Wärmefragen

In der Sonne ist es arg heiß und im Schatten recht frisch. Sonnenbrand oder Kälteschock stehen zur Wahl. Geschickt wechsele ich von der Balkonfrische zur Poolhitze vor der ich rechtzeitig wiederum ins Zimmer flüchte. Die Standortfrage gewinnt zunehmend an Bedeutung. Bei Johann erwerben wir Ouzo, Brandy und Olivenöl, in einer Taverne labe ich mich an einem Frappé mit Eis, sehr lecker übrigens. Mit der Rechnung folgt eine Einladung zu einem Gläschen Hauswein, der wir gerne Folge leisten. Nach dem Dinner zieht es unsere Freunde in die Kühle zurück zur Taverne und uns in die wohltemperierte Hotelbar. Die Geschmäcker sind halt unterschiedlich. Leben pur.

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Inselquerung

So früh waren wir noch nie zum Frühstück. Der Saal ist nur leicht belegt. Doch so kommen wir früh los. Das ist gut so, denn wir fahren in den Südosten der Insel – drei Stunden Autofahrt lautet die Prognose. Ierapetra liebe ich auf den ersten Blick. Welch eine ansprechende Urlaubsstadt! Hier kann man sich wohlfühlen. Zugegeben etwas abseits vom tobenden Urlauberleben, klein und fein, eine Kleinstadt in der viele Kreter leben. Gern würde ich hierher zurückkommen. Weiter geht es nach Myrtos – noch kleiner und ideal für einen zurückgezogenen Urlaub, ideal zum Schreiben seiner Memoiren, wie ein Mitreisender treffend feststellt. Ein Frappé in Ierapetra und einer in Myrtos regen mich zu einer Heimfahrt an, die fast dem innerkretischen Fahrstil entspricht. So sind wir recht fix zurück.

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Einerseits und andererseits

Wie schön ist so ein Erholungstag. Noch schöner wäre er, wenn es ein klein wenig wärmer sein könnte. Die Grundtemperatur ist okay aber der kühle Wind trübt das Gesamtfeeling. Der April in Griechenland macht wie in Deutschland was er will. Und jetzt will er Kühle verbreiten. Soll er doch!  Drei von uns absolvieren einen 12-km-Marsch, ich lese lieber im wärmenden Zimmer. Das nächste Mal reisen wir später an. Andererseits hat so ein langsam „hochfahrendes“ Hotel auch seinen Reiz. Von der knallgrünen Landschaft ganz zu schweigen. Bis zum endgültigen Entschluss muss wohl noch manches Gehirnschmalz in Aktion treten. Abwarten.

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Elafonisi

Gemütlich tuckern wir über die Land- und Bergstraßen zu dem roten Strand von Elafonisi, ganz im Südwesten der Insel. Die Europastraße gibt sich bekanntermaßen langweilig aber kaum haben wir sie verlassen, wird es interessant. Enge Kurven, schmale Straßen und gerade mal autobreite Ortsdurchfahrten puschen den Spaßfaktor am Steuer nach oben. Prima. Irgendwann kommen wir am roten Strand an. Von wegen „rot“. Das erweist sich als eine nur äußerst schwach belegte Aussage. Ja, es gibt rote Stellen, vor allem im Wasser wenn man genau hinschaut. Immerhin verbleiben rote Punkte auf den Strümpfen. Geht doch. Es pfeift uns ein starker Wind um die Nase, mittlere Sandfahnen umwehen uns und ein Kite-Surfer saust mit einem Affenzahn auf der Lagune hin und her. Die Strandlandschaft beeindruckt durch ihre Weite, den feinen weiß-grauen Sand und die wohlgestalteten Dünen. Es ist recht warm, doch die Brise ist frisch. Im Frühsommer muss es hier herrlich sein (jedoch gewaltig überlaufen, bemerkt der Reiseführer). In einer ländlichen Taverne informiert man uns über die Sperrung der Küstenstraße und so geht es wieder durch die Berge zurück. Fein. Der Abend ist mild, so dass ich eine Zigarre verbunden mit einem Hauch von Whiskey auf der Terrasse genieße bis mich gegen Mitternacht die aufkommende nächtliche Kühle ins Innere treibt. Schön ist es hier.

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Ober haben es auch nicht leicht

Heute ist für uns Ruhe angesagt. Still und beschaulich schleichen wir uns in den Tag, lassen die Zimmerfee wirbeln und genießen derweil das Meeresrauschen vom Balkon aus. Wir hören eine Osterpredigt, halten ausgiebig Mittagsruhe und schlendern dann entlang der Europastraße an ein paar Shops und Tavernen vorbei. Dabei lernen wir Johann kennen, ein alter Deutscher, der optisch voll als alter Grieche durchgeht und Naturwaren vertreibt. Es gibt Olivenöl vom Erzeuger, Ouzo aus dem Fass und vlelerlei Spezialitäten mehr, dazu reichlich Informationen gratis. Zum Urlaubsende werden wir hier wohl ein wenig seinen Umsatz fördern. Nach einem „Boxenstopp“ an unserer Bar stellen wir uns innerlich auf das Dinner ein, das meinen Bauchumfangszielen nicht dienlich sein wird. Abends treibt uns relativ gute aber arg trommelfellfolternde Musik  schnell ins Zimmer. Ich streiche spontan jegliches Trinkgeld an der Bar. So hart kann das Kellnerleben sein.

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Westliches Osterfest

Frühmorgens sprechen wir mehr oder weniger munter unserem Osterfrühstück zu, schwingen uns in den fahrbereiten Alfa Romeo und begeben uns auf die Straße nach Heraklion. Dort feiern wir in einer winzigen katholischen Kapelle einen lutherischen Gottesdienst mit allem liturgischen Drum und Dran. Es werden sogar Eier verteilt. Das Abendmahl ist feierlich aber mit Anfassen am Ende. Da muss ich durch. Spaghetti Bolognese in einem griechischen Café erweist sich als schmackhafte Idee. Ansonsten ist die Innenstadt voll wie an einem verkaufsoffenen Sonntag. Immerhin feiern die Griechen ihr Osterfest erst nächsten Sonntag und zwar, sagt man, wie Weihnachten, Silvester und Ostern zusammen. Da kommt was auf uns zu. Abends bereue ich das Mittagessen zutiefst, denn das überreichliche Abendbuffet verleitet zu einer magenquälerischen Zugreifaktion. Nein, das muss ja wirklich nicht sein. Wo bleibt die Altersweisheit? Keine Ahnung – was ist das?

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In südliche Gefilde

Wir überqueren das westliche Inselgebirge und sonnen uns in Chora Sfakion. Nett ist es hier. Das kleine kretische Urlauberdorf an der Südküste empfängt uns zwar mit einem gebührenbehafteten Parkplatz, gibt sich aber ansonsten sehr freundlich und lässt mich von einem herrlichen Sommerurlaub träumen. Das nächste Ziel ist eine zerfallene Festung vor einer großen Taverne,  die Pauschalausflüglern zur Mittagspause angeboten wird – wir fahren aber weiter. Abends lasse ich mir zwei hochsternige Metaxabrände schmecken. Zum Wohl.

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Rethymnon

Ziel ist heute unsere Nachbarstadt Rethymnon. Erstaunlicherweise finden wir sofort ein Plätzchen für unseren Alfa. Eine Kirche am Wege beeindruckt uns mit ihrer orthodoxen Pracht, erquickend auch an einem Karfreitag der westlichen Kirche. Die Altstadt bezaubert uns, die monumentale Festung wird von uns erwandert und irgendwie verstehen wir, von unten betrachtet, dass das Minarett der Moschee nach der Vertreibung der Türken abgerissen wurde. Es hätte heute noch optisch das Stadtbild beherrscht. Mit einem kleinen Hellen auf unserer Hotelterrasse lassen wir den Ausflug ausklingen. Schön war‘s.

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