Was lange währt …

Es ist soweit. Endlich. Ein langer Atem trägt Früchte oder irgendwann endet jede Drückebergerei, wie auch immer, ich spalte Holz, viel Holz. Nun ja, nicht ich, eher die Maschine aber immerhin. Der Stapel runder Klötze hat gewaltig abgenommen und das Regal mit langen Scheiten sich gefüllt. So soll es sein. Wenn ich mich erst einmal aufraffe, geht es gut voran. Ja, dieses aufraffen ist ein ernstes Problem weil es in direkter Konkurrenz zum Sofa steht. Das ist immer ein übler Wettstreit. Mein Spalter schafft halbe Baumstämme und ich bin wieder einmal hin und weg. Die Reste verarbeite ich morgen oder übermorgen – in jedem Fall demnächst. – Abends lese ich noch eine hochinteressante theologische Abhandlung zum Thema ‚Anbetung‘ und am Rande auch zum ‚Lobpreis‘ von Heinrich Klüh, der vor Jahrzehnten einmal Pastor in unserer Gemeinde war. Anbetung ist nach biblischem Zeugnis das vollkommene Vertrauen zu Gott, dem man sein ganzes Leben freiwillig und gerne unterordnet, weil er sich damit am allerbesten auskennt. Dazu muss man ihn natürlich erst einmal kennen. Er stellt sich gerne vor. Man muss nur wollen.

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Korsika und Elba

Heute dient die Bürgerstiftung als Entschuldigung. Ich sitze so lange an den Änderungen der Seiten – inhaltlich ist es nur wenig aber es braucht relativ viel Zeit, sodass die Mittagszeit quasi über mich hereinbricht. Ach ja, da ist auch noch die Montage eine Kamera für den Eingangsbereich, eine tolle und sinnvolle Ergänzung, wie ich im Laufe des Tages feststellen darf. Noch ein paar Kleinigkeiten und schon ist es wieder Zeit zum Spachteln. Der Nachmittag und Abend flutscht so durch, erwähnenswert ist nur die Sendung über Korsika, die ich auf unserer Leinwand bewundern darf. Der anschließende Bericht über Elba ist nicht ganz so interessant aber immer noch sehenswert. Und so vergeht ein weiterer spaltfreier Tag. Ich nehme mir nichts mehr vor. Das frustriert nur. Ehrlich.

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Waterloo

Spalten ist wieder nicht, dafür will ich unsere Mülltonnenhäuser reparieren. Die Deckel sind vom Sturm vor längerer Zeit abgerissen worden, diverse Scharnierkäufe haben sich als fehlerhaft erwiesen, aber heute, heute soll es losgehen. Ich schraube die defekten Scharmierreste ab und setze probeweise die Abdeckung auf die Tonnenwohnung. Passt nicht, überhaupt nicht – völlig schief! Im nächsten Schritt demontiere ich das letzte noch funktionsfähige Scharnier – bei über 30 Grad im Schatten nebenbei bemerkt. Jetzt lege ich alle drei Abdeckungen nebeneinander auf das Häuschen – es passt nichts, alles ist total schief, verzogen, verkrümmt, was weiß ich. Der Supergau für jeden Nicht-Handwerker. Also weiße Fahne aus dem Werkzeugkasten holen und sie intensiv schwenken (alternativ könnte man auch ein Handtuch nehmen und es auf den Boden werfen). Technisches K.O. – ich gebe auf. Irgendwann muss ich das Teil mal demontieren und winkelgerecht neu zusammenschrauben, besser noch mit Haltebalken fixieren und hoffen, dass dann die Deckel passfertig genug sind. Zur Not muss ich einen Handwerker ordern – oder ein neues Teil samt Montage. Fix und alle, arg enttäuscht und mittelschwer entmutigt verlasse ich das Schlachtfeld. Das war’s für heute, mir stinkt’s.

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Radeln de luxe

Während des Aufstehens meldet sich das Telefon. Unsere neuen eBikes sind da. Wir können sie abholen. Aber ich wollte doch Holz spalten. Vergiss es!!! Am Vormittag würde es nichts damit werden und am Nachmittag killen die Räder unsere Terminplanungen. Netterweise werden wir am späten Nachmittag von einer Plaudertasche abgeholt und bewegen uns so recht unterhaltsam auf unseren Shop zu. Da warten die zwei Prunkstücke bereits auf uns. Die letzten Feineinstellungen erfolgen und unsere arme Festplatte wird mit Informationen überflutet. Wir versuchen für die wichtigsten einen Platz freizuräumen. Nach einer knappen Stunde geht es endlich los. Wir treten und der Motor sorgt für enormen Raumgewinn. Die Kanalbrücke zum Allersee erfüllt alle Merkmale eines Schlüsselerlebnisses: Während die armen umverstärkten Radler mühevoll die Steigung erklimmen, teilweise sogar schieben müssen, sausen wir schwungvoll an ihnen vorbei. So schnell habe ich noch nie auf zwei Rädern eine Steigung erklommen. Sagenhaft. Nach einer Halbrunde um den See legen wir beim Kolumbianischen Pavillon eine Pause ein. Ein Freund gesellt sich zum Räderbestaunen dazu und wir begießen die Neuerwerbung. Leicht beschwingt sausen wir nach Vorsfelde, dann durch den Drömling, überwinden kalt lächelnd die enorm steile Straßen- und Bahnbrücke, um geschafft aber frohgemut zu Hause einzutreffen. Geiler Trip! Der entspannende Abend in der Lounge kommt uns wohlverdient vor, obwohl wir ehrlicherweise heute wenig geschafft haben. So ist das Leben mitunter. Eben.

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Morgen, morgen nur nicht heute …

Heute will ich Holz spalten. Ich bin fest entschlossen. Absolut gewillt. Dann kommt dies und kommt das. Nur noch schnell ein Drittes erledigen. Ach ja, die Steckdosenleiste im Büro muss ich noch umsetzen. Ich ziehe Stecker, entferne die bisherige Leiste, rücke den Schreibtisch ein wenig nach vorn und dann wieder zurück. Kurz und gut es ist Mittagszeit. Es folgt eine längere kurze Pause, ein Kaffee zur Erfrischung, ein Telefonat, eine dringende Internetrecherche sowie das und dies … Jetzt ist es eigentlich zu spät noch anzufangen. Also morgen. Ganz gewiss morgen! Morgen?

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Johannes, Jona und Meck-Pomm

Um Herodes geht am Vormittag und um Jona am Abend. Dass drei Personen aus der Herodes-Sippe zu Beginn des Christentums eine Rolle spielten ist mir zwar nicht wirklich neu, war aber irgendwie in die hinteren Hirnwinkel abgerutscht – also ist es im Prinzip doch neu. Die Motive des Diktators zur Ermordung Johannes des Täufers werden entlarvend erhellt. So ganz nebenbei kann man seine eigenen Einstellungen hinterfragen. Oh, oh, oh! Dass Jona uns als Prototyp des verdrängenden Christen vorgestellt wird, kann ich gut nachvollziehen und deckt mancherlei aktuelle Verdrängungshandlungen auf. Der Spruch „jeder Christ ein Missionar“ wird allerdings selbst durch häufigstes Wiederholen nicht richtiger. Dieses Basiselement aller pietistischen Regungen wird allein durch den Blick auf die Vielfalt der Schöpfung, die Mannigfaltigkeit der Charaktere ad absurdum geführt. Ja, jeder Christ soll seinen Glauben offen leben und nicht verstecken. Okay. Doch die Begabungen der Menschen sind so unterschiedlich, dass sie sich jeder Gleichmacherei widersetzen. Doch was hebe ich eine Kleinigkeit gegenüber der inhaltlichen Wucht zweier Predigten hervor? Nein, es sind inhaltsvolle, lehrreiche und herausfordernde Predigten gewesen. Ein anspruchsreicher Sonntag – gut so. – Abends blicke ich fasziniert auf unsere Großleinwand und schwebe, fliege, wandle lustvoll durch Meck-Pomm und lasse mich in den Alltag einiger ausgewählter Persönlichkeiten mit hineinnehmen. Ein hinreißender Tagesausklang.

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Steigende Tendenz

Mit dem Aufstehen erhebt die Luncheinladung drohend ihr Haupt. Eigentlich bin ich ja noch satt. Das kann ja heiter werden. Und das wird es auch. Doch zunächst wird es traurig. Meine Mum ist in ihrem Heim wohl bestohlen worden. Vielleicht hat sie ihr Portemonnaie nur verkramt, mag sein, aber wo in ihrem übersichtlichen Zimmer? Die Zeit für eine umfassende Recherche bleibt nicht und so müssen wir eine arg deprimierte alte Dame begleiten. Es geht gar nicht um viel Geld, es geht um die Tat an sich. „Wie kann man nur alte Menschen beklauen,“ beklagt sie sich zu Recht. Das gemeinsame Essen vermag sie nur ein wenig aufzuheitern obwohl es ansonsten eine wohlgelaunte Runde ist. Angesichts des Sommerwetters wundert mich das nicht. Wir sehen ja nur die kleine Summe, die erbeutet wurde, Mutti hadert dagegen mit der Tatsache an sich. Meine Bestellung der Scholle Finkenwerder Art entpuppt sich als absolut magenschonende Wahl und ich wäre gut davongekommen, wenn, ja wenn da nicht die indische Suppe vorher und ein köstliches Arrangement mit Rhabarber, Erdbeeren, Vanilleeis und Sahne zum guten Ende gewesen wäre. – Ein Cohiba-Zigarillo in der Lounge und zwei intensive Stunden Mittagsruhe helfen mir über das Gröbste hinweg. Nur meine Fettzellen jubilieren und vermehren sich wie die vielbeschworenen Karnickel. Es ist eine Schande. Der Kalorienverbrauch beim Herausstellen diverser altgedienter Möbelstücke zur Sperrmüllabfuhr am Montag spielt eher eine marginale Rolle. In der neuen Woche werde ich Holz spalten. Das klingt gut, relativiert sich aber durch den Einsatz meines hydraulischen Helferleins. Lebendgewichtstendenz: Steigend. Mist.

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Stressrasen und Magenängste

Ja, das Malheur ist da, die Werkstatt hat uns eine goldene Rechnung präsentiert. Bewundernswert wie ein kleine Leistung in Gold abgewogen wird. Ärgerlich, aber leider nicht zu ändern. Zurückgekehrt spiele ich Lichtungsfriseur und kürze den Bewuchs maximal. Sämtliche gelben Blümchen verschwinden. Schluchz. Meine Kondition auch. Wie kann ich von so ein bisschen Rasenstutzen so fertig sein? Keine Ahnung aber isso! Die Couch in der Lounge leitet erste Recyclingmaßnahmen ein, die Badewanne baut mich anschließend ein wenig auf. Zum Dinner bin ich halbwegs fit und wir speisen mit Freunden bei Dino. Curryhuhn mit Bandnudeln, ist lecker und gehört zur Empfehlungskarte, glänzt mithin durch einen Preisaufschlag. Die Plaudereien untereinander gleichen deutlich etwaige finanzielle Defizitgefühle aus und sensorisch ist sowieso nichts zu tadeln. Wenn nur morgen nicht schon wieder eine Einladung drohen würde, wäre mir sehr wohl zumute. So grübelt mein gefüllter Magen eher über weitere belastende Herausforderungen nach und meine Fettzellen setzen stante pede auf kräftigen Zuwachs.. Das wird eng. Inside wie outside.

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