Arbeit unser Leben?

Ein weiterer Tag, der mich ans Haus fesselt. Das kommt mir ganz gelegen bei hohen Innentemperaturen in Konkurrenz mit den aushäusigen Gradzahlen. Das übliche „Nur-mal-schnell“ bei einem Internetauftritt weitet sich zu einer zeitfressenden Operation aus, bis ich improvisiere, kurz bevor ich verzweifle. Auch ein Ausweg. – Meinen Einsatz im Büro zögere ich geschickt hinaus, bis mir nichts mehr übrig bleibt als mich hineinzuwagen. Okay. Mit Inspiration und Kreativität, gepaart mit der unvermeidbaren Chuzpe-Mentalität, gelingt es mir die letzte Umzugskiste in ihren ursprünglichen, gefalteten, Zustand zurückzuversetzen. Toll! Nach und nach finden Kleinteile eine neue Heimat und Optimismus macht sich breit. Jetzt noch schnell eine kleine elektrische Installation im Wohnzimmer … nun ja, so schnell nun auch wieder nicht… Grübel, grübel, grübel … Schweren Herzens greife ich zu einer Lösung mit dem Charme der 50er/60er-Jahre des letzten Jahrhunderts. Zweifellos elektrisch sicher aber doch recht eigen. Sie verschwindet hinter dem Schrank und das ist gut so. – Der abendliche Stubbe langweilt mich so, dass ich ausschalte. Oder nervt mich nur sein Gefasel vom Ausrangieren, aufs Abstellgleis schieben und dergleichen mehr? Ich dagegen genieße jeden Tag meines Ruhestandes, danke Gott für diese tolle Zeit und der Typ sehnt sich nach seiner Maloche zurück. Verrückt. Höchstwahrscheinlich entgeht mir, dass dergleichen zum ideologischen Auftrag der Fernsehmacher gehört. Inzwischen ist nämlich der weibliche Teil der Bevölkerung fest davon überzeugt, dass das Putzen von Büroräumen, dass Regale einräumen, die Schichtarbeit am Band oder das abwechslungsreiche Warenscannen (immer ein neuer Strichcode) besser und wertvoller ist als eine freie selbstgestaltete Freizeit im eigenen Umfeld. Mich freut, wenn Frauen heutzutage ihren Beruf frei wählen können – nur warum gilt das als alternativlos? Hausfrau oder Hausmann ist für mich eine sehr ehrenwerte Tätigkeit. Und nun will man, quasi als zweiten Schritt, uns Rentnern vorgaukeln wie toll es ist länger zu arbeiten statt seine begrenzte verbleibende Lebenszeit in die eigenen Hände zu nehmen. Irre. Ich staune. Als Begleitmaßnahme senkt man das Rentenniveau, um eine zusätzliche monetäre Motivation zu erzeugen. O, ihr vielgeschlitzten Ohren, ihr macht – aus eurer Sicht – einen guten Job. Ich verachte euch.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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