sich, wenigsten zum langen, langen Schluss, ein Gemetzel ans andere. Das entspricht dem Buch, ist aber in Schriftform bekömmlicher als die Darstellung in bewegten bluttriefenden Bildern. Nö, das ist nicht mein Ding. Kommissar Rebus, ein englischer Krimi, sagt mir da viel mehr zu. Erstens lehrt er mich Demut, denn ohne die englischen Untertitel wäre ich verraten und verkauft (offensichtlich sind meine Englischkenntnisse viel schlechter als bisher geglaubt). Zweitens versetzt er mich in eine Welt der Verzahnung von Politik mit Polizei, also einer Auflösung der erhofften Grenzen der Gewaltenteilung. Ernüchternd aber vorstellbar. Ein Cosy-Krimi-Abschnitt fährt mich wieder sanft auf das Alltagsniveau herunter. Fein.

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