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Die erste Fete im August ist nunmehr erfolgreich absolviert und es geht wieder heim. Die Reifenkontrolle meldet eine Unregelmäßigkeit. Seltsam. Ein Gang rund ums Auto lässt nichts derartiges erkennen und so fahren wir frohgemut los. Ein letztes Mal unterstützen wir die Weser-Fährschifferei und begeben uns stracks zu Autobahn. Bis auf ein oder zwei Stauereignisse kommen wir recht gut durch. Unser kleines Häuschen ist mollig warm doch wir lassen alles fallen und stürzen uns auf unsere vertrauten Lagestätten. Welch eine Erholung den fremden Betten entflohen zu sein und die vertrauten – viel zu alten – Matratzen wieder zu belasten. Der Mittagsschlaf ist eines der vielen Vorteile des Pensionistenberufs. Während die Sonne sich gen Horizont zurückzieht, versorge ich unser Noch-Grünzeug mit Wasser. Es wirkt dort, wo es noch wirken kann, belebend. Leider beschließe ich den Abend nicht auf der Terrasse. Das ist ein Fehler. Schade.

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Hornissenpredigt

Und wieder einmal erschließt sich mir die Problematik von Bibelübersetzungen. In einigen steht „Angst und Schrecken“ habe ein Heer vertrieben. In den alten Texten liest man jedoch „Hornissen“ – und das haben etliche Übersetzer übernommen. Einige vermuten einen Übertragungsfehler, können aber dafür keine nachvollziehbaren Gründe anführen. Andere bleiben bei den Insekten. Immerhin können Hornissen durchaus Angst und Schrecken verbreiten wenn ein Volk in den Angriffsmodus schaltet. Ich möchte da nicht in der Nähe sein. Wir hören eine Hornissenpredigt. Sie ist nachdenkenswert. Pünktlich um 14 Uhr beginnt eine Versammlung des Ostpreußischen Gebetsvereins. Mir hat sich nie erschlossen weshalb diese aufmerksamsarme und schlafbedrohte Tageszeit dafür gewählt wurde. Und so falle ich fast in beide Gruben. Mit letzter Kraft rette ich mich hindurch. Glücklicherweise ärgert mich die Auslegung und das hält mich wach. Und die nachträgliche Gratulation zu meinem Geburtstag kurz vor Schluss stimmt mich wieder milde. – Gegen Abend besichtigen wir ein neues Nest, das sich eine junge Dame gebaut hat um zur elterlichen Umsorgerei eine gewisse Distanz zu wahren. Ein richtiger Schritt mit einem vorzeigbarem Ergebnis. Glückwunsch.

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Nette Fete

Heute zeigt sich mein Navi von der besten Seite und leitet uns souverän von Hamburg nach Bremen. Eine Fähre trägt uns trocken über die Weser. Ich mag solche Wasserfahrten. Am frühen Nachmittag suchen wir den Feierort einer Goldenen Hochzeit und finden ihn fix. Doch parken soll man dort nicht, sondern eine Straße weiter. Das klingt einfacher als es ist. Doch irgendwann gelingt auch das. Die Fete gefällt mir durchaus. Nette Menschen, exzellentes Essen, ein ausgewogenes Programm und ein passabler Dresscode gestalten die Zeit äußerst angenehm. Die Fährfahrten hin und zurück fügen noch ein kleines Sahnehäubchen hinzu.

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Elbdinner

Meine missratene Terrassenbesprühung bewährt sich als Heckenbewässerung. Dann war wohl nicht alles völlig umsonst. In der Nachmittagshitze schwinge ich mich in mein Mobilitätsmobil und nehme dankbar die Dienste meiner Klimaanlage entgegen. Abends spachteln wir bei einem Fähranleger an der Elbe. Einfach aber sehr gut vor allem die Lage. – Hochaktive Mücken veranlassen spätabends den Wechsel von Terrasse ins Wohnzimmer.

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Durchschnittlichkeit

Ein neuer Italiener hat ein von mir sehr geschätztes Restaurant neu übernommen. Eine spontane Einladung – sehr nette Geste und vortreffliche Ausprobieridee – lädt uns dort zum Verweilen ein.  Wir sitzen draußen – sehr zum Wohlgefallen etlicher Wespen, die uns gerne besuchen und ihre Begeisterung kundtun, indem sie unsere Gastgeberin stechen – gerade so am Auge vorbei. Erst wird die attackierte Stelle mit einer halbierten Knoblauchzehe behandelt und ein wenig später mit Fenistil. Beides zeigt eine gute Wirkung. Ist das nur der Anfang der avisierten Wespeninvasion? Hoffentlich nicht! Meine auf der Karte sehr wohlklingende Speise sieht aus wie schon einmal gegessen, schmeckt aber ganz anständig, wenn auch unausgewogen. Der Rosato ist okay aber dennoch ist ein Bier nach diesem Mahl dringend nötig und tut gut. Der Grappa gehört in die erste Liga und mundet vortrefflich. Wenigstens etwas. Trotzdem spreche ich hier keine Empfehlung aus und werde mich, falls ich einen weiteren Besuch nicht vermeiden kann, wohl an Pasta mit Schinken in Sahnesauce halten. Da kann man nicht viel falsch machen. Übrigens fällt das Urteil der anderen Gäste ähnlich aus. Ach ja, der Salat ist wohl ebenfalls gut. Meinen Abend verbringe ich still und bescheiden mit einem – wie könnte es anders sein – Krimi. Drei plus. Immerhin besser als das Restauranterlebnis. Passt schon.

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Saug- und Sommerfun

Das allmonatliche Saugprojekt in unserer Gemeinde steht wieder an. Diesmal versüßen mir Georges Moustaki und Manfred Siebald das Hin- und Herziehen des Reinigungsgerätes. Leicht beschwingt kurve ich über den Teppichboden, motiviert von französischen Klängen. Ich verstehe nur sehr wenig, aber die Lieder klingen gut. Anders ist es logischerweise bei good old Manfred. Mittags lasse ich mir Fisch direkt aus der Nordsee munden. Da es der Fischladen ist und nicht das Meer, muss ich auf eine ununterbrochene Kühlkette bis zur Zubereitung hoffen. Wenigstens schmeckt er nicht tranig. Das ist ja auch schon etwas wert. Den Nachmittag widme ich der Hitzebewältigung und die erste Hälfte der Nacht lässt es sich auf der Terrasse bei einer Piepe und Rebensaft gut aushalten. Summerfun.

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Treterkosmetik und Terrassenflut

Ich schlappe zu meiner frühmorgendlichen Fußpflege. Eigentlich sollten wir derhalben mitten durch den Werksverkehr jonglieren, doch die Straßen sind urlaubsleer. Komisch. Immerhin kommen wir so gut durch. Die uns persönlich noch unbekannte Laufwerkzeugspflegespezialistin ist sehr freundlich, wirkt sehr kompetent aber innerlich irgendwie angefressen. Ist es die Hitze, die frühe Uhrzeit oder das Arbeitsklima – wer weiß? Sei es die wohltuende Behandlung oder die ungewohnte Umgebung jedenfalls werde ich so langsam wach und kann leicht beschwingt mit gekürzten, abgeschliffenen und anpolierten Hornplatten erst zum Bäcker, dann zum Auto schreiten. – Am Nachmittag habe ich etwas Sensationelles vor. Inspiriert durch die Wassersprüher in zahllosen Restaurants in Florenz habe ich mir bei gleicher Hitze ebenfalls so eine Anlage besorgt. Sie war gar nicht teuer. Und sie lässt sich schnell aufbauen und anschließen. Und sie sprüht. Und sprüht noch mehr. Kurz bevor die Terrasse „Brettunter“ meldet und die Polster ihre Transformation in Schwämme realisieren können, unterbinde ich leicht panisch den Zufluss des nassen Elements. Wow. So feine Schwaden bringen so große Pfützen zustande. Respekt. Das Experiment werde ich mal auf unserer Lichtung hinterm Haus wiederholen. In Badehose. Das könnte recht angenehm sein und der Wiese wird es auch gefallen. Das menschliche Grundproblem: Gut gemeint und schlecht gemacht. Sorry. ☹️👎💧

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Sentimentales

Und wieder sind wir auf einer Trauerfeier. Doch etwas ist anders. Mir wird so richtig persönlich bewusst, dass Altwerden Abschied nehmen bedeutet. Uns verlassen jetzt meist noch die älteren Bekannten, Freunde der Eltern oder jahrelange Begleiter aus der Gemeinde. Den Todesanzeigen entnehmen wir aber, dass schon etliche Menschen auch aus meiner Generation gehen müssen. Irgendwann wird uns der erste Freund verlassen, wenn wir nicht selbst vorher zum Herrn gerufen werden. Die „Überlebenden“, wie meine Mum, die wirklich sehr alt werden, werden zunehmend einsamer und es ist nur junges Volk (so um die 70) um sie herum. Vorher wusste ich das nur im Kopf, heute ist dieses Wissen in mein Herz umgezogen. Seltsames Gefühl. – Abends feiern wir einen Geburtstag nach und sind bei weitem nicht mehr so agil dabei wie vor einigen Jahren. Das Gespräch plätschert so vor sich hin, die Themen wirken so altbekannt, zwar interessant und doch fehlt irgendwie der „Kick“. Liegt es an meiner sentimentalen Stimmung oder sogar am Alter? An beidem? Mag sein.

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