Eis auf den Flügeln

Und wieder ist ein Monat vorbeigehuscht und wieder schwinge ich das Sauggerät in meiner Gemeinde. Über Stöpsel in den Ohren erzählt mir Roger Liebi etwas über Schöpfung, Linguistik, erste Menschen und die Entstehung der Sprachen. Es ist interessant, kurzweilig und lässt die Arbeit schnell von der Hand gehen. – Wieder gibt es Dosenfutter, als Zwischenlösung ganz passabel aber auf Dauer unakzeptabel. Bereits nach anderthalb Wochen zeigen sich deutliche Vorbehalte, erheben einige Organe leichten Protest. Interessante Erfahrung. – Meine „Lieblingsbeschäftigung“ die Fotoauswahl bewegt sich mühevoll vorwärts. Mein Horn piesackt mich ein wenig – man soll halt Garagentore niemals nur bis kurz über Augenhöhe öffnen, der Kantenkontakt war kurz aber heftig. – Heute schaue ich mir nebenbei Flugzeugkatastrophen mit nachfolgender Ursachenforschung an. Voll stark wie kleinste Ursachen riesige Wirkungen haben können. Ein wenig Eis auf den Tragflächen, ein abgelenkter, plaudernder Flugkapitän, der einen Warnton überhört oder die falsche Höhenmessung verwendet und schon macht die Maschine einen Abgang. Äußerst fatal. – Ich lese meinen Krimi zu Ende und ausnahmsweise ziehe ich mich früh zurück. Dafür kann ich nicht einschlafen. Eins ist immer.

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Technische Nöte und Magenkämpfe

Wäsche waschen, fertige sortieren und einräumen, gewaschene in den Trockner packen – ich hab so mein Tun. Zwischendrin versuche ich Fotos zu sortieren und hier nährt sich das Eichhörnchen äußerst mühsam. Irgendwann besuche ich dann meine Mum, während der Fahrt frage ich mich ob die neue Software wirklich installiert ist, Tiger hüllt sich weitgehend in Schweigen, angeblich benötigt er noch ein kurze Internetverbindung zum Abschluss, die er aber permanent hatte – es ist ein Qual wenn VW neue Wege gehen muss, will oder soll. – Mutti ist recht gut drauf, ihr Fernseher weniger – ob hier die türkische Qualität spürbar wird oder nur die Unfähigkeit deutscher Monteure? – Zurück zu Hause gibt es Pizza, den Geschmack dieses Fast-Food-Produktes hatte ich positiver in Erinnerung. Ich hätte mir eine bei unserer Pizzeria holen sollen: Versuch macht kluch, so isses! – Nur wenig später liefert sich besagte, zerkaute, geschluckte Pizza einen harten Kampf mit meinen Magensäften, da mische ich mich nicht ein und ziehe mich lieber diskret zur verspäteten Mittagsruhe zurück. Nach Ende der Kampfhandlungen wende ich mich mit einem Auge dem TV zu und das andere überwacht die Fotoauswahl im Mac. Kurz wird die Präsentation nicht. Seufz.

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Kunde friss oder zahl

Früher habe ich mich ein wenig gewundert, dass meine Angetraute bestimmte Supermärkte favorisiert und andere nicht oder sehr selten aufsucht. Ich hatte mir das mit Vorlieben oder Gewohnheit erklärt, doch ich lag völlig falsch. Die Unterschiede sind gravierend. Der Kuchen bei Netto im Vergleich zu Aldi entspricht dem Unterschied einer Frittenbude zu einem Sterne-Restaurant, nur dass Aldi ebenfalls günstig ist. Mein Lieblingsjoghurt gibt es bei Netto natürlich nicht und auch ansonsten ist mein Eindruck eher negativ. Rewe in Husum hatte dagegen das Edeka-Niveau und Aldi hat enorm an Qualität zugelegt. Penny dagegen mag sein, wie er/sie/es will, ich betrete die Läden nur im unvermeidbaren Notfall. Die negativen Erfahrungen aus meiner Berufszeit werde ich nicht los. Nach wie vor irre ich in Läden umher, kaufe dies und das und vergesse jenes. Okay, offen gesagt, bin ich ein ernster Kandidat für das Lebensmittel-Online-Shopping. Irgendwelche bescheuerten Politiker fordern eine Versandhandelssteuer, angeblich weil die Innenstädte veröden. Doch diese leiden nicht unter dem Versandhandel sondern an der mangelnden Flexibilität der örtlichen Händler sowie weit überzogener Mietpreise. Fachliche Beratung im Einzelhandel steht auf der roten Liste aussterbender Tugenden. Service, Freundlichkeit und Kompetenz sind seit langem schon selten zu findende Qualitäten. Warum sollen Kunden für schlechtere Leistung mehr bezahlen? Wirtschaft ist eben kein Erbhof gesicherter Einkommen, sondern eine Herausforderung an Kreativität und Kundenaquise. Wenn demnächst PKWs ebenfalls online bestellt werden können, ist zu erwarten, dass auch etliche Autohäuser schließen denn dort habe ich als Kunde schon oft genug den Eindruck gehabt, unter den Verkäufern geht die Angst um, Kunde könnte mit Auftrag drohen. Übrigens, ein ernsthafter Eindruck, kein Gag. Es wird natürlich spät.

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Studierstube, Abendgottesdienst und Grenzöffnung

Meine geliebte Studierstube trifft sich heute im kleinen Kreis. Die Diskussionen um den 2. Petrusbrief weiten sich wie selbstverständlich auf allgemeine Themen aus – ich mag das besonders. Könnte ein Sonntag besser beginnen? – Mittags bereite ich mir ein opulentes Mahl (für meine bescheidenen Verhältnisse). Leider etwas spät erreicht mich das Angebot von Freunden, die mir gern etwas von ihrem zubereiteten Lunch abgeben möchten. Schön, dass man an mich denkt und so komme ich dann eben am Montag zu einer leckeren Mahlzeit. Fein. Der Abendgottesdienst in unserer Gemeinde hat mir viel zu sagen und doch ist es ein komisches Gefühl dort allein aufzuschlagen. Wieder stelle ich fest, dass ich kein sehr kommunikativer Mensch bin, ist halt so. – Im Fernsehen fasziniert mich ein Beitrag über die Grenzöffnung aus Sicht der arg überforderten Grenztruppen, die nach der Ankündigung von Günter Schabowski nahezu überrannt wurden. Der Befehlsnotstand, die unerreichbaren Vorgesetzten, der äußere Druck durch die Bevölkerung vor der Schranke und die Konflikte innerhalb der Truppe vor Ort werden sehr deutlich. Ein starker Film. Danach vergeht die Zeit mit vielerlei Kleinigkeiten und mit einem Mal ist es sehr spät. Wunder des Zeitlaufs.

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Der Preis des Ausschlafens

Massive Hausarbeit steht an und ich kann mein erstes Projekt abschließen. Es hat Spaß gemacht und ging gut von der Hand. Zeitbedingt gibt es wieder nur etwas Schnelles, die Alternative wäre früher aufzustehen und das muss ich wirklich nicht haben. Wenn der Preis fürs Ausschlafen Fast Food ist, dann zahl ich ihn gern. – Weit problematischer gestaltet sich die Bildauswahl von unserem Urlaub. Die Apps, die ich habe, gefallen mir nicht, sind lahm oder nicht selbsterklärend. So ein Zeug brauche ich nicht. Also probiere ich es auf die umständliche Art, doch das ist sehr langwierig, ich bin nicht zufrieden. Es funktioniert aber nicht wirklich gut. Seufz. – Ein Reiseveranstalter bietet uns eine Rundreise durch England und Wales an, schön wäre es schon, etwas teuer – aber wer weiß wie das Vereinigte Königreich im nächsten Jahr aussieht? Echt blühende Landschaften mit einem expandierenden Im- und Exportgeschäft oder nach wie vor Mangelwirtschaft mit fehlenden Arbeitskräften an allen Ecken und Enden? Nur eins scheint sicher: geht es bergauf liegt es an der englischen Regierung, geht es bergab ist die EU schuld. Business as usual. – Der Krimi ist ganz nett, der Plot interessant, die Täterin vorhersehbar, dennoch ein sehenswertes Filmchen. Nur der süße Gewürztraminer war ein wenig zu üppig, sowohl sensorisch wie mengenmäßig, zu meinem Glück nur mit geringen alkoholischen Wirkungen. Es wird recht spät.

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Hausmann at work

Fast eine Woche benötige ich um die halbe Planerfüllung meines ersten Vorhabens anzupacken. Es geht gut von der Hand allerdings mit wechselhaftem Ergebnis. Dann ist das eben so. Jedoch verrinnt die Zeit wieder superschnell so dass für die Entfaltung von Kochkünsten erneut unter den Tisch fällt: Dosenfutter ist angesagt. Ebenso missglückt mein Versuch die Mittagsruhe zu schwänzen. Gerade noch rechtzeitig schaffe ich es mich geordnet in die Horizontale zu versetzen bevor meine Äuglein zufallen. Der Nachmittag verkürzt sich dadurch drastisch. Mein Regenmesser bestätigt die Meldung, dass der September ein extrem trockener Monat war. Hierorts fiel sehr sehr wenig Regen. Das hindert hochaktive Algenkulturen nicht sich im besagten Messgerät festzusetzen, mithin probiere ich das schmale Ding innen zu scheuern. Ein kaum wahrnehmbarer grüner Schleier bleibt teilweise zurück. Das lässt Böses erahnen. – Das neue Betriebssystem meiner Apple Watch beginnt mich langsam aber sicher zu nerven. Ich gehe zu Bett wann ich will und nicht wenn ein doofes elektronisches Gerät mich dazu auffordert. Basta! – Der Freitagskrimi ist eigentlich ganz interessant gestaltet, nur mag ich die Schauspieler nicht, was mir ein objektives Urteil verwehrt. Die heute-Show ist wie sie ist, eher links aber diesmal leider nur mit schwachen Gags. – Noch ein wenig lesen und dann ab ins molligwarme Kuschelbett. Die Nacht kann kommen. Irgendwann.

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Fresslust

Nein, ich bin nicht so geeignet für ein Single-Leben – aber wer ist das schon. Bei mir hätte das katastrophale Gewichtsfolgen. Das merke ich bereits beim Einkaufen, denn schon an der verlockenden Kuchentheke, muss wohl „neu“ beim Aldi sein, komme ich nicht vorbei und bediene mich viel zu großzügig. Hier ein wenig Käse, dort etwas Dosenfutter und, ach ja, die 5-Minuten-Terrine von Maggi (meine damals beliebte Büronahrung) könnte ich auch mal wieder probieren. So gesellt sich eins zum anderen. Seufz. Das Mittagessen fällt selbstverständlich (?) wieder zu reichlich aus und die massive Kuchengabe am Nachmittag ist eher kontraproduktiv. Die Terrine von Maggi zum Dinner erweist sich als arg gewöhnungsbedürftig. Habe ich so etwas damals wirklich gemocht? Seltsam. Das Croissant dazu neutralisiert die negative Wirkung ein wenig, ist aber ebenfalls nicht abnehmkonform. Ich muss aus diesem Fresskreislauf entkommen und das wird nicht leicht, befürchte ich. Ansonsten kann ich mich den ganzen Tag irgendwie im Haushalt beschäftigen ohne wirklich etwas zu bewirken. Wunder der Selbsttäuschung! Offensichtlich hat mein Tagesplan noch ein enormes Optimierungspotenzial. Auch die NCIS-Folgen, die ich vormals so mochte, lassen einen schalen Nachgeschmack zurück. Erstaunlich früh endet der Tag für mich.

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Ein alter Uhu, ein nerviger Programmierer und ein kleiner Fluglotse

Es ist allerhöchste Zeit meine Mum zu besuchen. Eigentlich wollte ich das, einschließlich eines Einkaufs, am Vormittag erledigen, doch ein alter Uhu reißt morgens keine Bäume aus. So ist das eben. Das Einkaufen verschiebe ich auf morgen und organisiere lieber die Abholung meiner Kurfreundin zum Ende ihres Aufenthalts. Alles wird gut. – Mittags gibt es eine Strohwitwermahlzeit, also Fast-Food. Ich staune jedesmal wie es unsere Lebensmittelindustrie schafft ein paar minderwertige Ingredenzien durch Geschmacksverstärker, Aromastoffe und vielerlei Dinge, die ich gar nicht wissen will, in eine schmackhafte Mahlzeit zu verwandeln. Ein Hoch auf die Chemie? Nö, doch wohl lieber nicht. – Nach einer etwas unruhigen Mittagsruhe mache ich mich mit Tiger auf den Weg und wir finden tatsächlich einen Parkplatz direkt vor dem Heim. – Mutti ist recht gut drauf, wir plaudern ein wenig und irgendwie stellt sich heraus, dass ihr Fernseher nicht funktioniert – und tatsächlich dieser hat nur Radioprogramme drauf. Meine Mum hat aber nur eine Seniorenfernbedienung mit den allerwichtigsten Grundfunktionen – umstellen von Audio auf TV geht nicht. Doch wenn das nicht geht, wie hat sie es umgekehrt geschafft? Langer Versuche kurzes Ende: Auf Programmplatz „1“ liegt ein Radiosender, auf den folgenden ebenso bis „120“. Beim Weiterschalten erscheint nicht etwa „121“ sondern die „1“, diesmal mit einem TV-Sender. Ab da kann man Programmziffern eingeben und landet immer bei TV-Sendern. Wenn man, wie zweifellos meine Mum, einmal zuviel zurückschaltet, folgt nach „1“ die „120“, ein Rundfunksender. Tippt man jetzt auf die „1“ landet man beim ersten Rundfunksender. Es gibt Momente da möchte ich Programmierer in den Allerwertesten treten – natürlich nur virtuell 😉😇. – Abends stelle ich fest, dass das Ende der Kur auf den Ferienanfang einiger Bundesländer fällt. Schon wieder Ferien? Gehen die Kids überhaupt noch zur Schule? Gute Nacht Elbtunnel, der wird richtig voll. Ich plane eine Alternativroute. Nebenbei sehe ich einem Flugzeug bei seiner waghalsigen Landung zu und verfolge im Anschluss den Crash zweier Maschinen auf einem Mailänder Airport, größtenteils bedingt durch die Schlamperei der Verantwortlichen. Verurteilt wird nur ein kleiner Fluglotse, der im Grunde genommen am wenigsten Schuld auf sich geladen hatte. Wie war das noch einmal: die Kleinen hängt man und die Großen befördert man, oder so ähnlich. Es wird mittelspät.

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