Gemäß unserem bewährten Urlaubstagesablauf: ausschlafen – frühstücken – News und Andacht – Tour 1 – Siesta – Tour 2 – stürzen wir uns munter in Phase 4. Die Stadt platzt aus allen Nähten. Am Arno wird es leerer. Dann gehtˋs steil bergauf. Sehr steil. Und ich habe keinen Berggang. Etliche Pausen später, eine davon auf einer Bank in einem herrlichen Rosengarten, haben wir den Piazzale Michelangelo „erklommen“. Ein beeindruckender Blick tut sich auf. Auf der einen Seite eine riesige Asphaltfläche mit Autos, Bussen, Buden und zur anderen Seite liegt uns die Stadt Florenz zu Füßen. Prächtig. Der Abstieg geht leichter vom Fuß. Erschöpft lasse ich mich neben der Davidkopie auf einen Stuhl fallen und von erfrischenden Sprühnebeln umwallen. Das tut gut, Bier und Labung munden, nur das Portemonnaie leidet unter dem Neppvirus. Bier steht nicht auf der Karte, kostet aber satte 9,50 €. Das 0,4-Glas. Meine erste Wuchererfahrung hier. Egal, wo ist mein Bett? Endlich kann ich auf mein Lager sinken und in Traumregionen verschwinden. Ach ja, abends tappe ich in die Neppfalle Nummer zwei: das berüchtigte Coperto – für Tischpapier und Leihbesteck werden uns vier Euros abgezockt. Raubritter. Spanien hat was.
Repetitorium: Ponte Vecchio ist die älteste Brücke über den Arno und die einzige, die in Kriegen nie zerstört wurde. Zunächst von Schlachtern und dem Fleischhandel besiedelt fiel den sie ständig passierenden Medici der schöne Satz „pekunia non olet“ ein und die Metzger wurden flugs durch Goldschmiede ersetzt. Die Geruchsverbesserung hält bis heute an. Wo ich schon beim Arno bin: die Mündungsstadt Pisa haben sich die Medici schnell unter den Nagel gerissen, um an einen Mittelmeerhafen zu kommen. Man musste wohl sehen wo man bleibt.