Drei-Krimi-Abend

Die Sonne scheint, höchste Zeit Tiger ans Netz zu klemmen. Ein wenig Zuladung aus dem Stromnetz ist zwar unvermeidlichkeitsbar, doch den allermeisten Ladungsstrom liefert die Fotovoltaikanlage. Das gefällt mir nicht schlecht. Dann buchen wir noch schnell einen Kurzurlaub, um eine halb vergessene Gutschrift aufzubrauchen. Wurde auch Zeit! – Unser Kaffeeautomat nervt seit ein paar Tagen mit seinem Reinigungswunsch. Also raus mit dem Brühelement, abspülen und die Halterung putzen, Abtropfschale entleeren und putzen, Reinigungstablette in den Zuwurfschacht und Entkalkungstablette in den halb gefüllten Wasserbehälter, vorher noch den Wasserfilter entfernen – und endlich starten. Der Automat gurgelt vor sich hin und an der Tür klingelt es. Ein Freund kommt um meine Menetekelinstallation im Keller zu begutachten und geduldig zu erneuern. Er macht allen Pfusch von mir wieder gut und ich lerne, von Dingen von denen ich nur wenig verstehe meine Finger zu lassen. Das macht nur doppelte Arbeit. Er ist jedenfalls sehr erfolgreich mit mehr Aufwand als ich erwartet hatte. – Abends übe ich mich im Wechselgucken – kurze Zeit Barnaby, etwas länger Polizeiruf, hin und her, her und hin. Es ist dabei hilfreich 😉, dass ich den englischen Krimi schon zweimal gesehen habe (und den deutschen nur einmal). Der DCI aus Causton verhindert kurz vor Schluss auch noch den Mord an einer Polizistin, während der Kommissar aus Dresden eine entführte Braut rettet und einen freigepressten Gefängnisinsassen wieder einfängt. Die Guten siegen, die Bösen verlieren (wenigstens im TV). Im Anschluss löst Tom einen weiteren Fall mit einem britischhumorigen Schluss: nach vielen Täuschungserfahrungen durch Freundinnen und sogar die Polizei, heiratet eine junge Frau einen mächtig reichen Unsympathen mit der suggerierten Aussicht auf eine finanziell ertragreiche Scheidung nach zwei bis drei Jahren Ehe. Es wird nicht früh. Perfekter Schlaf!

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Bunte Sonntagsmischung

Alles geht seinen üblichen soziologischen (😉) Gang: aufstehen, frühstücken, Gottesdienst. Im Gottesdienst erleben wir eine zweisprachige Predigt, chinesisch und deutsch. Einerseits ist das gut, weil zwei Gruppen in ihrer Muttersprache abgeholt werden, andererseits fällt es mir schwer den Zusammenhang im Hirn zu behalten, wenn der Redefluss immer durch zwar wohltönende aber mir leider völlig unverständliche Passagen unterbrochen wird. Wie dem auch sei, mir hat sich anschaulichst eingeprägt, dass eine Person nur durch ihren Körper kaum zu erkennen ist – durch ihren Kopf aber immer. So ist Christus das Haupt der Gemeinde, von ihm und nur von ihm, erhält sie ihr Profil. In der Gemeinde formt das Haupt den Körper und so können unterschiedlichste Menschen gemeinsam miteinander in ihr wirken. Nachmittags hören wir die Predigt aus Bremen mit der Aufforderung viel zu beten, mit Gott immer im Gespräch zu bleiben. – Abends verfolge ich erst eine Terra-X-Folge über die Geschichte des Mülls, dann wechsle ich das Jahrhundert und begebe mich zur Abtei in Cluny mit der weltgrößten romanischen Basilika von der heutzutage nur noch ein kleiner imposanter Rest zu bewundern ist. Sehr interessant. ‚Mittendrin‘ eine Serie über den Frankfurter Airport begleitet in ihrer aktuellsten Folge einen Lufthansa-Flug von München (!!) nach Bangkok mit einem Airbus A 350, ich liebe so etwas. Arg negativ fällt dagegen ein YouTube-Bericht über einen Flug mit LATAM Air in der Businessclass nach São Paulo aus. Auch der ist nett zu beobachten. Es wird nicht so ganz früh und dann trödelt auch der Schlaf noch ein klein wenig.

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Große rote Autos und Hubschrauber

Ich trödele mal wieder in den Tag hinein und lasse es gaaaanz langsam angehen. Am sehr frühen Nachmittag begeben wir uns in unsere Gemeinde zur Fortsetzung des interkulturellen Treffens. Wiewohl der Vortrag didaktisch durchaus Kritik verdient hätte, entwickelt sich der Austausch mit unseren chinesischen Geschwistern echt stark. Man lernt manches voneinander und kommt sich näher. Das ist sehr gut. Wir plaudern uns fest und treffen recht spät daheim ein. – Während meine afrikainteressierte Mitbewohnerin auf der Großleinwand das Okavango-Delta, das Mala Mala und das Mashatu Reservat besucht, lese ich lieber einen Krimi, handelnd in Frankreich, mit einem überzogenen aber immerhin spannenden Plot zu Ende. Das Gute siegt, nur nicht vollständig. Dennoch spare ich mir die Fortsetzungen, denn die Phantasie der Autorin nimmt mitunter zu realitätsferne Wege. Im Anschluss begleite ich eine Feuerwehrwache samt Rettungsstation, einen Rettungshubschrauber und eine Polizeihubschrauberstaffel bei ihren vielfältigen Einsätzen. So spät wird es gar nicht, nur der Schlaf lässt sich Zeit.

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Von der Freiheit der „Wahrheit“ zuzustimmen

Inzwischen wird die späte Bettflucht fast zur Gewohnheit. Der Tag beginnt mit einer tollen Nachricht: unser Bremer Pastor wurde vom Landgericht freigesprochen. Ich sehe darin die Chance, dass das Evangelium, wie es sich in der Bibel findet, in unserem Land noch verkündet werden darf. Noch bestimmt der Staat nicht dessen Inhalt, doch wir sind wohl auf dem Weg dahin. Da beklagen sich unsere Medien über die Propagandalügen Putins und verkürzen selbst Sachverhalte tendenziös. Danach wundern sie sich über den überzogenen aber nicht völlig haltlosen Vorwurf der „Lügenpresse“. Der Unterschied zwischen Propaganda, Lügen und bewusst einseitiger Berichterstattung ist so groß nicht. Übrigens ist auch das ‚Weglassen‘ eine Form der Manipulation. Doch was soll’s gegen Windmühlenflügel lohnt sich kein Kampf. Da ich recht oft den Gottesdienst des besagten Pastors höre verwundert es mich total, dass von ihm als einem ‚Hassprediger‘ geschrieben/gesprochen wird. In keiner Predigt (und ich habe so manche gehört) hat er je zum Hass gegen irgend jemand aufgerufen. Wenn man den Mainstream allerdings zur absoluten Wahrheit erklären würde und jegliche Gegenmeinung als „Hassrede“ brandmarken könnte, dann wären wir ganz nahe an Putins Propagandamaschine, die ja auch einen Mainstream setzt, den sie zur absoluten Wahrheit erklärt. Gegner werden verhaftet und verurteilt. Wo wäre dann der Unterschied? Etwa darin, dass wir die wirkliche Wahrheit besitzen und Putin die Lüge? Das behauptet Putin ja auch vom Westen. Ich befürchte, dass sich die sogenannte freie Welt wieder weg von der Meinungsfreiheit hin zur Zeitgeistdiktatur bewegt (wie in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts), frei nach dem Motto: Jeder hat das Recht seine Meinung frei zu äußern wenn er nur im Mainstream mitschwimmt. Es kommen harte Zeiten auf Christen zu, die den Gott ernst nehmen, der sich so vorstellt: ‚Ich bin, der ich bin‘ bzw. ‚ich bin, der ich sein werde‘ und ihn eben nicht nach ihrem Gusto zurechtbasteln. – Ansonsten erlebe ich ein eindrucksvolles interkulturelles Treffen in unserer Gemeinde mit unseren chinesischen Geschwistern. Das endet nicht früh und ein spontaner Besuch bei Freunden erst recht nicht. Früh am Morgen 😉 sinke ich in meine heißgeliebten Federn, die in Wirklichkeit gar keine sind.

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Privilegiertes Leben

Heute wird es mal wieder morgens spät. Erneut fröne ich dem Spalten. Diesmal mit Muskelkater als Handicap. Doch wenn meine alte Körpermaschine erst einmal in Fahrt ist und ich ihr mehrere kurze Ruhepausen gönne, geht es doch recht vernünftig voran. Als Zwischeneinlage spalten wir uraltes über viele Jahre trocken gelagertes Buchenholz. Die Sprengwirkung ist enorm – mit einem Riesenknall fliegen die Scheite durch die Gegend. Genügend Abstand ist dringend geboten. Mittags erkläre ich den Feierabend – für diese Woche reicht es mir. Punkt! – Nach der Mittagspause genehmige ich mir ein ausnahmsweise wohlverdientes Wannenbad. Herrlich! Das molligwarme Badewasser beruhigt den Muskelkater, entspannt den Körper und baut mich wieder auf. Rundum zufrieden kann der restliche Tag kommen. – In der Andacht „leide“ ich mit Jeremia, der nach Ägypten verschleppt wird und lese vom Tod der Mutter Teresa oder ihrem Eingang in die Ewigkeit, wie sie es wohl genannt hätte. Eine beeindruckende Frau! – In der Ukraine wogt der Kampf hin und her – Krieg ist so menschenverachtend, so grausig und doch bringen sich weltweit unzählige Menschen auf diese Weise gegenseitig um. Wir sind schon ein selten dämliches, egoistisches, machtgeiles Geschlecht! Zum Kotzen, wenn es nicht zum Heulen wäre! Ich dagegen sitze auf meiner Couch, die Beine hoch, und schaue Videos, lese realitätsferne Krimis oder amüsiere mich irgendwie mit irgendwas. Ich bin einerseits sehr dankbar für diese privilegierte Situation und andererseits furchtbar traurig über das Leid anderer Menschen. – Es wird normal spät, der Schlaf stellt sich bald ein, die Träume bleiben seltsam chaotisch.

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Baumscheiben und Windräder

Ein weiterer Arbeitstag nimmt seinen Lauf. Im Holzlager wird heute die hintere Reihe mit Scheiten bis zum Dach gefüllt. Die mittlere und erste Reihe wächst ebenfalls ansehnlich empor. Ich sitze am Spaltgerät, führe Baumscheibe um Scheibe hinzu und ernte nach zwei bis vier Durchläufen, je nach Dicke, viele, viele Scheite. Sie begeben sich auf die letzte Station vorm Verbrennen, dem Trockenregal mit Regenschutz. Diese Beschäftigung ist für mich, zugegeben, kein Traumjob aber mit aller Ruhe gut zu bewältigen. Wir schaffen vor- und nachmittags, insgesamt roundabout vier Stunden 😇. Über dies entspannte Arbeitstempo staunen sogar Beamte 😉! Trotzdem bin recht kaputt – so geht es einem, der Gutes nicht mehr so gewöhnt ist. – Meine Andacht ist dagegen echt erholsam. – Abends verfolge ich höchst interessiert wie Windräder produziert und aufgestellt werden. Faszinierend, dass die Ringe nicht mehr per Beton verbunden werden sondern man zieht innen Stahlseile von oben nach unten durch, die im „Keller“ miteinander verspannt werden. Interessante Konstruktion. Doch das ist „nichts“ gegen die Montage von Offshore-Windrädern. Das ist für einen Laien wie mich nur zum Staunen. Alles toll, nur arbeiten möchte ich dort nicht – bei Wind und Wetter in schwindelerregender Höhe, nö, nicht mein Ding. Heute wird es mal nicht so spät, doch der Schlaf hat wohl das Stottern gelernt und die Träume probieren Realitätsnähe aus. Meine Zeit!

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Papierspalterbuam

Vom gestrigen Spalten habe ich Muskelkater. Wie kann Muskelkater durch Sitzen, ab und an Aufstehen, heben von Baumscheiben auf das Gerät und das Betätigen eines Hebels und eines Knopfes entstehen? Welche besonderen Muskeln habe ich dabei belastet, die ich nicht tagtäglich einsetze? Keine Ahnung aber mein Körper ist da anderer Ansicht – und im Zweifel behält er immer recht! So lebe ich heute damit, schlimm ist es ja nicht. Ich zerkleinere maschinell alte Dokumente in kleine Papierfitzelchen und habe Freude dran 😀, feines Papierspalten sozusagen, quasi Papierspalterbuam 😉. – Nachmittags besuchen wir meine Mum, die uns elegant nach einer guten halben Stunde formvollendet zum Gehen verleitet. Das läuft irgendwie seltsam und ich staune. Eine Schwester informiert mich, dass meine Altvordere laut Zahnärztin sich einer Zahnoperation beim Kieferchirurgen unterziehen soll. Das kann ja heiter werden! Das Leben überrascht immer wieder mit seltsamen Ideen, mir wird ganz flau im Magen. – Ein virtueller Zentimetermesser für iPad und iPhone, angeblich eine geniale App, misst beim iPhone perfekt und spreizt die Zentimeterskala beim iPad: ein Zentimeter ist dort 1,7 cm lang. Ein Versuch Zentimeter in das traditionelle britische Maßsystem einzupassen? Wer weiß?!? Einige YouTube-Videos, ein paar Krimikapitel und eine „Nur-Noch-Ganz-Schnell-Aufgabe“ später und es ist halb zwei. Dabei wollte ich heute früher schlafen gehen! Wollen und tun, immer gewinnt das Tun. So isses!

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Holzspalterbuam

Leider ist der Abfluss im Heizungskeller nicht dicht. Ich benötige offensichtlich kenntnisreiche Hilfe. Da werde ich mich mal umschauen müssen. Doch das Hauptthema heute ist das Holzspalten. Seit langem warten die Baumscheiben im Garten auf ihre kamingerechte Zerkleinerung. Nunmehr geht es los und wir kommen gut voran. Natürlich sind es mehr Stücke als ich dachte aber wir „schlagen“ eine kleines, feines, sichtbares „Tal“ in den Holzberg. Insgesamt sind wir etwa vier Stunden zugange. Das scheint für die arbeitende Bevölkerung nicht viel, für uns Pensionisten ist das dagegen recht ordentlich. Das trifft natürlich nur zu, wenn man seine Pensionszeit als völlig neuen Lebensabschnitt mit gänzlich anderen Prioritäten betrachtet. Wer seine Rentenzeit als Fortsetzung des Arbeitslebens unter anderen Rahmenbedingungen ausleben will, beurteilt solches logischerweise total anders. Soll er (oder sie) doch, es sei ihr (oder ihm) von Herzen gegönnt, solange die beiden mich damit nicht in meinem dritten Lebensabschnitt bedrängen 😉😀😇! Haut ruhig rein, Jungs und Mädels, es sei euch von Herzen gegönnt. – Mit einem alkoholfreien Weizen auf der unteren Terrasse schließen wir diesen Arbeitseinsatz vorerst ab. – In meiner Andacht beschäftigt mich u.a. das Schicksal von Zedekia, der versäumte Jeremia zu glauben, die Versorgung der Leviten unter Josua und Mutter Teresa beeindruckt mich mächtig. – Der gute alte Barnaby begleitet mich heute durch den Abend und ein Cornwall-Krimi verzögert meine Nachtruhe erheblich. Musste das wirklich sein? Wohl eher nicht! Zum Glück kommt der Schlaf fix herbei.

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