Selbstverständlich liegen wir wieder am Anleger, gehalten von starken Tauen. Diesmal sind wir völlig frei und gestalten unser touristisches Erlebnis im karibischen Schlenderschritt. In Ruhe das Frühstück genießen, anschließend auf der Liege im 14. Stock, der eigentlich der dem Aberglauben geopferte dreizehnte ist, den Blick auf die Britania lenken, ein amerikanisch-englischer Kreuzfahrtriese auf der anderen Seite des Anlegers. Die Massen strömen zu den angeblich 365 Stränden des Eilandes. Wir lassen uns Zeit, bestaunen die touristische Einkaufsmeile am Terminal, schlendern durch die mehr und meist weniger gut erhaltenen Gebäude St. John’s, denen eine Renovierung gut zu Gesicht stehen würde um schließlich die Kathedrale zu bewundern. Dem Reiseführer war sie keine Erwähnung wert, doch der kleine Bummel lohnt sich. Der hölzerne Innenausbau ist beeindruckend, die Kanzel hübsch gestaltet, der Garten Gethsemane herzanrührend dargestellt. Ich bin begeistert, ein kleines, feines Highlight. Auf den innerstädtischen Wegen ist Vorsicht geboten sonst landet man durch meist ungesicherte Löcher eine Etage tiefer in der Kanalisation. Zurück vor dem Schiff hat sich eine schier endlos lange Schlange gebildet wartend auf den Transfer zum Strand. Wieder einmal erfüllt es mich mit Zufriedenheit kein so großer Strandlieger zu sein, ganz besonders unter dieser intensiven Sonnenbestrahlung. – Abends lassen wir uns im Restaurant verwöhnen, ich gönne uns eine schweineteuere Scheurebe – welch ein Unterschied zu dem All-In-Wein! Wir sind vom Menü und dem Drumherum begeistert. Der Unterschied zum SB-Restaurant ist gravierend. Danach gönne ich mir ein Pfeifen auf dem Balkon, um den Abend in der Schau-Bar gemütlich abzuschließen. Sehr nett nur ein bisschen zu viel Alkohol. Vorsicht ist geboten, ich weiß. Der Schlaf kommt schnell, wenn auch mit mancherlei Unterbrechungen, dem Alter geschuldet. So ist das halt.
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