Standby

So ein Heißlufttag ist ja ganz nett, verführt jedoch dazu sämtliche Körperfunktionen auf das Minimum herunterzufahren und dabei den Wasserkonsum extrem zu steigern. Und so geschieht es heute. Der Fahrradausflug wird flugs gestrichen und eine außerordentliche Bewegungsarmut nach Faultierart gewinnt Raum. Erst gegen Abend in der Lounge, weckt der gute alte Walter Sedlmayr meine Lebensgeister mit seinen Reportagen über Österreich und Spanien. Ich bin begeistert von seinen launigen Kommentaren und der ganz speziellen Kameraführung. Sehr beeindruckend.

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Pensionistenstress

Der Stress hat uns wieder. Glücklicherweise hat er dazu lange gebraucht, doch heute schlägt er zu. Morgens müssen wir uns eilen um meine Mum rechtzeitig zum Friseur zu transferieren. Doch es klappt reibungslos. Die Hairstylistin ist gut drauf und verpasst Muttern eine Kurzhaarfrisur, die ihr gut steht. Im Anschluss an eine kurze Mittagspause schwingen wir uns auf unsere eBikes und radeln nach Wolfsburg damit meine sangesfreudige Begleitradlerin ihre musikalischen Fähigkeiten gemeinsam mit anderen Stimmkünstlern den älteren Herrschaften im Seniorenheim an der Hubertussstraße zu Gehör bringen kann. Ich pausiere derweil bei Freunden, lese ein wenig, plaudere ein bisschen und schon ermuntert mich die Sängerin zur Rücktour. Es geht am Allersee entlang und durch den Drömling – ich liebe inzwischen Steigungen, ein Knöpfchendruck und man saust mit einem Tachowert um die 20 die steile Eisenbahnbrücke, Kanalbrücke oder was auch immer, hinauf. Zu Hause bleibt nur wenig Zeit zum Kleiderwechsel und schon geht es wieder los, diesmal per Cabrio zum Geburtstagsessen. Nach so einer Radtour schmeckt es nicht schlecht und das Akropolis in Vorsfelde ist durchaus eine Empfehlung wert. Gut gemästet lassen wir uns noch auf einen gemeinsamen Tagesabschluss mit Freunden in unserer Lounge ein. Prächtig.

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Munterer Tag

Unsere obere Etage ist in der Nacht von dreißig Grad auf knapp fünfzehn Grad abgekühlt. Nach so heißen Tagen ist das ein Kühlschrank-Feeling, das tut sehr gut. Durchatmen ist angesagt. Allerschwersten Herzens und nur angesichts der unbedingten Notwendigkeit schnappe ich mir den Rasenkürzer und ziehe meine Bahnen durch unsere Lichtung. Eine Stunde später ist das Werk getan und alles Blühende vernichtet und alles Grüne auf das Standardmaß gestutzt. Die zweite Dusche wird dadurch fällig und bei mir stellt sich ein Wellnessfeeling ein sobald sich das frische Wasser zu einem Rendezvous mit meinem feisten Körper trifft. Klasse! – Der Rotwein-Hauskreis am Abend glänzt durch vielfältige und vielseitige Diskussionen, die sich am Ende munter fortsetzen, wenn auch mit andersgelagerten Themenschwerpunkten. Ein echt netter Tagesabschluss.

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Heiß und frisch

Es ist so heiß! Wir ordnen eine Verdunkelung des Hauses an und lassen alle Jalousien herunter. Bis zum Abend meide ich die Lounge und lasse dieselbe vor sich hinbrüten. Jeder Schritt vor die Haustür – und ich wage ganze dreißig – veranlasst die Haut zu enormer Flüssigkeitsaussonderung und ruft ein schier unstillbares Verlangen nach der warmen Kühle des Hauses hervor. Rückzug sofort, ist die Devise. Und so bleibe ich in den vier Wänden bis am späteren Abend eine deutliche Abkühlung spürbar ist. Wir reißen alles Fenster im oberen Stockwerk auf und lassen die Kühle die Hitze vertreiben. In der Lounge genießen wir den erfrischenden Abend bis spät in die Nacht. Heißer Tag, kühler Abend, geile Kombination. Prima.

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Letzte Aktionen vor dem Hitzeüberfall

Die Sonne meint es gut mit uns. Fast zu gut. Immerhin gestattet es die Wärmeentwicklung gerade noch, dass ich unsere Spaltaktion (wenigstens die für das außen gelagerte Holz) beenden kann. Es ist immer wieder beeindruckend wenn recht dicke Baumsegmente sich mit einem lauten Knall teilen. Die Aktion ist ziemlich fix abgeschlossen und so teste ich noch zwei völlig durchgetrocknete Hölzer aus der Innenlagerung und stelle fest, dass sie sich zum Leidwesen der Holzböcke gut spalten lassen. Doch das hat noch Zeit. – Im Cabrio durch die Hitze kutschieren ist eine Herausforderung – ohne Mütze geht da gar nichts wenn unser großer Himmelskörper unsere Häupter traktiert. Umweltbewusst schalte ich natürlich die Klimaanlage ab. Auf der Hinfahrt. Irgendwann ist das Maß jedoch voll und ich lasse die kühlenden Luftströme wieder meine Arme schmeicheln. – Ansonsten bleibe ich altersgerecht mit viel Ruhe im Inneren unseres noch nicht aufgeheizten Hauses bis der Aufenthalt in der Lounge wieder zumutbar erscheint. Dort ist es bis spät in die Nacht äußerst angenehm. Ist das nun ein vorgezogener Hochsommer oder nur eine Erkundungsattacke einer angriffsbereiten Hitzewelle? Wir werden es zu spüren bekommen. So oder so.

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Anstoß aktiviert Gedächtnis

Eine weitere Erkenntnis: Eine Predigt an der man Anstoß nimmt, die einen ärgert scheint einprägsamer zu sein als eine, der man zustimmt. Bei letzterer fällt es mir mitunter schon am Nachmittag schwer mich an das Thema und den Inhalt zu erinnern. Im ersten Fall dagegen bewegt mich der Inhalt noch Tage danach. Sollte man vielleicht anstößiger predigen? Einerseits nein, denn dann könnte bald vor vielen leeren Stühlen stehen. Andererseits ja, wenn es gelingt Versäumnisse aufzudecken oder aus der Lethargie aufzuwecken. Neue Impulse können stören aber auch Akzente setzen – das kommt möglicherweise darauf an ob sie übergestülpt werden oder man Menschen an die Hand nimmt und Taten wirken lässt. Die Sonne, die Wärme und die Gemütlichkeit der Lounge lassen meine Gedanken wandern und ich fühle mich wie die Alten, die in Griechenland vor ihrem Kafenion sitzen, die Welt an sich vorüberziehen lassen und gemeinsam die Probleme der Menschheit lösen. Der leise Abendwind nimmt sich ihrer Überlegungen an und verweht sie sanft in alle Himmelsrichtungen. So ist der Lauf der Welt. Mit meiner Pfeife vertiefe ich mich in kriminologische Betrachtungen bei zunehmender Dunkelheit. Nett hier draußen.

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Theologie und Bewegung

Ich lerne eine Lektion in Bibelverständnis. Schon einige Zeit habe ich mich gefragt weshalb in charismatischen Gemeinden mit erhobenen Armen gebetet wird. Heute erfahre ich dazu ein paar Bibelstellen. Man kann sie als wichtig bezeichnen. Also soll ich die Arme heben? Aber dann müsste ich ja auch Frauen verbieten Gottes Wort zu verkünden aber dafür gebieten dass sie mit einem Tuch ihr Haupt bedecken – auch das steht in der Bibel. Über die Fußwaschung müsste ich ernsthaft nachdenken. Ehescheidung wäre total abzulehnen … und manches andere mehr. Wir müssen Schwerpunkte setzen, Entscheidungen fällen. Ist es „nur“ ein kulturell begründeter Brauch, drängt sich unter historischen Gesichtspunkten eine andere Verhaltensweise auf oder ist es nur ein Verneigung vor dem Zeitgeist? Eine Beurteilung ist schwer, unterliegt Veränderungen und man kann ausgiebig darüber streiten. Wie steht Gott dazu? Hat das die Gemeinden in den Jahrhunderten bewegt? Ein Beispiel: bete ich mit erhobenen Armen erwarte ich Gottes Hilfe von oben, von außen – bete ich dagegen gesenkten Hauptes mit gefalteten Händen, spreche ich mit dem Heiligen Geist, der in mir wohnt oder drücke meine Beugung unter Gottes Macht aus. So könnte man über beides stunden-, ja tagelang diskutieren. Doch was bringt das? Wo bleibt die Liebe zum Bruder? Aber ist die Liebe zu den Glaubensgeschwistern nicht viel wichtiger als jede äußere Haltung? Viel Stoff zum Nachdenken. – Wir sind per eBike unterwegs und fahren jetzt rund um den Allersee und durch den Drömling zurück heim. Das macht den Kopf frei! Die Mittagsruhe erweist sich heute als extrem nötig – irgendwie bin ich Bewegung nicht mehr so gewohnt. – Gegen Abend schauen wir den Abschlussgottesdienst zu einem Bundessängerfest mit der Predigt von Arno Backhaus auf unserer Großleinwand. Stark. – Ein wenig Wein und ein bisschen Wärme in der Lounge versüßen die Nacht. So soll es sein.

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Strom bringt voran

Ein praktischer Einsatz unserer eBikes steht an. Wir fahren einkaufen in den Nachbarort. Per Rad – und das in meinem Alter in Kombination mit meiner Unbeweglichkeit. Ich staune wieder einmal über die Eleganz mit der ich jetzt Steigungen und Gegenwind meistern kann. Wow. Gleichzeitig probiere ich die Aufzeichnungsfunktion einer starken App aus. Tatsächlich zeichnet sie exakt unser Route auf und ich kann sie zu Hause auf der Karte nachvollziehen. Stark. Gegen Abend geht es wieder auf zwei Rädern zu einer Geburtstagsnachfeier. Wir sind dabei die Youngster, ein inzwischen nicht mehr ganz so gewohntes Gefühl. Das Treffen kommt altersgemäß sehr früh zu seinem Ende und es zerstiebt die Hoffnung auf eine Rückfahrt mit Licht. Schade, hätte ich gern mal ausprobiert. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

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