Frühkoffer

Um – gefühlt – Mitternacht klingelt es. Wie? Was? Wo? Warum? Tatsächlich ist es halb acht. Die Koffer sind da, dreieinhalb Stunden zu früh, bei der Bahn würde der Verantwortliche im hohen Bogen aus dem Unternehmen fliegen. Im Schlafanzug nehmen wir das Gepäck entgegen und legen uns danach wieder nieder. Das wirklich Positive daran ist, dass meine Liebste nun nicht allein an einer Urnenbestattung teilnehmen muss. Ein langjähriges Mitglied unserer Gemeinde ist heimgegangen zu seinem ewigen Vater. Die Pastorin wickelt die Beerdigung würdig, einfühlsam und tröstlich ab. Am Grab spielt einer ihrer Söhne noch das Lied „Jesu geh‘ voran“ auf der Mundharmonika. Ergreifend. Wir nehmen Abschied vom Verstorbenen und kondolieren seinen Söhnen. – Am Nachmittag leeren wir unsere drei Koffer (Reiseroute: Bremerhaven-Hamburg-Niederaula-unser Dorf) und häufen Berge von Schmutzwäsche an. Etwas traurig schaue ich auf meine Blazer, die völlig unnütz mitreisten. Bei MeinSchiff gibt es halt kein Gala-Dinner, es geht allezeit locker flockig zu. Komisch, irgendwie habe ich das Festliche vermisst – warum eigentlich? Nicht zu fassen 🤔🤨. So begeben sich die meisten Teile auf den Weg zur Waschmaschine und ein paar landen direkt in den Schränken; flugs sind die Koffer leer. Abends lockt mich Olympia überhaupt nicht, das YouTuben ist auch nicht das Gelbe vom Ei, dennoch wird es spät. Die Nacht ist geteilt – guter Schlaf zunächst, dann folgen mancherlei Unterbrechungen. Kenne ich ja schon. Seufz.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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