Arbeit, Leben, Labung und Ausflüge

Ein Besuch hat immer einen besonderen Charakter. Ich habe recht gern Besuch, bin aber selbst nicht so gern privater Übernachtungsgast. Irgendwie komisch, das gebe ich gern zu, doch irgendwie behagt mir die Bindung an die Gastgeber nicht, die meine Dispositionsfreiheit einschränkt. Deshalb gewähre ich unseren Besuchern gern die volle Freiheit, was nicht immer funktioniert, weil viele Gäste gerade diese persönlichen Kontakte über alles lieben. So sind wir halt, wir Menschen. Wie dem auch sei, mich beschäftigt so ganz nebenbei die Aktualisierung der Bürgerstiftungsseiten. Dann bringe ich noch schnell die Internet-Infos einer von mir betreuten Gemeinde auf Vordermann und ruckzuck sind zwei Stunden um. Wie die Zeit vergeht! In der Pause gibt es Rouladen mit Rotkohl und Kartoffelklössen. Wunderbare Arbeitsunterbrechung – mmmmhm! Wenn bloß diese Beiß- und Schluckhemmung nicht wäre, eine fatale Kombination. Doch letztlich wird alles gut. Die Abwahl einer Parteichefin in England scheitert und die lichtbildgeprägte Reflexion auf das Ende der 90er Jahre gelingt bestens. Leider wird die sich nahtlos anschließende Nachtruhe durch altersbedingte Kurzausflüge in Kachelwandräume empfindlich oft gestört. Bleibt hoffentlich eine Ausnahme!

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Letzte Tour im Jahr – hoffentlich

Auf in den Audi und ab nach Pattensen. Wir sind sehr pünktlich dran. Ich schaffe es sogar den Radarwarner handhabbar anzuschließen. Das hat eine echt verbotene Klasse. Auffällig sind die vielen riesigen Laster, die auf kleinsten Nebenstrecken unterwegs sind. Mistviecher. Am Nachmittag zerbröselt einer meiner Zähne und das Kauen wird demzufolge nicht einfacher. Außerdem sorgen Schluckbeschwerden für ein echt spezielles Amüsement. Der Zahnarzt ist nett und vergibt noch einen Termin für Freitag. Sehr gut! Die Alarmanlage zu Hause bleibt ruhig und die Kameras zeigen gleichförmige Bilder. Das ist erfreulich. Ich gehe – für meine Verhältnisse – früh ins Bett und schlafe gleich ein. Erstaunlich!

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Handwerkermiseren

Nach der geistlichen schweren Kost gestern wird es Zeit zum praktischen Arbeiten. Ich will drei Leuchten an den Zimmerdecken montieren. Dabei überfällt mich als erstes die Erkenntnis, dass Kunststoff nach Jahren mürbe werden kann und selbst die besten Lampengestelle zerbröseln lässt. Schade. So disponiere ich um und komme zu einer kreativen Neuverteilung. Das von mir als am leichtesten anzubringender Leuchtkörper beurteilte Strahlungselement erweist sich als Vollaufreger. Ich bin der Verzweiflung nahe. Schließlich, kurz vorm Nervencrash, hängt das Biest oben fest. Puh. Da baue ich doch lieber im Keller das alte Jugendzimmer zusammen. Trotz Kälte geht das vortrefflich von der Hand. Prima. Tja, schließlich will ich noch schnell ein unter einem Tischbein verhaktes Kabel befreien, stütze mich auf eine Glasröhre, es kracht, splittert und mein Daumen hat so eine komische rot umränderte Hautfalte. Mit nachlassendem Schock entschließt sich das Blut zu fließen. Verheiratet sein hat bei solchen Miseren ohne jeglichen Zweifel riesige Vorteile. Mit drei Händen lässt sich so eine Wunde viel besser versorgen als mit nur einer Pfote. Immerhin suppt der Lebenssaft nicht durch. Kleinigkeiten, die Freude bereiten. Apropos Ehefrau – wir feiern heute unser Vierzigjähriges. Vierzig Jahre was? Ja, das bleibt in der Familie. Und das ist wirklich gut so. Punkt.

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Gottes Wege

Die Einleitung geht mir gut von der Hand. Gott sei Dank! Die Predigt zeigt die Größe und unbegrenzte Macht Gottes auf, der sich ganz klein macht um uns Menschen einen Ausweg aus unserer Ohnmacht zu eröffnen. Er, als Person, ist der Friede, der Shalom für die Menschheit. Eine ergreifende Botschaft. Ärgerlich dagegen ist die Botschaft am Nachmittag per Internet vom Bremer Pastor. Nach meiner arg begrenzten Sicht blickt er zu kurz im Thema Vorhersehung, Gottes Umgang mit uns Menschen. Für ihn hat Gott jeden Menschen mit einem bestimmten Plan geschaffen und den hat man zu erkennen und zu leben. Ich frage mich, warum er uns dann nicht gleich als Marionetten geschaffen hat, wenn ihm das so wichtig ist. Ich meine bis heute (ich bin immer noch am Lernen), dass Gott uns Türen im Leben öffnet und wir dürfen durch sie gehen was gut für uns wäre. Wenn wir uns aber anders entscheiden, geht Gott ebenfalls diesen Weg mit, selbst wenn er für uns schädlich ist. Die Folgen bleiben uns dabei nicht erspart. Unser Herr öffnet dabei dennoch immer neue Wege, die uns weiterbringen, manchmal sogar zurückführen. Gott schreibt auf krummen Linien gerade. Für den Pastor aus der Hansestadt ist es im Leben wichtig Gottes „Masterplan“ für unser Leben zu erkennen und nachzuleben. Für mich, kleines Licht, ist es wichtig in Liebe bei Gott zu bleiben. Ja, er weiß was gut für uns ist, aber er hat uns auch mit Verstand und Entscheidungsfähigkeit begabt. Wichtig ist, treffen wir Entscheidungen mehr aus Selbstsucht oder bewegt uns mehr die Liebe zum Herrn, zu der Gemeinde. Doch sollte mal die Selbstsucht siegen sind wir nicht verloren, wenn wir beim Herrn bleiben. Er wird andere, schwierigere Wege finden. Resümee für mich: Bleibe in allem in Liebe beim Herrn.

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Aushäusig

Der Grieche im Schachtweg kocht so ganz nach meinem Geschmack. Zugegeben, für mein Alter ist die Portion ein wenig zu groß und meine Verdauungsorgane beschweren sich den ganzen restlichen Tag bis in den Morgen hinein. Offensichtlich bin ich nichts Großes mehr gewohnt. Damit muss ich leben. Gut auskommen, erstaunlich gut auskommen, kann ich mit der engen Promillegrenze, die mich bei unserem abendlichen Besuch bei Freunden ereilt. Ich bin nämlich der Fahrer. Okay. Ein Gläschen Rotwein ist erlaubt und es ist tatsächlich genug für mich. An Essen ist sowieso nicht zu denken. Fein.

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Schneckentempo

Das geplante Programm kann ich voll abwickeln. Das Winterdorf wandert auf unseren Kaminsims und ich installiere die Beleuchtung der Häuschen. Die Krippe samt Ochs‘, Esel und Elefant steht bereit. Die Hirten sind noch auf dem Feld. Maria und Josef sind fast angekommen. Die Weisen sind noch unterwegs. Jesus ist noch nicht geboren. Am Sonntag sollen Maria und Josef an der Krippe ankommen und den Tieren Gesellschaft leisten. Am Fenster strahlen uns Transparentbilder von der Weihnachstszenerie entgegen, die bei Dunkelheit von unserem Lichtervorhang auf der Terrasse illuminiert werden. Große Kartons wandern in die Garage oder ins Zwischenlager, bereit für ihre Entsorgung. Ein Regal kann ich wunderbar unterbringen, dafür sind vier neue Probleme zu lösen. Es geht voran, wobei – meinem Empfinden nach – gerade eine Schnecke zum Überholen ausschert. Alles wird gut. Hoffentlich.

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Auf Herz und Nieren und das Morgen im Blick

Meine Internistin stellt mich auf den Kopf, horcht mich ab, ultraschallt meine oberen Bereiche durch, lässt mir ampullenweise roten Lebenssaft abzapfen und jagt mich per Ergometer mit irgendwelchen Kontakten an Brust und Rücken durch die Praxislandschaft. Das ist nicht unanstrengend. Wenn das Labor keinen Einspruch erhebt, ist alles okay. Gott sei Dank! Wir müssen dringend adventliche Atmosphäre in unseren Innenräumen schaffen, sonst huscht diese so wichtige Jahreszeit ruckzuck an uns vorbei, Außenillumination hin oder her. Die Gefahr ist groß. Also schaffe ich Raum und werde morgen wohl unser Weihnachtsdorf aufbauen, sich die ersten Figuren unserer Krippe zu meinem Schulelefanten gesellen lassen und den Couchtisch für Dekozwecke frei räumen. Ein großes Programm. Für morgen. Gut.

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Technische Zickaden

Da stehe ich in meiner Gemeinde und will meinen monatlichen Staubsaugdienst erledigen. Wohlgemut fordere ich mein Handy auf sich mit dem Kopfhörer zu verbinden. Totalverweigerung. Auf die Schnelle ist da nichts zu machen. Blöd. Also hole ich das Notfallkabel heraus und lasse es um mich herumschlabbern. Glücklicherweise bleibe ich nicht oft daran hängen. Da ist Nacharbeit unumgänglich. Ich mag so etwas nicht. Nachmittags will ich nur mal schnell Seiten der Bürgerstiftung aktualisieren. Gut eine Stunde später kann ich endlich unsere Weihnachtsillumination vervollständigen. Alles funktioniert perfekt und sofort. Stark. Technik ist eben unberechenbar. Unser erster ganzer Abend wieder im Erdgeschoss gestaltet sich gemütlich, wenn auch in einem gewöhnungsbedürftigen Ambiente. Nett, more or less.

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