Fotokrampf

Ich kämpfe einen verlustreichen Kampf mit meinen Thailand-Digitalbildern. Warum tauchen Fotos vom 3.10. unter dem Datum vom 6.10. auf? Wie soll ich die aus meinem löcherigem Erinnerungsunvermögen richtig sortieren? Verzweiflung packt mich in regelmäßigen Abständen. Und doch geht es voran. Langsam, gaanz langsam – in der Weise einer Schildkröte. Wie soll ich meinen Frust beschreiben? Welche Worte fassen meine Enttäuschung? Wie fasse ich Mut? Gute Fragen, mäßige Antworten. – Immerhin meldet sich mein eigentlich recht geschätztes aber mich in den letzten Tagen dennoch frustrierendes Reisebüro, mit der Information mir einen Prospekt gesandt zu haben. Lichtblicke.

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Berliner Schaukrämpfe

Da geht man schon mal zur Wahl obwohl mir das Politiker-Hahnenkampf-Sprücheklopfer-Gehabe zutiefst zuwider ist. Und was ist das Ergebnis? In endlosen Gesprächen weigern sich die Bonzen einen Kompromiss zu finden, beharren auf ihren Forderungen und rühmen sich in aller Öffentlichkeit ihrer Unbeweglichkeit. Nein, Jungs und Mädchens, euer Job ist es das Wahlergebnis in konkrete Politik umzusetzen. Euer Job ist es nicht Parteipolitik bis zum Erbrechen zu ritualisieren. Für mich ist es schon eine Frechheit, dass sich die SPD im Bund aus der Verantwortung stiehlt – keinen Bock auf Regierung. Ebenso dreist treibt es die CSU, die offensichtlich nur ihre Ansichten gelten lässt. Meine Meinung dazu ist recht simpel gestrickt: Wenn die „Macher“ unfähig sind ein Regierungsbündnis zu schmieden, sollten sie ihr Mandat zurückgeben und andere in den Ring schicken, die hoffentlich befähigter sind. Ich kann es sowieso nicht ab, wenn Parteien meinen die Weisheit „mit Löffeln gefressen“ zu haben und so agieren als ob alle anderen geistig zurückgeblieben und verblödet seien. Ja, ich bin sauer. Auf jeden Fall gehe ich keinesfalls ein zweites Mal zur Wahl (oder ein drittes oder viertes) bis das Ergebnis den Damen und Herren in Berlin passt. Denn dann hätte Demokratie ihren Sinn verloren. Punktum.

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Reisefieber

Im Sommer geht es nach Florenz. Ich freue mich drauf, auch wenn bis dahin noch eine ganze Menge Zeit ins Land geht. Meine Reisebuchungen erfolgen aber auch immer früher. Ist es Sehnsucht? Ist es Langeweile? Oder Flucht vor der Arbeit rund ums Grundstück? Oder gar der Reiz am Geld verjubeln? Vielleicht ein wenig von allem, von Letzterem sei aber bitte nur eine ganz ganz ganz kleine Dosis dabei! Dann stürze ich mich auf die Fotos von Thailand. Und verzweifle. Eine Kamera, zwei Handys und Aufnahmen von Dritten – etliche Fotos mit der Thai-Zeit, andere mit der Heimatzeit und nicht frustfrei in eine halbwegs vernünftige Reihenfolge zu bringen. Außerdem liegt die Fahrt nun schon ein paar Wochen zurück wobei mein Kurzzeitspeicher inzwischen zum großen Teil mit aktuelleren Themen belegt ist. Nach dreißig Fotozuordnungen werfe ich das Handtuch und lese einen Krimi. Mit viel Motivationsarbeit geht es eventuell morgen weiter. Man wird sehen.

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Es geht voran

Es ist schon seltsam wie mich mein Alter beschäftigt. Früher war mir das wurschtegal, selbst runde Geburtstage habe ich gleichgültig weggesteckt. Und jetzt spuken mir die Jahre im Kopf herum. Das könnte damit zusammenhängen, dass ich die Weißkittel inzwischen viel öfter sehe, viel zu schnell Routineuntersuchungen aufeinander folgen und sich die Gefahr einer ernsthaften physischen Erschütterung meines Körpers überproportional rapide nach oben bewegt. Schon wieder steht so eine unangenehme Sache an. Immerhin darf ich die zu konsumierende Ekellösung mit alkoholfreiem Bier mischen. Das wird ein spannendes Geschmackserlebnis. Außerdem verzichtet dieser Doktor auf eine früher sehr verdrießlich stimmende vorbereitende Aktion. Ich mag den Fortschritt. Ansonsten schwelge ich in Urlaubszielen, in Hotelbeschreibungen, in potenziellen Rundfahrterlebnissen und erschrecke über preisliche Höhenflüge der Veranstalter. Ein örtlicher Agent ließ sich zwar meine Wünsche im Detail erläutern, kam aber bis heute mit keinem Angebot `rüber. Ein nettes Reisebüro im Internet dagegen will eine Erlebnistour für uns planen und fragt per E-Mail Einzelheiten ab. Das mag ich. So soll es sein.

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Telefonierskeptiker

Schon wieder bin ich bei meiner Lieblingsbeschäftigung: einen Urlaub planen. Nächstes Jahr will ich ganz weit weg, wie schon vor ein paar Wochen nur in eine andere Richtung. Also forsche ich das Internet nach passablen finanziell tragbaren Angeboten aus. Vielfach wird ein unverbindliches Angebot per E-Mail versprochen. Ganz besonders dreist traf es mich als Telefonierskeptiker, dass zunächst ein Anruf nur möglicherweise und unter Umständen angedroht wurde und kaum habe ich das „okay“-Feld angeklickt, wird mir ein unausweichliches Telefonat angekündigt. Kurz darauf „klingelt“ es schon. Ebenso schnell blocke ich jegliche weitere Kommunikation ab – mit denen will ich nicht verreisen. Wozu gibt es das Internet? Nutzt es gefälligst statt mir möglicherweise mit List und Tücke eine vorschnelle Zusage zu entlocken. Nee, das Risiko ist mir zu groß. Ansonsten ist heute Muttertag, wir sind für Muttern unterwegs. Warum auch nicht? Schließlich war sie früher auch für mich auf Achse. Generationsübergreifender Ausgleich sozusagen. Gut so.

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Zwickmühle

Die Säulen der Reformation prägen die ausgesprochen ansprechende Wortverkündigung. Nach dem Gottesdienst lebt eine von mir fast abgeschriebene Diskussion wieder auf. Kann eine mehrere hunderttausend Euro umfassende Investition deren Zweck sich bislang nicht erschlossen hat, richtig und „dran“ sein? Vom äußeren Rahmen spricht fast alles dafür und von den Inhalten sehr vieles dagegen. Ganz zu schweigen von der Restschuldenhalde, die wir gerade mühsam Cent für Cent abtragen. Ich befürchte, das Thema wird uns noch lange verfolgen und manchen – egal wie wir es lösen – nachhaltig verärgern sowie eine nach allen Seiten entwickelbare „Was-wäre-wenn-Diskussion“ entfachen. Beim Mühlespiel nennt man das wohl „Zwickmühle“. Gemeinde ist nicht immer einfach. Zu Hause wartet eine erquickliche Mittagspause, gefolgt von einer Kaffeepause, die sich bald in eine Abendruhe verwandelt. Nette Sache, dennoch wird es spät bevor ich meine Federn persönlich besuche. Ich kann’s mir leisten.

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Volkstümliches

In Hamburg heißt es alltäglich „Leinen los“, in der Augsburger Puppenkiste ist der Löwe los und ab heute sind im Rheinland die Narren los. Als eingefleischter Norddeutscher kann ich mit Letzterem gar nichts anfangen. Was treibt meine Mitmenschen um, sich bunte Kuller auf die Backen zu malen und ihr Haupt mit einem Monstrum mit Glöckchen zu verunzieren, das sich völlig sinn- und zweckfrei dort breit macht? Und wieso lachen sie aus tiefstem Magen über mitunter furchterregend zusammengekleisterte Schüttelreime, die jedes Jahr leicht umgestellt in ähnlicher Weise dreist repetiert werden? Keine Ahnung! Gut, sehr gut, ausgezeichnet, dass ich weit entfernt davon lebe! Zu meinem äußersten Bedauern ist eine meiner Nachbarstädte inzwischen von diesem Virus infiziert worden, der alljährlich weitere Opfer fordert. Schrecklich! Ein Don Camillo samt Peppone lenkt mich von diesen psychischen Ausnahmezuständen ab und stimmt mich friedlich. Wohltuend!

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Retro

Neben frisch erwachten Reiseplänen, abklingenden Grippalsymptomen und Magenknurren wg. eines kalorienreduzierten Tages läuft alles meganormal. Abends setze ich meine Retrospektive fort. Diesmal lasse ich Momo an mir vorbeiziehen, den guten alten stark an der Vorlage orientierten Spielfilm. Ich bin wieder einmal hin und weg. Ja, die grauen Herren sind unter uns, haben ihre Methoden verfeinert, denn jetzt muss ich mich nicht mühen Zeit zu sparen, sie klauen dieselbe mir direkt vor der Nase weg. Fiese Bande. So suche ich Ruhe und Gelassenheit und schaue mir danach zwei Don-Camillo-und-Peppone-Filme an. Wie oft habe ich sie wohl schon gesehen? Und doch sind sie immer wieder schön und ergreifend. Da hat jemand die Menschen und die Bibel verstanden und beides trefflich kombiniert. Es fasziniert mich jedes Mal. Rumms ist es zwei Uhr in der Nacht. Spät geworden. Offensichtlich.

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