Philosophische Anwandlungen

Kaum zu Hause angekommen geht die Reiseplanung wieder los. Zu einer avisierten Einladung buche ich schnell eine Ferienwohnung mit ein paar Tagen um das Ereignis herum. Die erste Reise im nächsten Jahr steht somit. Weiter wachsen und gedeihen andere, enorm mächtigere Reisepläne in meinem Herzen. Noch sind sie nicht reif. Ob nahe oder ferne Länder, ob In- oder Ausland, schauen wir mal. Wenn mir aus den Reisen geistliche Impulse erwachsen würden, die ich für die Mitarbeit nutzen könnte, wäre das eine weitere nette Beigabe. Solange wir noch gesund und munter sind, ist die Reistür geöffnet aber sie kann ganz schnell zufallen. Jedoch in Hektik verfalle ich nicht. Es ist schön sich mal die Welt anzuschauen. Wenn es nicht oder nicht mehr gelingt, ist das überhaupt nicht tragisch. Warum auch? Viel viel wichtiger ist doch, dass Jesus bei mir bleibt und ich bei ihm. Das ist wirklich wichtig – alles andere ist maximal „nice to have“, mitunter sogar „nett es zu lassen“. Befürchtungen irgendetwas zu verpassen habe ich nicht, nö gar nicht, wohl aber Ängste in Alterstorheiten, Glaubenskleinkrämereien, zu verfallen. Mein Leben soll sich allein darauf gründen, dass Jesus mich hält und durchträgt. Das bringt Lebensqualität! Schön, wenn ich die Highlights etlicher Länder sehen darf, doch ich weiß ganz sicher: selbst gegen die einfachsten Gebilde in der Ewigkeit werden unsere absoluten Highlights wie meerüberspülte Sandskulpturen wirken. Liebe zu Gott und Liebe zum Mitmenschen sind die größten Gaben Gottes. Leicht zu schreiben, schwer zu leben. Fliehe ich vor meinen Defiziten? Wohl eher nicht – Unmögliches habe ich eigentlich nie versucht.

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Verhüllen und verkleiden

500-Jahrfeier der Reformation. Ich höre einen Gottesdienst zu, schaue voller Interesse einen Fernsehfilm zu diesem Thema und luge nach Mitternacht in den bekannten Lutherfilm hinein, bis mir die Augen zufallen. Erst reißt die Reformation die mühsam konstruierten kirchlichen Hüllen von der Bibel, dann arbeitet die evangelische Geistlichkeit an neuen Hüllen, um Gottes Wort in ihrem Sinne zu verschleiern (Priestertum aller Gläubigen geht ja gar nicht). Die einfachen Erkenntnisse Luthers zum Glauben (was steht in der Bibel geschrieben) werden mit professoralen Bedenklichkeiten beschwert (Wunder? Jungfrauengeburt? Opfer für unsere Sünden? Auferstehung? – das kann alles nicht sein und ist eher symbolisch gemeint) und ihre eigenen mageren „Erkenntnisse“ (Gott ist Liebe und keinesfalls Richter) in den Fokus gerückt. Schade. – Glücklicherweise belästigen uns heute keine verführten Halloweenkinder. Ich mag Kinder sehr gern, akzeptiere durchaus ihre Lust am Verkleiden und die Jagd nach Süßigkeiten. Weshalb man sich dazu gruselig ausstaffieren muss, erschließt sich mir nicht, wäre aber zur Not akzeptabel. Keinesfalls dagegen das erpresserische Gebaren der Kids. Ja, ich gebe gern Süßes weiter aber erpressen lasse ich mich nicht dazu. Da bin ich total empfindlich. Wer freundlich fragt mit dem teile ich gerne, wer erpresst geht leer aus. So sollte es immer im Leben sein.

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Abscheuliche Dehnung

Und weiter geht es mit der ungeliebten geordneten Papierverschiebung. Eine doofe Beschäftigung finde ich. Vorab drängen sich ein paar wichtige andere Beschäftigungsmöglichkeiten, so dass ich abends immer noch nicht fertig bin. Die Dehnung abscheulicher Notwendigkeiten macht diese auch nicht attraktiver, verlängert aber den Frust über sie. Am Mittwoch beginnt das letzte Drittel und hoffentlich nicht das dritte Viertel. Man wird sehen.

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Lacklos

Eine durchschwitzte Nacht kann kleine Wunder bewirken. Und das tut sie! Morgens bin ich fast wieder fit und kann mich (nach vier Wochen endlich wieder) zum Gottesdienst begeben. Netterweise befasst sich die Predigt mit meinem Konfirmationsspruch und ist auch noch sehr ansprechend. Schön die vielen Freunde wiederzusehen. Abends bin ich sogar bereit eine kleine Party mit meiner Anwesenheit zu behelligen und mitzuplaudern. Ich schaue so in die Runde, denke an die vielen Anlässe, die uns schon im Laufe der Jahre zusammengeführt haben und kann einer wesentlichen Erkenntnis nicht ausweichen – sie überfällt mich sogar äußerst brutal: Boah ey, was sind wir alle alt geworden! Der Lack ist ab!

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Folgeschäden

Fensterputzen ist nichts für sensible Männer. Erstens habe ich Muskelkater. Das ist nicht so schlimm. Doch die Erkältung, die sich den ganzen Tag voller Frechheit in meinem Körper breit macht ist da schon lästiger. Das Arbeiten am offenen Fenster rächt sich. Ich beginne zwar noch mit meiner „vielgeliebten“ Ablage und halte sie tapfer bis Mittag durch. Doch dem Mittagsschlaf schließt sich nahtlos die grippale Erholungsruhe unter Wärmezufuhr an. Und das war’s dann mit dem Tag. Schnief.

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Putzanfall

Fenster putzen ist angesagt. Wir haben vor Monaten extra dafür eine neue Maschine angeschafft und das ist ein gutes Argument um mir die Arbeit anzudienen. Klug gedacht. Dieser Fensterputzomat soll absolut streifenfrei arbeiten. Glücklicherweise scheint keine Sonne und so kommt sein Ergebnis tatsächlich streifenlos rüber. Da Sonne auch die nächsten Tage nicht angesagt ist, kann ich mich meines Erfolges noch ein paar Tage ohne Einschränkungen freuen. Das ist gut. Ich putze gleich ein paar andere Fenster und Terrassentüren mit bis sich der Rücken voller Protest meldet. Hätte ich mir ja denken können. 

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Obergrenze

Gut ausschlafen, Alltag üben, Andacht halten, Konto pflegen und Koffer entleeren – ganz langsam kommen wir zurück ins normale Leben. Es ist schon ein Unterschied vom Dolce Vita zum Alltagstrott. Doch der Letztere ist für einen Pensionisten auch nicht zu verachten. Ich stelle ohne Erstaunen fest, dass ich das Autofahren nicht verlernt habe. Ich weiß auch noch wo das Seniorenheim meiner Mum ist – zu lange waren wir also nicht fort. Dennoch, so schön es war, vier Wochen Reise sind meine persönliche Obergrenze. Weniger ist mehr. Meistens.

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Home again. Wurde auch Zeit!

Man kann im Flugzeug ausgestreckt liegen aber dann auch schlafen? Wie soll man mit so einem wohlgefüllten Bauch zur Ruhe kommen? Außerdem sind die vier Düsen weit davon entfernt geräuscharm zu arbeiten. Dennoch komfortabler kann man kaum fliegen, gut, mehr geht immer, aber das würde dann richtig teuer. Ich jedenfalls komme sehr gut durch die Nacht. Das schwierigste Unterfangen ist dabei das reichhaltige Frühstück zu bewältigen. Ein Problem, das ich gern habe. Irgendwann kommen wir durch die Luft, über Schiene und Straße daheim an. Halleluja! Die Reise war klasse und die Rückkehr auch. Das gefällt mir. Am Haus hat unterdessen der Wasserverband die unterirdischen Leitungen kameraerforscht und einen unverständlichen Bericht hinterlassen. Da kann etwas auf uns zukommen! Abends gibt es noch ein heimisches Urlaubs-Tschüss. Ade Thailand.

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