Die Ablage plagt mich weiter und wird es morgen wohl auch noch tun. Eine unendliche Geschichte. Seufz. Genau genommen schaffe ich heute sehr, sehr wenig. Steht man spät auf vergehen Vor- und Nachmittag fix, vor allem wenn sich eine Mittagspause wohltuend dazwischenlegt. Keine neue Erkenntnis! Mein Tabak trifft ein – o wie ist das schön in Maßen gegen die Überfürsorglichkeit unserer Gesellschaft verstoßen zu können. Diese Tendenz, alles zu regeln, alle Dummheiten seiner Bürger zu verbieten und jetzt auch noch ihre Sprache zu regeln, ist mir zutiefst zuwider. Nichts gegen Veränderungen, eigentlich sind sie mir nicht unsympathisch aber sie müssen zu Verbesserungen führen, also aus dem Sumpf heraus und nicht tiefer hinein. Ich lerne, dass das Sprachempfinden, die Sensibilität für Formulierungen, für die Sprachmelodie bei den Gender-Fans zu einer Freak-Show mutiert, die eine nicht sprechbare Sprache, eine Ohrenbeleidigung fordert und fördert. Sprachentwicklung benötigt Kreativität und keine Brechstange. Aber wenn Ideologen herrschen, geht die Ästhetik den Bach hinunter – das hat schon die ehemalige DDR sehr eindrucksvoll bewiesen. Darauf eine Pfeife schmöken, ein gesundheitsschädliches Getränk schlürfen und sich freuen, dass Alter auch etwas Gutes hat. – Am frühen Abend erfreue ich mich an meiner Gemeinde mit einer diskussionslosen Abstimmung, die mich nur vom Ergebnis her zufriedenstellt und den Berichten unserer Pastoren über ihre Arbeit in der Coronazeit, die hochinteressant sind und meine Erwartungen an diesen Tagesordnungspunkt weit übertreffen. Leider wird mir bei einer allgemeinen kritischen Anfrage sehr deutlich, dass ich mich innerlich von meiner Gemeinde entfernt habe. Wenn die Aufgaben pandemie- und altersbedingt weniger werden, lässt bei mir offensichtlich die emotionale Bindung nach. Schade. – Wir sind früh wieder daheim und gehen sitzend, lesend und roségenießend in die Nacht. Es wird spät.
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