Basel

Und wieder sind wir auf Tour. Langsam wird es ein klein wenig zu viel, nun ja es ist immerhin unser letzter gebuchter Ausflug. Er lohnt sich, es wäre wirklich schade gewesen, wenn wir ihn versäumt hätten. Heute betreut uns Lukas, der Mann von Linda, ein gebürtiger Baseler. Wir erfahren einiges von der Konkurrenz zwischen den Zürichern und Baselern. Die Zürcher gelten als eingebildet, als arrogant und sind Opfer mancherlei Baseler Witze. Basel ist das Eingangstor für Rohstofflieferungen und hat einen sehr großen Binnenhafen. Wir verlassen den Bus am Kunstmuseum mit Gemälden von Picasso, historischen Druckplatten (auch von Dürer), passieren den 3-Generationen-Brunnen, wandern zur Kathedrale, sehen die Grabtafel von Erasmus von Rotterdam, durchqueren den Kreuzgang, landen schließlich auf der Terrasse mit herrlichem Blick über Basel mit den Roche-Türmen, den zurzeit höchsten Gebäuden der Schweiz, voran die Zürchricher schwer zu knabbern haben 😉. Interessant finde ich eine Strömungsfähre, die ohne eigenen Antrieb, von einem Stahlseil gehalten, allein durch die Kraft der Strömung den Rhein überquert. Nachdem wir zwei Portale des Münsters gebührend bewundert haben, schlendern wir durch historische Gassen, an uralten Gebäuden vorbei, durch das längste Urinal Europas zum Marktplatz. Ach ja das Urinal, zur Hochzeit des Gerberhandwerks floß wurde dort das Urin zu den Gerbern geleitet, die es zur Fellbearbeitung dringend benötigten. Übrigens liefen auch Urinsammler mit Eimern durch die Stadt, empfangsbereit für diese hilfreichen menschlichen Aussonderungen. – Das Rathaus am Marktplatz ist wie üblich bunt bemalt und außen wie innen sehenswert. Auf dem Weg zum Bus erhielten wir nachdankenswerte Informationen zum Schweizer Staatswesen mit 26 Kantonen, als eigenständige Staaten – ähnlich der USA von der auch die Verfassung übernommen wurde. Sieben Präsidenten aus unterschiedlichen Parteien sind verpflichtet nur von allen gemeinsam getragene Statements abzugeben, alle drei Monate gibt es Abstimmungen über aktuelle Themen mit 30 bis 40 Prozent Wahlbeteiligung – faszinierend. Man benötigt 100.000 Unterstützer um eine Volksabstimmung zu initiieren. So wird das Interesse an Politik hochgehalten. Unser Interesse an Basler Leckereien konnten wir auch befriedigt werden. Zum Abschluss der Exkursion fasziniert uns der Jean Tinguely-Brunnen am Kunstmuseum, einfach toll wie er die Elemente mit Wasserspielen kombiniert. – Gegen Mittag legen wir ab und fahren den tristen ‚Grand Canal d’Alsace‘ entlang, passieren ein paar Schleusen und richten uns auf eine lange Schifffahrt bis Worms ein. Den Abend genießen wir am Balkon mit ein paar Gläschen Sekt. Toll.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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