Störrische Blätter, absagende Gäste

Morgens „erfreuen“ mich die per Feuchtigkeit an den Terrassendielen klebenden Blätter mit ihrer Weigerung sich der Macht des Besens zu unterwerfen. Selbst nach dem Lösen klammern sie sich ein paar Zentimeter weiter wieder fest ans Brett. Wie war das nochmal mit dem Mäusemelken? – Zwei lang ausstehende Korrespondenzverpflichtungen erledige ich endlich, das baut auf. – Übers Internet erfahre ich, dass angeblich unsere Fluggesellschaft uns den Ticketpreis aus 2019 erstattet hat. Doch wohin? Auf keinem unserer Konten ist die Knete eingegangen. Wo ist sie geblieben? Ich bitte um Nachforschung. Das ist nun wirklich extrem ärgerlich. Was wohl daraus werden wird? Ich lege es Gott hin, wie ER es uns empfohlen hat. Alles wird gut. So oder so. – Für unseren heutigen Hauskreis sagen immer mehr Menschen ab, so dass wir uns schließlich allein mit den Gastgebern treffen werden. Wir freuen uns auf diese nette kleine Runde. Tiger bringt uns gut hin und zurück. Wir sind danach recht früh zurück und doch verplempere ich meine Zeit, so dass es arg spät wird. Seltsam.

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Staatliches Missverständnis

Ich muss erst einmal wieder richtig ankommen. Irgendwie ist es dran die Erfahrungen der geballten Reiselust mal gründlich zu verarbeiten. Man, war ich heftig unterwegs. Trotzdem hat sich die LSW zur Abnahme der Photovoltaikanlage immer noch nicht gemeldet aber das ist mir inzwischen egal, denn ich sehe was es in Wirklichkeit ist nämlich reine Willkür und völliges Desinteresse. Wie kann man als Politiker solchen Unternehmen per Gesetz oder Verordnung ein Monopol einräumen? Der Lobbyismus bei uns ist eine wahre Plage, nicht fern von der Seuche Korruption. Und genau das weckt in mir alle Vorbehalte gegen eine SPD-Grüne-Regierung. Sie vertrauen dem starren und unbeweglichen Behörden mehr als flexiblen Unternehmen. Keine Frage, der Staat kann gut als Kontrollorgan wirken, genügend Ressourcen vorausgesetzt aber als Innovationsmotor wird er von Schnecken überholt. Ich habe in dem Laden lang genug gearbeitet. Es ist der immerwährende Grundkonflikt: wir Bürger erwarten, dass der Staat uns dienlich ist, die staatlichen Stellen sehen das umgekehrt (zwar nicht immer de jure aber ausnahmslos de facto). – Ansonsten lasse ich es ruhig angehen, schließlich habe ich die Lust an Langsamkeit ein Berufsleben lang lernen müssen 😉. Das legt man nicht so schnell ab 😀. – Am Abend sehe ich abstürzenden Flugzeugen zu, die mal relativ heil zur Erde gebracht werden doch meist eher nicht. Es wird seltsamerweise spät.

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Heimfahrt

Der IC meiner Kurbeenderin schafft es auf der kurzen Strecke von Westerland bis Heide sieben Minuten Verspätung einzufahren – reife Leistung. Aber die Sonne lacht vom Himmel und so warte ich gern etwas länger auf dem Bahnsteig. Gemeinsam wuchten wir den Koffer ins Auto und starten zur Rücktour über Segeberg, Lauenburg und die schreckliche B 4 von Lüneburg nach Uelzen. Jedesmal wenn ich diese Strecke fahre muss ich sehr aggressive Gefühle gegen all die bekämpfen, die den Ausbau der A 39 verhindern wollen. Außerdem regt mich das blödsinnige Argument auf, dass besser ausgebaute Straßen mehr Verkehr produzieren. Kein Auto wird mehr zusammengeschraubt oder verkauft nur weil eine neue Autobahn gebaut wird. Oder materialisieren plötzlich Fahrzeuge aus dem Nichts heraus? Bullshit! Richtig ist, dass der Verkehr sich neu verteilt, was ja der Sinn jeglichen Ausbaus ist. Im konkreten Fall würden natürlich mehr Fahrzeuge die neue A 39 nutzen als die jetzige B 4. Dafür erfahren aber die A 7 und etliche Landstraßen eine Entlastung. Doch was rege ich mich auf? Ändern kann ich sowieso nichts nur meine gute Laune verdünnisiert sich. Das muss nun wirklich nicht sein. Tiger bringt uns gut durch und wir erfahren dankbar die Bewahrung unseres Gottes. – Heil angekommen sichte ich einige Posteingänge, darunter die Überlegung für ein erneutes Klassentreffen im nächsten Jahr. Höchste Zeit mich auszuklinken aus dieser Runde, meine Schulzeit soll endlich der Vergessenheit anheimfallen. Gesagt, getan! Ich atme tief durch. – Der Abend dehnt sich wieder einmal mit dem Hintergrundrauschen bekannten Fernsehkrimis 😊. My home is my castle, really!

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Küstentour

In erwartungsvoller Hoffnung heute in Büsum etwas weniger Menschen anzutreffen cruise ich frohgemut los. Ich komme gut durch aber der Ort zeigt mir die kalte Schulter. Parkplätze haben sie offensichtlich viel zu wenige, ich kurve durch einige Nebenstraßen, frei sind nur die Grundstücksausfahrten. Okay, wenn sie es so wollen, fahre ich halt wieder fort. Am Eidersperrwerk lasse ich mich vom Wind durchpusten und lobe meine Johannes-Wolfshaut-Jacke, die wirklich sehr winddicht ist. Klasse Teil. Die riesigen Sperrwerkstore sind beeindruckend und sie faszinieren mich jedes Mal wenn ich hier vorbeikomme. Ein Halt ist ein Muss! Nun führt mich mein Weg nach Tönning, ein süßes Eiderstädtchen, das genügend Parkplätze für Besucher parat hat. Früher lagen im Hafen Krabbenkutter, heute Yachten. Die Fischer halten sich jetzt direkt am Eidersperrwerk auf. Trotzdem ist der historische Hafen immer noch sehr sehenswert. Auf dem Weg zur Innenstadt komme ich an etlichen Kleinodien friesischer Baukunst vorbei, echt stark. Der Marktplatz ist traditionell zugeparkt, ich kenne ihn nicht anders. Durch den Schlosspark ohne Schloss (1735 abgerissen, nicht wieder aufgebaut) spaziere ich wieder zum Hafen, denn dort wartet Tiger auf mich, geduldig wie er nun einmal ist 😉. Spontan entschließe ich mich zu einem Besuch des mondänen Badeortes Sankt Peter Ording. Auch dort finde ich problemlos eine Parkmöglichkeit, obwohl hier echt der Bär tobt. Ich werde an Sylt oder an Binz erinnert bei den Massen, die durch die Gassen strömen. Ja, hier wird man seinem Ruf gerecht, kleine Cafés, gemütliche Restaurants, einladende Lädchen, richtig anheimelnd, wenn nicht die vielen Menschen wären. – Tiger bringt mich gut nach Hause und ich fülle ihn bis zur letzten Akkuzelle mit Strom. Morgen kommen viele Kilometer auf ihn zu. Während der Ladepause praktiziere ich erstmals den E-Auto-Fahrer-Laderitus. Im Klartext: ich nehme eine Kleinigkeit im Imbiss zu mir und trinke dazu einen Pott Kaffee. Jetzt gehöre ich dazu 😉😇😀😊. – Evening as usual.

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Sonntägliches

Ausschlafen ist möglich, es gibt bis 11 Uhr Frühstück am Sonntag. Nett und reichlich, wenn man will. Ich will nicht, schöpfe auch das zeitliche Angebot nicht voll aus und höre im Anschluss lieber zwei Gottesdienste. Beide sind sehr ansprechend. Wenig später begebe ich mich zu Fuß in die Innenstadt. Es ist ein schöner Spaziergang. Auf dem Marktplatz hat sich ein Flohmarkt versammelt – leider bin ich so gar kein Fan von den dort angebotenen „Schätzchen“. Ein kleiner Park lädt mich zur Entspannung ein, natürlich habe ich keine Pfeife dabei, wie traurig! Mit einem Mal wirbelt ein Wasserspiel kreisförmig die Strahlen in die Luft, nett anzuschauen. In aller Gemütlichkeit lenke ich irgendwann meine Schritte, heute waren es sehr viele, auf mein Hotel zu, arbeite dort ein wenig an der Fotopräsentation, halte Mittagsruhe und lasse mich gegen Abend wieder im Restaurant verwöhnen. Gestern war es richtig voll, heute ist außer mir nur ein Ehepaar anwesend. Der Gruß aus der Küche ist dennoch lecker und der Matjes mundet bestens. Trotzdem werde ich morgen eine „Fresspause“ einlegen und so den dringenden Ratschlag meines Verdauungsapparates beherzigen. Bewegte Bilder flimmern mich in den Schlaf, irgendeine Mischung aus TV und YouTube, harmlos und ermüdend. Es wird mittelspät.

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Früh auf, Navi überlisten und ohne Ladestopp durch

Für meine Verhältnisse komme ich heute früh aus dem Seniorenbett. Gepackt ist schon und nur die morgendlichen Ritualgegenstände, wie Zahnbürste, Zahnpasta und so, wandern noch ins Köfferchen. Nach der Morgenandacht geht es los, Richtung Dömitzer Brücke (beim Elbtunnel wird sich der Ferienanfang bemerkbar machen, Geesthacht ist mit Baustellen umstellt und Lauenburg ist gesperrt). Es geht supergut voran, Tiger macht seine Sache perfekt, nur die Meldung, dass das Softwareupdate abgebrochen wurde, weil ich das Laden nebenbei erledigen wollte, ärgert mich. Weshalb bekomme ich darüber keine Info aufs Handy? Wie dem auch sei, eine mich anlächelnde Sonne begleitet meine Reise, ich trickse das dumme Navi aus, indem ich meine Zielführung in drei Ziele splitte und kann so meine geplante Route nehmen. Mit 50 Restkilometern komme ich am Hotel an, wobei ich auf den letzten zwanzig die Klimaanlage ausgeschaltet und die Geschwindigkeit gedrosselt habe, ich nenne das Ladesäulenmangelerscheinungen. In Heide lade ich dann Tiger an einer 50-kWh-Säule auf 80% auf. Anfangs hatte ich schlimmste Befürchtungen, denn die 50er-Säule ist besetzt und ich muss mit 22 kWh beginnen. Nur sechs Minuten später kommt zum Glück mein Nachbar und entkoppelt seinen Up. Das ist sehr gut. – Eine gute Stunde drauf bin ich wieder auf Achse Richtung Marktplatz, dem größten Marktplatz Deutschlands wie ihn die örtlichen Touristikexperten rühmen. Würde man größter Parkplatz Deutschlands sagen wäre das definitiv falsch 😉. Die City von Heide ist enttäuschend. Ich hatte sie irgendwie prächtiger in Erinnerung. – Dafür ist mein Hotel sehr gut, das Zimmer groß und gemütlich eingerichtet. Dem Restaurant spreche ich eine fette Empfehlung aus. Schon der ‚Gruß aus der Küche‘ ist delikat, die Büsumer Krabbensuppe allererste Sahne und selbst das – erwartungsgemäß gewöhnungsbedürftige – Schollenfilet Mailänder Art mit Parmesan überbacken schmeckt sehr lecker. Und wieder einmal habe ich mich überfordert und mein Magen malträtiert mich stundenlang mit seinen Protesten. Da muss ich durch und erstaunlicherweise wird es eine relativ ruhige Nacht.

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Aufbruchsplanungen

Es gilt Vorbereitungen für morgen zu treffen. Die Zeit ohne Ehegegenüber neigt sich Gott sei Dank dem Ende zu. Ich habe von Fast Food die Nase gestrichen voll und müsste wohl zwangsläufig mich dem ungeliebten Kochen zuwenden, wenn es noch länger so ginge. Zum Abschluss gibt es heute Mirácoli Spaghetti, ein Gericht aus Junggesellenzeiten, das heute noch auf dem Markt ist bei dem aber der Parmesankäse inzwischen eingespart wurde, wie ich feststellen muss. Kein Problem, solchen haben wir zu Hause vorrätig. Es gelingt natürlich prächtig, denn es ist nahezu idiotensicher. Die letzte Flasche Almdudler geht ihren vorbestimmten Weg im Laufe des Tages und meine Joghurtration ist mit dem heutigen Mahl aufgebraucht. Tiger wird zu 100 Prozent aufgeladen, denn er muss morgen eine lange Strecke bewältigen ins ladestationsmäßige Entwicklungsland Schleswig-Holstein. Dort ist weitgehend unbekannt, dass mit 50 kWh noch nicht die Höchstgrenze der Lademöglichkeiten erreicht ist. – Zwei Kameras haben schon wieder ihre Akku-Vorräte aufgebraucht und so stellt sich die Frage: neue Kameras oder nur neue Akkus? Bei den Akkupreisen liegt die Antwort nicht auf der Hand. – Der abendliche Freitagskrimi „glänzt“ durch einen zeitgeisttypischen Plot, also etwas verwirrend und etwas lebensfremd, aber für moderne Autoren recht gut gemacht. Es geht recht früh ins Bett. Ich schlafe sehr spät ein. Typisch.

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Ein Geburtstag und ein Abschied

Früher als sonst rolle ich aus den Federn, die längst durch Kunstfasern ersetzt wurden. Pünktlich stelle ich mich zum Geburtstagsbrunch ein. Es ist eine kleine Runde, wie ich sie liebe, und es gibt Rührei und Lachs, was für mich völlig ausreicht, und dazu noch etliche Köstlichkeiten für den Rest der Mannschaft. Nach Corona genieße ich jede Feier doppelt. Diesmal wird es ein echter Brunch, denn nach dem Frühstück gibt es etwas später noch ein kleines Mittagmahl. Gut gelaunt und prall gesättigt verlasse ich diese gastliche Stätte und begebe mich zu unserer Gemeinde. Ein sehr guter Freund „feiert“ heute seinen letzten Arbeitstag und kurvt mit einer Mannschaft zu etlichen seiner Wirkungsstätten. Ich darf unsere Gemeinde vorstellen, was ich sehr gern tue, wenn auch wie immer mit leichtem Lampenfieber. Aber auch da hilft Gott durch. DANKE. Das alles erinnert mich ein klein wenig an meinen letzten Tag im Büro – ein komisches Gefühl war es schon. – Zu Hause beschränke ich mich auf ein Joghurt quasi als Dessert. Dann wende ich mich wieder dem leidigen Thema Urlaubsfotos zu. Meine Auswahl fällt viel zu groß aus. Dann ist das eben so. Es folgt ein stinknormaler Abend, ein wenig endbehandelter Traubensaft, etwas lesen, etwas schauen, wie auch immer, es wird spät.

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