Gyros, mein Magen und ich

Essengehen mit der Verwandtschaft am Kanal bei Rühen ist angesagt. Wir sitzen prächtig draußen, es ist warm und ein paar kleine Tröpfchen Regen fängt der Sonnenschirm locker ab. In der Überzeugung meinen kleiner gewordenen Seniorenappetit einschätzen zu können, verzichte ich auf die Vorsuppe (obwohl sie eine große Versuchung darstellt). Ein Pfännchen mit Gyros, einer unbeschreiblich leckeren Sauce und ein paar Pommes sollten reichen, meine ich. Ein kleines Eis bildet die Nachhut. Die Stimmung am Tisch ist gut, wir plaudern lebhaft nur meine Mum wirkt von Mal zu Mal etwas abwesender. Ihre Freude am gemeinsamen Essen scheint zu schwinden und das ist sehr, sehr bedenklich. Alle sind fröhlich nur mein Magen nicht. Ihm ist alles zu viel, zu mächtig und zu belastend. Er zettelt eine Meuterei an, die mich bis zur Nacht quält. I’m not amused. – Am Abend kommen Freunde zu Besuch und mein innerer Aufruhr scheint in die erträgliche Phase wechseln zu wollen. Nein, das Altwerden hat nicht nur große Probleme, anfangs, wie bei uns, nervt die Vielzahl der kleinen Attacken. Oder nervt nur die mangelnde Bereitschaft zur Anpassung und Umstellung? Die wohl eher. So ein Menschenleben scheint im Zeitraffer abzulaufen. Ob wir eigentlich für eine viel längere Lebenszeit konzipiert waren? Gott weiß es.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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