Bunter Vogel

Unser großer Bruder jenseits des Kanals sucht sich seine Azubis aus. Und da geht er sehr geschickt vor. Es gibt eine große Info-Veranstaltung in der Fabrik. Ich staune über die Win-Win-Situation. Nun gut, ich bin zwar nicht selbst dabei aber ich erfahre aus erster Hand wie das läuft. Zuerst gibt der Interessent einen Bogen mit seinen persönlichen Standarddaten ab. Das ist auch nötig, damit der Konzern weiß, wer auf seinem Gelände herumtigert. Dadurch erhält dieser allerdings so ganz nebenbei die Info ob künftige Bewerber sich bereits im Vorfeld interessiert gezeigt haben. Ist ja gut zu wissen. Außerdem lernen potenzielle Interessenten das Werk von innen kennen, schnuppern ansatzweise die Werksatmosphäre. Sie werden durch deutlich vermittelte Erfolgszahlen zu bestimmten Berufen geschickt geleitet (1:100, 1:10 oder gar 1:3 – also eine von hundert, zehn oder drei Bewerbungen v.H. wurden dort jeweils akzeptiert). Außerdem können sie sich mit echten Azubis austauschen und lernen einzelne Ausbilder kennen. Die Currywurst dürften allerdings viele schon vorher konsumiert haben. – Ich vergnüge mich derweil in einem Gottesdienst-Moderatoren-Seminar. Der Austausch ist arg nett, nur habe ich den Eindruck, dass man sich zu tiefsinnige Gedanken über unsere Gäste macht. Fraglos gibt es Gastgeberselbstverständlichkeiten, die man beherzigen muss. Darüber hinaus git es Gastgeberfreundlichkeiten, die man praktizieren sollte. Einverstanden. Doch ob man fast tiefenpsychologische Gedankenspiele veranstalten muss was wohl ein Besucher denken könnte – das geht mir zu weit. Wer in einen fremden „Club“ geht – egal ob christlich, sportlich oder gesellig – weiß, dass dort eigene Gebräuche herrschen, die man als Fremder erst einmal erkunden muss. Das ist halt so. Diese „Schwellen“ kann man gern mit „Querungshilfen“ versehen – doch unser „Wasser“ ist allerhöchstens knietief. – Während abends der Fußball durchs TV tobt, sitze ich auf der Terrasse und lasse mir meine Rauchen-ist-tödlich-Pfeife schmecken. Meine Mitbürger lieben offensichtlich die Schwarz-Weiß-Malerei. Ich mag Farbe. Bunter Vogel? Nö, Beamter i.R.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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