Seifenblasen

Bonsai-Aufräumen steht an. Nicht die großen Sachen sind zu ordnen, sondern die vielen kleinen Reste von den Oberflächen irgendwohin verschwinden zu lassen. Dabei sollte jedoch die Möglichkeit des Wiederfindens nicht völlig ausgeschlossen werden. Mühsam, äußerst mühsam nährt sch das Eichhörnchen – das Ergebnis intensiver Arbeit verläuft sich im Unmerklichen. Fatal. Dazu kommt noch eine abendliche Bibelstunde im Internet zum Thema Vergänglichkeit, Abbau der körperlichen Funktionen im Alter, recht poetisch beschrieben und dennoch arg realistisch. Die Seifenblasen, die man sich macht sehen dagegen viel schillernder aus. Die böse Realität bringt unsere Schönträumereiblasen tatsächlich zum Platzen. So ist das Leben. Gott sei Dank haben wir einen Herrn, der uns hilft – bis zum Tode und dann noch weit darüber hinaus. Halleluja!

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Apfelschrott und Reiseperlen

Ich bin ein klein wenig traurig. Meine geliebten Macs verlieren an Wert, weil die Inkompetenz, kann auch sein die Luschigkeit, der Zentrale zunimmt. Heute „glänzen“ die zwei Uralt-Router nach einem Update mit einer nicht zu bereinigenden Fehlermeldung. Schade, dass sich die „Qualität“ der beiden Giganten auf dem Markt inzwischen so angeglichen hat. Ja, ich habe schon oft darüber gemault aber heute ist es wieder nötig. Immerhin nimmt der Abend einen äußerst erfolgreichen Verlauf, denn wir klären die letzten offenen Fragen vor unserem Urlaub. Dazu ein Glas roten Saftes, das mir selbst in dieser Schonzeit erlaubt ist – es leben die in weiser Voraussicht geplanten Ausnahmen! Außerdem ist es ein angenehmes Gefühl voll fahrtüchtig spät abends den Audi nach Hause zu transferieren ohne jegliche Furcht vor irgendwelchen Kontrollen. Altersweisheit? Na, ja …

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Zick, zack, zock

Reiseveranstalter, wenigstens einige ganz spezielle, wollen uns Kunden voll in die Tasche greifen. Ich erkundige mich prophylaktisch nach den Mehrkosten für eine bessere Flugklasse. Kein Problem – jedoch ein sogenanntes Upgrade kostet mehr als ein neues Ticket einer anderen, weitaus besser eingestuften Airline. Aha. Buchen ohne Flug geht natürlich ganz und gar nicht. War ja klar. Wenn ich aber auf die Flugleistung verzichte, soll ich den Reiseveranstalter unbedingt rechtzeitig informieren, damit die Reiseleitung vor Ort Bescheid weiß. O ihr Heuchler, den Ticketpreis wollt ihr sparen aber den Kunden nicht partizipieren lassen. Dann sollen lieber zwei Plätze im Flieger leer bleiben als dass eure Portemonnaies voller werden. So kann ich mich immerhin bis zur letzten Minute entscheiden doch mitzufliegen, falls es bei der Alternative haken sollte. Das habt ihr nun davon!

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Schlafmützig

Ich freue mich über das tolle sonnige Wetter und ärgere mich über meinen Husten, der mich ans Haus fesselt. Abends in unserer Gemeinde schaue ich aus dem Fenster und bin baff. Beim letzten Mal habe ich mich noch gefragt wie lange es wohl noch dauern wird bis die Bäume langsam grün werden und heute – alle großen Gewächse haben sich in ein hellgrünes Gewand gehüllt. Der Frühling ist da! Die eiskalte Jahreszeit muss weichen! Hoffentlich sehr schnell – ich bin happy. Weniger froh ist ein Freund, der einen Wasserschaden zu beklagen hat. Über sechzig Jahre sind seines Hauses Leitungen alt, unsere erst dreißig. Mit etwas Glück halten die bis zum Lebensende. Ich würde das sehr begrüßen, vor allem wenn beides nicht gar zu nahe liegt. Im TV bestaune ich wieder die Tierbilder aus dem Zoo auf meiner Großleinwand und bin von der Darstellung sehr begeistert. Eine Anschaffung, die sich gelohnt hat, vorausgesetzt ihre Haltbarkeit spielt mit. Übrigens mag ich die Zeitumstellung nicht. Nachts bin ich zu wach und morgens schlafe ich zu lange. Zum Glück bin ich Pensionist. Das mildert alles ab. Prima.

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Geduld mit mir

Die Füttersaison ist beendet, ab heute müssen die Flattermänner wieder selbst aktiv werden. Ihr Interesse war in letzter Zeit sowieso arg zurückhaltend. Ein Futterhaus ist im Keller und das andere dürfen die kleinen Flatterracker noch leer fressen. Ich entferne etwas Matsch zwischen den Fugen unserer Holzterrasse und bin in kürzester Zeit fertig. Nicht mit der Arbeit aber körperlich. Ich muss mich erst einmal gründlich ausschnaufen und Sauerstoff fassen. Also ist die blöde grippeartige Belästigung immer noch in mir aktiv. Auch hier gilt es Geduld zu lernen. Das ist nicht einfach. Aber hilfreich.

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Englische Ermittler

Sobald ich eine Bibelstunde etwas intensiver vorbereite – mit Beamerpräsentation, Fotos und Grafiken – stellt sich die Freude an der Planung schnell ein. Es ist schon stark, was man alles findet über Passah, die Woche der ungesäuerten Brote, also der Matzen, über das letzte Abendmahl Jesu und Judas Iskariot. Eine chronologische Darstellung von Gründonnerstag bis zum beginnenden Ostermontag mit den Ereignissen vor und während der Osternacht schafft in mir Ordnung in die so oft gehörten Abläufe. Zu Beginn spinnt mein Beamer ein wenig, verweigert eine ordentliche Bildanzeige aber er fängt sich wieder und präsentiert wunderbar alles Vorbereitete. Ich bin recht zufrieden und Gott dankbar. Ob das ein Weg für mich ist? Mal schauen. – Abends überrascht mich ein Krimi im Zweiten äußerst positiv und zeigt mir, dass es offensichtlich noch sehr kompetente Drehbuchschreiber gibt (für mein bescheidenes Anspruchsniveau). Außerdem entdecke ich eine englische Serie, natürlich auch kriminologisch geprägt, die meine intensive Beziehung zu englischen Ermittlern stärkt – ganz im Gegensatz zu britischen Unterhausabgeordneten. Trotzdem stark dieses England und nur schade, dass ich es wohl nie besuchen werden, denn vor dem Brexit schaffe ich es nicht mehr und hinterher wollen die Briten wohl unter sich bleiben, was ich akzeptiere.

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Minutenwatching

Und noch so eine Nacht. Das kann ja heiter werden! Es mag ja Menschen geben, die den Wechsel der Minutenanzeige als anregend empfinden – wiewohl ich das kaum glauben kann. Und doch grüble ich zutiefst über die Frage nach weshalb so eine langweilige nächtliche Aussicht nicht müde macht. Irgendeine Show läuft da innen ab, spritzig, ideenreich und aufrüttelnd, die voll wach hält. Hat da jemand was in meine Tabletten gemischt? Lief eine Hallo-Wach-Droge durch einen krassen maschinellen Steuerungsfehler in meine Tabletten, Tropfen oder Brausepulvertütchen hinein? Ich bin erschüttert. Mühsam ist der Weg der Besserung. So bleibt mein Gemeindegebäude heute ungesaugt – da muss es durch – und mein Hauskreis heute meinerseits unbesucht – da muss ich durch. Aber mit viel Ruhe sollte ich bis zum Urlaub wieder gesund sein. Hoffentlich. So harre ich den nächsten dunklen Stunden entgegen: Ob mein Schlaf wieder auf ’ner Party ist? Es sei ihm N I C H T gegönnt!

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Nix Vergnügungssteuer

Wie sagte es einer neulich so schön: „Die Nacht war nicht vergnügungssteuerpflichtig.“ Wahrlich nicht! Immerhin sammeln sich die Gedanken wieder ordnungsgemäß im Verstand, ist ein gewisser temporärer Drang zum Aufstehen spürbar und beginnt die Welt außerhalb molligwarmer Federumgebung wieder reizvoll zu werden. Das ist sehr schön. Meine Aktivitäten sind sehr übersichtlich, jedoch macht sich eine kleinere TV-Begeisterung wieder leicht bemerkbar und ich gebe ihr begrenzt nach. Voll Bewunderung bemerke ich wie unsere frischgekauften Tulpen sich gleich nach ihrer Ankunft ganz tief gen Boden neigen, sich aber nach ein paar Stunden wieder voll aufrichten. Reife Leistung.

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