Vom Guest House zum Luxusflug

Heute packe ich die Koffer, verlängere unseren Aufenthalt im Hotel bis 18 Uhr und lasse es ansonsten sehr ruhig angehen. Unser Taxi kommt ein wenig spät und bleibt prompt im Verkehr rund ums Hotel stecken. Eine gute halbe Stunde bewegen wir uns zentimeterweise voran. Doch auch hier hilft, was Nichtchristen nicht verstehen können, seine Sorgen beim Herrn abzuladen. Dann ist der Weg frei und der Taxifahrer jagt los. Insgesamt ist er anderthalb Stunden unterwegs und verlangt 400 B, das sind gut 10 Euro. Das Trinkgeld fällt sehr reichlich aus. Und im Airport beginnt der Luxus. Wir haben eine Klasse upgegradet. Spezialschalter, Spezialhandgepäckkontrolle, eine Lounge mit Verpflegung vom Feinsten, damit die Wartezeit nicht so lang wird. Priority-Boarding und dann die Sitzplätze. Stark. Der Service. Wahnsinn. Das Essen. Spitze. Die lange Flugnacht kann kommen.

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Kinkerlitzchen

Mit dem Touristenboot (50 B pro Person – jeder hat einen Sitzplatz) durchschneiden wir die Wellen und überholen einen Schleppverband mit drei Schleppern vorn, gefolgt von gefühlt 10 Schuten und am Ende ein weiterer Schlepper als Heckruder agierend. Faszinierend. Uns passiert eine proppenvolle Fähre (15 B pro Person – nicht jeder kommt, auch nicht auf einem Stehplatz, mit) und lassen uns frischen Flusswind um die Nase wehen. So können wir das Gelände des Königspalastes wenigstens von außen bewundern. Am Endpunkt begeben wir uns stracks unter Einverleibung einer nahrhaften Mahlzeit zur Khao San Road mit ihren vielgestaltigen Möglichkeiten Reisende von der Last der Moneten zu erleichtern im Tausch mit Rumstehomaten, Tätowierungen, leicht überteuerten Flüssigkeiten und sonstigen lebensunnötigen Kinkerlitzchen. Ein Freund rettet mich vor dem physisch-psychischem Blackout indem er mich in ein klimatisiertes Café verfrachtet. Einen Americano und einem Cappuccino später bin ich fast wieder fit. Zurück im Hotel verweigere ich mich standhaft jedem Nachtmarktbesuch und lasse mich erst danach auf ein leichtes Dinner mit anschließender Kaltschale ein. Hopfenkaltschale natürlich!

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Shopping

Mein erster Pfingstlergottesdienst, den ich erlebe. Eine sehr schlichte – wenn auch wichtige – Botschaft, die begeistert begleitet wird, schauspielerisch sehenswert vorgetragen. Überschäumende klatschende hallelujarufende Zustimmung für jede selbstverständliche, jedoch dramaturgisch perfekt eingeleitete Aussage. Ja, okay, ˋtschuldigung, ich überzeichne ein wenig aber das ist nicht, never, meine Welt. Als das mächtige lautstarke Singen beginnt, verlasse ich den Saal und lausche lieber der Predigt von Arne am letzten Sonntag. So ist es gut (für mich). Und dann lassen wir uns hinreißen am Sonntag das angeblich größte Kaufhaus Asiens aufzusuchen. Shopping am Sonntag, schämen sollten wir uns! Ich jedenfalls sorge nur für mein leibliches Wohl. Okay, gefunden habe ich auch nichts und ein Portemonnaie für umgerechnet 250 €, wenn auch von Boss, kam mir ein klein wenig überteuert vor. Überwältigt war ich dagegen von der Restaurantvielfalt dort. Sagenhaft! – Bangkok nach dem Regen ist grausam. Wärme ist ja ganz schön. Aber wenn diese dann noch von der verdunstenden Nässe angereichert wird, geht die Schweißpost ab. Und wie! Puh! Ein dickes Lob dem Erfinder der Klimaanlage! Gut gemacht!

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Buddha, liegend

Mit der Cityhochbahn fahren wir zum Chao Phraya. Ab dort wollen wir den Wasserweg wählen. Es geht vor Ort ein wenig chaotisch zu. Ein Agent will uns hartnäckig eine Tour im Langboot zu den schwimmenden Märkten andrehen – für 900 B pro Person. Einige touristische Schiffe (50 B je Fahrt bzw. 180 B als Tageskarte) verkehren nicht an diesem Vormittag. Die offiziellen Fähren (15 B je Fahrt) können uns nur bis zur 6. Station transportieren, denn ab dort ist der Fluss wegen der Vorbereitungen zur Trauerfeier gesperrt. Übrigens bin ich inzwischen über das segensreiche Wirken des verstorbenen Monarchen sehr gut informiert. Wir wählen natürlich die Fähre. Zu Fuß ist es dann nur ein kurzes Stück Wegs bis zum Wat Pho, dem Tempel des liegenden Buddha. Dieser ist wirklich sehr eindrucksvoll. Die Tempelanlage ist riesig, wenn auch zurzeit nur teilweise zugänglich. Es eröffnen sich überall glänzende Ein- und Ausblicke. Heute haben es ein paar Regenschauer auf uns abgesehen. Sie sind glücklicherweise damit wenig erfolgreich. Im Shoppingcenter nahe Sala Daeng finden wir eine erlesene Auswahl guter Restaurants und entscheiden uns richtig. Lecker!

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Kälte-Thais

Wir fliegen nach Bangkok, werden gut versorgt, rasen und schleichen durch den Stadtverkehr ins Christliche Gästehaus. Sauber ist es hier, die Zimmer sind okay und streng sind hier die Bräuche: nicht rauchen, kein Alkohol, Frühstück nur bis 9:30 Uhr und Gäste sind auf den Zimmern – warum auch immer – nur bis 22 Uhr geduldet. Erinnerungen kommen hoch an christliche Freizeitheime der 60er und 70er Jahre. Krass. Aber trotzdem schön. Ansonsten ist die thailändische Hauptstadt eine Stadt der Menschenmassen. Selbst die grüne Lunge der City, der Lumphini-Park, ist überflutet von Joggern. Um 18 Uhr ertönt die Nationalhymne, alle stehen stramm. Wir auch. So ganz nebenbei lernen wir am Abend, dass eine Felljacke im Restaurant äußerst hilfreich sein kann. Die Thais lieben es kalt. Eiskalt.

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Urwald

Wir schlendern die vielfältige Strandmeile entlang – Restaurant, Massagesalon, Baustelle, Taxis, Ausflugsvermittler, ab und an ein Shop und lassen uns auf eine Dschungelexpedition ein. Zugegeben, Expedition ist etwas hoch gegriffen, Fahrt zu einem Naturpark trifft es eher. Und der ist beeindruckend. In etwa zwei Meter Höhe führt ein breiter Holzsteg quer durch eine urtümliche Dschungellandschaft. Wir schauen auf eine Sumpflandschaft herab, Mangrovenwälder mit auf dem Boden entlangkriechenden labyrinthartig verflochtenen Wurzeln, ein wilder Bach durchströmt die Landschaft, fremdartige Vögel kreischen und es ist schweißtreibend schwül. So ein sumpfiger Urwald ist schon beeindruckend, vor allem mit den sehr hohen, extrem steilen und dennoch dicht bewaldeten Felskegeln der Krabi-Küste im Hintergrund. Tagesabschluss im Strandrestaurant mit einer Calpe.

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Beachtour

Eigentlich soll es ein erholsamer Urlaubstag mit einem kleinen Spaziergang werden. Eigentlich. Doch dann entwickelt er sich zu einer dreistündigen Bootstour zu schönen Stränden, unterbrochen von Schnorchelpausen. Ja, Thailand hat schon beeindruckende Sandstreifen vor dem Meer. An einem der wirklich schwer achtungsgebietenden Urlauberträumen ankern mehrere knetesignalisierende Yachten. Unter den Palmen wimmelt es von Zeitgenossen. Also huschen wir lieber dran vorbei, bevor wir an avisierten menschenleeren Feinsandstrecken von feierlustigen Freizeitkapitänen bedrängt werden. Da schauen wir lieber buntgestreiften Meeresbewohnern beim Flanieren zu. Im Hotel spüle ich erst einmal die heimatlosen Sandkörner ab, dusche ordentlich und lasse mich von der einheimischen Küche verwöhnen. Inzwischen kenne ich weitgehend meine hiesigen Lieblingsgerichte. Würde ja auch Zeit!

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Turner-Boot

Der blöde Montezuma zickt wieder rum. Ich glaub‘ er mag keine Smoothies. Eine Kapsel beruhigt ihn. Mittags waten wir durch knietiefes lauwarmes Meerwasser. Kleine Wellen stellen fürsorglich sicher, dass auch die Oberschenkel nicht völlig trocken bleiben. Über eine rutschige, wackelige Leiter, Halt suchend an jedem Gestänge, turnen wir in ein Thai-Langboot. Dann sausen wir übers Meer zu einem felsenumsäunten Strand, der aber dennoch touristisch voll erschlossen ist. Natürlich stapfen wir wieder durch kniehohes Wasser. Schön ist es dort. Wenige Stunden später geht es in bekannter Weise zurück. Die Fahrt ist echt stark. Das Wasser beim Ausstieg warm und fast potief, je nach persönlicher Körpergröße. Mit nasser Hose stürze ich in die Dusche, reiße alles was sich abreißen lässt von mir und freue mich sehr über die Konsistenz dieser Erscheinungsform des Wassers. Im Bad eine große Dusche und im Zimmer eine komfortable Klimaanlage – die Revitalisierung kann starten. Gut so.

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