Unvernunft regiert

Mein Reisebüro ist telefonisch nicht zu erreichen. Ich schicke eine E-Mail. Erst am späten Nachmittag wird mir auf demselben Weg eine gewisse Wahrscheinlichkeit für einen eventuellen Anruf am morgigen Vormittag signalisiert. Ich darf gespannt sein. Ein Handwerker schaut vorbei, erkennt seine Unzuständigkeit und verweist an einen anderen Betrieb. Netter Zug. Und wieder komme ich nicht zum Steuerkram – oder will ich nicht dazu kommen? Meine Aversion gegen diesen bürokratischen Irrsinn ist mit Händen zu greifen. Wie unvernünftig, jedoch völlig egal, irgendwann muss ich ran, das Finanzamt liegt dräuend auf der Lauer!!! Seufz. Urlaub planen macht aber viel mehr Spaß, doch das ist wohl kein Argument 😉. – Irgendwie rauscht der Tag vorbei, der Abend kommt und geht. Fernsehen as usual. Seufz. Es wird sehr spät. Der Schlaf wartet diesmal schon auf mich.

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Warum nur tangiert Politik mich immer noch?

Ich nähere mich mit zaghaften Schritten der ersten Umsatzsteuermeldung. Bescheuerte Photovoltaikverhinderungsmaßnahmen der alten Bundesregierung. Aber die neue scheint auch nicht besser zu sein. Sie verkündet lauthals ihr Ziel der CO2-Reduzierung und setzt wenig später ein überaus erfolgreiches Programm zur Wärmedämmung mit der fadenscheinigen Begründung aus es würde zu oft in Anspruch genommen und die Mittel seien erschöpft. Es mag ja sogar manches an der weiteren Argumentation dran sein, doch so geht das doch nicht wenn man wirklich Bürger motivieren will! Oder sind das erste Vorboten der Verbotspartei um von Motivation auf Peitsche umzustellen? Für mich deutet einiges in diese Richtung. Schade, denn mir begann gerade der neue Kurs zu behagen, fast wäre ich überzeugt worden. Doch ein Gesundheitsminister, der ad hoc eine Menge Leute bloßstellt, von heute auf morgen ihren Status killt, und ein Klimaschutzminister der übergangslos dämmwillige Bauherren in finanzieller Kälte stehen lässt, werfen ein mieses Bild auf die neue Truppe. Sehr, sehr schade. Hoffentlich bleibt es nicht dabei. – Dann wirft ein Reiseangebot mehr Fragen auf als es beantwortet und lässt mich frustriert dastehen. Ob ich wirklich das richtige Reisebüro gewählt habe? Zweifel sind angebracht. – Abends lassen wir uns wieder einmal testen und fahren mit Freunden zu unserem Patenkind. Es wird ein feiner Abend mit griechischer Beköstigung. Tolle Sache. – Daheim schaue ich noch zwei Folgen einer deutschen Krimiserie an mit einem älteren knurrigen aber weichherzigen Ermittler samt Musterfamilie und seinem Mitgenossen, einem dunkelhäutigen ewig lächelndem Sunnyboy. Nun ja, Serieneinerlei mit leicht belehrendem Touch wie im öffentlich-rechtlichen TV üblich, aber wunderbar entspannend 😉. Der Schlaf stellt sich mit seiner Bedeutung gemäßer Verzögerung ein.

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Reiseträume

Sehr früh müssen wir unser warmes Nest verlassen und uns in die kühlere Welt begeben. Meine Mum hat einen Zahnarzttermin, sprachpolizeilichkorrekt Zahnärztintermin 😢😠🤨. Wir holen sie aus dem Heim ab und fahren mit ihr zur Praxis am Drömling, quasi ‚ümme Ecke‘. Mutti wird im Rollstuhl behandelt und muss sich nicht in den Behandlungsstuhl quälen. Perfekt. In jedem Fall ist ein Gutteil des Vormittags vorbei – trotz des frühtaumäßigen Aufstehens – ehe die Aktion abgeschlossen ist. Aber Zeit ist ja nicht unser Problem. – Ein Angebot der Costa-Kreuzfahrten erscheint mir äußerst reizvoll. Anfang nächsten Jahres, also noch gut Zeit zum Sparen, wird eine preislich hochinteressante Schiffsreise angeboten. Ich freunde mich mit der Vorstellung im Januar, Februar, März oder April 2023 die Biege zu machen viel zu schnell an. Sie schwirrt in meinem Haupte herum und ist ernsthaft bemüht ein Nest zu bauen. Aber es gibt ja nicht nur Costa. Also gehe ich meiner Lieblingsbeschäftigung nach: Reisen planen. Das macht echt Spaß. Meine künftige Mitreisende ist vom Reiseziel nur recht mäßig und von der Schiffsgröße nahezu nicht begeistert. Letzteres kann ich nachvollziehen und doch gehört die avisierte Gegend zu meinen derzeit vier (alphabetisch: Australien/Neuseeland, Karibik, Südafrika, Thailand) Landschaften, die ich vor meinem Abschied von dieser Welt, so Gott will, gerne noch sehen würde. Wenn nicht wäre das auch nicht schlimm, denn es wartet ja eine unfassbar schönere Herrlichkeit auf uns Christen, doch irgendwie reizvoll wäre es schon 😉😇. Schaun wir mal! Zwei Barnabys geleiten mich durch die Nacht. Der Schlaf bleibt heute aus. Er hat wohl etwas anderes vor. Schnief.

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Desolater Sonntag

O wie bin ich saumüde! Zu meiner großen Freude hat der Alkohol keine Gedenkleiden hinterlassen. Dennoch komme ich nicht aus der Falle und verbleibe sehr, sehr, sehr lange dort. Spät am Nachmittag gibt es einen leichten Lunch und danach höre ich die Predigt aus Bremen. Der Versuch die Predigt meiner Gemeinde anzuhören scheitert kläglich. Schade. – Abends schaue ich den Frieslandkrimi von gestern und einen Barnaby bevor ich wieder in eine erneute Nachtruhe versinke. Kein glaubensfroher, vorzeigbarer Sonntag und das finde ich sehr schade. So etwas muss nicht sein, ist aber unleugbar da. Sollte ich Besserung geloben? Ich glaube das bringt nichts, denn solche Sonntage sind eben meilenweit von jeder Regel entfernt und tauchen plötzlich unvermutet nach wunderschönen Vorabenden auf. Das muss irgendwie mit unserem Menschsein verkuppelt sein. Liebe Philosophie, schlaf schön und schnell!

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Altersausfälle

Endlich bringe ich den Kofferraumklappenschutz an unserem Garagentor an, damit eine plötzlich und unvermutet sich öffnende 5. Tür auf Weichmaterial trifft und nicht auf Stahl. Das Wegziehen des Ladekabels interpretiert der Sensor manchmal als Signal das hintere Maul aufzusperren, was ich einmal durch beherztes Eingreifen verhindern konnte, beim zweiten Mal allerdings gelang es mir nur das Aufeinandertreffen abzumildern. Hoffentlich hält der Kleber. Ich bin gespannt. – Nachmittags fahren wir zum Testen. Eine App beschleunigt die Prozedur enorm, kaum sind wir da, sind wir schon wieder weg. Eine Viertelstunde später erscheint das Ergebnis auf unseren Smartphones und wir dürfen das Seniorenheim meiner Mum betreten. Sie ist recht gut drauf. – Abends sind wir mit Freunden bei Freunden, essen gemeinsam und verkosten gereifte Flüssigkeiten. Es ist fast wie früher und mundet alles ausnahmslos hervorragend. Ein feiner Abend, es wird spät und ich merke mein Alter im Rückblick auf die zu großen Portionen auf dem Teller und im Glase. Dafür umhüllt mich der Schlaf schon beim Zähneputzen, so dass der Weg zum Seniorenbett wie im Traume erfolgen muss.

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Technikleiden

Erneut überkommt mich tiefe Dankbarkeit für das Geschenk ausschlafen zu können. Klasse! Es schlägt die Stunde für den Überrest der Weihnachtsbeleuchtung, die zwar längst deaktiviert aber noch nicht deinstalliert ist. Das geschieht heute und geht schnell. Jetzt ist der Blick auf die Lounge wieder frei. Der Frühling kann kommen, ich befürchte nur, dass er sich gut Zeit lassen wird, möglicherweise schickt er sogar wie letztes Jahr vorher noch ein paar Zentimeter Schnee vorbei. Brrrr. Tiger verlangt wieder nach Strom – im Winter ist er gierig – da die Sonne scheint vermindert sich die aus dem Netz bezogene Menge ein wenig. Kleiner Hoffnungsschimmer auf sonnenreichere Jahreszeiten. – Die abgängigen Akkus von zwei Arlo-Cams nerven mich, die Ladeabstände verkürzen sich in dieser kalten Jahreszeit rasant. Ich versorge beide mit Saft und betreibe nun eine davon mit permanenter Verbindung zum Netzteil. Die letzte erwäge ich durch eine Eufy-Cam zu ersetzen – jedoch allerfrühestens wenn ihr Preis vom Obergeschoss mal wieder im Keller vorbeischaut. Bis dahin darf Arlo weiter nerven. Ach ja, nachmittags wird Post gelöscht – das neue iPad weist über 7.000 ungelesene Mails auf (alle auf seinem Vorgänger gelesene sind nun ‚ungelesen‘). Das ist zwar unangenehm aber eine gute Chance sich konsequent vom alten Plunder zu lösen. Ich lösche in 150er-Packs. Vergnügungssteuerpflichtig ist das nicht. – Abends nimmt meine Mitgenossin an einer virtuellen Geburtagsfete teil, ich schiele außerhalb der Kamerareichweite ab und an auf den Bildschirm und höre nur zu. Ehrlich gesagt: Mein Ding ist das nicht. Ich bin lieber ganzkörperlich live vor Ort als mit schräg von unten in einer verzerrten bildschirmfüllenden Darstellung meines irritiert und leicht genervt blickenden Antlitzes. Sorry. Danach ziehe ich mir die restlichen Folgen der gestern entdeckten Serie sowie anderthalb Folgen eines bayerischen Krimiprodukts „rein“. Es wird mittelspät mit einem leicht unpünktlichem Schlaf.

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Stromereien

Nach und nach etabliert sich das neue iPad. Dabei habe ich ein gutes Gefühl für meinen Bankzugang per App gewonnen. Nein, die übertragene App verweigert mir den Zugang trotz korrektem Login und passendem Passwort. Erst will ich schier verzweifeln, doch dann installiere ich die App neu. Siehe da – nach etlichen Identifizierungsschritten, die mir viel Sicherheit signalisieren, ist sie einsatzbereit und zwar neuer, schöner und besser. Das gefällt mir wohl. Ebenso meine Kameras lassen sich erst nach ausführlicher persönlicher Genehmigung über bekannte Geräte auf einen Kontakt mit dem neuen iPad ein. Stark. Zusätzlich gibt es jeweils an die bekannte E-Mail-Adresse eine Info, dass ein neues Gerät mitspielt. Fein. Sehr schockierend ist allerdings meine Stromrechnung: über 5.000 kWh Verbrauch – das kann doch nicht wahr sein! Und tatsächlich ist es auch nicht wahr. Mein Netzbetreiber hat mir einen anderen Verbraucher zugeordnet, warum auch immer. Das lässt sich leicht aufklären, danach noch fix meinen Stromlieferanten informieren und zu hoffen, dass er nicht so gierig ist und erst den überhöhten Betrag abbucht um ihn dann Wochen (Monate?) später wieder zu erstatten. – Abends besuche ich die Sporaden – die neue Empfangstechnik per Computer für meinen Beamer bewährt sich – und danach die Halbinsel Chalkidiiki mit ihren drei „Fingern“. Besonders interessant ist natürlich die Mönchsrepublik Athos. Im Anschluss folgt eine mir unbekannte aber steil im Beliebtheitsgrad ansteigende Krimiserie. Vier Folgen ziehe ich mir nacheinander rein. Es wird sehr, sehr spät, fast früh. Immerhin muss heute mal der Schlaf warten und stürzt sich sofort auf mich, kaum dass ich mein Lager berührt habe. Stark.

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Technikfreuden

Genüsslich verspeist die neue Technik meine Zeit – erfreulicherweise habe ich pensionistenbedingt genug davon. Zuerst lösche ich auf meinem alten Tablet alle nichtsnutzigen Apps, denn es hat in mir der Verdacht Gestalt angenommen, dass eine überholte App die Installation gestoppt haben könnte. Danach sichere ich den Inhalt in der iCloud. Schließlich lasse ich das neue iPad über die Cloud einrichten. Das geht alles relativ schnell im Vergleich zum folgenden Neu-Installationsmarathon der übriggebliebenen Apps. Der zieht sich bis in den Abend hinein hin. Welch ein Aufwand! Immerhin funktionieren danach etliche Apps einwandfrei, andere müssen als ‚gekauft‘ wiederhergestellt werden, andere benötigen ein Login samt Passwort – o du große Vielfalt! Mein Konto kann ich nur auf dem Altgerät öffnen – dem Neuen verweigert die Bank jegliche Kooperation. Da kommt noch einiges auf mich zu! – In Wismar macht sich der Chef mit einem eBike vertraut bevor die Mörderin entlarvt wird und das YouTube-Abendprogramm in Kombination mit einer TV-Zapperei gestaltet sich eher ermüdend. Dennoch kommt der Schlaf wieder einmal zwei Stunden zu spät nach Hause – dieser Schlingel, tss, tss, tss …

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