Relaxen

Endlich ein Ruhetag. Lesen, am Strand schlendern, ausgiebige Mittagspause und ein Cappuccino auf der Terrasse. Ich genieße den Tag. Unsere Mitreisenden sind natürlich wieder unterwegs. Ich gönne es ihnen von Herzen. 

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Westküste

Voll verwegen wollen wir heute zur Piratenfestung am westlichen Nordzipfel der Insel vorstoßen. Die Straße wird schmaler. Der Untergrund wechselt von Asphalt zu Schotter und dann zu von kleinen Wasserläufen durchbrochenen festgefahrenen Fahrspuren. Das wird zu viel für unseren tiefer gelegten Alfa Romeo. Wir kehren um, um unserem Unterboden einen schmerzhaften Bodenkontakt zu ersparen. Wenn es um Millimeter geht, sollte der Klügere nachgeben. Am Strand von Platanos ist es auch schön und sonnig. Den Nachmittag ergehen wir uns in Chaniá. Vom Parkhaus durch die Altstadt zum Hafen und nach einer stärkenden Pause wieder zurück. Nettes Städtchen.

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Einstieg

Ein tiefer Schlaf ist die halbe Miete. Prima. Ich erschließe mir das Hotel so langsam emotional. Den Tag lasse ich voll entspannt und ruhig angehen. Okay, ein kurzer Trip durch die Berge nach Rethymnon ist drin. Nachmittags lassen wir uns von der Reiseleitung keine Ausflüge verkaufen. Ich relaxe aber meine Mitreisenden strotzen vor Aktivitätsdrang: wandern, kutschieren und shoppen ist angesagt. Meinetwegen. Sollen sie doch.

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Flugfreuden

Gegen zwei Uhr nachts sausen wir zum Airport, trennen uns vom Gepäck und zwängen uns frühmorgens in die engen Flugzeugpassagierstapelplätze. Drei Stunden dürfen wir dort verharren, lassen zwei Verkaufsevents über uns ergehen, bis wir endlich wieder Bodenkontakt haben. Die Mietwagenprofis lehren uns das geduldige Warten und das vorsichtige Rangieren auf dem Abholplatz. Zwei Stunden später trudeln wir im Hotel ein und sind recht erfreut über das Zimmer. Die Getränkepreise sind moderat und das Essen sehr gut. Nur die Temperaturen nisten sich recht weit unten im Thermometer ein. Es ist halt April.

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Vor dem Aufbruch

Die Koffer sind abfahrbereit. Zum guten Schluss noch ein Gottesdienst mit Abendmahl und so sind auch wir reisefertig. Die Vorbereitungen im Haus sind getroffen und wir schauen noch einmal den Zootieren in ihrem Alltag zu. Dann geht es ab in die Federn, denn morgen, ganz früh, werden wir abgeholt. Der Schlaf bleibt schlapp.

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Wer fragt gewinnt

Die Remisen im Wolfsburger Schloss haben bei mir einen Stein im Brett. Was für ein köstliches Essen! Ich bin hin und weg. Doch – nobody is perfect – es sind zwei kleine Kritiken zu konstatieren. Das Essen kommt nicht ganz heiß auf den Tisch, man merkt ihm den Weg von der Küche auf die Tafel recht deutlich an (zu kalt ist es allerdings keinesfalls). Außerdem ist es viel zu viel. Die Portionen sind einfach riesig – aber das kann auch an meinem Alter liegen. Mag sein. Aber sehr lecker schmeckt es. Draußen ist ein kleines Schild mit einem niedlichen Köter und der Aufschrift: „Wir müssen draußen bleiben“. Einer aus unserer kleinen Truppe liest das, geht in die Luft wie das sagenumwobene HB-Männchen und macht auf dem Absatz kehrt, flüchtet fast panisch mit seinem niedlichen Hundchen. Der Wirt ist ganz baff ob dieser Reaktion, denn er hätte gar nichts gegen das Tier einzuwenden gehabt. Wer fragt gewinnt, wer überreagiert verliert, so ist das Leben. Er weiß glücklicherweise gar nicht was er hier verpasst. Schade eigentlich.

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Vorsicht geht vor

Unser Sicherheitsdienst holt sich die letzten Infos vor unserer Reise. Fairerweise informiere ich prophylaktisch potenzielle Hausdurchstöberer per Warnschild über die Überwachung. Doch vor allem anderen legen wir unser Haus in Gottes Hände, wo er nicht wacht ist aller anderer Aufwand sinn- und nutzlos. Dessen bin ich mir voll bewusst. Anschließend beseitigt mein freundlicher Zahnarzt eine kleine durch Füllungsverlust entstandene Höhle im Zahn, ja, ja, das Alter. Zu Hause stelle ich fest, dass mein Antrag auf Erhöhung des Reisebudgets die erforderliche Mehrheit verfehlt. So ist das Leben. Abends erfreuen mich der Alte und drei Folgen einer englischen Krimiserie, die ich zwar nicht weiterempfehlen würde, die aber trotzdem nett sind. Gehobener Durchschnitt.

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Lust und Frust

Ein Freund macht uns auf eine monetär recht belastende aber doch absolut reizvolle Kreuzfahrt aufmerksam. Viele Städte, die mich schon immer gereizt haben sie kennenzulernen, sind dabei. Es wäre eigentlich sehr schön aber Qualität hat offensichtlich ihren Preis. Ich bin hin- und hergerissen, mein Finanzministerium schaut auf die Endsumme und winkt gleich ab. Egal wie schön, keine Chance. Schade, denn eine Reise im Hochsommer hat mir gerade noch gefehlt. Doch alles Lamentieren nützt nichts. Is wie is. Außerdem lese ich einen Roman über Kreta im zweiten Weltkrieg zu Ende. Er schildert die Zustände auf der Insel, das Morden der Nazis, das hintergründige Wirken der Engländer, den Freiheitskampf der Kreter und viel Abartiges, Schmutziges und Arglistiges drum herum durch eine fiktive Handlung. Es ist beeindruckend und niederschmetternd zugleich und endet traurig. Sehr traurig. Die Arglist triumphiert und killt den Helden. Ich präferiere dagegen ein Happy End. Absolut!

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