Maulsachen

Acht lange Tage sind ins Land gegangen bis mich die Saugverpflichtung im Mai überwältigt. Heute ist Staubvernichtungstag, später als normalerweise. Wir begeben uns also zu unserer Gemeinde, eine von uns bummelt in der City und einer schwingt das Krümelmonster. Dabei höre ich heute ausnahmsweise mal Björn Höcke zu, um in seinem viereinhalbstündigen Interview voranzukommen. Später, daheim, komme ich damit endlich zum Ende und bin auf die Reaktionen im Netz gespannt. Eigentlich erwarte ich Gegenargumente, Hinweise wo er falsch liegt, evtl. sogar unkorrekte Daten verwendet, kurz eine sachliche Widerlegung durch seine Gegner. Weit gefehlt! Statt seine Aussagen zu sezieren geht es nur darum ob man ihm überhaupt dieses Forum geben dürfe, dass sein Gegenüber ihn hätte „auseinandernehmen“ müssen, ja dass man mit „so einem“ im Grunde genommen gar nicht reden dürfe. Björn Höcke hat in den viereinhalb Stunden so manches von sich gegeben das förmlich nach einer passenden Entgegnung „schrie“ – doch nichts dergleichen geschieht. Nur Fundamentalopposition. Meinen seine Gegner wirklich, dass sie damit irgend jemand überzeugen? Sie treiben ihm doch nur Menschen zu. Da öffnet einer seine Flanke und die Gegner verschließen nur ihre Augen vor ihm. Mir wird angst und bange vor den nächsten Wahlen. So gewinnt man keine Gegner zurück. Wer untereinander uneinig ist und dazu noch seinen Hauptkontrahenten nicht argumentativ entgegentreten kann oder will, tappt in die Falle der Chaoten. Wer der Euro-Feindlichkeit, einer nationalen ökonomischen Abschottung, überzogenem Deutschtum und Diktatorensympathie sachlich nichts entgegensetzen will, treibt Mitbürger in die Arme von Verführern mit angeblichen Patentlösungen. Wer seinem Gegner das Maul verbietet anstatt es ihm zu stopfen, bereitet ihm de facto den Weg. – Ja, ich bin ziemlich entsetzt und vielleicht bewegt mich das so sehr, dass ich kaum in den Schlaf finde. Es folgt eine Nacht zum Vergessen. Merde!

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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