Spontanitäten

Es gibt ein Leben ohne Internet und Telefon – doch leicht ist es nicht. Immerhin öffnet sich über das Mobilnetz ein kleines Fenster. Aber es bleibt unbefriedigend. Eher doof. Die Wobcom verkündet uns einerseits ihre erfolgreichen Reparaturaktivitäten und andererseits die Botschaft, dass wir zwar jetzt ein Signal bis vor das Haus hätten, welches aber inhäusig versiegt. Aha. Wir sollen uns die Fritzbox schnappen und zwecks Funktionskontrolle zur Wobcom kommen. Und wir tun also. Wenig später bin ich stinksauer denn beim Firmensitz in der Heßlinger Straße bin ich falsch und muss nun durch die Fuzo zur „Wabe“ spazieren. Unvermutet überfällt mich dabei die Erkenntnis der eigenen Dummheit. Das Wetter ist toll, das Flanieren tut gut, die Menschen sind gut drauf – eigentlich sollte ich glücklich über diese „Zumutung“ sein. Und das bin ich dann auch. Klasse so ein spontaner City-Ausflug. Ein Reparaturerfolg bleibt zwar aus aber der Trip hat sich gelohnt. Abends besuchen wir Freunde, pflücken leckere Kirschen, plaudern, lassen das zarte Pflänzchen einer Kurzreise in uns Wurzel fassen und Triebe entwickeln. Das könnte passen. Und das Internet schweigt. Bei uns. Merde!

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Internet auf Urlaub, Spargel und ein Rassehund

Das Internet ist weg und hat das Festnetz gleich mitgenommen. Ade, wir vermissen euch arg! Liegt der Fehler bei uns, beim Provider oder dazwischen? Keine Ahnung. Ein Problem für Montag, heute muss LTE reichen. Erst einmal huschen wir zum Gottesdienst, schleichen uns vorzeiten hinaus, um meine Altvordere zum verwandtschaftlichen Spargelessen abzuholen. Die Gaststätte bei der Ehmer Tennishalle ist zu empfehlen, nicht ganz so gut wie die neulich in Fallingbostel, aber dennoch gut. Der Spargel tendiert mehr zur altdeutschen Weichheit, die Schnitzel treten paarweise auf, Rührei und Schinken warten auf ihre Liebhaber – alles ist sehr reichhaltig auf der Tafel vertreten. Schwester und Schwager stellen uns nebenbei ihre neue vierbeinige Begleiterin vor, Repräsentantin einer traditionellen japanischen Rasse. Der Nachmittag und Abend gestaltet sich weithin netzlos – irgendwie fehlt etwas. Da muss ich jetzt durch.

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Schweiß, Bier und Schwafelei

Ich spalte munter Holz. Toll so eine hydraulische Maschine, die hat echt Kraft. Es geht munter voran, doch der Stapel ist weitaus größer als meine laienhafte Schätzung vermuten ließ. Immerhin können wir „Phase 1“ komplett vor dem Regen beenden. Stark. Ebenso staunenswert ist mein Flüssigkeitsausstoß durch meine hochgeschätzte Pelle trotz wenig fordernder Tätigkeit. Nicht besonders überraschend entwickelt sich dagegen meine Flüssigkeitszufuhr im Laufe einer Geburtstagsfeier. So gleicht sich alles wieder aus. Total baff bin ich ob meines Outings als Plaudertasche während besagter Fete. Manchmal bin ich mir selbst recht unheimlich. Faszinierend.

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Lebenskreis

Amèlie ist bei uns zu Gast. Sie hat ihre Mama mitgebracht, was sinnvoll ist, da sie noch nicht allein krabbeln kann, vom Laufen ganz zu schweigen. So eine Rundum-Versorgung ist prima. Man kräht, wenn etwas fehlt, überlässt die Interpretation der Versorgerin, trinkt, macht das Mündchen weit auf, damit das Breichen sein Ziel findet, schläft wenn einem danach ist und lässt sich ansonsten auf den Arm nehmen, kraulen oder auf andere angenehme Arten beschäftigen. Nur das rechte Wort findet man noch nicht. Kann ja noch werden. Kommt Zeit, kommt Sprache. So erleben wir einen erbaulichen Vormittag und strahlen allesamt mit der Sonne um die Wette. Fantastisch. Nachmittags bastle ich ein wenig an den Hochzeitsbildern herum, richte eine neue Kamera ein – ja, ja, meine Spielzeuge erfreuen mein Herz, ärgere mich über mich, dass ich mir die Chefin im TV antue und werde ganz still als meine diakonisch angepustete Hausmitbesitzerin von ihrem Besuch bei ihrem schwerst erkrankten Ex-Kollegen berichtet. Das so prallvolle Leben kann blitzschnell in ein qualvolles Leiden umschlagen. Gut, wenn man dann bei Gott einen Halt finden kann und von seiner Hand getragen wird. Danke, Herr, für die vielen guten Jahre! Du bist bei uns. Das macht Mut. Danke.

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Dolce vita

Die neuen Kopfhörer haben tatsächlich einen tollen Sound – da macht die Staubjagd in der Gemeinde fast Spaß. Fast. Wie schön der Sommer in diesem Jahr ausfällt – auch wenn er bereits im Juni stattfindet. So ein Privatiersleben kann ganz schön genussreich sein. Nur die Arbeiten draußen bleiben hitzebedingt liegen. Na und? Nur meine Miteigentümerin stürzt sich ins Gewühl und wirbelt in der Hitze herum. Ja, ich habe ein schlechtes Gewissen dabei. Nein, ich weigere mich trotzdem mitten in einer Sonnenbanksauna zu werkeln. Die Lounge ist der einzig akzeptable Aufenthaltsort und ein wenig durchgegorener Traubensaft versüßt das ohnehin schon süße Leben. So kann es ruhig noch eine Zeit bleiben. Wäre okay.

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Pellenpünktchen, Ohrbeschallung und eine Sparausgabe

Auf meiner Pelle ist ein Pünktchen, das sich der Dottore in drei Monaten wieder ansehen möchte. Soll er doch. Mich beunruhigt das erst, wenn ich eine echte Ursache greifbar auf dem Tisch liegen habe. Nebenbei bemerkt, wir haben einen echt lustigen entspannten und redseligen Mediziner erwischt. Ich mag ihn und seine Art. Im Laufe des Tages treffen außerdem mein neuer Kopfhörer ein. Ich bin vom Klang nicht unbegeistert, staune aber leicht über die Einstellmöglichkeiten. Wie soll ich mir die Mehrfachbelegung einzelner Knöpfe auf Dauer merken können? Nö, so läuft das nicht! Immer beim Einschalten sagt er mir wie viel Ladung er noch auf dem Kasten hat und mit welchen Geräten er in Verbindung steht. Nett von ihm. Ich sollte mir daher angewöhnen die Muscheln vorm Einschalten über meine Öhrchen zu stülpen. Sonst sind die Ansagen relativ wertlos für mich. Als ich schon so langsam beim Eindrömmeln bin, nebenbei ein paar Sauriern bei der Menschenjagd in der „Jurassic World“ auf meinem iPad zuschaue, schreckt mich meine nicht unsparsame Mitautofahrerin mit der Eilmeldung eines sensationellen Niedrigpreisstandes unserer örtlichen Tankstelle hoch. Aufspringen, Utensilien greifen, zu den fahrbaren Untersätzen sprinten und ab zur Tanke. Dort sparen wir kräftig und geben dennoch eine Menge Knete aus – seltsame Lebenszusammenhänge. Immerhin kann ich so mir die frische Nachtluft um den Schädel wehen lassen. Nettes Gefühl.

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Super-Grandpa

Drei Termine an einem Tag. Horror. Steuerberatung für meine Altvordere, Fußpflege für mich und ein etwas deprimierender Besuch im Heim. Ob der Kelch der Eigenarten an mir im Alter vorbeigehen könnte? Ich befürchte nur, dass man da kaum Wünsche frei hat. Tragisch. So bleibt mir wohl nur die Cabrio-Tage auszukosten, mich an meinen kleinen Reisen zu erfreuen und das eine oder andere Highlight in meiner Gemeinde zu genießen oder zu gestalten. Kurzfristig gute Aussichten trotz mittelfristig gemischter unvorhersehbarer Wetterlage. Im Fernsehen treffe ich auf lauter alte lebenslustige Herren, die nach innerer, äußerer oder beiderseitiger Anwendung allerlei wohlfeiler Mittelchen herumstolzieren, tanzen oder zum Super-Opa mutieren. Natürlich nur, wenn sie vorher ihren Arzt oder Apotheker befragt haben. Das kann ja heiter werden. 🙄

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Blue Monday

Und wieder einmal bin ich absolut happy an einem stinknormalen Montag einen „Frei“-Tag zu erleben. Die Sonne strahlt mit uns um die Wette und wir gondeln über Nebenstraßen heimwärts. Perfekt. Rechtzeitig liefern wir unser Transportgut ab und bevölkern wieder unser kurzzeitig leerstehendes Domizil. Alles ist gut. Müde lächelnd schaue ich auf ein TV-Programm, das an Fantasielosigkeit kaum zu überbieten ist. Aber ich bin optimistisch, das schaffen die Fernsehverantwortlichen sicher noch. Ist es nicht toll, wie das Bilderangebot mich zum Lesen treiben kann? Ach ja, die Suche nach einem irgendwo untergetauchten Akku verläuft negativ. So ist das Leben. Immerhin wird der Abend für mich lang und ich erfreue mich endlich wieder eines langen Aufbleibatems. Das tut gut.

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