Ostermontag

Einen Feiertag würdigen gelingt relativ leicht aber den zweiten gleich hinterher? Da fällt es schon schwerer sich auf das Fest zu konzentrieren. Zu Weihnachten ist es einfach, da strahlt uns der Weihnachtsbaum an, die Wohnung ist festlich dekoriert und von draußen leuchten die Lichterketten ins Zimmer. Ja ich weiß, die Frommen werden nie müde zu betonen, dass die Freude von innen heraus strahlen soll, dass ein gefestigter Glaube das Herz genügend bewegt und äußere Reize völlig überflüssiger Tand sind. Leider fielen bislang meine Praxistests immer recht ernüchternd aus. Offensichtlich kann man unter Freude ein ganz breites Spektrum von Gefühlen verstehen. Doch eine vorgeblich innere Freude, die außen kaum in Erscheinung tritt, überzeugt mich nicht. Wie dem auch sei, der zweite Feiertag fällt bei mir wieder einmal nur nett aus, kaum mehr, jedoch auch nicht weniger. Graupelschauer, nordpolare Kälte und Covid-19-Melancholie wirken da eher kontraproduktiv. So bleibt mir nur die Flucht in eine gute alte Predigt aus Bremen, ein gezielter Medieneinsatz sowie ein überaus überraschendes wie leckeres Nachmittagsessen um mein Festtagsbarometer zu stabilisieren. Am Rande bemerkt, könnte ergänzend dazu ein wohlgekelterter Primitivo gleichfalls seinen kleinen Beitrag geleistet haben. Alles ist gut. Sehr fein.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Reichlich Ostern, eine Schiffskatastrophe und leichte Kost

Ein Magengrimmen verdonnert mich zum Daheimbleiben. Dafür erlebe ich unseren Gottesdienst online. Auch so ist er sehr schön und fein österlich, wenn auch der letzte ‚Kick‘ fehlt. Draußen regiert die Kälte und drinnen kann ich mir mithin viel Zeit für geistliche Veranstaltungen nehmen. Beeindruckend ist der gottesdienstliche Gruß der vier evangelischen Gemeinden in Griechenland: Kreta, Rhodos, Athen und Thessaloniki. Ach du mein geliebtes Kreta – alte Erinnerungen werden beim vertrauten Anblick des dortigen Pastors wach. – Wir lauschen auf die Übertragung der Predigt aus Bremen, dem Video der reformierten Kirche aus der Nachbarstadt, der Andacht aus der Frauenkirche – von wegen ein Gottesdienst sei wie der andere – erstaunlich wie viel unterschiedliche Zugänge es zur Osterbotschaft gibt. Nachdenkenswert ist die Anregung aus Dresden sich statt mit großen Worten mal barfuß dem Ereignis zu nähern, ohne Pomp als Empfangender, als Bittender, als Betroffener. Der Hinweis aus Thessaloniki auf das zusammengefaltete Schweißtuch Jesu im leeren Grab war mir völlig neu: damals deckten die Diener/Sklaven den Tisch und legten eine Stoffserviette bereit. Der Herr speiste, reinigte danach seine Hände mit dem Tuch und hinterließ es zerknüllt auf dem Tisch. Der Bedienstete konnte dann mit dem Abräumen beginnen. Legte der Herr jedoch seine Serviette zusammen und ging weg, hieß das „ich komme wieder“. So wird das sorgfältig zusammengelegte Schweißtuch als weitere Andeutung auf die Wiederkunft Jesu verstanden. Faszinierend. – Nach den vielen geistlichen Ausführungen ist mir abends mehr nach leichterer Kost. Nun ja, leichter ist die Katastrophe der ‚Herald of Free Enterprise‘ kurz hinter der Hafenausfahrt von Zeebrügge auch nicht unbedingt. Menschliche Nachlässigkeit, fehlende Sicherheitstechnik und die Höchstgeschwindigkeit wegen einer leichten Verspätung führten zum Tod von 193 Menschen. Schrecklich und im Nachhinein eigentlich unvorstellbar. Unvorstellbar: die Bugtore können während der kurzen Fahrt sperrangelweit offen stehen ohne dass es eine automatische Meldung an die Brücke gibt. Sparen an der völlig falschen Stelle! Wo habe ich schon einer abgespeckten Sicherheitstechnik vertraut? Shocking! Da brauche ich jetzt unbedingt die sanft plätschernden Folgen der Wapo Berlin. Und so wechsle ich wieder sehr spät in die Horizontale.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Bildschirmabend

Die Zeitumstellung traktiert mich – ich kann die geklaute Stunde psychisch einfach nicht nachholen. Ich muss wieder lernen zum neuen „halb neun“ aufzustehen. Aber noch weigert sich meine innere Uhr die gewandelte Realität zu akzeptieren. Ganz schönes Sturköpfchen. Der Abstand zum Mittag ist inzwischen arg, arg kurz geworden, ruckzuck ist es zwölf und wenig später eins. So geht das nicht weiter. Nach Ostern wird sich alles ändern. Hoffentlich. – Ich beauftrage Mr. Shorty mit einer längeren Arbeitszeit auch über die Feiertage. Macht er seinen Job gut, verspreche ich ihm demnächst ein regelmäßiges langes Wochenende. – Draußen ist es eiskalt, was einerseits schlecht ist für Gartenaufenthalte andererseits gut gegen meinen Heuschnupfen. – Abends begebe ich mich an Norwegens Nordseeküste, begleite einen traditionellen Segelmacher, einen Bootsbauer, ein Aussteiger-Pärchen und einige andere interessante Persönlichkeiten in ihrem Alltag. Der Film ist interessant gestaltet – ich mag so etwas. Danach lasse ich Shakespeare & Hathaway ermitteln und die Wasserpolizei aus Berlin bis es mich schließlich ins Bett treibt. Es wird sehr spät.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Out of style

Das für gestern avisierte Video ist heute früh erst fertig. Nachdem meine wesentlichen Körperfunktionen vom Ruhe- in den Wachmodus hochgefahren sind, stelle ich das Teil online. Etwas später schaue ich es mir an und bin sehr angetan, es ist sehr gut gemacht, abwechslungsreich gestaltet und aufwändig produziert wodurch sich die längere Bearbeitungszeit erklärt. Sehr ansprechend. – Der Gottesdienst aus Bremen dreht sich um Entscheidungen vielerlei Art. Schön, dass man ihn per Internet verfolgen kann. – Der Inzidenzwert wechselt in der Nachbarstadt in den Galopp. Der Oberbürgermeister verhängt eine Ausgangsperre. Diese wird eine intensive publizistische Blase entfalten aber voraussichtlich leider nur minimale tatsächliche Wirkungen zeigen. Aber wer weiß, vielleicht lacht sich das Virus darüber tot – wäre immerhin eine Chance. Bei uns im Landkreis sind wir zwei Schritte hinter der Großstadt zurück. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. – Nachmittags sind wir beim Ohofer Verband virtuell zu Gast, so erleben wir im wohl temperierten Wohnzimmer einen abwechslungsreichen Gottesdienst, während draußen der Wind tobt und Kälte wütet. Ich lerne dabei noch eine weitere Funktion von Zoom kennen – so langsam arbeite ich mich an die App heran. – Abends begleite ich den Alten mit seinen vier Mitstreitern bei einem weiteren skurrilen Fall und danach den Leipziger Zoo beim Aufbau einer Elefantenherde. Nice to see. Schließlich lasse ich mir von Deana und Phil in englischer Sprache erklären wie die täglichen Mahlzeiten bei Phils deutscher Großmutter ausgestaltet waren. Ähem, Spiegeleffekt, du bist out of style alter weißer Mann. Uff.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Sentimental Journey

Kein Wunder, dass es bei mir heute nicht so recht klappt mit dem Verlassen der Federn, die nur noch so heißen aber längst durch irgendwelche Fasern ersetzt wurden. Wie dem auch sei, ihre Anziehungskraft ist nach wie vor riesig. Mitten beim allmählichen Aktivieren notwendiger Körperfunktionen trifft mich der Anruf eines Pastors, der ein Karfreitagsvideo publizieren will. Kein Problem, her mit dem Link – doch es hakt an der Produktion, die länger braucht als geplant. Scheint sehr aufwändig gemacht zu sein. Dann warte ich eben. – Die Ministerpräsidenten streiten vehement über die Frage ob man den Covid-19-Brand weiter lodern lassen, mit einem Gartenschlauch leicht das Löschen beginnen oder besser eine Kanne Kontakte ins Feuer schütten sollte. Nur wenige wollen den dicken Feuerwehrschlauch ausrollen, da könnte ja jemand nass werden. Das nächste Drama kündigt sich beim Impfen an. Wenn die Mädels und Jungs schon mit so wenigen Impfdosen Probleme seltsamster Art produzieren, wie wird das erst, wenn sehr viele Dosen auf den Markt geworfen werden? Bürokratie und Krise ist wie Feuer und Benzin, ergänzt einander aufs Beste 😉. Es bleibt spannend. – Abends begleite ich einen 65-jährigen Flugkapitän auf seinen beiden letzten Flügen vor der Rente. Toll, wenn jemand 40 Jahre lang seinen Traumberuf ausüben durfte. Der Rentner in spe ist sichtlich ergriffen und ich auch. Er, weil er seine „Berufung“ loslassen muss und ich, weil ich nie wusste was mein Traumjob gewesen wäre. Ich hatte noch nicht einmal eine Vorstellung davon. Ja, ich hätte noch vor einem Jahr mit einem hintergründigen Lächeln „Pensionist“ geäußert, doch nachdem das Reisen, das Moderieren von Bibelstunden und die Vorträge im Senionrenkreis weggefallen sind, mehren sich die Zweifel daran. – Also stürze ich mich in Shakespeare & Hathaway und ertränke die traurigen Gedanken in humorvollen, ausgeklügelten Serien-Plattitüden, ohne Rücksicht darauf, dass sich Adjektive und Substantiv genau genommen widersprechen. Sei’s drum.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Ein ausbleibender Todesfall und eine alkoholfreie Schnapsidee

Während ich noch tief und fest schlafe sind unsere Gartenarbeiter schon gewaltig am Wirbeln. Sie pflastern was das Zeug hält. Später breiten sie ein wasserdurchlässiges aber unkrautabweisendes Vlies auf dem Mutterboden aus, darüber Rindenmulch. Gegen Mittag kommt die Gärtnerin dazu, ritzt das Teil wieder auf und setzt Pflanzen. Am frühen Nachmittag ist alles komplett fertig und wir sind stolze Besitzer einer breiteren Ausfahrt und eines – hoffentlich – etwas pflegeleichteren Beetes. Im nächsten Jahr, wenn wir leben und gesund sind, planen wir eine neue Gestaltung der gegenüberliegenden Seite, dabei sind wir uns voll bewusst: der Mensch denkt aber Gott lenkt und das ist sehr gut so! – Nachmittags bereite ich das Arbeitsfeld von Mr. Shorty vor durch eine allgemeine maschinelle Erstkürzung der Grashalme. Danach bemühe ich mich Mr. Shorty zu aktivieren. Er weigert sich trotzig die Begrenzungsdrähte seiner Wirkungsstätte zu erkennen. Während ich innerlich noch über mögliche Kabelschäden sinniere ergreife ich beidhändig Steckerakku samt Gartensteckdose und drücke mit ganzer Kraft ersteren in letztere. Und siehe da es macht ‚KLICK‘ und der notwendige Strom fließt. Sofort erkennt Mr. Shorty seine Grenzen und tut seinen Job. Zum ganz großen Glück fehlt jetzt nur ein erfolgreicher Wandel eines Maulwurfshügels in einen Grabhügel für diesen miesen Nützling – wobei ein dauerhafter Ortswechsel dieser Bagage eine gleichfalls akzeptable Lösung wäre. Sollen diese Stolperfallenproduzenten doch ihren Nutzen anderswo entfalten. Seufz. Nach solchen körperlichen Aktionen bin ich konditionsloses Hochgewicht voll platt. – Spät, sehr spät in der Nacht installiere ich, einer alkoholfreien Schnapsidee folgend, Fire TV von Amazon, das ich irgendwann mal, warum auch immer, abgelegt hatte. Ich entdecke, dass sich etliche starke Apps hier ruckzuck installieren lassen und bin echt angetan vom Funktionsumfang. Manchmal sind nächtliche Ideen gar nicht so übel. Natürlich wird es deshalb sehr spät.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Vogelhochzeit?

Die Handwerker machen einen total guten Job. Ich bin begeistert. Bei strahlendem Sonnenschein, schade, dass unser Cabrio in der Garage eingesperrt verharrt (davor arbeiten die fleißigen Handwerker), begebe ich mich zu meinem Hautarzt. Erstaunlich wie oft man seine Ärzte so sieht. Er beurteilt die Entwicklung positiv und ich darf wieder heim. – Ab heute müssen sich unsere gefiederten Gefährten ihr Futter wieder selbst suchen. Es wird Zeit, dass sie sich jetzt den Insekten zuwenden. Bonne appétit. Im übrigen jubiliert die Vogelschar bis tief in die Nacht, diverse Vogelhochzeiten stehen bevor. Eine schlimme Zeit für Langschläfer, die gern bei offenem Fenster schlafen. Unsere Lichtbringer sind schallgedämmt, sozusagen tiriliersicher. 😀. – Mr. Shorty wird wohl bald wieder zum Einsatz kommen, wenn nicht der bescheuerte Maulwurf mit seinen Hügeln dazwischenpfuscht. – Abends lasse ich Shakespeare und Hathaway ihren Job machen und amüsiere mich über ihre skurrilen Fälle. Die BBC produziert echt gute Serien – Respekt! So wird es wieder spät.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Zeit- und Bewegungsdramen

Die Sommerzeit ist mir ein Gräuel. Furchtbar dieser end-märzliche Zeitdiebstahl. Es wird morgens immer so spät und ich komme kaum aus dem Bett. Die Umstellung wird – gefühlt – wochenlang dauern. Total ätzend. Das einzig Gute dabei ist mein Status als Pensionist, weil alles Grämen durch keinerlei berufliche Zwänge potenziert wird. – Die Handwerker setzen eine perfekte neue Kante als Grenze zwischen Beet und Zufahrt, während ersteres planmäßig verkleinert und letztere verbreitert wird. Schwungvoll und altersgerecht halt. Prima. – Ich lerne Übungen kennen, die meine Rückenmuskulatur (und andere Muskeln ebenso) stärken können, wenn ich sie denn regelmäßig auf mich nähme. Das klingt alles gut und die Vorführdame macht ihre Sache vorbildlich. Schön beweglich die Frau. Ich dagegen stoße beim ersten Versuch des Nachahmens an Grenzen, die der Lady zweifellos völlig fremd sind. Ganz schön eingerostet mein irdischer Body. Ob ich mich auf diesen Pfad begebe? Versuchen könnte ich es schon, ob ich aber auch durchhalte steht auf einem ganz anderen Blatt. Andererseits stehe ich an einem Scheideweg, noch lassen sich Wirbel, Muskeln & Co vielleicht zu Veränderungen überreden. Ob sie in ein paar Jahren immer noch mitspielen ist extrem unsicher. Sollte ich wiederum bald sterben, wäre der ganze Aufwand nutzlos 😉😇. Immerhin haben gute Vorsätze noch nie wehgetan, erst ihre Umsetzung zeitigt Folgen. – Irgendwie gerate ich zum bösen Ende noch auf ein paar Yoga-Seiten mit Verrenkungen, die bei mir schon allein beim Anschauen die Knochen krachen, die Muskeln katern und die Wirbel schmerzen lassen. Nein, weg damit, das macht nur schlechte Laune. Ab in die Heia. Weshalb werde ich trotz Zeitumstellung so früh müde? Geheimnisse der Psyche.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar