Östliche Sperren und ein spezielles Gen

Ausschlafen können ist immer wieder eine äußerst angenehme Erfahrung, vor allem nach einem ausgiebigen Geburtstagsabend. Dem Beutegreifer des Staates überlasse ich heute ein paar Unterlagen. Beleglose Bearbeitung klingt ja gut und schön, ich aber bleibe skeptisch. Dafür ist die „Machtfrage“ bei Differenzen mir zu einseitig geklärt. Auf der Rücktour scheitern wir an einer Straßensperre ohne Umleitungsempfehlung. Ich fahre munter drauflos. Und fahre. Und fahre. Und stehe vor einer unangekündigten vollständigen Straßensperre. Im Osten. Wo sonst? Reumütig ziehe ich mich auf die Autobahn zurück und entscheide mich für bekannt freie Rückfahrtstrecken. Abends ist wieder Geburtstag. Ich bin demotiviert und habe keinerlei Drang zu erneuten Plauderei. Möglicherweise erwecke ich dabei einen arg seltsamen Eindruck. Oder sollte sich mein Eremiten-Gen auf einem körpereigenen Eroberungsfeldzug befinden? Hoffentlich nicht! Der Drang zur Insel wird jedenfalls größer. Erschreckend. Ansonsten ist es ein äußerst erbaulicher Abend, warm und freundlich. Es wird wieder einmal spät. So richtig zufrieden mit mir bin ich nicht. Schade.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Großes Schweigen trotz lebendiger Sprache

Gut gerüstet, meine ich, düsen wir zur Bibelstunde. Sie entpuppt sich als Runde der großen Schweiger. Ja, schweigen können sie gut. Herauslocken kann ich sie nicht. Und so ziehe ich die Vorbereitung durch, ein schwieriger Text bei dem ein wenig Unterstützung echt nett gewesen wäre, aber was nicht is‘, is‘ nicht. Leichter Frust kommt auf. Lag es an mir oder an den anderen? Keine Ahnung. Immerhin begeben wir uns im Anschluss stante pede auf eine Geburtstagsparty. Das Wetter ist prima, der Wein mundet hervorragend – selten einen so runden Bordeaux genossen – und das Essen passt auch. Ein paar Plaudereien und etliche Stunden später, eigentlich viel zu spät, kontaktiere ich meine Federn und lasse Morpheus mich umarmen. Eigentlich erstaunlich wie in unserer so scheinbar aufgeklärten Zeit noch solche uralten griechischen Göttervorstellungen durch unsere Bildsprache geistern. Sprache ist einerseits quicklebendig, andererseits aber auch uralt. Die Mischung macht’s.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Rechnungsverzug

Der Prophet Hosea ist schon ein bemerkenswerter Mann. Und er hat einen bemerkenswerten Gott. Eine gute Kombination. Er brandmarkt im Auftrag Gottes den Götzendienst in Israel mit seinen Folgen wie Unzuverlässigkeit, Untreue, Lug und Trug sowie Gottvergessenheit und weist auf die Folgen hin, die sich dadurch zwangsläufig einstellen. Wir sprechen vom „Gericht Gottes“ dabei ist es noch nicht einmal das Gericht sondern nur ein Zurückziehen seiner schützenden Hand, Entzug seines Segens und schon geht alles drunter und drüber. Wirkliches Gericht geht anders. Ich finde es immer wieder verblüffend wie wir Menschen alle Segnungen annehmen als wären sie selbstverständlich und alles Negative als völlig unverdient hinstellen. Wir tun so als hätten wir den Anspruch aufs ‚Gutgehen‘ gepachtet. Vieles an der Kritik Hoseas am Miteinander im Nordreich Israels wirken wie dem Heute entnommen. Werden wir allesamt auch sehr verblüfft und verärgert sein wenn uns dafür mal auf scheinbar ganz natürliche Weise die Rechnung präsentiert wird? Ich fürchte ja. Aber dann wäre es zu spät. Apropos Rechnung – sie wird übrigens nicht von Gott ausgestellt, sie haben wir selbst Posten für Posten angerichtet „unter Inkaufnahme der Folgen“ wie Juristen es ausdrücken würden. Gott verzögert nur die Zustellung unserer eigenen Rechnung. Gott sei Dank!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Knete, Kraft und Können

Heute beschäftigen mich zwei Raubritterabrechnungen mit der Abkassierbehörde damit auch künftig Sinnvolles und Unsinniges vom Staat beschafft, hingestellt oder auf die Straße gestreut werden kann. Hilft ja alles nichts. Eigentlich habe ich auch nicht viel dagegen, dass ich Abzüge vom Brutto hinnehmen muss – nur diese elendige Belegsammlung – okay schicken muss man sie nicht mehr, sammeln aber doch – und die Jahreserklärung sind voll ätzend. Außerdem ist es eine Unverschämtheit Rentner zu besteuern. Wie sollen alte Menschen, deren geistige Kondition nicht selten eher auf dem arg absteigenden Ast hinunterrutscht, eine vernünftige Steuererklärung hinbekommen? Wenn sie keine willfährigen Kinder haben, werden wohl Betreuer ernannt, die gegen kräftiges Cash stellvertretend tätig werden. Das ist Geldraub in übelster Form. Wenn man schon unbedingt Knete von Rentnern abziehen will, dann soll man tunlichst einen Satz von 5%, 10% oder noch höher festsetzen und gleich von der Rente abziehen. Fertig. Wer allerdings wirtschaftlich noch aktiv ist und Geschäfte abwickelt, mit Aktien spekuliert oder sein Kapital eifrig vermehrt, dem kann man ja problemlos eine Steuererklärung zumuten. Nur meine Mum könnte das nicht mehr leisten, ja sie würde schon am Zusammensuchen der Unterlagen verzweifeln. Leute, die so etwas beschließen sind entweder dumm oder dreist. Ich vermute dreist. Es mag ja gute Gründe für eine Regelung geben aber jede Regelung, die die Betroffenen nicht würdigt, ist grundfalsch. – So, genug gemeckert. Außerdem bauen wir heute unser Partyzelt bei Freunden wieder auf. Drei junge Männer und ein nicht ganz so junger Mann packen kräftig mit an. Ich gebe gute Ratschläge und schraube nur ein paar Heringe in den Boden 😉. Es geht trotzdem alles flott von der Hand. Routine gepaart mit Kraft zahlt sich eben aus. Keine neue Erkenntnis.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Kerbtiere

Heute beschäftigen mich Insekten. Einmal die, die ein relativ dichtes Netz abhalten soll. Nun ja, eher die Wirkung, die ein solche Schutzvorrichtung auf eine im Inneren montierte Kamera hat. Tagsüber wirkt der Blick teilweise leicht bis mittelstark verschleiert. Das war zu erwarten. Doch in der Nacht spiegelt das Netz die Infrarotbeleuchtung zurück auf die Kamera. Man sieht nur eine weiße Wand. Jedoch geschickt positioniert mit der „Netzwand“ in angemessener Entfernung kann man sogar nachts hindurchsehen. Faszinierende Erkenntnis. Das wäre jetzt die Stunde für Mathematiker: In welchem Verhältnis vermindert sich die Reflexion bei zunehmendem Abstand. Da kann man sicher eine Formel ableiten. Höchstwahrscheinlich wird es diese bereits geben. Mich interessiert sie nicht. Meine zweite Begegnung mit den Nahrungsspendern, Bestäubern, Blutsaugern und Herumschwirrern ist eher tragischer Art. Ich entferne ihre sterblichen Überreste vom Fenster, den Spiegeln, und der Haube unseres Cabrios. Es sind nicht wenige. Das lässt hoffen. Möglicherweise sind die Unkereien über die dramatisch schrumpfenden Bestände auch nur eine weitere Sau, die durchs Dorf getrieben wird. Lassen wir uns überraschen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Gewichtszufriedenheit

Der Tag beginnt mit einer kernigen Pfingstpredigt aus dem Internet. Es geht zur Sache, besser zur Person, also es geht um Jesus und – wie könnte es anders sein – um den Heiligen Geist. Abends besuchen uns liebe Freunde und wir plaudern in der Lounge bis früh in die Nacht. Das Gespräch kommt auf die vielfältigen Methoden der Gewichtsreduzierung. Ich erkenne die Erfolge neidlos an, musste bei mir aber immer wieder ihre Relativität konstatieren. Okay, es geht flott runter, mit ein wenig Glück kann man sein Gewicht auch eine zeitlang halten. Aber dann beginnt irgendwann, meist unerwartet, ganz klein, die Gegenbewegung. Unmerklich, dann merklich und schließlich erschreckend werden die angezeigten Zahlen auf der Wiegeeinrichtung größer. Immer größer. Bis das Erschrecken groß genug ist um einen neuen Zyklus einzuleiten. Wohl dem, der mit seinem Gewicht, wie wenig oder wie viel auch immer, zufrieden sein kann. Das ist ein Geschenk.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Paletot der Zungenruhe

Es gibt so Gottesdienste da geht man mit ganz langen Zähnen hin. Da sucht man vorher nach Alternativen, findet keine und macht sich leicht gebissknirschend auf den Weg. Dennoch ist selbiger heute informativ und ich nehme ein paar gute Impulse mit nach Hause. Das positive Feeling mag auch am Pfingstfest liegen, das offensichtlich den Anstoß gab auf manch störenden Ballast zu verzichten. Wie auch immer, es war okay. Zu Hause richten wir unsere Lounge nach dem Urlaub wieder her und bleiben gleich ein wenig draußen. Es ist nett, könnte aber ein, zwei oder drei Grad wärmer sein. Mit großem Vergnügen darf ich mich am Nachmittag endlich in unserem offenen Kleinwagen dem knallblauen Himmel öffnen. Das tue ich gerne. Meine Altvordere ist absolut gut drauf. Wir sind begeistert. – Fast per Zufall gelange ich zu einem TV-Beitrag über Kreuzfahrten und höre mit leicht angehaltenem Atem wie ein Schweizer, der in einer 20.000-Euro-Suite reist sein „Duldungsvermögen“ hervorhebt, denn er muss sich in hier ja ein wenig einschränken. Er habe hier nur zwei Räume und es gibt keine Sprudelbadewanne. Nein, sowas aber auch, das geht ja gar nicht! Ja, die Ansprüche der einzelnen Einkommensklassen variieren offensichtlich stark – da gefriert mir mein leises Lächeln. Und ich? Und meine Ansprüche? Ähem, wohin hatte ich doch gleich den Mantel des Schweigens gelegt? Ah, da ist er ja …

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Träum weiter

Wenn jede Reise Investitionen auslöst, um das Smarthome noch smarter zu machen und möglichen unangenehmen Überraschungen angemessen begegnen zu können, wäre das fatal. Das muss ich im Auge behalten. Man kann’s auch übertreiben und das liegt mir nicht fern. Aufgepasst, Rolf! Mir steht jetzt ein gut gepacktes Terminspektakel ins Haus. Und wieder, völlig unvorbereitet 😉, überfällt mich die Sehnsucht nach meiner Insel, fernab von allem Trubel, klares Wasser, einfache Kost und einen wohlgefüllten Weinkeller (mit einer kleinen Cognac-/Calvadosabteilung), immer schönes Wetter, wenig Stürme und eine tragfähige Hängematte. Der Terminkalender weist eine gähnende Leere auf und möglicher Langeweile wird durch steten Wechsel von Strand, Meer, Hütte und Matte vorgebeugt. Ach ja, ein schnelles Internet wäre auch nicht von Übel 😎😅😉🐢. Besucht mich dort mal, ihr seid herzlich willkommen! Jetzt nur nicht aufwachen …

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar