Erkenntnisse

Der Gottesdienst zur Jahreslosung stimmt nachdenklich, führt mir aber ebenso vor Augen wie kurz wir Menschen denken. Wir stehen so leicht in der Gefahr ein Problem zu lösen und zwei andere damit auszulösen. Die Welt ist kompliziert und wir auch. Zum Abendmahl setzen sich Massen in Bewegung und formieren sich vorne unter Mühen zu einem Halbkreis. Ich schaue skeptisch zu. Aber selbst im Kreis stehend, gemeinsam mit so vielen Glaubensgenossen das Abendmahl zu nehmen, berührt mich gewaltig. Ich finde das sehr gut. So kann der erste Eindruck mächtig trügen – keine neue Erkenntnis. Eine spontane Einladung zum Kaffeetrinken zieht sich bis spät abends hin und schließt eine umfassende Reiseplanung mit ein. Rechtzeitig vor Barnaby sind wir wieder daheim. So soll es sein!

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Abbau


Der Regen holt seine Versäumnisse im Sommer 😎 leise rieselnd nach. Das hält mich aber nicht vom Abbau der schon tagelang nicht mehr strahlenden Lichterketten ab. Die Montage per Kabelbinder erweist sich ebenso praktisch für den konträren Arbeitsgang. Ganz zu schweigen von dem arbeitsplatzfördernden Effekt in der Kunststoffindustrie und dem Beitrag zur Auslastung unserer Müllverbrennungsanlage. Ich finde einen genialen Lagerort dieses Leuchtmaterials im Keller mit der reellen Chance sie im Dezember wiederzufinden. Möglicherweise. So ganz langsam vermindert sich unser Anbrennholz bestehend aus den überflüssigen Lehrgeld-Terrassendielen zweier Scheinhandwerker. So können wir den Frust über sie nach und nach verbrennen – das wäre eine Interpretation. Die andere ist unschöner: Wir schauen dem Verbrennen unseres Geldes zu. Wie auch immer – futsch ist futsch. Isso.

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Reisen & Urlaub


Unser Reiseprofi erweist sich heute als Luftnummer. In seinen Angeboten ignoriert er etliche unserer wichtigen Vorgaben völlig, kein einziges passt mit den ausführlich dargelegten Wünschen zusammen. Da kann ich ja gleich selbst suchen und buchen. Ein wenig stark gefrustet bin ich schon. Ich lerne daraus, dass es besser ist zuzugeben, dass man mehr Zeit braucht als schnell etwas hinzupfuschen, um Aktivität zu signalisieren. Schade. Am frühen Abend sind wir in der Bibelstunde nur ein kleiner Kreis, dafür macht jeder aktiv mit. Sehr schön. Im Anschluss zeige ich unsere Fotos bei Freunden und wir werden in ein Pizza-Genuss-Verwöhn-Programm mit hineingenommen, das das Prädikat „köstlich“ verdient. Mmmmmh. Außerdem konstatieren wir im Blick auf künftige Fernreisen, dass Aldi inzwischen mit günstigen Angeboten die Branche aufmischt. Viele Reisebüros können da nicht mehr mit. Aldi und Berge & Meer treten als Dreamteam in Erscheinung. Da werde ich wohl mal meine interessierte Nase ein wenig in die Angebote hineinstecken, wie man so sagt. Komisch eigentlich, denn aktiv sind doch eher die Augen aber die sollte man tunlichst nirgends hineinversenken. Außerdem entdeckt der hauszugehörige Labrador meine Füße als angenehme Ruhe- und Ablagefläche. Ein ungewohntes Feeling.

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Dienste, Zweifel und Diskussionen


Und wieder führt uns unser Weg in die Stadt. Ein Zahnkundiger und eine Podologin dürfen ihre Künste an uns erproben. Weil alles so gut läuft setzen wir mit einem Reiseprofi noch eins drauf und tragen dort unsere Wünsche vor. Es wird eifrig notiert und wir können, so verstehen wir es, ein gutes Angebot erwarten. Nachmittags treibt mich die Frage um: bohren oder kleben? Schweren Herzens bestelle ich die mir fehlenden Bohrer, jedoch der Zweifel nagt an mir. Im Außenbereich bohren und dübeln? Auf dem Eingangspodest? Und wenn Wasser eindringt, friert und sprengt, was sich sprengen lässt? Ich bin arg unsicher. Abends geht es im Hauskreis um Kain und Abel, eigentlich mehr um Kain und noch viel mehr um Gott. Wir sind erstmals nach langer Zeit komplett und die Diskussion ist für unsere Verhältnisse sehr lebhaft. Noch lebhafter geht es im Anschluss weiter, was keinen überrascht. Ein runder Tag.

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Eine erwartungsvolle Löwin


Meine Mähne ist ab, sozusagen eine Transformation vom Löwen zur Löwin, glücklicherweise nur äußerlich. Mit schrecklich geduldig zusammengebissenen Zähnen ertrage ich die Wartezeit zweier Frauen- und einer Herrenfrisur bis sich eine Scherenkünstlerin meiner erbarmt. Nett von ihr! Meine Ohren entbehren inzwischen ihres Schleiers und ein ungewöhnliches Feeling macht sich rund um mein Haupt breit. Alles ist irgendwie leichter. So beschwingt machen wir uns zum Möbelhaus auf, das dennoch nicht unsere zweite Heimat werden soll so oft wir auch in letzter Zeit dort aufliefen. Ein Anliegen kann stante pede und recht unerwartet erledigt werden, ein anderes, das den Anlass für den Ausflug darstellt, nicht. So ist das Leben. Eine freundliche Plauderei krönt unseren Nachmittag und eine langersehnte Lieferung trifft erstens ein und verheißt zweitens die Erfüllung der in sie gesetzten Erwartungen. Wenn mein handwerkliches Geschick für die Montage ausreicht. Kann etwas nur ansatzweise Vorhandenes ausreichend sein? Das Leben bleibt spannend.

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Traum und Wirklichkeit

Die Vorbereitung läuft gut. Der Text hat mir viel zu sagen. Abends bin ich für den Ablauf der Bibelstunde Gott sehr dankbar. Doch zuvor bleibt noch Zeit für eine ausgiebige Mittagspause. Das ist sehr gut, eine wirklich äußerst nette Angewohnheit. Und nachts versuchen gewisse Reisepläne sich in meinen Schlaf zu mogeln. Das muss aber nicht sein, selbst wenn meine „Traumpreise“ offensichtlich fern der Realität herumschwirren. Träumen davon will ich von ihnen nicht. No!

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Bibelworte in und out

Die Bibelstunde morgen wirft ihren Schatten auf mich und ich muss mich sputen mich näher mit dem Text zu befassen. Noch schnell den Weihnachtsbaum aus dem Haus verweisen, obwohl er uns gute Dienste geleistet hat. Undankbares Volk! Doch dann Adolf Schlatter sowie Werner de Boor zu Rate ziehen – und wieder einmal mit offenem Mund dastehen: Wie soll ich daraus eine Stunde formen? Ich lasse das alles sacken und langsam formt sich eine Idee einer Gliederung. Diese kurzfristige Form der Vorbereitung hat eben den Nachteil, dass die Zeit der Gedankenreife fehlt. Andererseits hatte eine längere Phase nur den Effekt alles zäher zu gestalten bzw. die Stunde mit „Beifang“ vollzustopfen. Wie man es macht, kann es halt verkehrt sein. Diesmal also dran und drauf. Hoffentlich vergeht der Dienstag nicht zu schnell, denn nur diese Zeit bleibt mir noch – heute ist Studierstube. Dort schlagen wir uns mit Hesekiel herum, sind ein wenig verblüfft über seine Vision mit der judäischen Löwin und dem sich selbst schädigenden Weinstock und schließen eine lange gemeinsame Zeit mit Freunden an. Es wird spät. Danach schaue ich mich noch ein wenig nach Urlaubsangeboten um. Es wird später. Viel später.

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Gestern, heute, morgen

Früh, sehr früh, wirft mein Handy uns aus den Federn. Gehorsam vollführen wir die Prozeduren, die einem geordneten Aufbruch vorangehen sollten und schwingen uns in unseren fahrbaren Untersatz. Auf freien Straßen, nun ja, weitgehend relativ freien Straßen, düsen wir in den Harz durch Nieselregen, tiefhängende Wolken bzw. aufwallendem Nebel – wie auch immer. Viel zu früh erreichen wir unser Ziel und holen schnell noch eine knappe halbe Stunde Ruhe nach. Die Freizeit unserer Gemeinde hat inzwischen ein paar Tage in Altenau hinter sich gebracht und wir stoßen zum Gottesdienst dazu. Wir werden sehr herzlich begrüßt und das ist nett. Ergreifend in einer so entspannten Atmosphäre Gottesdienst feiern zu können. Die Fahrt hat sich gelohnt. Dem deutschen Harz angemessen speisen wir vor Ort bei einem Griechen und lassen uns den fremdländischen geharzten Weißwein munden. Der Harzgeschmack kommt diesmal ganz besonders heraus, ich mag das. Leider verleidet uns das miesepetrige Sprühregenwetter die Intention eines schönen Tages im norddeutschen Mittelgebirge. Wir lassen uns von den Holzfassaden faszinieren, genießen das, was uns Nebel und Feuchtigkeit von der Landschaft noch sehen lassen und lenken dann doch die Schritte heimwärts in unserem dazu bestens prädestinierten wohltemperierten Peoplemover. Daheim bekerze ich das Tännchen ein letztes Mal, entzünde alle 15 Flammenträger, lasse die Außen- und Innensonderbeleuchtungen noch einmal aufleuchten bis sie gegen Mitternacht für fast ein Jahr erlöschen werden. Seufz. Zum Trost verpasst mir der WDR eine Menge kompakter Reiseempfehlungen, kompetent kommentiert und lecker bebildert, die mir den Mund für künftige Expeditionen wässrig machen. Tschüß Weihnachten – willkommen Reisezeit! Adelante Amigos!

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